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Undine

Trainee

Date of registration: Aug 1st 2010

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Location: Im Norden

1

Saturday, August 27th 2011, 12:00pm

strömung

.

schwemmgold von damals
weiter südlich am ufer
urinieren jungen ins flussbett

ködern wir kusscodes
der strömung fischen
visionsreste und forellen

für den sommer
den abend die angeln
treiben später beide ab

.

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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Location: Wien

2

Saturday, August 27th 2011, 12:17pm

Quoted

für den sommer
den abend die angeln
treiben später beide ab

also technisch ist das schon ein leckerbissen, udine; wie du stimmung und und klimax mit der assonanz in der mittelzeile aufbaust ist schon sehr gekonnt;

auch der rest hat mir sehr gut gefallen; vielleicht deswegen, weil ich ein bisschen meine eigen sprachwelt darin zu entecken glaubte; aber natürlich auch, weil es die bilder sehr gekonnt und stimmig in szene setzt;

einen vorschlag hätte ich für vers 3: was wäre mit urinieren "die jungen" ins flußbett das würde eine meines erachtens nach einen schönen spagat zwischen lyrich und betrachtungsebene schlagen; aber das ist nur ein gedanke;
mir fällt doch gerade eine unstimmigkeit auf:
schwemmgold von DAMALS; verlangt das nicht nach einer vergangenheitsform? (oder das unschönere "noch immer")???
in urinierTen und köderTen???
sag mir mal deine gedanken dazu, falls ich auf dem holzweg bin;

mfg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Hazel

Moderator

Date of registration: Sep 14th 2003

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Location: München

Occupation: Germanistik-Student

3

Saturday, August 27th 2011, 10:38pm

Aber desto weiter dein Schwemmgold durch das Wasser getragen wird, desto mehr verschwinden die eckigen Stellen daran. Es glättet sich und funkelt irgendwann, egal wie weit es fort ist.
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

franz

einfach nur franz

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4

Sunday, August 28th 2011, 5:48am

Hey Undine,

dann schließe ich mich dem wohlgesonnenen Reigen um deinen Text mal an, denn ich finde ihn auch nicht von schlechten Eltern.
Die von Erik schon angesprochene Klimax empfinde ich genauso und ziehe sie für mich durch den ganzen Text samt seiner drei Strophen.
In der ersten Strophe ein noch nicht recht zu fassendes Bild oder einfach ein Bisschen Gold und ein lyrIch, dass sich in vergangenem findet.
Das der erste Vers hier zeitlich nicht recht passen soll finde ich nicht, wenn man sch sein lyrich ans Ufer stellt und in die Wasser blickend sehen lässt. Das jetzt sonstwelche Lausbuben ins Wasser Pipi machen, reißt den ersten Vers ins Gegenwärtige, hat mit diesem rein zeitlich aber nix am Hut. Man stelle sich vor man steht am Uer und verliert sich in einem Haufen Rosenblüten die an einem vorbeitreiben. Aber auch nur solange wie man plötzlich sieht, das der Rosenheini an der Ecke seine Pflänzeleins ins Wasser schmeißt. Wie auch immer ...
Bildlich ist die zweite Strophe nur schwer zu fassen, jedoch erkennt man sehr wohl die Quintessenz um die es dir hier gegangen sein muss. Die Kusscodes haben etws verschmitzes und freches, der Strömung gebt ihr euch hin und die Forellen sieht man fröhlich aus dem Wasser springen. Die Visionsreste ebnen den Weg hier in die dritte Strophe und lassen das eben so schäumende Bild in einer feinen Doppeldeutigkeit wieder abflauen.
Grandios kommt mir in der dritten Strophe der Perspektivenwechsel. Ich nahm bisher immer an, es handle sich hier um einen Protagonisten, ein lyrIch oder wie auch immer man es schimpfen möchte. Nein, du schreibst in der dritten Person, was nett daherkommt. Ich bin Fan von Beschreibendem weshalb ich das hier, deine dritte Strophe, echt genial finde.
Das Technische hat Erik ja schon vermerkt. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen außer "ganz großes Tennis!"
Ein ruhiges, interpretationsoffenes Bild, das in seiner vermeintlichen Stille dem Rest des Textes mehr als nur gerecht wird. Vers zwei ist mal einfach der Kracher und Vers drei, der Evergreen, schmiegt sich gekonnt ein.
Wie schon angemerkt, bekomme ich deinen Text nicht ganz zu fassen aber zum Rest bleibt nichts zu sagen außer "Bellissimo =) "

Mit nettem Gruß, franz

Edith findet meinen Kommentar um die dritte Person im Text nicht ganz korrekt ;)

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Undine

Trainee

Date of registration: Aug 1st 2010

Posts: 32 wcf.user.activityPoints: 220

Location: Im Norden

5

Thursday, September 1st 2011, 12:00pm

hallo ihr drei,

freut mich, daß euch der text gefällt und ihr ihn für gelungen haltet!

@erik

ja, ich schreibe z.z. teilweise in einem reduzierteren stil, der sicherlich überschneidungen mit deinem hat. ich bin mir aber gar nicht sicher, ob ich das beibehalten werde oder ob das nur eine phase ist.

zu der ersten zeile hat franz ja einiges gesagt und damit auch meine intention
sehr gut getroffen.
danke für den vorschlag mit dem bestimmten artikel ("die jungen") für vers 3, aber ich möchte es so
beibehalten, weil mir die ohnehin schon längste zeile der strophe sonst noch länger gerrät und
die kurz aufeinandertreffenden u-laute auseinandergezogen werden.

@franz

herzlichen dank für deine ausführlichen gedanken zum text!

"Bildlich ist die zweite Strophe nur schwer zu fassen, jedoch erkennt man sehr wohl die Quintessenz um die es dir hier gegangen sein muss." (...)
Die Visionsreste ebnen den Weg hier in die dritte Strophe und lassen das eben so schäumende Bild in einer feinen Doppeldeutigkeit wieder abflauen."

ich habe natürlich meine ganz bestimmte lesart der kusscodes in verbindung mit den visionsresten,
möchte aber dem leser an dieser stelle nichts vorgeben.
wenn man sich fragt wie das in verbindung mit dem schwemmgold stehen könnte und dem offenen ausgang, wird sich schon etwas finden, hoffe ich.

"Grandios kommt mir in der dritten Strophe der Perspektivenwechsel. Ich nahm bisher immer an, es handle sich hier um einen Protagonisten, ein lyrIch oder wie auch immer man es schimpfen möchte."

ja, in den ersten beiden strophen spricht ein lyrich. in der dritten strophe stand zunächst:

"für den sommer
den abend unsere angeln
treiben später beide ab."

ich habe es nicht wegen der perspektive, sondern wegen des klangs herausgenommen,
der perspektivenwechsel war sozusagen eine passende folge davon, die gut mit dem offenen
ende harmoniert. (die lesart von edith schliesst das aber auch nicht aus.)

@hazel

danke auch für deinen kommentar! (hattest du eventuell den eindruck, daß der text zu glatt wirken könnte?)

viele grüsse,

undine

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