mondlandung
unfassbar was
von oben scheint
wird unten nah
unmittelbar
unglaublich wie
mit mühe kraft
der boden zittert
ungewittert
unbegreiflich wie
auf mondland spürt
wer füße hat
ungesichert
undenkbar was
die erde wird
bei neu beginn
unverblümt
so, dann will ich auch mal auf den Mond fliegen
Hallo Raul,
vornweg, ich find den Text nicht schlecht, wenn er auf mich auch noch etwas steif wirkt.
Im Gegensatz zu Traumdenker empfinde ich aber diese zwischengeschobenen Wörter, bis auf das erste "unmittelbar" und das letzte "unverblümt“ als störend. Der Grund dafür liegt u.A. darin, dass
solche alleinstehenden Wörter m.E. ein enormes Aussage-Gewicht haben.
Ich beschäftige mich aufgrund der Lesepause viel mehr mit ihnen als mit Wörtern, die irgendwo mittendrin stehen.
Jetzt stoße ich beim Lesen nach "der Boden zittert“ auf das Wort "ungewittert“
Das reimt sich, ja, aber was will denn dieses Wort da aussagen?
Du schreibst, es sei eine Wortneuschöpfung aus wittern, demnach also nicht gewittert, was so viel wie >keine Spur aufgenommen< bedeutet. Andernfalls aber auch abzuleiten aus Unwetter.
Dieses gewittert soll sich doch auf den Boden beziehen oder seh ich das falsch? Damit willst du dann wahrscheinlich aussagen, dass man auf diesem Boden keine Witterung aufnehmen kann, weil eben noch niemand dort eine Spur hinterlassen hat?
Das ist in Ordnung, passt ja auch zu Neuland, aber passt das Wort selbst und vor allem seine Aussageabsicht an dieser Stelle wirklich oder steht es doch eher des Reimes Willen dort? Ich kann ehrlich gesagt rein von der Aussage her nicht viel damit anfangen. Für mich ist es eine leere Worthülse, die mich einfach nur aus dem Text reißt.
Das nächste alleinstehende Wort "ungesichert“ passt für mich zwar schon etwas besser, zumindest kann ich das ungesichert ganz gut auf die Füße beziehen, allerdings meine ich, dass auch hier die Aussageabsicht des Wortes zu schwach, zu unwichtig, ist, um es dort allein zu stellen.
Des weiteren gehen für mich auch noch die kursiv geschriebenen Wörtern dahinter unter. Die sind allesamt passend und gut, kommen aber wenig bis gar nicht zur Geltung.
Ich hab mal was verändert, um zu sehen wie der Text dann wirkt:
mondlandung
unfassbar
was von oben scheint
wird unten nah
unglaublich
wie mit mühe kraft
der boden zittert
unbegreiflich
wie auf mondland spürt
wer füße hat
undenkbar
was die erde wird
bei neu beginn
unverblümt
hat doch was, oder?
Du könntest nun, falls dir die Wörter jetzt dazwischen zu schwach sind, auch noch versuchen, treffendere Adjektive zu finden.
Mühe und Kraft würde ich auch noch deutlicher trennen. So hintereinander wirkt die Kraft kraftlos. Vll ein Trennstrich dazwischen oder aber den Abstand dazwischen vergrößern?
Gruß
Alexa