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Knud Knudsen

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1

Tuesday, December 13th 2005, 2:29pm

Poetenschicksal

Poetenschicksal

Die Klause warm, behaglich, still,
vor mir ein Blatt, so weiss,
wo sind die Bilder, die ich will?
Auf meine Stirn tritt Schweiss.

Das Rautenmuster hält mich fest,
wirft Netze auf mein Hirn,
der leere Kopf gibt mir den Rest,
verstrickt mich in dem Zwirn.

Da, plötzlich steht auf fahlem Grund,
ein Weibchen, zart und fein,
strahlt zu mir auf, mit Erdbeermund,
und grinst furchtbar gemein.

Ihr Kleidchen, zart wie Blütenduft,
sie schwingt in ihrer Hand,
ein Zauberstöckchen durch die Luft,
der Schweif ist Sternenbrand.

Dann schwebt sie auf die Schulter mir,
der Stock rührt sanft den Zopf,
„hier hast Du Bilder und Plaisir,
doch nicht mehr Geist im Kopf“
..von fernen Welten komme ich, in meinem kleinen Dichterschiff

klabautermann

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2

Wednesday, December 14th 2005, 5:25pm

Hallo Knud -sen

Das Gedicht erinnert mich an ein Werk von Eugen Roth, dessen Gedichte ich sehr mag.

Quoted

Ich darf zitieren: (Gedicht von Eugen Roth)

Arbeiter der Stirn

Ein Mensch sitzt kummervoll und stier
vor einem weißen Blatt Papier.
Jedoch vergeblich ist das Sitzen –
Auch wiederholtes Bleistiftspitzen
schärft statt des Geistes nur den Stift.
Selbst der Zigarre bittres Gift,
Kaffee gar, kannenvoll geschlürft,
den Geist nicht aus den Tiefen schürft,
darinnen er, gemein verbockt,
höchst unzugänglich einsam hockt.
Dem Menschen kann es nicht gelingen,
ihn auf das leere Blatt zu bringen.
Der Mensch erkennt, daß es nichts nützt,
wenn er den Geist an sich besitzt,
weil Geist uns ja erst Freude macht,
sobald er zu Papier gebracht.

----------

Nebenbei bemerkt:

Deine Umsetzung gefällt mir mindestens genauso gut!

Gruss

Klabauter
Wo Versmaß und Reime die Worte umranken,
entsteht ein gar kunstvoll geknüpftes Gewand.
Sie schenken der flüchtigen Schar der Gedanken
die zeitlose Geltung, den festen Bestand.

Aus "Ode an die Dichtkunst": © Reinhard Schmidt

Klabauters Gedichte in diesem Forum.

Knud Knudsen

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3

Wednesday, December 14th 2005, 5:43pm

=)Hi Klabauter,
ja das Thema beschäftigt wohl jeden, der zuerst vor einem leeren Blatt
sitzt und dieses beschreiben will :DRoth hatte ich zwar nicht im Hinterkopf, aber ich liebe ihn :P
Danke für Deine aufbauenden Zeilen =)
Mast und Schotbruch, eine Handbreit Wasser unterm Kiel
(oder auch nicht :D)und ganz viel Elmfeuer :D
mit klaubauterischen Grüsse
Knud
..von fernen Welten komme ich, in meinem kleinen Dichterschiff

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4

Wednesday, December 14th 2005, 7:09pm

RE: Poetenschicksal

jetz wissen wirs vorher du deine einfälle hast... is ja nich gerade die rühmlich art +-

:D :D :D nein mit sehr schönen worten den grübelprozess den sich ein jeder einmal unterzieht wenns ums schreiben geht doch setz ich mich meistens schon mit grundideen und -bildern ans karo...

es gefällt
Herr A. Morph
Die Chaos Theorie verdient ihren Namen nicht,
denn die Möglichkeit zum Eingreifen kommt wohl mehr der Ordnung nahe, als ein vorgeschriebenes unindividuelles und unbeeinflussbares Schema
- das nenn ich Chaos.


neu: "Fräulein M." - "Perspektivengemetzel" - "Aroma"

Knud Knudsen

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5

Wednesday, December 14th 2005, 10:51pm

=) :D :PJa, auch mit einer Grundidee kann das Papier manchmal seeehr
weiss sein :P
Gruss
Knud
..von fernen Welten komme ich, in meinem kleinen Dichterschiff

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