Also dieser Thread is ja schon recht alt aber ich bin zufällig drauf gestoßen und muss einfach meinen Senf dazu abgeben. besonders dieses Post hier hats mir angetan weil er sich doch im Grunde selbst wiederlegt.
Original von linespur
Eine interessante Diskussion...
Ich würde keine Reimdatenbank nutzen, denn sie spuckte Wörter aus, die nicht in mir selbst begründet liegen. Folglich wäre mein Gedicht dann nicht mehr mir selbst entsprungen.
Ein Reimwort setzt doch nunmal Gedankengänge frei und Wendungen im Gedicht. Schon das Lesen fremder Zeilen vermag meine dichterischen Wendungen zu beeinflussen. Ein Reimwort, das nicht aus mir heraus stammt, bestimmt mein Werk fremd.
Wenn ich koche - und ich koche gut, schmunzel - halte ich mich nie an Rezepte. Ich nutze die Anregung aus Kochrezepten, wie ich schreibend die Anregung fremder Zeilen nutze, aber letztendlich brodelt etwas auf dem Herd, das mir selbst in den Sinn kam.
Reimwörter sich vorgeben zu lassen erscheint mir, als könnte man gleich einen Dichtomaten nutzen - ein wenig traurig, wenn soetwas gebraucht wird...
Wenn du sagst ein Gedicht das du schreibst kommt nur aus dir gebe ich dir soweit recht. Doch nun sag mir bitte mal woher komt das was "in dir" ist denn? Es kommt aus Werken die du einmal gelesen hast, Dingen die du erlebt hast oder Dingen die du erleben möchtest wie z.B. Träume, wünsche etc...
Nehmen wir an du schreibst heute ein Gedicht und gehst schlafen. Morgen nimmst du dieses Gedicht zur Hand und liest es durch, während du es liest fällt dein Blick auf irgendwas was dich an eine Situation erinnert die das, was du mit dem gedicht ausdrücken wolltest noch besser beschreibt. Die Erinnerung an das erlebte kommt dir aber erst in dem Moment wo du diesen Gegenstand siehst. Wenn du nun das gedicht veränderst und die gefühle dieses Momentes einbringst und Worte die dir zu diesem Moment einfallen kommt das Gedicht immernoch von dir.
Es ist nichts anderes mit einem Reimgenerator denn ich bin sicher das ein jeder die Wörter welche sich in diesen Datenbanken befindet kennt. Nur hat man nicht zu jedem Zeitpunkt jedes Wort mit jeder Endung im Kopf. Man liest nur welche Worte die Maschine einem gibt und wählt dann für sich das passende Wort aus. Dadurch ist das Gedicht nicht weniger "Meins"
Denn eigentlich geht es bei einem Gedicht nicht darum wie es entstanden ist sonder darum das ich darin meine Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringe und manchmal ist man auch einfach so sehr mit diesem Gefühl beschäftigt das man die einfachsten Worte und Phrasen nicht zur Hand hat. Und da ist es in meinen Augen nicht verwerflich sich einem Hilfsmittel zu bedienen.
Und noch kurz zum Kochbeispiel.
Das sagt doch eigentlich schon alles aus

Wenn ich koche - und ich koche gut, schmunzel - halte ich mich nie an Rezepte.
Das tut jemand der seine eigenen Gedanken in einem Gedicht niederschreibt auch nicht
Ich nutze die Anregung aus Kochrezepten, wie ich schreibend die Anregung fremder Zeilen nutze,
Ist ja interessant was tut denn jemand der in einem Reimelexikon nachschlägt? Im Prinzip siehst er sich nur eine Wirre zusammenstellung von Zutaten an und entscheidet sich möglicherweise für eine welche das letztendlich ist und ob sie wirklich zu seinem Gericht passt weiss die Maschine nicht sondern nur er 
aber letztendlich brodelt etwas auf dem Herd, das mir selbst in den Sinn kam.
Richtig das tut es auch wenn jemand an einem Gedicht schreibt das vielleicht 100 zeilen hat von denen ein wort aus einer Suchmaschine für Reime ist. Er hat lediglich nochmal im Großen Buch der Zutaten nachgeschlagen was für Zutaten es alles gibt
An den guten Herrn der ein Gedicht nicht liest weil der Dichter sich eines Hilfsmittels bedient hat.
*ein Schmunzeln* Du beraubst dich selbst vieler guter Gedichte und hast in meinen Augen den Sinn eines Gedichtes nicht recht verstanden.
mfg Dooky