Das ist ein sehr interessantes Gedicht. Deine Wortneuschöpfungen und Vieldeutigkeiten reizen ungemein. Man merkt, dass du dich in einem großen Vokabular eingenistet hast, mit dem du auch frei und gekonnt spielen kannst. Die Fremdsprachenwörtermontage passt ebenfalls überall super und lässt die Eindrücke umso mehr durcheinanderrauschen. Ganz gut gefallen mir auch deine Klangbildungen (vor allem in den Alliterationen), "lallen like hölderlin" - cool
Jetzt versuch ich mal kurz zu erklären, was mich an dem Gedicht stört, um danach drauf zu kommen, dass dies vielleicht der beste Teil daran ist

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Das ganze Gedicht erscheint mir erstmal als ein Flickenteppich, bei dem ich wenig Anhaltspunkte für einen allgemeineren Sinn finde. Signifikanten, den Herrn Hölderlin und Kleist kenn ich noch gut aus dem Studium.. unter Paaralgorithmen könnte ich mir so einen Partnerschaftstest vorstellen.. Dosengier .. naja.. in Bayern sagt man veraltet noch gerne mal "Dose" zum weiblichen Geschlechtsorgan, andererseits liegt es schön nahe bei Dosenbier.. hier würd ich beides zusammen wirken lassen. Das Wort "Flausen" ist alleine schon so vieldeutig und schwierig zu definieren.. vielleicht etwas wie "schmutzige Anwandlungen".. und was ist jetzt "chi long"... ich hab grade gegoogelt.. irgend eine Marke aus China wirds wohl nicht sein.. Ich kenn noch aus Filmen den "Chi-Drachen"-- aber das long dann.. keine idee.. dann fällt wieder auf "long licht".. langwelliges licht? davor wellen.. passt nicht 100%ig.. all-chi wie alki.. es vermischt sich alles, nirgends kommt ein wirklich klares Bild durch.
Und dann steht da am Ende ein Titel: bewilligte paradiese.. Na, wo ist denn da nun das Paradies.. Ein Paradies mit Partnerschaftstest am Ende, gute Nacht. fit for fantasy.. Wenn ich dazu träumen muss, wirds kein Paradies nicht sein.
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Und genau das ist das Schöne an dem Gedicht: Es gehen einem die Eindrücke nie aus.. ich könnte ewig so weiterschreiben.. Das Einzige, was man wirklich dingfest machen könnte, wäre eine klare Erotik-Isotopie, die man fast in jedem Vers bekräftigen könnte. Das bewilligte Paradies dann plötzlich als Lusthaus, als sinnloses Glashaus voll Alkohol und Sexualität. Eine unglaubliche Anstauung von Perversitäten, die freigesetzt werden. Auch das eigentlich so brave Käthchen sitzt am Ende mit herab gelassenem Miedern da. Alles wirkt irgendwie konstruiert und aufgesetzt. (Schmollmondnacht, feenfaktor, himmelsgardine, dress you up, usw.)
Und deshalb letztendlich wieder gut: Es soll vielleicht wie ein Chaos wirken, in dem eben nur noch Eindrücke existieren (es ist ja alles künstlich produziert und illusorisch verändert). Wir selbst schauen heute oft in die Welt und können so vieles nicht mehr komplett begreifen, analysieren und bewerten, genau wie in diesem Gedicht, das mich in einen richtigen Rausch zieht, der mich am Schluß nur ein Gefühl auskotzen lässt.. so eine ungefähre Vorstellung.
Fazit: Ich für mich lese das Gedicht als eine Kritik an der heutigen Sexualität und der berechnenden Vermarktung dergleichen. Mit Sicherheit nur eine persönliche Leseweise, denn das Werk ist, wie betont, unglaublich facettenreich lesbar.
Liebe Grüße,
Stefan
P.S.: Heute morgen erst aufgefallen: Warum hast du das Gedicht denn in die Werkstatt gepostet?
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.