Friday, May 25th 2012, 4:26am UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Tamea

Professional

Date of registration: Apr 29th 2011

Posts: 191 wcf.user.activityPoints: 1,115

1

Friday, November 11th 2011, 8:00am

---

Raul

Master

Date of registration: Oct 10th 2010

Posts: 685 wcf.user.activityPoints: 4,125

2

Friday, November 11th 2011, 12:25pm

Hallo Tamea,

ich versuchte mir zunächst das Bild in der Dunkelheit vorzustellen, stolperte dann zunächst über die detailgenaue Beschreibung, las dann noch einmal das "schien" in der ersten Zeile und dann rutschte es sogleich. Ich stelle mir dabei ein schlimmes Ereignis vor, verbinde mit dem zerrissenen Kleid und den blutverschmierten Locken beinahe die Vergewaltigung einer Frau (Gegenüberstellung Mantel-Kleid) und bekomme ein echt bedrückendes Gefühl in dieser Stimmung. Und dann noch dieser Titel "vergessen". Ich vermute einmal, das lyrische Ich ist deswegen ausgeblendet, weil du so eine Über-Perspektive einbauen konntest, die als Beobachter das ganze Bild vor Augen hat. Für Opfer von Vergewaltigungen beispielsweise findet häufig komplett eine Abspaltung solcher Traumata statt, so dass diese im nachhinein überhaupt nicht mehr Details zum genauen Tathergang zu schildern wissen. Für mich ist der Text absolut gelungen, wenngleich er mich inhaltlich sehr bedrückt hat. Vielleicht liege ich aber wieder falsch mit meiner Interpretation und habe zu viel Fantasie hier entwickelt. Aber manchmal findet man auch zu Recht Texte gut, obgleich man sie nicht ganz verstanden hat :). Ist natürlich auch eine super Ausrede im Fall, wenn man total daneben liegt. Aber in diesem Text scheint für mich alles so stimmig zu sein, weshalb ich nichts hinzufügen aber auch nichts weglassen würde.

LG

Trauriger Raul

Chepre

Moderator

Date of registration: Aug 22nd 2008

Posts: 1,416 wcf.user.activityPoints: 7,695

Location: Gießen

Occupation: Student

3

Friday, November 11th 2011, 7:14pm

hallo, Tamea

mir gefällt dein Text. du baust Spannung auf und hältst sie bis zum Ende. du lieferst ein nachvollziehbares, sich allmählich aufbauendes Bild, und dennoch gibt es den Schlüssel dazu erst in der letzten Zeile, die sprachlich sowie von der Idee her in meinen Augen das beste am ganzen Gedicht ist.
ein, zwei kleine Schwächen hat der Text aber, finde ich, die sich jedoch leicht entschärfen ließen. zum einen die Uneinigkeit der Zeitstufen von Z1 und dem Rest des Gedichts. von der Story her ist es klar - es geht wohl um den Morgen danach (von was, sei hier mal dahin gestellt) - aber es liest sich trotzdem schwierig. du könntest beispielsweise versuchen, mit ein paar zusätzlichen Worten das Zeitverhältnis aufzuklären und auch mit Interpunktion:

dicht und undurchdringlich schien die dunkelheit.
danach ist der mantel beschmutzt
das kleid zerrissen
...

statt beschmutzt will ich dir schmutzig vorschlagen. ich finde, das fügt sich besser in den Gesamtzusammenhang und klingt nicht so "weltfremd" wie beschmutzt, das kaum noch in Gebrauch ist.
das zart in Z4 ist meiner Meinung nach zu viel des Guten und gibt dem Text einen eher unpassenden puppenhaften rosa Anstrich, der kaum zu dem ja sehr realen Leid passt, das du hier beschreibst. vieleicht kann man es streichen.

Quoted

spuren auf haut

da es hier um die Haut der beschriebenen Person geht und nicht um irgendeine, solltest du den Artikel setzen (der haut).

den Gedanken, dass die Morgendämmerung auch dann führen kann, wenn sie vielleicht noch nicht sichtbar ist, finde ich beruhigend. so ähnlich, wie das immer irgendwann gewisse Ende des Regens. =)

gern gelesen, gefällt mir!

Gruß
Chepre
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Tamea

Professional

Date of registration: Apr 29th 2011

Posts: 191 wcf.user.activityPoints: 1,115

4

Saturday, November 12th 2011, 3:41pm

---

Date of registration: Oct 29th 2011

Posts: 40 wcf.user.activityPoints: 240

Location: Jena

Occupation: Student

5

Saturday, November 12th 2011, 4:44pm

Hi Tamea.
Der Text ist ziemlich heftig. Mir wurde beim lesen ohne Übertreibung schwindlig und etwas schlecht. Auch mir zwängte sich sofort die Vortsellung einer Vergewaltigung auf, obwohl ich versuchte, erst mal bis zur letzten Zeile für andere Deutungsmöglichkeiten offen zu bleiben. Auf jeden Fall hat der Text eine solch enorme emotionale Wirkung auf mich, dass diese sich sogar deutlich körperlich zeigt. Abgefahren, wenn auch unbequem, aber so soll es sicher sein.
Ich würde gerne mal einen Text von dir lesen, der genauso intensiv positive Empfindungen in mir anregen könnte. Hast du schon einen hier im Forum stehen, den du mir diesbezüglich empfehlen würdest?
Grüße
Tobl
creation destroys - destruction creates

Tamea

Professional

Date of registration: Apr 29th 2011

Posts: 191 wcf.user.activityPoints: 1,115

6

Monday, November 14th 2011, 7:30am

---

Similar threads

wcf.user.socialbookmarks.titel