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rivus

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Location: Branitz

Occupation: Nachtschwärmer

1

Tuesday, August 31st 2010, 5:54pm

Zwiegemenge

Wenn die alten Träume nachwildern,
beginne ich den hellen See im Schilfdschungel zu suchen.
Im Norden, wo nur Fischadler und Weihen kreisen,
wiegt sich unser Wacholder immer noch in Büschen und Bäumen.

Vom Wind aus den neuen Nebeltagen gebogen,
bläst uns die Eibe, das uns Versagte entgegen,
denn unsere Sehnsucht ist vorbei, ist aufgegangen
im morschen Bogen aus Eibenholz. Die Windfackel ging
aus und treibt Eibengift in die verbliebenen

Strohfeuer, die ausgesprochenen starben
Gefällt, die uns Mut zuflüsterten. Weggeschafft, die erschreckten. Spannrückig und guillotiniert
in Wahnhaften, in Friedhöfen. Geparkte Unewigkeit, linealgerade
bis zuletzt gebliebene Zwiesam-
spälte.

Babac

Master

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Location: Saarbrücken

2

Wednesday, September 1st 2010, 8:50pm

Hallo Rivus,

je weiter man in dem Gedicht fortschreitet, so wird es wie im Dschungel, immer dichter. In der ersten Strophe gleitet der Geist in die Ferne, schön deutlich wird es, als ob dein Geist auf dem Rücken meinen trüge, und zu den Fischadlern und Wacholdern im Norden dann abgesetzt hätte. Das hat mir gefallen. Die zweite Strophe könnte aussagen, dass der Wunsch nach Norden, durch etwas versagt worden ist; deshalb das Bild, die Fackel ist erloschen. Dann kommt die dritte Strophe, in der ich mir wünschen würde, darin etwas zu finden, was meinem Verständnis zusagt, aber ich finde nicht und meine Einbildung kann nichts fassen. Ein Wort da, ein Wort dort, aber doch ohne Zusammenhang. Wie du sieht, ich bemühe mich, vielleicht fehlt mir einfach die eine Tür, durch die ich gehen muss, um deine Konstrukte zu verstehen.

Lg, Babac

rivus

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Occupation: Nachtschwärmer

3

Thursday, September 2nd 2010, 10:27pm

Hallo Babac,
danke für dein zeit nehmen, lesen und für das kundtun deines gefallens der ersten strophe. tja, leider komme ich nicht aus meiner haut. :D noch nicht, aber ich werde mich wirklich sehr bemühen, klarere texte zu schreiben. nun, vielleicht sollte ich dir die eine türe aufmachen, damit du meine konstrukte besser verstehen könntest, aber meine schlechteren erfahrungen über interpretationshilfen und auch mein mißempfinden eigene schreibereien zu erklären und damit das textgeheimnis zu entlüften, was fast jedem ernsthaft geschriebenen innewohnt, lassen mich zögern. (im gegenzug nähere ich mich eigentlich gern anderen texten, allerdings selten analytisch, sondern eher vom interpretorischen ansatz her. Auf jeden Fall sehe ich dein sehr ernstes Bemühen, hinter und in meine Texte zu steigen, um sie zu verstehen.

Die Verdichtung der dritten Strophe ist gewollt. Alles ist im Zwielicht, nicht deutlich, sondern Dickicht aus dem das LyrWir nicht mehr rauskommt und auch den Leser in Zwie(sam)spälten und Ambivalenzen hängen lässt.

Lg, Rivus

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