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Odradek

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Location: reine Fiktion

Occupation: (Un-)Sinnspule

41

Friday, March 30th 2007, 9:04pm

@ NTSR: Hmm ... 'n bißchen einseitige Kost, Toby, oder? :D


Meine "Tipps" ... sozusagen die "Spitzen" meiner Lieblingslektüren, die ich guten Gewissens anempfeheln kann
(soweit ich's kann, chronologisch geordnet):


Friedrich von Logau: "366 Sinn-Gedichte"
Die knapp gereimten Epigramme dieser Aphorismen-Sammlung sind so witzig, frech und geistreich ... auch heute immer noch mit großer Bereicherung und Erheiterung zu lesen!
Eine echte Perle der Barockliteratur!!


Jonathan Swift:"Gullivers Reisen" (Orig.: "Gulliver's Travels")
Das ist kein Kinderbuch!!!!!!!!!!!!!!
Sondern eine teilweise bitterbitterböse Polit- und Gesellschaftssatire.
Es hat Daniel Defoes Kompagnon-Werk "Robinson Crusoe" eines voraus: Es ist witzig!


Jean Paul:"Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz zu Auenthal. Eine Art Idylle" . - - :]
Wer könnte dem braven Schulmeisterlein Wutz jemals widerstehen, der es einmal kennengelernt hat?
DAS ist doch einmal ein Role Model für die heutige Zeit!
(Soviel zum Thema Naivität, Welt-Sicht und Umgangston ... ;))
Man sollte viel mehr Jean Paul lesen, hatte bereits Hermann Hesse angemahnt - und daran hat sich bis heute nix geändert.
Es muss ja nicht gleich die ganze "Loge" sein - aber deren (wirklich kurzer: gerade mal 40 Seiten) Idyllen-Nachsatz zum "Wutz" lohnt allemal!!


"Nachtwachen".Von Bonaventura.
So steht's auf dem Titel eines der rätselhaftesten und faszinierndsten (und witzigsten!!) Bücher der Frühromantik.
Autor: nur ein (umstrittenens) Pseudonym.
Das Buch über den Nachtwächter und Totengräber ist voller Schwarzem Humor und ironisch verpackter (Lebens-)Philosophie. Königlich!


Wilhelm Busch:
Tja, was nimmt man da jetzt ... am ergiebigsten wäre wohl "Die fromme Helene"; in einem solchen Dichter-Forum hier muss man eigentlich den "Tobias Knopp" empfehlen; ich mag seeehr gerne den "Heiligen Antonius von Padua". Alles so geistreich und spitzzüngig in Wort und Bild!


Gilbert Keith Chesterton:"Zur Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer missachteter Dinge" (Orig.: "The Defendant")
Eine köstliche und streitbare Essaysammlung vom Autor der Pater-Brown-Geschichten (die natürlich ebenfalls empfehlenswert sind!! [wenn man über manche "Zeittrübung" hinwegsieht]). Chesterton war einer der geistreichsten Kulturtheoretiker Englands, gleichgewichtiger Gegenpol zu seinem Intimfeind G. B. Shaw - die Feuilletonschlachten zwischen den beiden müssen Geisteswitzorgien ohnegleichen gewesen sein!
Und wer die Demut, Kitschfiguren, unüberlegte Gelübde und Gerippe so eloquent "verteidigt", den muss man lesen!!


Franz Kafka:alles an Kurz- und Kürzestprosa
-- no comment --


Julien Green:"Leviathan" (hat im frz. Orig. wohl denselben Titel)
Spielt in der gleichen Liga wie Kafka, Proust und Pessoa ...
Aus einer Kritik: "Wer Geduld hat, entdeckt, dass sich hinter der Langeweile von Provinznestern ein höllisches Gefängnis verbirgt. Winzigkeiten kündigen grausame Veränderungen an. Banale Gespräche brechen wie eine Springflut herein. Kleine Gesten geraten monströs. Sie sind Vorboten von mörderischen Katastrophen ... "


Hermann Hesse:"Siddharta"
Doch. Tatsächlich. Ich stehe für Hesse ein!
Für mich sein "rundestes" Buch. Hat zwar nicht ganz die Vielfalt und Weite des "Steppenwolf", ist aber (poetisch) schlüssiger - sozusagen die ausgewogene, "erwachsenere" Version des immer noch packenden "Demian".


Raymond Chandler:"Der lange Abschied" (Orig.: "The Long Goodbye")
Für mich als Krimi-Fan ist Chandler der Größte! Es gibt durchaus interessante Nachfolger in seinen Fußstapfen - aber an das Buch reicht keiner ran - imho.


Henry Miller:"Schwarzer Frühling"
Der verkannte Henry - ein Radikalhumanist!!
Wer ihn nach der Lektüre dieser Erzählungssammlung immer noch in eine Ecke mit Bukowski stellt, hat nix kapiert! Seine "Romane" (so man sie denn überhaupt so nennen kann) sind natürlich essentiell -- aber hier finde ich manches besser auf den Punkt gebracht, unwiderstehlich authentischer (ich geb's zu: Ich bin Kurzprosafan).


Flannery O'Connor:"Die Weisheit des Blutes" (Orig.: "The Wise Blood")
Eine US-Südstaaten-Autorin ... mich hat dieser bitterlich sarkastische Roman von 1952 über einen psychologisch sich zuspitzenden religiösen Fanatismus gepackt und umgehauen!
(Sollte heute vielleicht wieder mehr denn je empfohlen werden!)


Boris Vian:Gesammelte Erzählungen
Vian steht als Existenzialist immer im Schatten von Sartre und Camus; dabei steht er eigentlich ganz wo anders - mit seinem surrealistisch-bissigen Humor. Die Erzählungen finde ich noch interessanter als seine durchaus interessanten Romane und Theaterstücke.
Nicht zu vergessen: seine "100 Sonette"!


Alfred Bester:"Tiger! Tiger!" (Orig.: "The Stars My Destination")
Ein Science Fiction-Klassiker. Der Plot hat zwar zugegebenermaßen Schwächen - aber dafür sind (typo)graphische Elemente Konkreter Dichtung in den Text konstitutiv integriert - und das in einem "Unterhaltungsroman" von 1956!!!!!!
Ist übrigens eine nette intertextuelle Spielerei mit dem Grafen von Monte Christo.


Da wir gerade bei Science Fiction sind:
Douglas Adams:"Per Anhalter durch die Galaxis" (Orig.: Hitchhiker's Guide to The Galaxy )
... selbstverständliche die komplette Trilogie in vier Bänden, die fünf Bücher umfasst.
Das ist für mich kein Gag-Sammelsurium, sondern enthält versteckt unheimlich viele philosophische Blitzlichter ... ähnlich wie die Filme (und Bücher) von Woody Allen und die Cartoons von Gary Larson.


Ladislav Fuks:"Herr Theodor Mundstock" (Orig.: "Pan Theodor Mundstock")
Aus'm Klappentext: "Im kargen Interieur der Dachstubenwohnung, allein mit seinem Schizophrenie-"Schatten" Mon, die wenigen Drähte zur Außenwelt des Prager Judenviertels zum Zerreißen gespannt, verwirklicht Herr Theodor Mundstock seinen ungeheuerlichen Plan: Er trainiert den Holocaust."
Für mich die beste Darstellung der psychischen Grenz-Situation eines verfolgten und bedrohten Juden in jener Zeit (aber ich habe auch die anderen Bücher von Fuks zu diesem Thema noch nicht gelesen).


Greil Marcus:"Mystery Train" (auch US-Orig.-Titel)
Nicht nur die Werbung sagt: DAS BESTE BUCH, DAS JE ÜBER ROCKMUSIK GESCHRIEBEN WURDE.
Ich sag das auch.
Ist ein großer Essay über die Hintergründe, Mentalitäten und Entstehungsgeschichte des Rock, spannendst geschrieben!!
Fortan sieht die Welt anders aus ...


John Berger - kein bestimmtes Buch, sondern der Mann als "Gesamtkunstwerk":
Lyriker, Romancier, Essayist, Dissident, Maler, Grafiker, Kunstgeschichtler, politischer Philosoph, einsiedlerischer Bergbauer


Und als eingefleischter Comic-Fan muss ich wenigstens ein Werk nennen - jeweils der europ. und der amerik. Tradition:
Jacques Tardi:"Adeles ungewöhnliche Abenteuer" (Orig.: "Les Aventures Extraordinaires d'Adele Blanc-Sec")
Tardi ist superb - sowohl die grafische Qualität seiner Zeichnungen als auch die erzählerische seiner verqueren Stories aus dem Paris der Jahrhundertwende!!

Alan Moore / Dave Gibbons:"Watchmen - Die Wächter"
Damit sind die Superheldencomics endlich WIRKLICH erwachsen geworden. Das ist große Erzählkunst.
Von Alan Moore auf gleicher Höhe ist "V wie Vendetta"; hier find ich Lloyds Grafik noch interessanter als Gibbons - aber "Watchmen" ist von der Wirkung her nicht zu toppen!


Aktuell lese ich Kurt Vonnegut:"Time Quake" (dt.: "Zeitbeben") ... das Buch hat gute Chancen, in diese Liste aufzusteigen!


Man könnte noch manches nennen ... :rolleyes:



"Außerordentlicher" Spezial-Tip:
André Bretons "Anthologie des Schwarzen Humors".
Hier hat der Surrealisten-Papst quer durch die Literaturgeschichte lohnende Perlen ausgegraben - Texte von Swift und Lichtenberg über Baudelaire, Poe und Lewis Carroll bis hin zu Dali und Leonora Carrington, die sein Konzept des "Schwarzen Humors" belegen, das Makabres mit (Proto-)Surrealistischem verbindet.
Manch tolle Anregung zu weiterer Lektüre!


.
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Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

Inspira

Unregistered

42

Sunday, April 1st 2007, 11:40am

... und ich genieße gerade die außerordentliche Erzählkunst von Carlos Ruiz Zafón in seinem Werk "der Schatten des Windes".
Endlich einmal ein Buch, welches verdient auf den Bestsellerlisten gelandet ist:
Es handelt von Daniel Sempere Martín, der in der Franco-Ära bei seinem Vater, einem Buchhändler, in Barcelona aufwächst. Als er versucht, mehr über einen unbekannten Autor herauszufinden, stößt er auf merkwürdige, rätselhafte Zusammenhänge und Parallelitäten ...

Auch sehr gepackt hat mich vor drei Sommern "Schiffbruch mit Tiger" von Yann Martel:
Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoobesitzers und praktizierender Hindu, Christ und Muslim erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Tiger namens Richard Parker Schiffbruch. Bald sind alle erledigt - alle, außer Pi...

Lasst sie Euch zu Ostern schenken!!

Die besten Klassiker wurden ja schon alle genannt. Immer wieder lesen kann ich die Gedichte von Goethe und die Werke von Hesse(insbesondere: Piktors Verwandlungen).
Derzeit bin ich eher auf der Suche nach neuen Schriftstellern, denen es gelingt, sich aus der Masse hervorzuheben.

Sonntagsgrüße von Inspira

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Occupation: Schwarzbuntes verstreuen

43

Saturday, April 7th 2007, 1:50am

Oh Mannomann, da hab ich ja wieder was zu lesen gefunden in diesem Sammelsorium hier. :D

Meine Empfehlung nochmal dazu:

Umberto Eco - Der Name der Rose
Der Franziskanermönch William von Baskerville, ein ins Mittelalter versetzter Sherlock Holmes und zugleich das Alter Ego des Autors, kommt im Jahr 1327 gemeinsam mit dem Novizen Adson von Melk, dem späteren Erzähler, in ein fiktives Benediktinerkloster Norditaliens. Hier hat soeben der gewaltsame Tod eines Bruders den Abt in Unruhe versetzt, weil seiner Abtei brisanter Besuch ins Haus steht. Delegationen des Franziskanerordens und des Avignon-Papstes sollen über Glaubensfragen verhandeln, die sich um die Armut Christi drehen. Unter ihnen ist Williams Erzfeind, der Inquisitor Bernard Gui. Wie ein Detektiv macht sich William an die Aufklärung des Todesfalls, dem weitere Morde folgen. (aus: amazon.de)

Auch wenn ich es noch nicht durchgelesen habe, haben mich die ersten Kapitel in ihren Bann gezogen, nachdem ich das Vorwort übersprungen hatte. :D Es ist zwar langatmig, aber doch auf eigenartige Weise fesselnd geschrieben, wenn auch mit vielen lateinischen Phrasen... :rolleyes:

Douglas Adams - Per Anhalter durch die Galaxis
siehe Odradek, sag ich nur. :D

Eliza Minot - Himmel so nah
Am Valentinstag ändert sich das Leben der 8-jährigen Via von Grund auf: Ihre Mutter stirbt bei einem Autounfall. In ihrer Verzweiflung muss das kleine Mädchen erkennen, dass jede Vorstellung, jede Erinnerung an die geliebte Mutter schnell verblasst. Und so beginnt sie, ihre Gedanken nach dem Tagesrhythmus zu ordnen und sich Tausende von kleinen Erlebnissen und Geschichten ins Gedächtnis zu rufen: Streitereien mit ihren älteren Geschwistern, Späße, die ihr Vater mit ihr treibt, der Geruch der Mutter, wenn sie morgens zu ihr ins Bett schlüpft. Aus all diesen Geschichten der gewitzten wie vorwitzigen Via entsteht das Porträt einer in Harmonie lebenden Familie, deren Dreh- und Angelpunkt die unkomplizierte und liebevolle Mutter ist. (aus: amazon.de)

Habe ich auch noch nicht geschafft durchzulesen, aber das mag daran liegen, dass ich die Erlebnisse der "kleinen" Via zu gut nachvollziehen kann. Sie wirkt teilweise sehr erwachsen, manchmal aber auch sehr kindisch, oft beides. Sehr berührend.

raba
Wir müssen nur wollen.

sim

Professional

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Location: Hamburg

44

Saturday, April 7th 2007, 12:45pm

Mal eine mehr oder weniger unvollsätändige Liste:

Peter Pohl: Jan mein Freund
Nochmals Peter Pohl: Nennen wir ihn Anna
Den Herrn Pohl kann ich allgemein sehr empfehlen, deshalb hier auch noch mal ein Interview.


Thommie Bayer: Das Herz ist eine miese Gegend
Ich finde dieses Buch kaum zu beschreiben. Mit einfachsten Sätzen zieht der Autor uns in die Geschichte dreier Freunde und in die Vergangenheit, als geil noch dufte oder knorke war.
Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt
Göran Tunström. Solveigs Vermächtnis
Leider wird das Buch nicht mehr verlegt. Es lässt sich schwer zusammenfassen. Was auf der Seite des Verlags nicht steht, ist: Es geht um die Matthäuspassion.

Haruki Murakami: Kafka am Strand
Texte einer multiplen Persönlichkeit

I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)

Inspira

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45

Thursday, June 7th 2007, 10:59am

Hier noch zwei kleine Taschenbücher, die ich mit Genuß so nebenbei gelesen habe, absolut empfehlenswert:

ERSTENS
Die Geschichte von Herrn Sommer
Patrick Süskind

Eher ein unbekannteres Werk von dem "Das Parfum"-Autor, super illustriert von "Sempé".
Auch in diesem Süskind-Buch begegnet man einer Sonderlingsfigur. Das heisst, eigentlich begegnet man hier gleich mehreren Sonderlingen, aber eine steht ganz im Zentrum und wird ja schon im Titel benannt - der Herr Sommer. Tagaus, tagein ist er unterwegs, hastet mit seinem Spazierstock zwölf, vierzehn oder gar sechszehn Stunden am Tag durch die Gegend. Seltsam nur, dass er keine Besorgungen macht; und erwähnenswert, dass die Leute sich an diesen alten Sonderling gewöhnt haben, so sehr, dass sie nicht einmal über ihn klatschen.
Doch wieso hastet er stets umher? Er sei auf der Flucht vor dem Tod, heisst es an einer Stelle.
Aber eigentlich erzählt der Patrick auch einiges aus seiner eigenen Kindheit....
An vielen Stellen absolut SUPERLUSTIG!!!!!

ZWEITENS
Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu
Dario Fo

Der italienische Dramatiker und Nobelpreisträger Dario Fo fabuliert aus seiner Kindheit am Lago Maggiore, ganz nach dem Motto: Deine ersten sieben Jahre erzählen, wer Du bist. Als Kind hält er die Häuser in der Schweiz am anderen Ufer des Sees für aus Schokolade gebaut, als Junge wird er als Briefbote im antifaschistischen Widerstand eingesetzt und als Jugendlicher muss er kurz vor Kriegsende ins Militär... ein heiteres Buch, was - trotz allem - ein wenig "heile italienische Welt" durchschimmern lässt.

=) Inspira

kleiner_goethe

Unregistered

46

Saturday, June 9th 2007, 12:55pm

HIER das was ihr alle GESUCHT HABT WOHL EINER DER BESTEN BÜCHERN!!!!! IN DEN 20iger Geschrieben.... Aber so Aktuel wie morgen!!!...

Ich beschreibe es mit 3 Worten:

AthmosphärreichesInteilengtesAnspruchvolles

bestes Buch eben: HIER müsst ihr lesen...aber achtung es ist sehr schön geschrieben

Blaise Cendrars

Morgavagine




und das hier haut euch auch aus den Stühlen


ist ein neues Buch.... von Adam Fawer

Adam Fawer

0




Dan hätte ich noch das zu emphelen

Friedrich Klauser

Matto regiert




Bitte langt zu .... Matto regiert ist ein unglaublichbesonderes Buch....

Viel spass

Rune

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Occupation: Azubi

47

Monday, June 11th 2007, 11:12am

Irgendwie hast du aus drei Wörtern eines gemacht. Wird daher sehr unverständlich, was genau das Buch jetzt ist.


Ich empfehle:

Marlen Haushofer -- Die Wand

Ich fand es sehr beklemmend, aber auch aufrüttelnd, wenn auch stellenweise einiges offen bleibt... es hat sehr viel Spielraum für eigene Gedanken, was wohl Geschmackssache ist. Aber es sit trotzdem sehr Lesenswert. Und sehr schade, dass die Schriftstellerin nicht mehr schreiben kann.
"Wie verächtlich gehen die Herrscher über Worte hinweg, die den Krieg verdammen, wie gelangweilt die Intellektuellen, weil diese Worte weder originell noch neu sind. Aber sie werden gelten, solange wir Kriege führen.
[...] Keine Zwerge auf den Schulter von Riesen werden wir sein, sondern ein Volk von Riesen, die einander viel zu schnell über den Kopf wachsen- aber wenn es drauf ankommt, schlagen wir einander den Schädel ein wie in den dunklen Zeitaltern."

Frank Schätzing >Tod und Teufel<

Odradek

Master

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48

Wednesday, June 13th 2007, 7:16pm

Ooooh ... ich finde es so erfreulich wie beruhigend und ermutigend, dass hier noch Marlen Haushofers "Wand" gekannt wird! :)

Und Blaise Cendrars ist mit Sicherheit einer der interessantesten Buchtipps, die hier jemals gegeben wurden! =)

Und "Matto regiert" ist für mich der beste deutschsprachige Krimi aller Zeiten ... und das ist keine uneralubte Übertreibung!
Für unsere Schweizer Freunde ist es ja eh ein Pflicht-Klassiker - und wie jeder gute Krimi ist er natürlich mehr als das ... mehr als lediglich ein "guter Krimi": Es ist ein großer Roman.
Allerdings hilft es beim Suchen ungemein, wenn man den Autor unter seinen korrekten Schreibweise Friedrich Glauser sucht. ;)
Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.
(Afrikanisches Sprichwort)

kleiner_goethe

Unregistered

49

Tuesday, June 19th 2007, 7:40am

Jo der Glauser^^ Aber dennoch von der moderne würde ich euch Adam Fawers Buch 0 empfelen


und rune musst wohl selber entziffern was das soll..pech gehabt ;)

Aber meine Bücher sind anspruchsvoll, sogar für dich meine liebe^^

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50

Tuesday, June 19th 2007, 10:15am

toll geschriebene und fantasievolle bücher:

Walter Moers - Rumo

Walter Moers - Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär

ist nicht so kindisch wie manche leute denken mögen, auch wenn beides wohl für engere geister zu fantasievoll erscheinen mag...

außerdem, für leute, die sich einfach an dem klang einer sprache erfreuen können:

Virginia Woolf - Die Wellen

die wellen sollte man wohl eher auf englisch lesen, weil es einige schlechtere übersetzungen gibt, es ist in form von inneren/äußeren monologen gehalten und beleuchtet sechs verschiedene leben von sechs differenzierten, sehr interessanten charakteren, die einfach wundervolle wörter verweben...
SEMPER IN STATU NASCENDI SUM.

laughing_lupa

nicht einzig

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Location: dazwischen

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51

Friday, June 29th 2007, 4:40pm

thomas brussig - helden wie wir

nein, wie geil!!!!

besonderer spass für ausgeprägt neurotische personen und für welche, die schon immer mal wissen wollten, ob kati witt 6i ist :D :D :D
in uteri zur winterszeit


Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern und verstehe die Freiheit aufzubrechen, wohin er will.

Friedrich Hölderlin

J.Locke

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52

Sunday, November 15th 2009, 3:23pm

die Leiden des jungen Werthers

Hi Leute,

Ich habe Gestern noch beide "Theile" der Briefe des jungen Werthers gelesen und bin völlig baff! Ich werde wohl dieses Buch für die Matura auswählen und wollte wissen, wie ihr dieses Buch gefunden habt. Ich habe einge Interpretationen gelesen, aber auch zeitgenössische Kommentare, wusstet ihr, dass dieses Buch ziemlich auf die wahren Begebenheiten des jungen Goethes beruhn, oder das dieses Buch einst eine Mordwelle ausgelöst hat!

Ich hoffe ihr habt auch einige Anregungen, was dieses Buch betrifft, mich hat es echt umgehauen, vorallem die letzte Szene mit Albert.

Wenn dieser Faden nicht hierher gehört, tuts mir leid, kann natürlich verschoben werden.

Lg
Joh

Strohpuppe

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53

Saturday, November 28th 2009, 3:48pm

J.Lockes Faden "Buchecke" aus dem Gartencafé in die Gespräche-Ecke verschoben und mit bereits bestehendem Faden "Bücher" zusammengefügt.

wenn jemand der Meinung ist, dass dieser Faden zu alt ist, um ihn wieder auszugraben, kann J.Lockes Beitrag natürlich in einen eigenständigen Faden verschoben werden. ich denke allerdings, dass auch in diesem Thread einige Sachen stehen, die nach wie vor interessant sind.
Zum Postingverhalten würde ich hier, anders als Kyle im ersten Beitrag, sagen, dass, wenn etwas neues an Büchern hinzukommt, das auch in einem neuen Post veröffentlicht werden darf. so ist die regelmäßige Aktualisierung des Threads gewährleistet. ansonsten ist noch anzumerken, dass hier gestartete Posts ausführlicher ausfallen sollten als im was-ihr-gerade-lest-Faden.
viel Spaß! =)

Grüße
Strohpuppe / Moderatorin
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Strohpuppe

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54

Saturday, November 28th 2009, 4:04pm

ich habe gerade fertig:

Mika Waltari: Sinuhe der Ägypter
Verlag: Bastei Lübbe. erste Auflage: August 1976.

Sehr empfehlenswertes Buch, auch für Leute, die mit geschichtlichen Ereignissen der Antike nicht viel am Hut haben. der Autor nimmt den Leser mitten hinein in die Welt des Protagonisten zur Zeit des Pharaos Echnaton. Die Geschichte ist sehr anschaulich und farbenfroh gemacht, an manchen Stellen aber beinah wie ein Horrorfilm. Man wird hier an die Hand genommen auf einer Tour durch sämtliche Kulturen im Umfeld des damaligen Ägyptens, man lernt Hethiter, Babylonier, das Land Mitani und einiges mehr kennen. im Klappentext werden blumig die "Mysterien heidnischer Erotik" angekündigt - was ich so im Buch nicht wiederfand :whistling: , aber auch nicht wirklich vermisst habe. die sprachliche Gestaltung des Buches erinnert an die Machart antiker Epen und hat ihren ganz eigenen Charme. Das Original ist auf Finnisch. Gesamturteil: Irre spannend!

nun fange ich an: Serengeti darf nicht sterben von Michael und Bernhard Grzimek.
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jonny

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55

Monday, November 30th 2009, 11:37pm

Marina Vlady - Eine Liebe zwischen zwei Welten
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag. erste Auflage: 1997

Zu meiner Überraschung zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen. Ist seit Jahren, vielleicht sogar einem Jahrzehnt und mehr schon nicht mehr im Handel und mir deshalb umso mehr wert. Wie der Titel fälschlicher Weise verraten mag, handelt es sich hier nicht um eine Fantasy-Liebesgeschichte oder einen "einfachen", mit viel Rosenschmalz geschmierten Romanzenroman feinster Poesie. Vlady verarbeitet in ihrem Roman ihre 10 Jahre wehrende Ehe mit dem russischen Volkshelden Wladimir Wyssotzki, der mit jungen 42 Jahren nach langer, schwerer Alkoholsucht 1980 an Herzversagen starb. Es ist eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen gewesen, aber wie das Cover eben schon verrät, dreht sich der Roman zu 80% um Wissotzki und seine Welt als Dichter, Texter, Sänger, Mensch und satirischen Antidenker des sowjetischen Regimes, dass ihm und seinem unermässlichen Erfolg bei seinen Fans stehts im Weg stand. Ein einziges, für mich herausragendes Beispiel für seine treue Fangemeinschaft ist wohl in seiner inoffoziellen Beerdigungszeremonie zu sehen, an der mehr als 100.000 Menschen teilnahmen, ohne das sein Tod in jeglichen Medienformen Erwähnung fand (zur Zeit seines Todes liefen die Olympischen Spiele in der Sowjetunion an).

Bisher bin ich mehr oder weniger in der Mitte des Buches stehen geblieben und verspüre so eine eigenartige Barrikade vor mir. Bisher hab ich zwei Tage lang gelesen, zu Beginn ein wenig Zeit gebraucht um mich an den Stil zu gewöhnen, der mich stark an meinen erinnerte, was eine eigenartige, aber dennoch sehr interessante Erfahrung war - vielleicht ist es die Angst die Geschichte könnte in weiteren zwei Tagen Lesezeit vorbei sein, ich weiß es nicht. Sobald ich aber fertig sein werde, ergänze ich.

Für jeden, der die Möglichkeit findet diese unglaubliche Rarität zu lesen. Tut es. Wie man immer so schön sagt - die Guten sterben immer zu früh.

Strohpuppe

Moderator

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56

Wednesday, January 6th 2010, 3:24pm

Adalbert Stifter: Nachkommenschaften
Verlag: z.B. Suhrkamp, erschienen im Juni 2001.
Das Buch ist auch als Volltext beim gutenberg-Projekt einsehbar, dort habe ich es gelesen.

Auf der Verlagshomepage findet sich folgende, erstaunlich lange Inhaltsangabe:

Quoted

Stifter reflektiert hier ironisch die für ihn zentralen Themen des Verhältnisses von Kunst und Leben und der Bestimmung des einzelnen durch Familie und Herkommen.

zitiert nach http://www.suhrkamp.de/buecher/nachkomme…fter_34115.html
- und damit verließen sie den geneigten Leser auch schon wieder.
Es stimmt, beim Lesen dieses Buches beginnt man sich spätestens gegen Mitte zu fragen, was der Autor für einen Grund gehabt haben sollte, etwas für meinen Geschmack dermaßen langatmiges und irgendwo bis auf vielleicht drei Prozent uninteressantes zu verfassen, es sei denn, er verfolgte damit einen tieferen Zweck. Ich habe mich zugegebenermaßen gefragt, ob der Autor sich nicht selbst angeödet haben muss beim Verfassen dieses Werkes.
Man erfährt die Geschichte eines Landschaftsmalers, der einen eigenartigen und doch interessanten Anspruch an das eigene Werk und dessen Positionierung unter Zeitgenossen hat. Am Anfang noch amüsant zu lesen, verfällt der Protagonist beim Schildern seiner Maltätigkeit zunehmend in eine solche Leiherhaftigkeit und in einen anscheinenden Wiederholungszwang, dass man beginnt zu meinen, alles wissenswerte in den ersten paar Absätzen bereits erfahren zu haben.
Den zumindest gefühlt größten Raum des Werkes nehmen Schilderungen von Abstammung und Familienverzweigungen einer gewissen Familie Roderer ein, der der Protagonist, welch Wunder, selbst angehört. Während des Verlaufs der Ereignisse trifft er ständig auf andere Vertreter der Großfamilie, deren Lebensgeschichte inklusive der Lebensgeschichten aller irgendwie verfügbaren Anhängsel auf das ausführlichste erzählt werden muss. Am Ende heiratet der Protagonist, nach schnellem und stürmischem Verlieben auf ein paar Waldspaziergängen, seine eigene Cousine.

mein Fazit: Wenn wirklich Ironie oder Zeitkritik oder etwas ähnliches in diesem Werk steckt, dann habe ich wohl beim Lesen Tomaten auf den Augen gehabt. Mich hat lang kein Text mehr so sehr gelangweilt wie dieser, und ich frage mich, ob ich nun das Recht zu dem Vorurteil daraus ziehen kann, dass Adalbert Stifters Werk mich generell nicht zu begeistern vermag. Aber das wird eventuell durch die Lektüre anderer Werke aus seiner Feder revidiert werden.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

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Location: irgendwo im nirgendwo

57

Friday, June 10th 2011, 4:41pm

Eine Novelle

mein Lieblingsbuch ist die Novelle
" Tristan" von Thomas Mann

Allein wegen dem Ende lohnt es sich schon das Buch zu lesen :)

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