Tuesday, May 22nd 2012, 11:48pm UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Date of registration: Dec 16th 2006

Posts: 525 wcf.user.activityPoints: 3,040

Location: Neuseeland

Occupation: Schwarzbuntes verstreuen

81

Friday, December 26th 2008, 2:02am

Als Angriff hatte ich das jetzt nicht aufgefasst, verzeih, falls es so rübergekommen ist. :)
Natürlich findet zeitgenössische Lyrik woanders statt und ja, das sollte man im Auge behalten, da stimmt ich dir zu. Ich für meinen Teil lese trotzdem sehr gerne z.B. Rilke, andererseits aber auch klavki oder Lawrence Ferlinghetti, falls dir die letzten beiden Namen was sagen. Das Problem, das ich mit zeitgenössischer Lyrik habe, ist, dass ich sie größtenteils schon zu verschlüsselt finde. Deswegen kommt dann der uralte Kram wieder an die Reihe.

LG,
rabla
Wir müssen nur wollen.

Date of registration: May 18th 2007

Posts: 655 wcf.user.activityPoints: 3,955

82

Friday, December 26th 2008, 1:35pm

.

... noch ein bißchen Abfall ... :(


Nebel am Wattenmeer

Nebel, stiller Nebel über Meer und Land.
Totenstill die Watten, totenstill der Strand.
Trauer, leise Trauer deckt die Erde zu.
Seele, liebe Seele, schweig und träum auch du.

Christian Morgenstern



.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Nachtwind

Trainee

Date of registration: Dec 28th 2008

Posts: 9 wcf.user.activityPoints: 55

Location: Walhalla

Occupation: Schüler und freier Schriftsteller

83

Monday, December 29th 2008, 4:13pm

Es könnte viel bedeuten
[editiert]

von Ingeborg Bachmann
"Wozu Socken? Sie bringen nur Löcher!"
Albert Einstein

Hinrich

Intermediate

Date of registration: Mar 10th 2008

Posts: 131 wcf.user.activityPoints: 870

Location: mit beiden Beinen auf der Erde

Occupation: Berufung

84

Sunday, January 4th 2009, 11:34pm

Tragik des Lebens

.
Ein männlicher Briefmark erlebte
was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt,
da war die Liebe in ihm geweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens


von Joachim Ringelnatz
(Ich habe dich so lieb !
die schönsten Liebesgedichte)
© whp

lila

Unregistered

85

Tuesday, January 6th 2009, 3:26pm

Hallo Nachtwind,

bitte beachte inZukunft die Urheberrechte der Autoren. Ein Autor muss mindestens 70 Jahre tot sein, bevor seine Texte frei veröffentlicht werden können.

Lieben Gruß
lila / Moderatorin

Strohpuppe

Moderator

Date of registration: Aug 22nd 2008

Posts: 1,414 wcf.user.activityPoints: 7,685

Location: Gießen

Occupation: Student

86

Wednesday, January 7th 2009, 9:53pm

Aus: Strophen aus der Fremde

II

Ich möchte hingehn wie das Abendrot
Und wie der Tag in seinen letzten Gluten -
O leichter, sanfter, ungefühlter Tod! -
Mich in den Schoß des Ewigen verbluten.

Ich möchte hingehn wie der heitre Stern,
Im vollsten Glanz, in ungeschwächtem Blinken;
So stille und so schmerzlos möchte gern
Ich in des Himmels blaue Tiefen sinken.

Ich möchte hingehn wie der Blume Duft,
Der freudig sich dem schönen Kelch entringet
Und auf dem Fittich blötenschwangrer Luft
Als Weihrauch auf des Herren Altar schwinget.

Ich möchte hingehn wie der Tau im Tal,
Wenn durstig ihm des Morgens Feuer winken;
O wollte Gott, wie ihn der Sonnenstrahl,
Auch meine lebensmüde Seele trinken!

Ich möchte hingehn wie der bange Ton,
Der aus den Saiten einer Harfe dringet,
Und, kaum dem irdischen Metall entflohn,
Ein Wohllaut in des Schöpfers Brust erklinget.

Du wirst nicht hingehn wie das Abendrot,
Du wirst nicht stille wie der Stern versinken,
Du stirbst nicht einer Blume leichten Tod,
Kein Morgenstrahl wird deine Seele trinken.

Wohl wirst du hingehn, hingehn ohne Spur,
Doch wird das Elend deine Kraft erst schwächen;
Sanft stirbt es einzig sich in der Natur,
Das arme Menschenherz muß stückweis brechen.

Georg Herwegh
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.

Date of registration: May 18th 2007

Posts: 655 wcf.user.activityPoints: 3,955

87

Saturday, July 11th 2009, 11:47pm

.

[editiert]

Peter Coats

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

88

Sunday, July 12th 2009, 12:15am

Hallo Katerchen,

soweit ich finden konnte, ist Peter Coats wenn überhaupt noch nicht 70 Jahre tot und daher der von Dir gepostete Text urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachte Regel 1 dieses Forums und das geltende Urheberrecht.

Grüße
aNFANGENDe / Super Moderator
Sammelsurium: Werkesammlung


Date of registration: May 18th 2007

Posts: 655 wcf.user.activityPoints: 3,955

89

Sunday, July 12th 2009, 8:51am

.


[editiert]

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Date of registration: Dec 23rd 2006

Posts: 1,181 wcf.user.activityPoints: 6,805

90

Sunday, July 12th 2009, 10:08am

Liebe Katerchen,

in Missachtung einer moderativen Entscheidung hast Du denselben Text abermals eingestellt, ohne Quellenangabe und mit dem Vermerk "Kleinzitat". Ich habe ihn daher erneut editiert.

Ich bitte Dich, auch wenn Du an der Richtigkeit einer Entscheidung der Moderation Zweifel hast, diese nicht einfach zu übergehen, sondern ein Teammitglied anzusprechen, damit dies ggf. geprüft werden kann. Ich schließe zwar aus Deinem Verhalten, dass Du den Text im festen Glauben erneut eingestellt hast, dass er bloß irrtümlich nicht als zulässiges Kleinzitat erkannt wurde bzw. dass ein Moderator dies nicht zu unterscheiden wusste. Dennoch wäre es auch dann nicht der richtige Weg gewesen, wenn dem so wäre. Du bist eine erfahrene Forenuserin und solltest das eigentlich wissen.

Die Entscheidungen der Moderation erfolgen sicher nicht ohne Fachkenntnis in dem Bereich oder gar ohne Bedacht; niemand aus dem Team wird hier willkürlich und ohne sorgfältige Prüfung einen Beitrag unnötigerweise editieren.
Daher nehmen wir aber auch zurecht in Anspruch, dass unseren Entscheidungen nicht eigenmächtig zuwidergehandelt wird, wenn ein Mitglied diese Entscheidung persönlich für irrtümlich oder unzutreffend hält. Ich verweise diesbezüglich auf das Regelwerk:

Quoted

4.4 Die Anweisungen der Moderation sind ohne Ausnahmen zu befolgen. Bei Problemen sind immer erst die Moderatoren anzusprechen.

Beschwerdewege gibt es im Forum unter "Ankündigungen, Moderation", per Meldebutton und per PN an jeden Moderator.

Unsere Autorität bei der Betreuung dieses Forums ist kein Selbstzweck, sondern notwendig und wird daher auch dementsprechend durch das Regelwerk vor unmittelbarem Zuwiderhandeln geschützt. Bitte halte Dich daher zukünftig an die eingeräumten Beschwerdemöglichkeiten, ansonsten riskierst Du bei der nächsten eigenmächtigen Missachtung unnötigerweise den Ausspruch einer Verwarnung.

Die sachliche Entscheidung erfolgte nicht, weil es fälschlicherweise als Großzitat angesehen wurde, sondern weil es gar kein Zitat im Sinne des UrhG ist. Erstens fehlte jede ausreichende Quellenangabe, zweitens ist ein Zitat, auch ein sogenanntes "Kleinzitat" nach dem Urheberrecht an einen zulässigen Zitierzweck gebunden.
Auch Kleinzitate aus urheberrechtlich geschützten Texten sind daher nur zulässig, wenn sie als Beleg und nicht als reine Rezitation in einen Zusammenhang eines eigenständigen Werkes, etwa eines Aufsatzes oder einer Textdiskussion gestellt werden.

Die bloße Wiedergabe als "Lieblingsgedicht" mit der deklaratorischen Angabe, dass dies ein Kleinzitat sein solle, erfüllt diese Voraussetzungen nicht, sondern ist eine Wiedergabe ohne Zitateigenschaft.
Wenn Du anderer Meinung bist, bitte ich dies auf einem der genannten Wege begründet darzulegen, ansonsten vom erneuten Einstellen des Textausschnittes ohne Rücksprache unbedingt Abstand zu nehmen.

Grüße
aNFANGENDe / Super Moderator
Sammelsurium: Werkesammlung


demon17

Professional

Date of registration: Nov 26th 2006

Posts: 180 wcf.user.activityPoints: 1,135

Location: Bielefeld

Occupation: Traumtänzer und Tastentipper

91

Monday, July 13th 2009, 2:22am

Ahasver

Ewig bist du Meer und rinnst ins Meer,
Quelle, Wolke, Regen – Ahasver...
Tor, wer um vertane Stunden träumt,
Weiser, wer die Jahre weit versäumt.
Trage so die ewige Last der Erde
Und den Dornenkranz mit Frohgebärde.
Schlägst du deine Welt und dich zusammen,
Aus den Trümmern brechen neue Flammen...
Tod ist nur ein Wort, damit man sich vergißt...
Weh, Sterblicher, daß du unsterblich bist!

Autor: Klabund/ Alfred Henschke 1890-1928

Date of registration: May 18th 2007

Posts: 655 wcf.user.activityPoints: 3,955

92

Monday, July 13th 2009, 8:01am

.

Gesellschaft

Aus der Gesellschaft Lärm und Lachen
hebt schwermütigen Flügelschlags
meine einsame Seele sich
fernen schweigenden Höhen zu,
wo der Nachtwind klagend
in mächtigen Bäumen harft,
und in langen Schatten
des kühlen Mondes
meine Träume und Wünsche
sorgenvoll wandeln ...
Ach, die ihr hier scherzt und lacht
und mit leeren Tönen
der Tag und Nächte
kostbare Luft erfüllt -
was hab ich mit euch -
was hab ich mit euch
zu schaffen!

Christian Morgenstern (1871-1914) Ich und die Welt

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

IndianRose

Trainee

Date of registration: May 13th 2004

Posts: 12 wcf.user.activityPoints: 100

Occupation: Studentin

93

Wednesday, April 21st 2010, 10:01pm

hach, unangefochten:



Wünschelrute von Eichendorff
Hier einfach mal Punkt.

Date of registration: Apr 3rd 2010

Posts: 5 wcf.user.activityPoints: 30

94

Thursday, April 22nd 2010, 11:20pm

Meine persönlichen Lieblingsdichter sind Wolfgang Borchert, Eichendorff und Erich Fried.
Besonders toll finde ich "Versuche es" von Borchert. Dürfte vielleicht aus "Das Leben der anderen" bekannt sein. In dem Film kommt es gegen Ende (vertont) vor.
Daneben entdecke ich immer wieder "neue" (es können auch jahrhunderte alte Texte sein), die mich faszinieren.
ich will mich am Leben berauschen.

eva cb

Trainee

Date of registration: May 29th 2008

Posts: 24 wcf.user.activityPoints: 145

Location: Schweden

95

Sunday, December 12th 2010, 6:04pm

Mondnacht

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst'.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis' die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

:)

Raul

Master

Date of registration: Oct 10th 2010

Posts: 682 wcf.user.activityPoints: 4,110

96

Tuesday, December 14th 2010, 12:03pm

Georg Trakl

Die schöne Stadt

Alte Plätze sonnig schweigen.
Tief in Blau und Gold versponnen
Traumhaft hasten ernste Nonnen
Unter schwüler Buchen Schweigen.

Aus den braun erhellten Kirchen
Schaun des Todes reine Bilder,
Großer Fürsten schöne Schilder.
Kronen schimmern in den Kirchen.

Rösser tauchen aus dem Brunnen.
Blütenkrallen drohn in Bäumen.
Knaben spielen wirr von Träumen
Abends leise dort am Brunnen.

Mädchen stehen an den Toren,
Schauen scheu ins farbige Leben.
Ihre feuchten Lippen beben
Und sie warten an den Toren.

Zitternd flattern Glockenklänge,
Marschtakt hallt und Wacherufen.
Fremde lauschen auf den Stufen.
Hoch im Blau sind Orgelklänge.

Helle Instrumente singen.
Durch der Gärten Blätterrahmen
Schwirrt das Lachen schöner Damen.
Leise junge Mütter singen.

Heimlich haucht an blumigen Fenstern
Duft von Weihrauch, Teer und Flieder.
Silbern flimmern müde Lider
Durch die Blumen an den Fenstern.

Hyperion

Trainee

Date of registration: Nov 29th 2010

Posts: 33 wcf.user.activityPoints: 250

Location: Bei Helmstedt

Occupation: Beamter, Lyriker und Buchautor

97

Tuesday, December 21st 2010, 11:02am



Eines meiner Lieblingsgedichte von Rainer Maria Rilke:

Motto

Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.


Gruß
Holger
"Denn wenn durch den Geist keine Natur wäre, dann wäre auch keine Schönheit und Kraft, sondern nur Schweigen ohne Vielfalt, ein unwandelbares Nichts - ohne Pracht und Schein..." -

wcf.user.socialbookmarks.titel