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Raul

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Saturday, May 21st 2011, 9:27am

Aufstand der Jungen

Youth bulge nennen Wissenschaftler das Phänomen, wenn zu viele junge Menschen in einer Gesellschaft zu wenig Perspektiven auf ein anständiges Leben haben. Wenn wie im Nahen Osten der Bevölkerungsanteil der jungen Menschen deutlich überwiegt, ist der Aufstand eigentlich vorprogrammiert. In Spanien und anderen europäischen Ländern verharren junge Menschen in Generation Praktika. In England, Frankreich oder auch Deutschland hat sich eine Elite manifestiert, die im kleinen Pool von Mr Vitamin B ihren illustren Kreis von Nachwuchs versorgt und den großen Rahmen eines gesellschaftlichen Friedens mit fairen Aufwärtsperspektiven längst vergessen hat. Dabei handeln Demokratien mit Diktaturen, erlauben sich Versicherungsgruppen und Autokonzerne in der Spitze globalisierte Lustreisen nach Budapest oder Prag und schimpfen über die kommunistischen Verteilungspolitiker, die diesen Aufschwung nur bremsen. Was ist das für ein Wachstum, wenn nur wenige die Wertschöpfung genießen? Mich wundert nicht, was gerade in Spanien passiert. Mich wundert, warum es andernorts noch so ruhig ist. Dazu noch ein Zitat aus der Wiener Zeitung "Die Presse":

"Es geht um eine Jugend, die, ohne selbst Aussicht auf gute Beschäftigungsverträge, ausreichend große Wohnungen oder eine abgesicherte Pension zu haben, für die Kredite ihrer Vorgängergeneration geradestehen muss. Wer unter ihnen nicht erbt oder in die dünne Schicht des Managements aufsteigt, wird von allen künftigen Krisen und Verwerfungen hauptbetroffen sein. Ihr Ärger ist schlicht verständlich und wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit in ganz Europa ausbreiten."

Die Weltwirtschaft steht scheinbar vor einem nächsten Abgrund, aber haben wir den nicht schon längst bei uns vor der Haustür gesehen? TonSteineScherben und das Lied "Macht kaputt, was euch kaputt macht" gewinnt eine neue Aktualität. Diese Proteste werden mit großer Wahrscheinlichkeit bald in ganz Europa Schule machen. Hoffentlich!

Vincént

Trainee

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2

Saturday, May 21st 2011, 4:20pm

RE: Aufstand der Jungen

Youth bulge nennen Wissenschaftler das Phänomen, wenn zu viele junge Menschen in einer Gesellschaft zu wenig Perspektiven auf ein anständiges Leben haben. Wenn wie im Nahen Osten der Bevölkerungsanteil der jungen Menschen deutlich überwiegt, ist der Aufstand eigentlich vorprogrammiert. In Spanien und anderen europäischen Ländern verharren junge Menschen in Generation Praktika. In England, Frankreich oder auch Deutschland hat sich eine Elite manifestiert, die im kleinen Pool von Mr Vitamin B ihren illustren Kreis von Nachwuchs versorgt und den großen Rahmen eines gesellschaftlichen Friedens mit fairen Aufwärtsperspektiven längst vergessen hat. Dabei handeln Demokratien mit Diktaturen, erlauben sich Versicherungsgruppen und Autokonzerne in der Spitze globalisierte Lustreisen nach Budapest oder Prag und schimpfen über die kommunistischen Verteilungspolitiker, die diesen Aufschwung nur bremsen. Was ist das für ein Wachstum, wenn nur wenige die Wertschöpfung genießen? Mich wundert nicht, was gerade in Spanien passiert. Mich wundert, warum es andernorts noch so ruhig ist. Dazu noch ein Zitat aus der Wiener Zeitung "Die Presse":

"Es geht um eine Jugend, die, ohne selbst Aussicht auf gute Beschäftigungsverträge, ausreichend große Wohnungen oder eine abgesicherte Pension zu haben, für die Kredite ihrer Vorgängergeneration geradestehen muss. Wer unter ihnen nicht erbt oder in die dünne Schicht des Managements aufsteigt, wird von allen künftigen Krisen und Verwerfungen hauptbetroffen sein. Ihr Ärger ist schlicht verständlich und wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit in ganz Europa ausbreiten."

Die Weltwirtschaft steht scheinbar vor einem nächsten Abgrund, aber haben wir den nicht schon längst bei uns vor der Haustür gesehen? TonSteineScherben und das Lied "Macht kaputt, was euch kaputt macht" gewinnt eine neue Aktualität. Diese Proteste werden mit großer Wahrscheinlichkeit bald in ganz Europa Schule machen. Hoffentlich!
Sehr schön. Dem kann man nur beipflichten, wenn man seinen Anstand noch nicht ganz auf dem Klo der Bürokratie herunterspülte.

Es ist ja auch wie folgt:

Quoted

Geht man davon aus, dass der klassische Lebenszyklus unserer
Gesellschaft sich dem Ende zuneigt, die zweite Etappe der Moderne
beginnen muss, eine neue Wirklichkeit entsteht, so legt Dieterich eine
Universaltheorie für die post-kapitalistische Gesellschaftsordnung vor.


Anknüpfend an das Historische Projekt von Marx und Engels versucht der
Autor, den Lehren der sozialen Praxis der letzten Jahrhunderte, den
neuen Erkenntnissen der fortgeschrittenen Wissenschaft und der
Entwicklung der Produktivkräfte Rechung zu tragen. Also weder Utopie
noch Nostalgie – die bürgerliche Gesellschaft raubt der mensch-lichen
Daseinsweise immer mehr ihres Lebenssinns, etwas Neues ist im Entstehen.


Marx’ Erkenntnis, dass die Geschichte eine Geschichte von
Klassenkämpfen ist, greift Dieterich auf und konkretisiert diese als
Kampf gegensätzlicher Historischer Projekte in ihrer dialektischen
Bewegung.

„Eines ist sicher: dieses Buch wird etwas in Gang
setzen. Oder, wie Brecht sagt: Stillstand dialektisieren. Stößt es doch
bei uns in eine Situation, in der das Kapital alles versucht, mit der
Zauberformel der Alternativlosigkeit die Geschichte anzuhalten. Obwohl
der Sieg über den Sozialismus als endgültig verkündet wurde, fürchtet
man offenbar den Sozialismus mehr als je zuvor.“, schreibt Manfred
Wekwerth über dieses Buch.
Sodann meine Buchempfehlung: http://www.amazon.de/Sozialismus-21-Jahr…s/dp/3897066521

Lese ich gerade. Bin mitten drin. Könnte man tiefergehend besprechen ( und ich eine Rezension für das Forum erstellen ), die sich dieser Thematik widmet.
Durchaus spannend und bedenkenswert, was der Heinz Dieterich da formuliert hat. Könnte eine Lösung für die Gegenwart sein.

Liebe Grüße,
Mark
Denn des Anschauns, siehe, ist eine Grenze, / [...] tue nun Herzwerk / an den Bildern in dir, jenen gefangenen. - Rilke

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Location: irgendwo im nirgendwo

3

Friday, June 10th 2011, 4:52pm

Hallo,

ich denke es ist gut wenn sich die Jugend nicht weit in die Sitze zurücklehnt und sich stattdessen gegen das Zerstören der Zukunft wehrt, aber wird das durch kaputtschlagen denn besser? Wie kann eine Zukunft durch Zerstören entstehen? Muss man denn wirklich gleich gewalttätig werden bis die Politik und die Mitmenschen aufsehen und die Nöte und Ängste der zukünftigen Generationen wahrnehmen?

Raul

Master

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4

Wednesday, July 6th 2011, 8:07pm

Quoted

Wie kann eine Zukunft durch Zerstören entstehen?


Es gibt keine Geschichte ohne Zerstörung. Ergo ist die Zerstörung immer Anfang einer neuen Geschichte. Es ist für mich eine Illusion des Menschen, dass sie meinen, etwas kann organisch wachsen. Das gibt es selbst in der Natur nicht, leider. Wenn junge Menschen heute Vandalismus betreiben, heiße ich das nicht gut. Wenn sie zu Gewalt neigen, finde ich das Ende des Wortes im Miteinander viel schlimmer. Was ich meine, ist die gedankliche Zerstörung von Status- und Wertesymbolen, die gerade den jungen Menschen das Wasser abgraben. Daher finde ich Protest angebracht. Wir leben in einer Wertehierarchie, die sich im Individuum und Individualismus niederschlägt und alle Türen zu einer gemeinschaftlichen Perspektive zuschlägt. Es fehlt an politischen Visionen, die auch das Morgen in den Blick nehmen. Das macht mir Sorge. Leider ist das wieder nachrichtenversprengt untergegangen. Die Karawanen der Journalisten sind zur nächsten Themenoase weiter gezogen. Wenn sie sich dort satt gesoffen haben, suchen sie die nächste auf...bis sie merken, dass sie dabei sind, sich ihre eigene Wüste zu schaffen. Kulturdesertifikation könnte man das nennen.