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Date of registration: Jul 3rd 2011

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1

Friday, January 20th 2012, 7:54pm

Hier und Jetzt

"Yesterday is dead and gone
and tomorrow's out of sight ..."
(Kris Kristofferson)

Gestern ist schon so lange her
morgen liegt in weiter Ferne
warum ist es bloß so schwer
heute zu sein
warum flüchten wir so gerne?

Wir laufen vor uns selbst davon
und treten doch nur auf der Stelle
kein Weg zurück
in die Vergangenheit
die Zukunft für immer
unerreicht
die Gegenwart
allein
geblieben
hat ihre Schwestern
längst vertrieben.

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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2

Saturday, January 21st 2012, 8:29pm

uuuhhh, wintervolgel;

was mir gleich am anfang beim text auffiel (und ich bin mal ehrlich, ich habe auf den antworten knopf geklickt, bevor ich noch fertiggelesen habe), ist das hineinstolpern durch die quasi doppel-zitation

"Yesterday is dead and gone
and tomorrow's out of sight ..."
(Kris Kristofferson)

Gestern ist schon so lange her
morgen liegt in weiter Ferne


da hast du mich als leser eigentlich schon verloren, weil ich in dem zusammenhang mit gedichten so aneinanderreihungen von zitaten,sprüchen etc. ohne kontext extrem sexlos finde (langweilig und uninteressant - das bin aber ich wohlgemerkt und ich hab da wahrscheinlich/vielleicht meinen eigenen kopf)
ich bin aber kein normaler leser - ich bin ein forenschreiber unter den umständen und deswegen habe ich auf den button gehauen (zuerst, dann auf die tastatur) um mein scherflein hier beizutragen (wärs in einem buch oder einem magazin gewesen, hätte ich hundertpro weitergeblättert und mir keine gedanken mehr darüber gemacht)

du kämpfst dich da weiter durch allgemeinplätze, durch phrasen und dann (ich habs dann doch zu ende gelesen); kommt ganz am schluß der aufhänger, das detail, die schwester, das interessant, das persönliche, das, was mich als leser wahrscheinlich interessiert hätte (auf jeden fall mehr als diese carpe diem stakkati in reimform)

jetzt frag ich mich, wenn das grund ist, der dich dieses gedicht schreiben ließ (vielleicht ist er es ja auch gar nicht); watum chreibst du dann nicht darüber? warum machst du nicht auf und sagst dem leser, was dich wirklich beschäftig, was ihn beschäftigen sollte, was eigentlich jeden beschäftigen sollte?
dann wäre das sicher ein sehr lesenswerter text geworden;
so mag ich ihn nicht, auch wenn da was durchschimmert am schluß, was berühren könnte;

meine leseerfahrung zusammengefasst in einem kommentar;

mfg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Babac

Master

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Location: Saarbrücken

3

Saturday, January 21st 2012, 9:27pm

"und ich bin mal ehrlich, ich habe auf den antworten knopf geklickt, bevor ich noch fertiggelesen habe" ziatat eric roederic andara.



man sollte ebensoviel respekt eric einem fremden text entgegenbringen, wie man von anderen lesern das an eigenem text sich wünschen würde. es ist hier deine einstellung gegenüber dem text, die dir abgeht, nicht der text an sich selbst.

es ist doch legitim, wenn ein schreiber um einen anfang für sein gedicht zu finden, ein zitat übersetzt; es ist sogar interessant zu sehen, wie der autor gearbeitet hat, mit welchen mitteln z.b. er das gedicht eingeleitet hat.

deshalb ist allein was hier sexlos ist; dein kommentar.

denn, der text birgt erkenntnisse, die zwar mit gewöhnlicher sprache niedergeschrieben sind; aber aus dieser erkenntniss kann vielleicht eines tages etwas viel besseres und dichteres gedichtet werden, was auch dir vielleicht gefallen wird. es ist, als würdest du die knospe verspotten, dass sie keine blume ist; aber würdest du einmal dein auge richtig benutzen, dann würdest du erkennen, dass das eine ohne das andere nicht sein kann.

erinnere dich an deine anfänge, und stell' dir vor, jemand solches wie du hätte dir in deinen frühen stadien einen solchen kommentar abgelassen. wie fändest du das?



grüße,

babac

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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Location: Wien

4

Saturday, January 21st 2012, 9:39pm

wenn du meinen kommentar fertiggelesen hättest wüsstest du, dass ich den text zu ende gelesen habe und mir gedanken gemacht habe ;)
(hast du wahrscheinlich eh und weißt du auch)
oh, und keine angst, ich habe in meinen anfangsphasen noch viel vernichtendere kommentare bekommen, als das, was ich hier verbrochen habe (krieg ich heute noch hin und wieder - deine zum beispiel); die meisten davon haben mich geärgert und trotzdem was gebracht - manche bringen aber auch gar nix, zu welchen deiser hier gehört, entscheidet der autor für sich selber, is er ja als leser nicht auf mich angewiesen; jedem leser kann man es ohnehin nicht recht machen;
aber zurück zum text;

mfg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

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5

Saturday, January 21st 2012, 9:43pm

Hier und Jetzt

Hallo Erik,

schade, dass dir mein Gedicht so gar nicht zusagt, aber damit muss (und kann) ich leben,

Es gibt einige Ausschnitte aus Liedern, Gedichten und anderen Texten, die mich zu einem Gedicht angeregt haben.
(Andere Dichter haben das auch getan.)

Mir gefällt dieser Liedausschnitt, weil er meiner Meinung nach direkt zur Thematik des Gedichts gehört.
Von daher passt er sehr wohl in den Kontext, finde ich.

Wenn du meinen Text als Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen empfindest, muss ich das akzeptieren
und kann es zum Teil sogar nachvollziehen.

Ein Text, der sich mit dem Verhältnis von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft befasst, wird es schwer haben,
Allgemeinplätze zu vermeiden. Vielleicht habe ich mir da zu wenig Mühe gegeben, mag sein.

Das, was mich diesen Text schreiben ließ, ist genau das, was in ihm zu lesen ist.
An anderer Stelle wurde mir vorgeworfen, dass dieses Gedicht zu klar, zu eindeutig sei - wer hat nun Recht?

Es ist auf jeden Fall mal wieder interessant festzustellen, wie unterschiedlich ein Text wirken kann.

Viele Grüße

wintervogel

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6

Saturday, January 21st 2012, 10:05pm

Hier und Jetzt

Hallo Babac, hallo Erik,
habe eben erst eure Kommentare gelesen.

Da ich in verschiedenen Foren unterwegs bin, habe ich auch schon alle Arten von Belobigungen und Verrissen erhalten.
Nach dem ersten Lesen versuche ich immer herauszufinden, ob ich mit der Beurteilung (oder auch Verurteilung) was anfangen kann,

Das trifft bei Eriks Kommentar leider nur zum Teil zum, aber das ist besser als gar nichts.
Die Form finde ich nicht ganz okay, vor allem das pauschale (dogmatische) Ablehnen von Zitaten jeder Art, aber wenn Erik das so sieht, okay.

Ich finde es gut von dir, Babac, dass du Eriks Kritik ein wenig kritisiert hast.

Letzten Endes muss jeder Leser selbst entscheiden, was er mit einem Gedicht anfangen kann - und der Verfasser muss das akzeptieren.

Viele gutgemeinten Grüße an euch beide

wintervogel

Raul

Master

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7

Sunday, January 22nd 2012, 9:43am

Hallo,

was wir doch durch die Kritik von Erik immerhin erfahren, ist, dass Gedichte sexy sein müssen, und er kein normaler Leser ist. Was die Zitateinführung angeht, so stimme ich der zu pauschalen Kritik von Erik nicht zu. Und wer sich beim Lesen mit einem Text so quält, sollte ihn nicht weiter kommentieren. Da bringt auch keine Kritik mehr etwas. Es gibt ja außerdem keinen Lesezwang, wenngleich es dem einen oder anderen Menschen sicher gut täte. Mir ging es mit dem Text nicht so, dass ich mich gequält habe. Allerdings finde ich, lieber Wintervogel, dass du bestimmte Stellen noch runder schreiben kannst. Ich glaube, dass sich der Text ohne die manchmal doch gewzungen wirkende Reimform besser gestalten lässt. Ist es nicht gerade die flüchtige Zeit, auf die wir uns keinen Reim machen können?

LG

Raul

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8

Sunday, January 22nd 2012, 10:56am

Hier und Jetzt

Hallo Raul,

wenn mir ein Text überhaupt nicht zusagt, dann lese ich ihn und vergesse ihn dann. Natürlich, wenn man sich über einen Text aufregt, kann man das durchaus mitteilen.

Es gibt in der Literaturdidaktik einen Zweig, der heißt: "analoges Schreiben". Da werden Wörter, Sätze, Überschriften und Zitate jeder Art von anderen Schriftstellern
zum Anlass für ein eigenes "Werk" genommen - mit manchmal sehr guten Ergebnissen. Das wirkt dann manchmal wie ein Stein, der ins Wasser geworfen wird und "seine" Kreise zieht.
Man muss das nicht mögen, aber pauschal verdammen würde ich es nicht.

Ich habe ein sehr freies Verhältnis zu Reimen - manchmal fällt mir spontan einer ein, den ich für passend halte, dann verwende ich ihn. Das mag durchaus hier und da gezwungen
wirken. Worauf ich fast nie verzichte, ist der Endreim, weil damit das Gedicht irgendwie abgerundet wird, finde ich.

Nun habe ich eine zweite Version geschrieben (noch vor deinen Bemerkungen) und stelle sie hiermit vor:

Gestern ist schon so lange her
morgen liegt noch in weiter Ferne
laufe vor mir selbst davon
trete doch nur auf der Stelle
kein Weg führt in die Vergangenheit
die Zukunft für immer unerreicht
die Gegenwart allein
geblieben.

Schaue nicht mehr (so oft) vorwärts
blicke nicht mehr (viel) zurück
bin mein Leben lang gefangen
in diesem einzigen Glück.

Bei einigen Gedichten von mir gibt es mehrere Versionen.
Nicht immer kann ich mich für eine entscheiden.

Danke für deine (konstruktiven) Bemerkungen!

Viele liebe Grüße

wintervogel

Tamea

Professional

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9

Monday, January 23rd 2012, 7:47am

hallo wintervogel,

ich spüre das auch dein neuer text, immer noch nicht das wiederspiegelt, was du gern aussagen möchtest.
dieser klingt nicht nur holprig sondern auch leicht verkrampft, :S
den letzten absatz, kannst du komplett entfernen, da er schon im ersten inhaltlich vorkommt.
du kannst deinen text kürzen, ohne an gewicht der worte zuverlieren.

Gestern ist so lange her
morgen liegt in weiter Ferne
laufe vor mir selbst davon
trete doch nur auf der Stelle
Gegenwart allein geblieben
hat ihre Schwestern
längst vertrieben.

.... und so?

lieben gruß
tamea

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10

Monday, January 23rd 2012, 11:12am

Hier und Jetzt

Hallo Tamea,

Die erste Strophe ist so etwas wie eine Zustandsbeschreibung.
Zeile 5 und 6 der 2. Version könnte man tatsächlich weglassen, da stimme ich dir zu.

Die zweite Strophe der 2. Version möchte ich beibehalten, da hier über die Beschreibung hinaus eine Einstellung vermittelt werden soll,
nämlich der Versuch, sich mehr auf die Gegenwart zu konzentrieren, indem man nicht mehr so oft in die Vergangenheit oder die Zukunft blickt.

Wenn wir den Zustand des "Gefangenseins" in der Gegenwart akzeptieren, liegt hier die (einzige) Möglichkeit, wenigstens für Augenblicke,
glücklich zu werden - Freiheit zu finden in der Beschränkung.
Das wollte ich mit der (neuen) 2. Strophe ausdrücken.
Ob und wie das rübergekommen ist, weiß ich nicht.

Viele liebe Grüße

wintervogel

Tamea

Professional

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11

Monday, January 23rd 2012, 3:46pm

ich versteh was du sagen möchtest. du drückst dich nur mit unterschiedlichen sätzen aus, meinst aber immer das selbe. Du drehst dich im kreis. Es ist auch wahrlich schwer dieses gefühl so wie du begonnen hast auf den punkt zu bekommen. reichen würde schon:
gestern ist schon so lange her
morgen liegt in weiter ferne
treiben mag ich
in zeitloser leere

weil nix anderes ist die gegenwart. sie ist..grad schon vorbei.
ich mag dein werk nicht zerstören, aber du hast im ersten text die schwersten der gegenwart, übernehme den und kristallisiere dieses die innere selbstfindung, den zeitstop noch intensiver herraus. lass die reimform ausser acht.

lieben gruss
tamea

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12

Tuesday, January 24th 2012, 7:42pm

Hier und Jetzt

Hallo Tamea,

ich lasse mich jetzt mal darauf ein und versuche
mein Gedicht noch weiter zu verdichten.

Allerdings gefällt mir deine Version nicht so gut, das "Treiben in zeitloser Leere"
ist kein Zustand, den ich mir wünsche.
Ich würde mir allzu verloren vorkommen, orientierungs- und hoffnungslos.

Auf denn, eine 3. Version:

Gestern schon so lange her
morgen in weiter Ferne
laufe vor mir selbst davon
trete doch nur auf der Stelle
die Gegenwart allein
geblieben
in ihr muss ich leben
sie sollte ich lieben.

Es macht mir nichts aus, ein Gedicht (auch mehrmals) zu verändern,
wenn ich einen Sinn darin sehe. Viele Gedichte, denke ich, können sich noch entwickeln.
Für konstruktive Anregungen bin ich immer dankbar.

Viele liebe

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