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Date of registration: Oct 29th 2011

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1

Sunday, November 20th 2011, 4:59pm

Intelligentdiarrhö / Klugscheißerei

Ich kann’s nicht objektiv sehen, da ich kein Objektiv habe
und ein denkendes, handelndes Subjekt sein will
kein glaubendes zu benutzendes Objekt.
Intensiv will ich leben, statt vom Imperativ unterjocht.
Im Konditional will ich schweben
statt konditioniert fressen wie ein pawlowscher Hund
aktiv im Präsens statt passiv passend im Partizipprinzip
primitiv schief statt durativ begradigt.
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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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2

Sunday, November 20th 2011, 7:11pm

haalo;

was ich mich ad hoc gefragt habe, als ich deinen Text las war, ob das nicht ein bisschen zuviel des Guten ist; du hast da sehr viele Gleichklänge drinnen, aber im Ganzen hauts mich von vers und vers ziemlich herum, weil man erstens versucht, die zeilenumbrüche unterzubringen, in den eigentlich korrekt geführten Sätzen und zweitens versucht, deinem paradigma zu folgen.
Also ich würde den text auf keinen Fall als schlecht bezeichnen, weil er wirklich schöne Stellen hatund auch im Inhalt und ductus des lyrichs nicht langweilt. Für mich ist er aber indieser Form überfrachtet. Obwohl ich zugeben muß, je öfter ich ihn lese, desto besser gefällt er mir.

soweit meine Meinung.

mfg
Erik

P.s.: Intelligenzdiarrhö mit z, oder? Hast du das t beabsichtigt?
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3

Tuesday, November 22nd 2011, 7:33pm

Moin Erik.

Vielen Dank - das nenn ich doch mal konstruktive Kritik. Ich würde gerne ausführlicher darauf eingehen und hätte auch noch ne Frage an dich, bin aber gerade mit anderen Dingen verkopft und beschäftigt (hab u.A. morgen ne musikalische und dichterische Lifeperformance, die ich noch vorbereiten muss).
Ich werde in ein paar Tgen nochmal was dazu schreiben und evtl. einen Änderungsentwurf hinzufügen. Wäre nett, wenn du dann nochmal reinschaust und mir ggf. antwortest.

Hab ne gute Zeit, bis denne

Tobl
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Hazel

Moderator

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4

Wednesday, November 23rd 2011, 8:06pm

Also ich liebe ja diese Stammreime und Wortspiele. Im Gegensatz zu Erik finde ich den Text durchaus gelungen, sehe auch wenig Spielraum in der Dichte, wenn ich mir diese ganzen Verknüpfungen anschaue. Ich bin sogar der Meinung, dass man das so schreiben sollte, wenn man kunstvoll eine klare Message rüberbringen will, die auch in einen Satz passen würde. Das Einzige, was mich beim lesen aufgehalten hat, war der erste Vers, weil ich selbst so viel fotografiere und mir das "Objektiv" einfach ein Störfaktor war. Inhaltlich eben nur punktuell, aber anscheinend auch so gewollt. Neue Winde freuen mich immer, sonst bekomm ich auch noch Speichelfluss vor der Lektüre ;-)

LG, Hazel
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Raul

Master

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5

Thursday, November 24th 2011, 7:04pm

Sehr guter Text.

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6

Friday, November 25th 2011, 6:24pm

Hallo Hazel, hallo Raul

Vielen Dank für euer Schulterklopfen. Es freut mich sehr, dass mein Textchen bei euch ankommt. Die ersten Wochen hier im Forum waren diesbezüglich nämlich eher ne Durststrecke und ich habe schon begonnen mich zu fragen, ob meine Texte in Schriftform überhaupt ausreichende Wirkung erreichen. Beim Vortragen schlagen auch meine früher eingestellten Nummern an.
Jedenfalls haben mich eure Kommmentare ermutigt und mir auch in meinen Überlegungen, ob ich etwas an dem Gedicht ändern, soll weitergebracht. Ich habe mich mittlerweile dafür entschieden es so zu lassen wie es ist.
Dass dir, Hazel, meine Stabreime usw. gefallen freut mich ebenfalls sehr. Kommt vielleicht daher, dass wir beide Musiker sind und deshalb gerne mit Klängen spielen - da denke ich gerade auch an die Flöten- und Trommelhändler in Varanasi :)
Vom Fotografieren habe ich nicht viel Ahnung. Ich wollte mit dem Objektiv eher ausdrücken, dass der Mensch keine technische Vorrichtung hat / ist. Deshalb bleibt seine Wahrnehmung immer subjektiv und ich finde es auch eigentlich recht gut, dass der Mensch biologisch ein Tier ist und dass er über Emotionen, Triebe etc. verfügt.

Quoted

"Neue Winde freuen mich immer, sonst bekomm ich auch noch Speichelfluss vor der Lektüre ;-)"
Super Satz!! :D, für dich Hazel könnte auch interessant sein, was ich gleich an Erik schreibe - kannste dir ja noch anschauen.

Beste Grüße und ein schönes Wochenende euch beiden

Tobl
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7

Friday, November 25th 2011, 7:09pm

Hi Erik,

jetzt krieg ichs endlich hin dir zu antworten. Als ertes möchte ich sagen: es soll IntelligenTdiarrhö heißen. Ursprünglich hieß es mal IntelligenZdiarrhö, was zugegeben schlüssiger und runder klingt. Mir war es dann jedoch wichtiger, bei dem Fremdwort möglichst nah an dem gewählten deutschen Äquivalent (also Klugscheißerei) zu bleiben, da dies eine der Aussagen des Gedichtes verdeutlicht: man kann doch Scheiße auch mal einfach Scheiße nennen. Ich mache mich damit ein wenig über die Klugscheißerei lustig - auch über meine eigene, die manchmal mit mir durchgeht. Auch die Überfrachtung und besonders die Gleichklänge im Text finde ich vor diesem Hintergrund sinnvoll. Deshalb habe ich mich nach reichlichem Überlegen entschieden, hieran nichts zu ändern.
Mein Hang zu Alliteration und Schlagreim hängt außerdem, wie ich eben auch an Hazel schrieb, damit zusammen, dass ich Musiker bin und mir die klangliche Ebene meiner Texte sehr am Herzen liegt. Ich spiele sehr gerne mit Klängen. Die volle Wirkung erreichen meine Texte auch nur, wenn ich sie vortrage. Vorgestern ist es mir glaube ich gelungen diesen Text so vorzutragen, dass es niemanden rausgehauen hat. Damit tritt das Problem mit den Zeilenumbrüchen in diesem Zusammenhang nicht auf. Auch andere Probleme, die ich beim Lesen meiner früher eingestellten Gedichte vermute, lassen sich durch geeignete Vortragsweise umgehen. Um das hinzukriegen versehe ich meine Exemplare häufig mit Vortragsbezeichnungen (wie bei Noten), was jedoch hier im Forum wohl eher hinderlich, weil leseunfreundlich, wäre.
Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich das Problem mit den Zeilenumbrüchen usw. ändern könnte - auch habe ich überlegt, wie ich durch das Verändern bestimmter Worte etwas mehr Klarheit in den Text bringen könnte. Jede Möglichkeit barg jedoch mehr Nachteile als Vorteile in sich. Falls du diesbezüglich eine Idee hast, würde es mich sehr interessieren. Ich selbst komme wie gesagt auf keine befriedigende Lösung. Naja - vielleicht ist das auch nicht so wichtig. Hazel und Raul scheinen in deisem Zusammenhang kein Problem zu sehen.
Ich denke, ich lasse den Text erst mal so stehen. Vielen Dank nochmal für deine Anregungen (die mir trotzdem auf jeden Fall etwas gebracht haben).

Machs gut

Tobl
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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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8

Saturday, November 26th 2011, 8:18am

hallo tobl;

ja, das ist so ein ding bei vers libre man hat da eine eigene rhythmik im kopf (manchaml auch bei prosa, so nebenbei) di erstklassig funktioniert, solange er leser weiß, worauf man hinauswill oder man sie selber vorträgt; aber alliterationen sind da auch ein sehr gutes instrument, um ein gewisses vortrags-band zur verfügung zu stellen; enjabements übrigens auch, die können vor allem bei zeilenumbrüchen den text in beton gießen und sichrstellen, dass er so ankommt, wie er soll;

ich habe dir ja oben schon geschrieben, dass ich reinkomme, je öfter ich ihn lese; ich bin ihn jetzt noch zweimal durchgegangen und habe ihn auch flüssg durchgebracht; mein erstes kommentar war also wahrscheinlich nur momentaufnahme;
aber schön, dass du meinen kommentar als anlass zum nachdenken genommen hast; ich bin ja nur ein leser von vielen und jedem kann man es niemals recht machen; also, insofern - auf zum nächsten text und zum nächsten gespräch - die literatur ist ja grenzenlos und per se kontrovers, wenn man nur gut zu ihr ist (und nicht besser - wenn ich da mal marot zitieren darf) und so soll es bleiben;

mfg
erik
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9

Saturday, November 26th 2011, 6:33pm

Hi Erik,

ja - dein Kommentar hat mich zum Nachdenken angeregt und mich für zukünftige Texte weitergebracht. Auch das mit den Enjabements ist ne gute Idee, die ich für diesen Text nochmal übderdenken werde (und für spätere nutzen), wenn ich auch gerade auf die Schnelle auf keine bessere Anwendung komme.
Auf jeden Fall ist es immer gut mehrere Meinungen und Anregungen zu einem Text zu bekommen.
Also, wie du schon sagtest:

Quoted

auf zum nächsten text und zum nächsten gespräch
Stay free!

Tobl
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