Hallo purzelbaum,
vielen Dank für deine ausführliche Kritik! Es freut mich, dass dir das Stückchen gefällt. Du hattes einiges interpretiert, dass ich so selbst gar nicht sah, aber ich sehe, dass dies auch stimmig ist.
Der Dreh und Angelpunkt ist schon der letzte Vers:
Leben kann tödlich sein.
Das klingt bedrohlich, öffnet die Geldbörsen beim Versicherungsnehmer, spornt an zum angsthäschenmotivierten, aber nicht immer sinnvollen Handeln.
Wobei doch, bei Lichte betrachtet, der letzte Vers logisch unsauber ist.
Denn Leben kann nicht nur tödlich sein. Leben IST tödlich. Man kann quasi Leben so definieren, dass es nur dann Leben ist, wenn es mit dem Tod endet. Welche Sicherheiten habe ich überhaupt und wirklich im Leben? Doch nur die eine, wirkliche und endgültige Sicherheit, dass mein Leben tödlich endet.
Und diese Sicherheit nehmen wir aber nicht als Sicherheit wahr, sondern als Unsicherheit.
Da wir leben, gerne leben, noch Lebenszeit vor uns haben, deshalb erleben wir die Möglichkeit, dass das Leben schon früher oder bald zuende geht, als Unsicherheit. Und möchten uns gerne dagegen versichern. Um dann erfahren zu müssen, dass ganz am Ende die letztendgültige Sicherheit, sozusagen als Gipfel der Unsicherheit, der Tod wartet.
Tinus