Guten Morgen Hazel,
es scheint der Autor hält sich raus

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nun, ich gehe d'accord mit deiner Schlußfolgerung,
allerdings würde ich da einige Abstriche machen.
Moral, Schuld, Sühne, Buße, das sind komplexe und gleichsam gefährliche Themen
zu denen es einen Haufen vorgekauter, halb-garer Vorurteile gibt,
die viele Autoren, bzw. generell Mitmenschen aus reiner Bequemlichkeit pflegen
hierbei stellt sich nicht die eigentliche Sinnhaftigkeit des Literarischen Schaffens, der Sprache etcpp
vielmehr stellt sich die Frage von Selbstverantwortung eines jeden Einzelnen.
Ich will damit Autoren nicht mehr Verantwortung zusprechen als allen anderen Leuten auch: die anderen hören ja die selbe Kritik von mir, beziehungsweise die selben Anmerkungen.
Ich halte es für - und das bezieht sich jetzt nicht auf den Text, bevor das so verstanden wird - Überflüssig eben jene Vorurteile alltäglich mit einem neuen Corpus zu bedienen, der sich Kumpelhaft in den Raum stellt und so durch seine beständige Auffrischung zu "einem Naturgesetz des Lebens vieler Einzelner" wird.
Zum Text zurück:
Hier passiert ja etwas ähnliches. Wir alle müssen es ja zugeben: wir hören die "Ammenmärchen" (subjektive Meinung) ja nicht zum ersten mal. Seit Jahrhunderten "windet, leidet, stirbt die Erde", sagen die Menschen zumindest, im Westen "die Mutter", die ein verweichlichtes, kränkelndes und schutzloses Wesen darstellt. Der Mensch des "Vaterlandes", die Intellektuelle Hochgeburt, der Höhenflug patriachatischer Macht, ist das einzige Wesen das diese ärmliche Frauengestalt beschreiben, vermessen, kontrollieren und zerbrechen kann
und nun da er da ist und sie bricht und ihre Mürbe arme Physis schon knackt und knarzt
da ist sie schon verloren, fast
ganz abhängig ist sie vom Mann, der auf Messers Schneide tanzt
das Leben in der linken und den Tod in der rechten Hand
und es obliegt ihm zu entscheiden ob er die Vernichtung oder die Errettung wählt
nach ihm die Sintflut
nach ihm die Apokalypse
der Welten Untergang
Fanfaren läuten, Pergamentrollen flackern unter den Füßen auf und Runen glühen gebieterisch in die Ferne..
DAS wird nie so gesagt
nein, damit würde sich der Weltverbesserer ja verraten
- eine Garde zu der ich auch zu guten Teilen angehöre und über die ich so "abfällig" spreche, weil ich meine Schwächen und die der anderen mittlerweile meine rauslesen zu können.
Auch ich sage "Mutter Erde" und meine es so, wobei ich das Wort "Vaterland" nur mit einem bitteren Lächeln über die Lippen bringe.
Am Ende ist das vermeintliche Gewimmer der Mutter Erde nichts als ein Machtbeweis, den man sich selber erbringt.
Es mag sein:
Wir sind irrelevant.
Es mag sein:
Wir sind trotzdem hier und können deshalb auch einfach was machen.
Aber eben weil wir hier sind
weil wir etwas machen können
lohnt es sich zu erwägen was wir da eigentlich machen
und was das konkret für UNS bedeutet.
Jeder der sich selbst gerne in der Rolle des kritischen Subjekts sieht,
dass "reflektiert" (ein witziges Wort) handelt, denkt und spricht,
kann genauso gut sagen:
Das ist nicht genug, da geht noch was!
Was nützt es uns, als Alternative nichts anderes zu sein
als die Kettenhunde neuer Legitimierungsstrategien obsoleter Systeme.
Nicht für einen ganzen Planeten wollen wir unsere Sprache diversifizieren
sondern für uns, um das in uns auszulöschen
was uns erdrückt.
"Your effort to remain who you are is what limits you" - Ghost in the Shell