Liebe Jule,
abgesehen davon, dass "süß" die Todesstrafe für jede angehende Männlichkeit bedeutet (sofern es sich da im Bett überhaupt um einen Kerl handelt, zeig ihm das Gedicht bitte nicht!

), finde ich deine Zeilen sehr stimmungsvoll. Du schaffst es, die Perspektive des wachen lyrischen Ichs um Mitternacht in ein unbestimmtes Zeitbild einzubetten. Die konkrete Situation wird mit einer undefinierbaren Zukunftsaussicht verbunden, die für eine klassische Nach-Abitur und Vor-Universität-Situation steht. Vielleicht liege ich mit der Assoziation ja falsch, aber ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie das bei mir war. Es gibt kaum Momente im Leben, in denen man die Gegenwart so intensiv erlebt wie zu diesen Zeiten. Das Leben erscheint einem plötzlich riesengroß und doch so klein. Auch bei falscher Interpretation meinerseits, gern gelesen, und danke für die Erinnerung an ferne aber unvergessene Tage.