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Hazel

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Occupation: Germanistik-Student

1

Tuesday, October 25th 2011, 10:29pm

Zeitdem Lieben

Zeitdem Lieben


Murren in den Morgenstunden,
Kaffeeklatsch, die kleinen Witze,
Taggeschichten in zwei Runden:
Wachstum meiner Nasenspitze.

Arbeitszeit und U-Bahn-Abfahrt
Nur „Hallo“ und selten „Endlich“
Kleinohrstöpsel und ein Klapprad
Für einander so befremdlich

In Geschichten eingefangen
Such ich dich und unser Leben
Niemals wärest du gegangen
Hätt’ ich dich nicht weggegeben

Durch die Straßen knattern, fahren
Wägen voll von kleinen Zielen
Niemals glaube ich: Wir waren
Auch nur zwei - von ach so vielen
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

rivus

Professional

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2

Tuesday, October 25th 2011, 11:35pm

hi hazel,
sehr melodisch, sehr zeitdem! wunderbar zu lesen, dieses lieben.
gern gelesen, rivus

franz

einfach nur franz

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3

Wednesday, October 26th 2011, 7:53am

Hey Hazel,

eine sehr schöne und mal etwas andere Manier, in welcher du dein Thema hier auf das Parkett bewegst!
Für meinen persönlichen Geschmack etwas zu "flott", als dass ich mich auf die Geschichte einlassen könnte, aber das ist ja zum Glück auch nur Gusto ;)
Meinen Favoriten finde ich in der ersten Strophe.

An sich sehr schön geschrieben! *gefällt mir

Das in Kürze, vom franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Perry

Lyrisches Licht

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4

Wednesday, October 26th 2011, 9:32am

Hallo Hazel,

fast zu beschwingt dein Text für den "Abgesang" einer Liebe, aber das liegt wohl an der Reimform.
"Zeitdem" sticht natürlich durch die Zusammenschreibung heraus, ob es glücklich ist in einem ansonsten "normal" geschriebenen Text einen solchen Hingucker zu setzen ist wohl Geschmackssache.
Mein Bildfavorit ist

"Wägen voll von kleinen Zielen"

weil darin die Botschaft steckt, Liebe nicht zu einem dieser vielen kleinen Ziele verkommen zu lassen.

Gern gelesen und LG
Perry

Hazel

Moderator

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5

Wednesday, October 26th 2011, 10:15am

Hallo,

Dankeschön für die Kommentare und das Feedback. Freut mich, wenn der Text einigermaßen gut aufgenommen wird. Es stimmt: Er ist zu schnell, was für mich aber nichtmal unbedingt an den Reimen, sondern an der Vierhebigkeit liegt. Vielleicht setz ich mich mal dran und mach ein fünfhebiges Gedicht daraus - das könnte ganz gut funktionieren.

Perry hat meine eigenen Gedanken alle aufgegriffen: Das "Zeitdem" war mir bei der Titelwahl selbst schon ein wenig zwielichtig. Es passt sinngemäß sehr gut und hat eben ein bisschen Witz, ist aber vom Sprachbau überhaupt nicht stimmig zum Gedicht. Vielleicht schreibe ich es doch auseinander. Mal sehen.

"Wägen voll von kleinen Zielen" habe ich gleichzeitig zu "Wägen voll von neuen Zielen" umgeschrieben, während Perry geantwortet hat :) Ich hoffe, dir gefällt das "neue" Wort trotzdem. Es gäbe sonst eine Wiederholung zur ersten Strophe, die ich hier nicht haben will. Die "kleinen Witze" möchte ich aber unbedingt stehen lassen. (edit: Habe es wieder umgeändert. Das "kleine" ist auch da wichtig - ich überlege noch)

LG, Hazel
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Alexa

Blickdicht(erin)

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6

Wednesday, October 26th 2011, 12:36pm

Hi Hazel,

dieses "zu schnell", finde ich jetzt aber doch für den Inhalt des Textes durchaus passend.

Für mich wirkt das hier auch nicht beschwingt, eher ratternd wie in einem Zugabteil sitzend. Darüber hinaus hat ja selbst die Zeit im Titel keine Zeit sich vom dem dem zu lösen. Nur die Liebe hat er abgekoppelt.

Einen kurzen inhaltlichen Stopp macht der Text für mich hier (übrigens mein Favorit (wenn hier schon alle einen Favoriten haben :D ):
In Geschichten eingefangen
Such ich dich und unser Leben


Gefällt mir da und auch im Gesamten sehr gut.

L.G. Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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Hazel

Moderator

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7

Wednesday, October 26th 2011, 7:30pm

Hallo Alexa,

das ist schön, wenn sich doch jemand findet, der dem Rhthymus auch noch was abgewinnen kann :)

Quoted

Einen kurzen inhaltlichen Stopp macht der Text [...]

Das ist lustig. Ich würde meinen, dass genau an der Stelle eigentlich die Atmosphäre aufbricht und der Inhalt erst beginnt. Ist natürlich klar: Erst in der dritten Strophe werden genauere Konturen sichtbar, eine Handlung kommt hinzu und das lyrische Ich tritt ins Licht - in der vierten dann die Synthese.
Vielen lieben Dank fürs Kommentieren :)

LG, Hazel

P.S.: Lass den Elch mal wieder röhren ;)
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Alexa

Blickdicht(erin)

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8

Thursday, October 27th 2011, 6:31pm

Hi Hazel,

Quoted

Das ist lustig. Ich würde meinen, dass genau an der Stelle eigentlich die Atmosphäre aufbricht und der Inhalt erst beginnt

Ja, tuts doch auch :) aber wie kann etwas anfangen, wenn nicht erst mal kurz stillstand war?
Guck mal:

Quoted

Murren in den Morgenstunden,
Kaffeeklatsch, die kleinen Witze,
Taggeschichten in zwei Runden:
Wachstum meiner Nasenspitze.

Arbeitszeit und U-Bahn-Abfahrt
Nur „Hallo“ und selten „Endlich“
Kleinohrstöpsel und ein Klapprad
Für einander so befremdlich

Da ist über acht Zeilen Aktion
Und dann kommt das:

Quoted

In Geschichten eingefangen
Such ich dich und unser Leben

Das ist so, als würde man sich nach einem Stresstag hinsetzen, ein Buch aufschlagen und anfangen zu lesen oder meinetwegen auch den Tag schriftlich Revue passieren lassen. Dieser Moment ist für mich sowas wie ein Ruhepunkt.
Für dich nicht?

L.G. Alexa


Quoted

Lass den Elch mal wieder röhren

Ähm, ja, wenn ich ihn finde, werd ichs ihm sagen, das mit dem Röhren ;)
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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