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kaetterle

Trainee

Date of registration: May 24th 2011

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1

Friday, June 17th 2011, 8:54pm

Praktischer treuer Freund

Ein Schrank, ein alter
kennt viele Geschichten
Könnt manches berichten
Aus vergangener Zeit

Einst stand er da
Bewundert von allen
Tat jedem gefallen
Welch Prachtstück er war

In ihm verschwanden
Die schönsten Gewänder
Die Schlaufern und Bänder
Auch Wäsche fand Platz

So manches Geheimnis
Bis heute verschwunden
Die Freuden, die Wunden
Er gibt sie nicht preis

Er kennt jede Tugend
Die Trauer, die Liebe
Manch lüsterne Triebe
Und schweigt immerdar

Ist`s nicht ein Glück
Solch einen Freund zu wissen
Ich wollt ihn nicht missen
Und vertraue nur ihm
Kaetterle

Chepre

Moderator

Date of registration: Aug 22nd 2008

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Location: Gießen

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2

Saturday, June 18th 2011, 11:26am

hallo, kaetterle

ein feiner Text. rund und schön und auch in der Länge angemessen. normalerweise tu ich mich schwer, solche klassisch gehaltenen Dinger in der Länge überhaupt ganz durchzulesen -
aber du gibst in jeder Strophe genau die richtigen Infos, der Inhalt schreitet in einem haltbaren Tempo fort (nicht zu langsam, nicht zu schnell), und spannend ist es auch irgendwie noch. jedenfalls bleibt man gern am Ball. =)
interessant ist auch der Zwiespalt, den du aufmachst - Ist der Schrank nur deshalb für das lyrische Ich ein guter Freund, weil er niemals widerspricht, was er sich bei seinem Erfahrungsschatz sicherlich erlauben könnte? ähnlich, wie der Hund als der beste Freund des Menschen bezeichnet wird - Treue, ohne zu hinterfragen, sich nicht fortbewegen dürfen oder können, ist das Freundschaft?

einziges Manko bei der sprachlichen Umsetzung:

Quoted

In ihm verschwanden
Die schönsten Gewänder
Die Schlaufern und Bänder
Auch Wäsche fand Platz


...find ich ein ganz bisschen seltsam, denn fand Platz hört sich an, als würde es sich auf etwas beziehen, das man in Ecken stopft, wo halt noch Platz ist. hätte also für mich eher zu den Schlaufen und Bändern gepasst, während Wäsche (du meinst wahrscheinlich Bettlaken, Badetücher und so Kram) ja doch ordentlich Platz wegnimmt. aber die Strophe jetzt noch stark umzuformen dürfte wahrscheinlich schwierig werden ?(

Ein Schrank, ein alter
kennt viele Geschichten
Könnt manches berichten
Aus vergangener Zeit

xXxXx
xXxxXx
xXxxXx
XxXxxX

Einst stand er da
Bewundert von allen
Tat jedem gefallen
Welch Prachtstück er war

XxxX
xXxxXx
xXxxXx
xXxxX

In ihm verschwanden
Die schönsten Gewänder
Die Schlaufern und Bänder
Auch Wäsche fand Platz

xXxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxX

So manches Geheimnis
Bis heute verschwunden
Die Freuden, die Wunden
Er gibt sie nicht preis

xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxX

Er kennt jede Tugend
Die Trauer, die Liebe
Manch lüsterne Triebe
Und schweigt immerdar

xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxX

Ist`s nicht ein Glück
Solch einen Freund zu wissen
Ich wollt ihn nicht missen
Und vertraue nur ihm

xXxX
xXxXxXx
xXxxXx
XxXxxX

=) ja. metrisch bist du nicht ganz regelmäßig unterwegs (wobei sich schon diese Verse mit Doppelsenkungen sehr spürbar in den Vordergrund schlagen), das macht aber eigentlich nichts oder äußerst sich zumindest nicht negativ. wirkungsvoll benutzt du in der letzten Strophe die ersten zwei alternatierenden Verse im Kontrast zum Rest, das unterstützt echt gut die fort formulierte Frage.

gern gelesen!

Gruß
Chepre
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

kaetterle

Trainee

Date of registration: May 24th 2011

Posts: 27 wcf.user.activityPoints: 175

3

Sunday, June 19th 2011, 11:05am

Danke Chepre für deine Kritik,

"... Ist der Schrank nur deshalb für das lyrische Ich ein guter Freund..."
ja, so ungefähr ist das gemeint, wie ein Haustier, sagt nichts weiter, widerspricht nicht, sehr vertrauensvoll (Hab mit sogenannten "Freunden" so manch böse Überraschung erlebt) Der Schrank ist und bleibt aber ein lyrischer Freund. Ich bin der Meinung, dass es sehr schwer ist, im Leben, einen rchtigen Freund zu finden. Hier sollte man aber die Grenzen gut setzen können.

ZUr dritten Strophe - "...auch Wäsche fand Platz..." Nun, in diesem Fall meinte ich doch tatsächlich die etwas kleinere Variante der Wäsche :whistling: . Wenn du die vierte Strophe liest, kannst du vielleicht den Bezug erkennen

An der Metrik kann man feilen, das sind nur kleine Leichtsinnsfehler, aber ich denke, ich lass das, sonst schwingt es vielleicht nicht mehr so
Kaetterle

Chepre

Moderator

Date of registration: Aug 22nd 2008

Posts: 1,416 wcf.user.activityPoints: 7,695

Location: Gießen

Occupation: Student

4

Sunday, June 19th 2011, 10:38pm

Quoted

Nun, in diesem Fall meinte ich doch tatsächlich die etwas kleinere Variante der Wäsche

aaahja. ;) ja, jetzt, wo du es sagst, könnte man schon einen Bezug sehen - aber selbstverständlich finde ich den nicht ?(
naja, macht ja nix.
feilen musst du am Rhythmus echt nicht mehr unbedingt, ich find es gut zu lesen.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

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