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guru

Trainee

Date of registration: Dec 26th 2011

Posts: 14 wcf.user.activityPoints: 130

Location: Karlsruhe

Occupation: Bürokaufmann / Außendienst / Hotelfachmann

1

Wednesday, January 25th 2012, 12:20pm

Traurige Augen eines Hundes

Traurige Augen eines Hundes



Ich fühle mich so einsam,

ich fühle mich so schwach,

überall nur lästiger Lärm,

überall nur lästiger Krach.



Mein Herr mir fehlt deine Liebe,

deine streichende warme Hände,

lass mich sie spüren, lass mich sie fühlen,

alles ist so grau,weiß wie die Wände.



Ich war dir mein Herr immer treu,

war gehorsam und immer brav,

dann warum die Änderung, ist für mich neu?

Oh du weißt es nicht, wie schwer es mich traf.



Nun schickst du mich fort, einfach weg,

plötzlich brauchst du mich nicht mehr,

ich frage mich wohin führt jetzt mein Weg?

Meine Hundeaugen sind salzig wie das Meer.



Neue Wohnung, plötzlich wurde ich zur Last,

wo kein Platz für mich mehr ist,

jetzt bin ich abgeschoben in den „Knast“,

mein Herr warum du so zu mir bist?



Schnell ist ein Hund von seinem Herr vergessen,

schnell vergeht die menschliche Liebe,

meine Treue wurde nur kurz gemessen,

wo keine Liebe mehr ist, gibts keine Siege.



Der kalten Boden trinkt nun Salz aus meinen Augen,

doch ich verberge von dir den tiefen Schmerz,

der einer kann geben, der anderer nur rauben,

ich wähle lieber den Tod, das ist kein Scherz!

Chepre

Moderator

Date of registration: Aug 22nd 2008

Posts: 1,416 wcf.user.activityPoints: 7,695

Location: Gießen

Occupation: Student

2

Wednesday, January 25th 2012, 7:44pm

hallo, guru

dein Gedicht ist bis auf ein paar kleinere Stellen gut geschrieben. mit "gut" meine ich "technisch gut", denn inhaltlich gibt mir der Text leider nicht viel.
das Leid eines Tieres im Gedicht aufzuarbeiten ist eine Gratwanderung. die Empathie, die man meint zu fühlen, ist doch allzu sehr aus dem menschlichen Blickwinkel empfunden. das soll nicht heißen, dass es die Mühe nicht wert wäre, sich mit den Gefühlen eines Tieres zu befassen, aber es wird gefährlich, wenn man das mit menschlichen Projektionen zu sehr überzeichnet. besonders diese Herrchen-Hierarchie-Sache finde ich persönlich sehr problematisch. man sagt zwar, Hunde hätten Herrchen, Katzen ein Gefolge =), aber vieles davon ist wohl einfach tiefstes Klischee. es gibt ja neuere Forschungen über das Sozialleben von Wölfen, die zeigen, dass alles viel komplizierter ist, als man bisher annahm. und deswegen sollte man mit solchen Klischees verflixt vorsichtig umgehen - weil sie aus menschlichen Wünschen und Projektionen entstanden sind und den Tieren wahrscheinlich nur zur Hälfte, wenn überhaupt, gerecht werden. sowas zum Grundtenor eines Gedichtes zu machen (so lese ich es hier), find ich unglücklich.

auf der anderen Seite spricht dein Text eine Sache an, die wirklich ein Problem ist. viele Menschen machen sich kaum bewusst, welche Verantwortung es ist, ein Tier aufzunehmen. es sind ja auch lebende und fühlende Wesen. man muss ihnen zu essen geben, gesundheitliche Versorgung muss gewährleistet sein, Hygieneblabla, und zu guter Letzt muss man sich um sie kümmern. Tiere können bereichern, können aber auch einschränken - gerade bei der Wohnungswahl. ich suche zur Zeit auch was neues, und mit meinen zwei Katzen ist das gar nicht mal so leicht. natürlich gibt es auch wirklich triftige Gründe, aus denen man sich vielleicht von seinem Tier trennen muss (ne Allergie zB).

insgesamt: die Intention hinter dem Text ist eine gute Sache und man sieht, dass du dich mit dem Problem auseinander gesetzt hast. die Umsetzung finde ich aber nicht gelungen.

Gruß
Chepre
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Dr. Karg

Professional

Date of registration: Jul 19th 2011

Posts: 172 wcf.user.activityPoints: 1,530

3

Friday, January 27th 2012, 9:34am

Re: Traurige Augen eines Hundes

Lieber guru,
ob der Tod für alles Aufgeführte die Lösung sein kann?
In der hellenistischen Philosophie hat der Hund eine ganz andere Bedeutung. Kleine Anregung: "Der Philosoph als Hund" könnte vielleicht bessere Gedanken erzeugenn......
Herzliche Grüße H. H. Karg

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