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Die lässige Hand

Unregistered

21

Wednesday, March 15th 2006, 3:37pm

Irgendwie habe ich den Eindruck, dasssich dieseDiskussion mit leicht wehmütigemLächeln mit einem schizophrenen Online-Offline Modus begnügt.
Vielleicht sind die Gedichte der Zukunft tatsächlich andere Gedichte.
Nur mal als Frage in den Raum gestellt.
Wahrscheinlich istdas Alterspektrum dieser Diskussion auch umfassender, und die älteren begnügen sich damit, dass wohl das grössere Übel noch an ihnen vorbeiziehen wird. Aberdas trojanische Pferd ist schon da, direkt vor uns und glotzt uns durch den Bildschirm an.
Vielleicht mein Ehrgeiz, neue Gedichtformen zu entdecken auch etwas hochgesteckt. Aber war ne Idee.

hohlZahn

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22

Wednesday, March 15th 2006, 5:16pm

internet-literatur gibt es schon sehr lange.. ich schlage dir www.dichtung-digital.de für weitere informationen mal vor.. sehr interessant, aber mittlerweile ist dieses "genre" schon wieder tot.
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

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23

Wednesday, March 15th 2006, 5:28pm

Worte sind und bleiben Worte. ob sie Tiefgang haben, ist denke ich
nicht vom Medium abhängig, mit dem sie zugänglich werden.
Und sich einreden zu lassen, oder sich selbst einzureden,
es gäbe einen Anspruch, der sich im virtuellen Bereich verändert,
halte ich für dumm.( Für Pferde konnte ich mich so und so noch nie recht begeistern..., du etwa hohli ?)
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

hohlZahn

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24

Wednesday, March 15th 2006, 5:48pm

da muss ich dir widersprechen, kaleidi-baby :D

ein wort innerhalb eines gedichtes hat eine andere stellung als innerhalb bspw. einer gebrauchsanweisung.. es natürlich oberflächlich gesehen das gleiche wort, aber in einem gedicht hat es eine andere funktion als in einer gebrauchsanweisung, die ja eindeutig ein "gebrauchstext" ist, der konkrete informationen enthält.
in gedichten wie ich sie verstehe hat das wort die funktion erst einmal nur "es selbst", also wort zu sein, nicht in 1. linie abhängig von der bedeutung (die natürlich auch eine rolle spielt, aber eben eine andere).

das nur als grundsätzliches =)
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

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25

Wednesday, March 15th 2006, 6:11pm

Quoted

Original von hohlZahn
da muss ich dir widersprechen, kaleidi-baby :D

ein wort innerhalb eines gedichtes hat eine andere stellung als innerhalb bspw. einer gebrauchsanweisung.. es natürlich oberflächlich gesehen das gleiche wort, aber in einem gedicht hat es eine andere funktion als in einer gebrauchsanweisung, die ja eindeutig ein "gebrauchstext" ist, der konkrete informationen enthält.


oh. Herr/Dr.hohlZahn, y), diese wertvolle Information hat mir noch
in meiner siebmusterartigen Auffassungsgabegefehlt. Ich werd mal eine
nacht drunter schlafen,dann vielleicht die Lyrik an den nagel hängen, oder selbigen endlich auf den Kopf treffen.

in diesem Sinne...

~ bin ich betrunken, oder dichte ich schon ? ~
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Die lässige Hand

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26

Wednesday, March 15th 2006, 7:52pm

Dann hätten wireinen online-poeten weniger ;)
Allerdings lieber hohlzahn geht es mir hier weniger um spezielle Internet-Dichtung, obwohl ich mir DeineEmpfehlung noch einmal gründlicher durchlesen muss, sondern eigentlich um dieGrundfragedes des Wie und Warum eines Gedichtes überhaupt. Gibt es nicht schon genug davon?
Haben Gedichte einen Zweck? Wenn ja welchen? Und ist es nicht furchtbar albern undpeinlich so zu reimen wie Goethe oderSchiller, oder Biggy(kleiner Seitenhieb) so zu zeichnen wie Picasso oder Marc oder Chagall? Ist es nicht einfach überflüssig? Verammelt man sich da nicht in seiner kleinen Gartenidylle, aufrechtgehalten, von elekrtisch geladenen Gartenzäunen, die alles Neue abblocken? Was ist das Neue? Fragen über Fragen eines Kamels in der Wüste.

This post has been edited 2 times, last edit by "Die lässige Hand" (Mar 15th 2006, 8:03pm)


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27

Wednesday, March 15th 2006, 7:58pm

spammer :D y)
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hohlZahn

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28

Wednesday, March 15th 2006, 8:59pm

ich antworte rasch, auch wenns richtung offtopic geht ;)

Quoted

Original von Die lässige Hand Gibt es nicht schon genug davon?


ich denke, kunst kann man nicht in quantitative maßstäbe packen, daher ist die frage -- zumind. für mich -- unbeantwortbar. klar ist, dass es weitaus mehr schlechte als gute gedichte gibt.

Quoted

Original von Die lässige HandHaben Gedichte einen Zweck?


nein, gedichte haben keinen zweck im ökonomischen sinne; gedichte haben einzig und allein den zweck zu "sein", wie alle anderen kunstwerke übrigens auch. in dem augenblick wo man gedichte oder eine andere kunstform für andere zwecke, meinetwegen politische o.ä., in beschlag nimmt, hat die kunst nur noch eine alibi-funktion.

Quoted

Original von Die lässige HandUnd ist es nicht furchtbar albern undpeinlich so zu reimen wie Goethe oderSchiller


ob peinlich der richtige begriff ist, weiß ich nicht. aber ich denke, wer gedichte in einem ton schreibt, der seit 200 jahren ausgestorben ist, der benutzt dichtung ohnehin nur als surrogat. das ist wie mit denjenigen, die gerne mittelalter spielen, sich als ritter verkleiden usw. -- nur, wenn die z.b. zahnschmerzen haben, gehen die auch zum hochirdischen zahnarzt und nicht zum schmied ;) was ich damit meine: diese surrogatdichtung läuft nicht in dem kunst-diskurs wie ich ihn verstehe, sie ist spielerei, ersatz u.ä. benn nannte es "realitätsflucht", trifft wohl zu.

Quoted

Original von Die lässige Hand Verammelt man sich da nicht in seiner kleinen Gartenidylle, aufrechtgehalten, von elekrtisch geladenen Gartenzäunen, die alles Neue abblocken?


ein schönes und treffendes bild, könnt von mir sein ;) ich denke, schon dieser ganz konkrete vorgang macht es klar: man schaltet den PC ein, geht ins internet (alles errungenschaften des späten 20. jhdts) um dann gedichte in der sprache goethes (18./19. Jhdt) zu verfassen. irgendwie widersprüchlich ;)

gruß
hZ
neulich dachte ich, mir wären beim kacken die augen geplatzt, dabei hat nur jemand versehentlich das licht ausgeschaltet.

Biggy

Schlafende Lärmerin

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29

Wednesday, March 15th 2006, 9:09pm

Quoted

Original von Die lässige Hand
Und ist es nicht furchtbar albern undpeinlich so zu reimen wie Goethe oderSchiller, oder Biggy(kleiner Seitenhieb) so zu zeichnen wie Picasso oder Marc oder Chagall? Ist es nicht einfach überflüssig? Verammelt man sich da nicht in seiner kleinen Gartenidylle, aufrechtgehalten, von elekrtisch geladenen Gartenzäunen, die alles Neue abblocken? Was ist das Neue? Fragen über Fragen eines Kamels in der Wüste.


Das Neue liegt vielleicht in unserem (aber in gewissem Maß auch in zurückliegenden) Zeitalter in einer Art Collage aus Versatzstücken von Erbe, Tradition, Kultur und Innovation. Nichts entsteht ohne Beeinflussung von Gesehenem, Gehörtem, Gelesenem, Empfundenen usw. Wir leben nicht im luftleeren Raum.
Ich denke fast, dass es das NEUE gar nicht gibt.
Ich beobachte, dass es Trends gibt, die in der Luft liegen- nur sind Einzelne damit manchmal schneller und werden dadurch berühmt. Aus konservierter Idylle wird kaum Innovation kommen- muss auch nicht, weil es unterschiedliche Bedürfnisse gibt, die befriedigt werden wollen. Was für den einen verbraucht erscheint, ist in den Augen des anderen genau richtig. Wer so viel (unterschiedliche) Kunst verschlingt, dass er eine Fülle von Werken kennt, wird schneller zum Schluss kommen, dass alles irgendwann schon mal da war als einer, der es dosiert tut und er wird Innovatives besser erkennen. Ob damit gleichzeitig eine Kunstgenussbefriedigung *fg* eintritt, ist wieder eine ganz andere Sache.
Wenn mam alles herunterkocht auf die Funktion von Kunst, ergibt sich genau wie bei anderen heute üblichen Kommunikationsarten ein gewisser Grenznutzen. Was früher nur mit Gedichten ausgedrückt/ kommuniziert werden konnte, ist vielleicht heute gar nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses- oder wie erklärt sich der run auf Chat- und Forenräume, Internetcafes usw.? Es darf, im Gegensatz zu früheren Zeiten, gottlob fast alles gesagt werden, viele beherrschen das Lesen und Schreiben, können sich gut ausdrücken (z.B. im Vergleich zum Mittelalter), es gibt kaum noch Tabus, zahlreiche Medien verbreiten Gedankengut auf unterschiedlichste Art und Weise, sind unterhaltsam - somit fällt ein gewisser Funktionsteil von Kunst heute weg. Kunst als Waffe eingesetzt, scheint immer noch zu funktionieren- die Bsp. dazu kennt ihr selber.

Wenn du deine angezettelte Diskussion hier zu ausufernd findest, hohlZahn, kann der Diskussionsfaden auch an anderer Stelle fortgeführt werden. (Das Thema hatten wir ja schon in anderen Fäden angeschnitten, z.B. bei Nitros Gedicht zur Moderne am Wickel...nach wie vor eine spannende Thematik ;). Hier die Links dazu:

Kinder der Moderne

Moderne Kunst (Diskussion)

LG
Biggy

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