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Hazel

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Date of registration: Sep 14th 2003

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1

Saturday, December 10th 2011, 11:02pm

Gedichtewettbewerb: Station 4 - Blickkontakt

Hallo, meine lieben Freunde,

es zieht uns wieder weiter. Auch wenn ihr ein paar Gefühle an Hongkong verloren habt, glaubt mir: Leben wollt ihr hier trotzdem nicht! Es gibt immer auch einen Abschied, auf ewig halten unsere Augen diesen blinkenden Reklametafeln nicht mehr stand. Und wie ihr ja sicher schon gemerkt habt, liebt euch euer fürsorglicher Reiseleiter ja weiterhin aus vollem Herzen :-P

Nach langen Nächten und ein wenig Freizügigkeit (Erik hat sogar mit Kreditkarten um sich geschmissen) treten wir unsere Weiterreise zu einem etwas ernsteren Ort der Welt an. Ich will es diesmal kurz machen, um keine falschen Worte zu verlieren: Es geht in die Republik Botsuana im Süden Afrikas. Hier findet ihr ein anderes Bild von Zivilisation und Lebensstil. Es gibt nur wenig geteerte Straßen, es herrscht noch keine Schulpflicht und ein sehr heikles Thema ist leider auch die hohe HIV-Quote.

Oft schauen wir zu Hause in die Zeitung oder den Fernseher, können uns solche Lebensumstände kaum vorstellen, aber jetzt sind wir mittendrin und wollen nicht tatenlos rumstehen. Wie wollt ihr durch die Straßen laufen? Geht euch das, was ihr seht, nahe? Kann man nicht auch hier trotzdem glücklich und lebensfroh sein? Sicher, es gibt in vielen Haushalten noch keinen Strom und die Arbeit findet nicht hinter dem Schreibtisch statt, aber vielleich ist es ja auch so, dass wir einfach nur betroffen durch Dekadenz sind.. aber ob das eine Ausrede ist, sich selbst ein gesicherteres Leben zuzugestehen? Fragen über Fragen, auf die ich selbst keine Antworten habe.

Ihr werdet auf dieser Station auch in eine atemberaubende Tierwelt eintauchen können. Hier gibt es viele freilaufende Exemplare von unsere heimatlichen Zoobewohnern. Wäre ja beispielsweise auch mal eine interessante Sichtweise - hust. Über eure Themenfindung mache ich mir hier eigentlich wenig Sorgen, denn die Bandbreite ist groß. Ich bitte euch lediglich, dass ihr nochmal ein Gedicht verfasst. Der Gedanke in eurem Gedicht sollte aber abgerundet sein, so dass ich Dreimalnachfrager auch endlich verstehe, was ihr mir sagen wollt. Könntet ihr also bitte euer Poem (ha, seht, ich lerne dazu) so schreiben, dass erster und letzter Vers identisch sind. Danke abermals. Wir sind leider knapp im Zeitplan, in drei Tagen geht unser nächster Flug, seid bitte pünktlich.

Themengebiet: Republik Botsuana
Inhaltliche Bedingung: Gedicht; erster Vers ist letztem Vers des Gesamtgedichts identisch (rahmend)
Abgabetermin: Bis spätestens Dienstag, 13.12.11 um 23:59Uhr

Euer gespannter Reiseleiter
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Hazel

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2

Tuesday, December 13th 2011, 8:54pm

jenseits von südafrika

ein zebra gähnt
luft warm, schwer und träge
ein flimmern umfasst, elefantenherde

im schatten unter savanenbäumen
liegen die könige der steppe
mit vollen bäuchen und träumen

leise gluckernd, fast versteckt
liegen eng, nilpferde mit krokodilen
sonne senkrecht, vom himmel brennt

tiergeräusche, trommeln am abend
irgendwo in ferne ein todesgeschrei
magie legt sanft ihre hand übers land

leise schleicht die hyäne in der nacht
beleckt gierig ihre scharfen zähne
ein klang erschallt, als wenn sie lacht

die sonne erwacht
doch ein blick hinter gittern
ein zebra gähnt
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Hazel

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3

Tuesday, December 13th 2011, 8:56pm

Dünen, Wellen und Berge

Lumumba und die Wüste
Brüder im Geiste
wie Steppenhexe und Buschwürgevogel
an jenem sonnigen Tage trocknen Tränen von selbst
und Lumumba reitet Flußpferde in die Mündung
viel schneller als die anderen Jungen es könnten
goodbye, goodbye, time´s a wastin´
Le kae? Ke teng, wena? Tsamaya sentle -
so tapfer und schön wie es klingt in
Lumumba und die Wüste
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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4

Tuesday, December 13th 2011, 8:59pm

Blickkontakt

das Auge des Löwen sieht so blass aus durchs Glas
ich lege meine Hand an die Scheibe und frage
woher kommst du?
Botsuana, sagt der Löwe
Botsuana, da wächst kein Gras, fällt mir ein dazu
so ungebildet und außerdem viel zu heiß
dann kommt der Zoowärter rein
und schmeißt ein Stück Fleisch durch die Klapptür
und ich hör ihn noch leise sagen: armer Löwe, armes Tier
das Fleisch liegt unberührt
der Löwe hebt seinen Kopf in die Luft, als wäre da
der Himmel von Botsuana
das Auge des Löwen sieht so blass aus durchs Glas
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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5

Tuesday, December 13th 2011, 9:00pm

Geschichten aus dem Tierreich

Löwen sind zornige Tiere!
Sie brüllen mit Vergnügen
und reißen Antilopen
von oben nach unten auf.
Sie zerfetzen den Rivalen
und nehmen sich dessen Weibchen,
nachdem sie seine Jungen
gefressen haben.

Es kennt keinen Zorn
und es brüllt nicht ein wenig,
aber es reißt junge Frauen
von innen auf.
Es zerfetzt die Organe
und vergewaltigt den Körper,
bevor es unsere Kinder…

Löwen sind zornige Tiere!!!
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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6

Tuesday, December 13th 2011, 10:09pm

Wenn Regenwolken sich zusammenziehen

Das was tötet ist in mein Zimmer getreten
die Bullfrogs spielen Xylophon mit nur drei Tönen
und das Elefantenkind setzt mir Schlammmützen auf
und in der Straße schleichen Cheetahs an Impalas heran
ein Singen der Salzbüsche hält mich fest
dich mit Chapeau Claque
dich mit eleganten Handschuhen
meine Miriam ist aus Witchcraft

                                        die Alma mater

Dennoch sitzt du mit dem Rücken zur Wand
als du sprichst: Verurteilt uns nicht!
Auf jedem Berggipfel zischelt eine Schlange mit Frauenleib
In jeder Windhose tanzen die Hexen
Aus allen Dingen drängt Seele
Jeder Tote wägt weiter Glück und Unglück
die weißen Schicksalslinien ziehen in die flachen Häuser
die schwarzen Lebenslinien ziehen in die Wolkenhäuser
Das was stirbt ist in mein Zimmer getreten
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

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