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Raul

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1

Wednesday, July 13th 2011, 8:30am

mondlandung

unfassbar was
von oben scheint
wird unten nah

unmittelbar

unglaublich wie
mit mühe kraft
der boden zittert

ungewittert

unbegreiflich wie
auf mondland spürt
wer füße hat

ungesichert

undenkbar was
die erde wird
bei neu beginn

unverblümt

1. Fassung nach Alexas Vorschlag

mondlandung

unfassbar

was von oben scheint
wird unten nah

unglaublich

wie mit mühe kraft
der boden zittert

unbegreiflich

wie auf mondland spürt
wer füße hat

undenkbar

was die erde wird
bei neu beginn

unverblümt

8o 8o 8o 8o 8o 8o

Danke, Alexa. Das gefällt mir jetzt super!!! Ich habe es allerdings kursiv gelassen. Man darf ja auch von Zeit zu Zeit mit dem Schriftbild spielen.

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2

Wednesday, July 13th 2011, 9:24am

Hallo Raul,
klasse Gedicht, finde ich :)
Aber es ist ein wenig schade, dass du ab der dritten Strophe nicht mehr das letzte Wort der Strophe mit dem alleinstehenden Wort zwischen den beiden Strophen reimst.
Ansonsten gefällt mir das Gedicht aber sehr gut, weil die alleinstehenden Wörter wirklich so ausdrucksstark und frei im Raum schweben wie ein Mensch im Weltall.
LG Traumdenker

Raul

Master

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3

Wednesday, July 13th 2011, 10:45am

Danke, Traumdenker, für dein Kompliment. Es war beabsichtigt, den Reim da aufhören zulassen, wo die Füße aufsetzen. Ich wusste nicht, wie ich die Schwerelosigkeit noch in Reime packen kann. Aber jeder Vorschlag ist willkommen. :)

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4

Wednesday, July 13th 2011, 11:36am

Auch eine Art und Weise Schwierigkeiten mit dem Reimen zu lösen :D
LG Traumdenker

Raul

Master

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5

Wednesday, July 13th 2011, 1:16pm

Äh, das war keine Notlösung. Ich dachte nur, wer Neuland betritt, kann keine festen Strukturen erwarten, die konsequent Reime vorsehen. Für mich haben Reime etwas Wiederkehrendes, aber die Schwerelosigkeit auf Neuland passte meines Erachtens nicht dazu. Genau deshalb habe ich den Reim hier abgebrochen. Es mag sein, dass ich damit falsch liege. Daher wäre ich an Lösungen interessiert. Meinst du, dass das mit den Reimen konsequent durchgezogen werden muss, sobald man damit anfängt? Ich wäre an einer Antwort auch anderer hier im Forum wirklich interessiert. Habe mit dem Text selbst etwas Neuland betreten.

Alexa

Blickdicht(erin)

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6

Wednesday, July 13th 2011, 1:18pm

Hallo Raul,

kannst du mir sagen, wofür das ungewittert steht?

Gruß Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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7

Wednesday, July 13th 2011, 1:27pm

Hallo Raul,

ist ja gut, ist ja gut. Das du nicht einfach den Reim weglässt weil dir keine Reimwörter mehr einfallen, hab ich mir schon gedacht. Ich musste da nur wieder an mich denken. Ich habs nämlich mal wirklich so gemacht das ich keine Lust mehr hatte zum Reimen und dann einfach so gemacht hab als würde hinter dieser Faulheit ein bestimmter Sinn stecken ;)
Aber das ist eben das Risiko dabei, wenn man den Reim nicht ganz durchlaufen lässt, das sieht dann nämlich schnell so aus, als hätte man einfach keinen Bock gehabt weiter zu reimen, finde ich. Von daher reime ich immer entweder von Anfang bis Ende durch oder eben gar nicht. Das muss aber natürlich nicht so sein.
Übrigens gefällt mir dein Gedicht so und so, also mit und ohne durchgehenden Reim.

LG Traumdenker

Raul

Master

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8

Wednesday, July 13th 2011, 1:39pm

Hallo Alexa,

das "ungewittert" ist eine Wortneuschöfpung von mir. Ich habe es aus dem Instinktwortschatz "Witterung aufnehmen" abgeleitet und wollte damit die Unmöglichkeit einer Witterung auf Neuland betonen. "Ungewittert" steht althochdeutsch auch für Unwetter. Das kann man hier auch in der Bedeutung laufen lassen, ergibt aber eine etwas andere Interpretationsebene.

@traumdenker

Natürlich kann man so etwas immer als Alibi nehmen, wenn man einfach keinen Bock mehr auf Reime hat. :) Manchmal kann man sich eben daraus keinen Reim machen.

Alexa

Blickdicht(erin)

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9

Wednesday, July 13th 2011, 1:55pm

Quoted

"Ungewittert" steht althochdeutsch auch für Unwetter.

Ja, dachte ich mir und deshalb hab ich gefragt. :)
Danke für die Erläuterung.

Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Alexa

Blickdicht(erin)

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10

Thursday, July 14th 2011, 8:03pm

Quoted

mondlandung

unfassbar was
von oben scheint
wird unten nah

unmittelbar

unglaublich wie
mit mühe kraft
der boden zittert

ungewittert

unbegreiflich wie
auf mondland spürt
wer füße hat

ungesichert

undenkbar was
die erde wird
bei neu beginn
unverblümt


so, dann will ich auch mal auf den Mond fliegen :)

Hallo Raul,

vornweg, ich find den Text nicht schlecht, wenn er auf mich auch noch etwas steif wirkt.

Im Gegensatz zu Traumdenker empfinde ich aber diese zwischengeschobenen Wörter, bis auf das erste "unmittelbar" und das letzte "unverblümt“ als störend. Der Grund dafür liegt u.A. darin, dass
solche alleinstehenden Wörter m.E. ein enormes Aussage-Gewicht haben.
Ich beschäftige mich aufgrund der Lesepause viel mehr mit ihnen als mit Wörtern, die irgendwo mittendrin stehen.

Jetzt stoße ich beim Lesen nach "der Boden zittert“ auf das Wort "ungewittert“
Das reimt sich, ja, aber was will denn dieses Wort da aussagen?
Du schreibst, es sei eine Wortneuschöpfung aus wittern, demnach also nicht gewittert, was so viel wie >keine Spur aufgenommen< bedeutet. Andernfalls aber auch abzuleiten aus Unwetter.

Dieses gewittert soll sich doch auf den Boden beziehen oder seh ich das falsch? Damit willst du dann wahrscheinlich aussagen, dass man auf diesem Boden keine Witterung aufnehmen kann, weil eben noch niemand dort eine Spur hinterlassen hat?
Das ist in Ordnung, passt ja auch zu Neuland, aber passt das Wort selbst und vor allem seine Aussageabsicht an dieser Stelle wirklich oder steht es doch eher des Reimes Willen dort? Ich kann ehrlich gesagt rein von der Aussage her nicht viel damit anfangen. Für mich ist es eine leere Worthülse, die mich einfach nur aus dem Text reißt.

Das nächste alleinstehende Wort "ungesichert“ passt für mich zwar schon etwas besser, zumindest kann ich das ungesichert ganz gut auf die Füße beziehen, allerdings meine ich, dass auch hier die Aussageabsicht des Wortes zu schwach, zu unwichtig, ist, um es dort allein zu stellen.

Des weiteren gehen für mich auch noch die kursiv geschriebenen Wörtern dahinter unter. Die sind allesamt passend und gut, kommen aber wenig bis gar nicht zur Geltung.

Ich hab mal was verändert, um zu sehen wie der Text dann wirkt:

mondlandung

unfassbar

was von oben scheint
wird unten nah

unglaublich

wie mit mühe kraft
der boden zittert

unbegreiflich

wie auf mondland spürt
wer füße hat

undenkbar

was die erde wird
bei neu beginn

unverblümt

hat doch was, oder? :)
Du könntest nun, falls dir die Wörter jetzt dazwischen zu schwach sind, auch noch versuchen, treffendere Adjektive zu finden.
Mühe und Kraft würde ich auch noch deutlicher trennen. So hintereinander wirkt die Kraft kraftlos. Vll ein Trennstrich dazwischen oder aber den Abstand dazwischen vergrößern?

Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Raul

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11

Thursday, July 14th 2011, 9:37pm

Hallo Alexa,

vielen Dank für deine Auseinandersetzung mit dem Text. Deine Kommentare und Vorschläge gehen alle in die richtige Richtung. Mir ging es in der Tat um das Betreten von Neuland, das im Hinblick auf Sicherheitsrisiken durch mangelnde Erfahrungen kein Wittern erlaubt oder ähnlich einem unkalkulierbaren Unwetter zitternde Schritte hinterlässt. Deswegen gehen auch beide Interpretationen. Ich habe die Wörter mit dem un-Präfix, die teilweise im Reimschema stehen, deshalb für sich allein und kursiv betont, weil ich damit das unsichere Aufsetzen des Fußpaares in der Schwerelosigkeit wiedergeben wollte. Jeder Fuß versucht mit jedem Schritt neue Haftung zu finden, wirkt dabei steif, weil die Übung der Schritte auf Neuland einfach fehlt. Das kursive Wellige gefiel mir einfach von der Schriftdarstellung zu der Situation, aber das kann gut sein, dass ich da übertrieben habe. Ich finde deinen Verbesserungsvorschlag auch sehr gut, aber geht der unsichere Paarschritt dann nicht etwas zu sehr unter? Allerdings, wenn ich das jetzt so sehe, gefallen mir bei deiner Verbesserung die Zweizeiler zwischen den un-Wörtern ( :) ). Sie könnten in der Textdarstellung das Gemeinte womöglich noch besser unterstreichen. Denk, denk.... :huh: Ich lasse mir das durch den Kopf gehen. Tausend Dank schon einmal!

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