Friday, May 18th 2012, 10:53pm UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Sad Poet

Master

Date of registration: Oct 12th 2005

Posts: 637 wcf.user.activityPoints: 4,095

Location: Essen

1

Sunday, March 5th 2006, 3:06pm

Nicht lesen

Ich sagte doch, nicht lesen, ich hab euch gewarnt :D


Warum schreib ich dies Gedicht?
Eigentlich soll´s einfach sein,
richtig einfach wird es nicht.

Darum lass ich euch die Wahl,
aber bildet euch nichts ein,
so was hier wird schnell zur Qual.

Lass ich die Gedanken kreisen,
ist der Inhalt zu banal.
Ewig nörgeln schon die Weisen
sachte ohne zu entgleisen
tausendfach: es ist fatal.

Irgendwie scheint´s gut zu gehen,
schließlich können alle sehen:
täuschend Inhalt lässt man stehen.

Dieses Werkchen ist für allle
ohne Sinn für den Verstand.
Oder ist´s nur eine Falle?
Folglich wird es spät erkannt.


:P
Don´t dare your fate!!!

This post has been edited 4 times, last edit by "Sad Poet" (Mar 6th 2006, 1:41pm)


Nitrogenium

Lyrisches Licht

Date of registration: Dec 18th 2004

Posts: 1,742 wcf.user.activityPoints: 9,165

Location: München

Occupation: Student (Chemie), TUM

2

Monday, March 6th 2006, 1:31pm

Hallo, Sad Poet.

Die Idee, bei einem Gedicht um den heißen Brei herumzureden, leeren Inhalt in schöne Formen zu gießen und so den Leser zum Narren zu halten, ist alt. Demnach wäre es wichtig, das Ganze originell aufzuziehen. Der Leser soll nicht auf den ersten Blick bemerken, dass er nur leeres Gefasel vorgesetzt bekommt. Viel eher sollte ihm der Text Rätsel aufgeben, mit Pseudoweisheiten, seltsamen Chiffren etc., nur um ihm zum Schluss zu sagen, es sei nichts. So könnte man das beispielsweise machen.

Da sich das Gedicht flüssig lesen lässt, liest man es auch an einem Stück. Soweit ist dieses Gedicht ein Erfolg. Der Witz allerdings verfliegt schon mit den ersten beiden Strophen, weil man diesen Trick eben schon kennt.

S4V2: "schleßlich" -> schließlich

Mein Urteil: Nette Form, flüssig lesbar, außergewöhnliches Reimschema; aber selbst für ein Gedicht, das keinen Sinn machen soll, ist es zu sinnlos ;)

Liebe Grüße
Nitro
"Ich wollte das schönste aller Leben führen, und jetzt hab ich sowas!"
Albert Weber

Wichtige Fäden auf gedichteforen.de

Sad Poet

Master

Date of registration: Oct 12th 2005

Posts: 637 wcf.user.activityPoints: 4,095

Location: Essen

3

Monday, March 6th 2006, 1:44pm

Hallo Nitrogenium,

vielen Dank für deinen Kommentar.

Es lag schon in meiner Absicht, viel um den heißen Brei herum zu reden, aber das Gedicht birgt einen, wenn man es so nennen kann, tieferen Sinn, dieser liegt aber weniger im Inahlt als an der Form. Die letzte Strophe ist ein Indiz dafür dass in dem Gedicht irgendetwas versteckt ist, es aber nicht auf Anhieb herausgefunden wird.
Ich wollte eben genau das erreichen, dass dem Leser erst ein wirres Satzgeplänkel ohne erkennbaren Sinn auffällt, aber der Titel, der Prolog und die letzte Strophe weisen auf etwas ganz bestimmtes hin, was sich in dem gedicht verbirgt. Mein Erfolg ist es, dass es noch nicht erkannt wurde.
Man sollte das Gedicht vielleicht von einer anderen Sichtweise betrachten, denn wenn man sieht, was versteckt ist, wird auch der Titel sehr schnell einleuchtend.

Gruß, Sad Poet
Don´t dare your fate!!!

wcf.user.socialbookmarks.titel