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MrsMerian

Intermediate

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1

Saturday, February 5th 2005, 2:08am

Einmal, im Park...

Als ich einst
als kleiner Wanst
halbstark im Park
gen Heimat rannte,
zum Abendbrot,
und abendrot
der Himmel brannte,
sah ich im Bush
den schwarzen Mann,
wie ich ihn kannte
aus Sagen und Märchen.

Staunend trat ich an ihn heran
und nahm die Gummibärchen,
die er mir bot.

Ach welche Not,
mein kleines Geheimnis:
Als er mir seinen Willi zeigte,
hat die Furcht mich übermannt…
Nachdem ich ihm am Zapfen riss
bekam ich Schiss
und bin gerannt
so schnell ich konnte.
Ich Hobbypsychopath. - Gebt mir einen Aspirinth und sagt meiner Steffin: Sie ist wieder im Revier.

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Nitrogenium

Lyrisches Licht

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2

Saturday, February 5th 2005, 10:54am

Hallo, MrsMerian

Ich gehe einmal davon aus, daß der "Bush" in S1V8 kein Tipfehler ist. Dann möchte ich meinen, daß das Gedicht eine gewitzte Satire auf die USA darstellt. Das lyr. Ich, denke ich, ist Saddam Hussein: Als dieser an die Macht kam, war er auch nur ein "halbstarker Wanst", der ein paar kleinere Konflikte mit seinen Nachbarn und den Kurden austrug. Deswegen wohl der brennende Himmel zum "Abendbrot".
Als Saddam dann Krieg mit dem Iran anfing, kamen ihm die USA zu Hilfe, und lieferten Waffen. Der "schwarze Mann" ist also der damalige US-Präsident, und "im Bush", das soll zeigen, daß Bushs Vorgänger zumeist nicht sehr viel anders waren als Bush selbst. Die letzten beiden Verse der ersten Strophe könnten bedeuten, daß die islamistischen Staaten die USA seit jeher verteufeln ("Sagen und Märchen"). Von diesen Hetzreden hatte Hussein also auch sein Bild von den USA, und mußte sich denken, sich auf das Böse einzulassen.
Die "Gummibärchen" sind wohl die Waffen, die die USA an den Irak lieferten.
Nach dem 1. Golfkrieg (1979-86), der keine Ergebnisse brachte, sagte sich der Irak los von den USA und handelte nach eigenem Gutdünken. Als man dann Kuwait angriff, hatte man die USA plötzlich gegen sich: Der "Willi" könnte dann die militärischen Streitkräfte der USA sein, die den Irak bekanntlich ganz schön eingeschüchtert haben: Als 2003 dann der Einmarsch in den Irak erfolgte, ist Hussein geflohen.

Von der Form finde ich das Gedicht interessant, wobei ich immer noch nicht weiß, ob ich die willkürlich eingestreuten Reime gut oder schlecht finden soll. Die recht kurzen Verse machen es möglich, das Gedicht zügig zu lesen, was die ironischen Züge unterstützt.

S2V3: "die er mit bot": "mit" -> mir


Liebe Grüße
Nitro
"Ich wollte das schönste aller Leben führen, und jetzt hab ich sowas!"
Albert Weber

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3

Saturday, February 5th 2005, 12:26pm

Ich würde meine Interpretation auf dem 'schwarzen Mann' und dem Spiel 'wer hat Angst vorm schwarzen Mann?' aufbauen. Demnach läuft ein kleines Kind durch den Park und sieht dort einen Mann mit Gummibärchen und sonstigen Versprechungen. Es soll ja Männer geben, die es toll finden, Kinder mit ihren Schwanz zu erschrecken. So hat es zwar ein bisschen weniger Aussage als Nitro`s Interpretation und ich würde dir auch den Bush als Tippfehler unterstellen.

Aber selbst mit Nitros Interpretation muss ich dir leider sagen, dass miur dieses Werk von dir nun nicht wirklich gefällt. Gelungener hätte ich es gefunden, den Stimmunghswechsel des Kindes durch Metrikwechsel zu verdeutlichen. So finde ich es recht schwerverdaulich ;)

Tut mir Leid :(
Lieben Gruß,
little
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
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4

Saturday, February 5th 2005, 7:37pm

RE: Einmal, im Park...

ich find dieses gedicht, im falle dass die interpratation von nitrogenium stimmt noch relativ gut! wenn der sinn dieses gedichtes war, die ganze usa in die figur des schwarzen mannes hineinzuinterpretieren ist dir dies gut gelungen!
falss nicht lobe ich nitro für seine gelungene proijezierung!

in libe celtic moon

MrsMerian

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5

Saturday, February 5th 2005, 9:32pm

Hallo ihr drei.

Zunächst @Mona: Nein, Bush ist kein Tippfehler, mein Mod.-Kollege im Tümpel heißt Bush ;) Wilhelm Bush.

@Nitro: WOW! 8o Was ist denn da passiert?
So viele Gedanken habe ich mir wirklich nicht gemacht zu dem Text. Aber ich bin beeindruckt, ob Deiner Interpretation. Danke Dir vielmals, Nitro. Hoffentlich bist Du nicht enttäuscht, dass Du Dir für ein "Textchen" so viel Zeit genommen hast. Das täte mir Leid.
Vielleicht ist es aber tröstlich für Dich, dass ich mich riesig freue üder Deine Interpretation. ... irgendwie hab ich jetzt ein schlechtes Gewissen.

Auch Dir, Celtic Moon, herzlichen Dank fürs Lesen und den Kommentar. Ja, auch ich lobe Nitro für sein Geschick hier eine Parabel zu sehen und so schlüssig zu belegen.
Der beste Beweis dafür, dass Texte ein Eigenleben führen. ;)

Ich habe auf die Form keinen Wert gelegt, denn ich denke, dass das bei witzigen Gedichten nicht sein muss. Dafür habe ich mir Mühe gegeben viele Laute wiederholt vorkommen zu lassen, was zu den "willkürlich eingestreuten" Reimen führt. ;)
Es ist also gewidmet (Willi Bush), aber ich wollte sehen, was passiert, wenn ich es aus diesem Kontext heraus nehme. Vielleicht wirklt es enorm platt... aber unsere Gesellschaft ist einfach enorm platt und das lyr. ich ist ein Kind.

Ich hab im Moment die Nase voll davon immer tolle tiefsinnige Sachen schreiben zu müssen mit perfektem Versmaß, die einen nur betrübt machen oder grau auf schwarz geschrieben sind...
Neuanfang... austesten. Konventionen die ich mir schon so lange auferlegt habe nerven mich momentan, wenn man nicht weiter kommt mus sman umdrehen und sich neu orientieren. Das tue ich im Moment... lyr. Neuorientierung. Nach einem Getränkt kommen dann schwarze Männer und Rabenlieben ans Tageslicht... die Raben sind formal feiner, das verspreche ich, aber im Schluss stecke ich noch fest.
Was die Form angeht... vielleicht schriebe ich in der nächsten Zeit mehr zum Vortragen, nict zu anschauen und selber lesen... da muss man es nicht ganz so eng nehmen, denn es liegt in der Hand des VORLesers... dafür bekommt die klangliche Komponente viel größeres Gewicht.

Seid herzlich gegrüßt,
Mrs.
Ich Hobbypsychopath. - Gebt mir einen Aspirinth und sagt meiner Steffin: Sie ist wieder im Revier.

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6

Saturday, February 5th 2005, 9:43pm

ich finde, es ist dein gutes recht, mal einen neu anfang auszuprobiren! ich habe eigentlich ein ähnlcihes problem. ich bin auf der suche nach ständig neuen ideen, neuen glaubensrichtungen und neuen liedern, stielrichtungen in der musik, bis ich mein wahres ich in dieser welt gefundne habe! aber momentan, so denke ich, bin ich auf dem richtigen weg zu mir selbst. ich habe gelernt in mich hineinzuschauen und mich zu fragen was ich will! theoretisch könnte ich hier noch stunden lang von mir erzähle, doch in der praxis habe ich momentan nich die ausdauer! :D

also weiterhin viel spass beim tüfteln!!!!!!
in liebe celtic moon

Nitrogenium

Lyrisches Licht

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7

Saturday, February 5th 2005, 9:54pm

Keine Bange, MrsMerian, ich bin nicht enttäuscht, und Du brauchst auch kein schlechtes Gewissen zu haben ;) Es ist wahrlich erstaunlich, in wie vielen Richtungen sich manche Gedichte interpretieren lassen; nur auf Willhelm Bush, auf den wäre ich nie gekommen!

Daß die Gedichte, die entstehen, wenn man sich an Normen (Reim, Versmaß, Strophik...) hält, immer gleich trübselig sein müssen, halte ich für ein vorschnelles Urteil; dennoch wünsche ich Dir eine ergebnisreiche Suche nach neuen Formen. Jedenfalls freue ich mich schon auf die von Dir angekündigten Werke :)

Liebe Grüße
Nitro
"Ich wollte das schönste aller Leben führen, und jetzt hab ich sowas!"
Albert Weber

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8

Saturday, February 5th 2005, 9:57pm

Ich wäre sehr am Rabengedicht intressiert *G*

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