Thursday, May 24th 2012, 10:05pm UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

1

Wednesday, November 4th 2009, 6:42am

Herkules

Trailer:

Alles könnte so schön sein, für Eurystheus den König von Mykene.
Gerade ist die neue Handelsflotte fertiggestellt worden, der Export nach Athen, Sparta und gar ins ferne Troya floriert, das ägyptische Großreich ist auf Du und Du mit dem kleinen König und Tai Mit Nichte des Pharaos scheint seinen Avancen gar nicht so abgeneigt. Eine Heirat mit dem ägyptischen Königshaus, dass wäre der Höhepunkt der steilen Karrieren des Jungen Monarchen.

Ja alles könnte so schön sein, wenn die Monster nicht wären die plötzlich auf den Feldern auftauchen, die Bauern fressen, und eine Massenflucht in die Stadt auslösen. Wer soll nun die Ernte einbringen, wer das Getreide zu den Häfen fahren damit die Handeslflotte ihre Verträge einhalten kann. Da hilft nur noch eines. Die einzigartige menschliche Superwaffe, die unbesiegbare unverwundbare halbgöttliche Einmannarmee, die Lösung sämtlicher Lebensprobleme , die sprichwörtliche Rettung in der Not: Herkules.
Was aber, wenn der nicht will?

Herkules. Eine komische Tragödie in fünf Akten.
Bald im Forum ihres Vertrauens
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Babac

Master

Date of registration: Feb 5th 2007

Posts: 809 wcf.user.activityPoints: 5,365

Location: Saarbrücken

2

Wednesday, November 4th 2009, 9:09am

na das, marot, hört sich schonmal vielversprechend an! ich bin sehr gespannt auf deine ausführung...und die komik, die schon in der einleitung zu lesen ist.

beste grüße, und viel fleiß für den 5 akter...

babac

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

3

Friday, November 6th 2009, 4:34am

Herkules
Eine Idioten Tragödie

Personen:

Eurystheus: König von Mykene
Tai-Mit: Botschafterin von Ägypten und Nichte des Pharaos
Herkules: Nationalheld Mykenes
Megara: Seine Frau
Tairesias: Ein Wahrsager
Homer: Ein Dichter
Priester



1. Akt

1.1

Homer:
Sieh nieder Zeus, oh Herr der Weltenscheibe
Auf deines Sohnes Taten, dir zu Füßen
Bezwang er nicht die Schlangen schon als Knabe
Und säugte ihn nicht Hera selbst, die Welten Mutter
Oh welche Pracht bringt er Mykenes Kindern
Uns stolzen Bürgern der geweihten Stadt
Und er der alle Größe vierfach übertrifft
Ist noch Eurystheus Diener, unsres Herren.

Eurystheus: Halt! Was meinst du mit noch?

Homer: Bitte?

Eurystheus: „Ist noch Eurstheus Diener“. Was meinst du damit? Willst du andeutet, er
könne sich über mich erheben?

Homer: Was? Beim Zeus nein, es betont den Umstand, dass er euer Diener ist. Wie etwa „und sogar über diesem großen Helden steht noch eine Größerer nämlich Eurytheus“.

Eurytheus: Aber das werden die Bauern nicht verstehen. Umschreibe es
anders. Weiter!

Homer:
Als Knabe schon so stark wie hundert Männer
Erschlug er aus gerechten Zorn den Linos
Erlernte Bogen, Speer und Schildes höchste Künste
bezwang den Löwen dessen Fell ihn schmückt
Und zeugte 50 Söhne nur in fünfzig Tagen

Eurytheus: Na ja ob das so stimmt, ist auch nicht bewiesen. Da treiben sich eine
Menge einsame Bauern auf dem Kitharon herum, die genauso gut Vater des einen oder anderen diese Bälger sein könnten.

Homer: Ja Herr, sicher, die Zeile sollte nur die Fruchtbarkeit des großen
Helden untermauern.

Eurytheus: Willst du sagen, wer noch keine Söhne gezeugt hat, ist kein wahrer Krieger?

Homer: Was? Nein, in keinem Fall, ich...

Eurytheus: Streich die Stelle! Weiter!

Homer: Ich bitte um Verzeihung. Herr, weiter bin ich nicht!

Eurytheus: Das ist alles? Ich zahle dir ein monatliche Gehalt, lasse dich in den Quartieren schlafen, verpflege dich mit meinem Brot und du bringst in drei Monaten nicht mehr zustande, als diese mickrigen Zeilen? Wo ist der Kampf um den Olymp, wo die Sage um den Scheideweg? Willst du gevierteilt werden?

Homer: Ich bitte um Verzeihung, es ist nicht so, dass ich es nicht versucht hätte, aber
den olympischen Krieg und die Sage kann ich ohne Herkules nicht schreiben! Ich muss erst mit ihm selbst sprechen, seine Beschreibung hören!

Eurystheus: Dann befrage Herkules und verschwende nicht meine Zeit!

Homer: Ja, aber genau das ist das Problem, er ist nicht hier! Schon seit Monaten nicht.
Seit der Schlacht um den Olymp ist er nicht wieder aufgetaucht.

Eurystheus: Schluss mit den Ausreden! Warst du schon bei seiner Frau?

Homer: Bei seiner Frau? Nein wieso?

Eurystheus: Du Schwachkopf. Sie weiß mehr über Herkules, als er selbst, ich glaube
manchmal, sie denkt sogar für ihn. Mach dich fort, befrage Megara, bis er selbst zurück kommt und wage es nicht, mir noch einmal ohne den kompletten Epos vor Augen zu treten.

Homer: Jawohl Herr.

Homer eilt davon
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

4

Saturday, November 7th 2009, 7:03am

Auftritt Tairesias

Tairesias: Herr, ich störe euch ungern, aber es gibt da etwas, dass wir besprechen sollten

Eurystheus: Geht, es wieder um den Weltuntergang Tairesias? Ich habe jetzt keinen Sinn für deine Schwarzseherei.

Tairesias: Aber es ist dringend. Etwas ist vorgefallen.

Eurystheus: Was ist es, rede schon.

Tairesias: Ihr erinnert euch sicher an das Dorf, das
vor ein paar Wochen von Monstern angegriffen wurde, ich sagte damals
man müsse Vorkehrungen treffen.

Eurystheus: Ja und ich habe, 50 Soldaten hin geschickt.

Tairesias: Richtig und die haben die Kreaturen auch
vorerst zurück gedrängt, aber jetzt sind es ungleich mehr Monster
geworden. Erst töteten sie, die Soldaten, dann belagerten sie das Dorf.
Die Bauern haben sich verbarrikadiert und sich so gut verteidigt wie es
nur ging, aber letztlich half es nichts. Die Monster, mit ihren
Harpien, Keilern und sogar einer Hydra, überrannte die Schutzwälle
einfach. Zu hunderten drangen sie ein und töteten Männer, Frauen und
Kinder. Das Dorf ist nicht mehr, nur noch ein Trümmerfeld in mitten der
zertrampelten Felder. Nur wenige konnten entkommen. Sie lagern jetzt
vor der Stadt und bitten um Hilfe. Andere Dörfer haben auch Angst
bekommen. Die Menschen verlassen Fluchtartig das Grenzland.

Eurystheus: Das kann nicht sein! Die Monster gibt es
in dieser Gegend schon seit Anbeginn der Zeit. Sie kommen hin und
wieder aus dem Wald, töten mal einen Bauern oder greifen eine Karavane
an, aber eigentlich sind sie scheu und froh, wenn wir sie zufrieden
lassen. Warum sollten sie jetzt plötzlich angreifen.

Tairesias: Das habe ich seit Jahre vorausgesagt! Es gibt keinen Wald mehr in den sie sich zurück ziehen könnten.

Eurytheus: Wie es gibt keinen Wald? Warum soll es keinen Wald geben, der war schon immer da.

Tairesias: Ihr habt alles abholzen lassen. Für die
Handelsflotte, die neuen Baracken, die Holzvertäfelungen im Palast. Und
erinnert ihr euch an das Freudenfeuer, letzten Monat zu ehren von
Herkules?

Eurytheus: Ja das war großartig.

Tairesias: Die letzten 10 Bäume!

Eurystheus: Wir brauchten das Holz! Und wir brauchten die zusätzlichen Felder für den Handel mit Ägypten! Das weißt du genau!

Tairesias: Ja, aber jetzt haben die Monster keinen
Rückzugsort mehr und drängen auf die Felder. Die Bauern können nicht
arbeiten und so gibt es auch nichts, mit was man handeln könnte! Wir
hätten damals sofort wieder aufforsten müssen, ich habe euch das
geraten.

Eurystheus: Es ist mir vollkommen egal was du mir damals geraten hast, sag mir lieber was wir jetzt machen sollen!

Tairesias: Die Monster müssen selbstverständlich erst einmal vernichtet werden.

Eurystheus: Ganz genau! Schicke alle Soldaten, die zur Verfügung stehen!

Tairesias: Ich fürchte, das geht auch nicht!

Eurystheus: Warum nicht?

Tairesias: Wir haben nur noch ein paar um den Palast zu bewachen, der Rest begleitet die Handelsflotte, um sie von den Piraten zu schützen

Eurystheus: Verdammt! Diese verfluchten Ägypter. Ist die Botschafterin schon hier?

Tairesias: Sie ist vor ein paar Minuten eingetroffen.

Eurystheus: Gut sie soll kommen. Was die Monster angeht, haben wir noch immer einen Trumpf im Ärmel, also keine Sorge!

Tairesias: Diesbezüglich wollte ich euch auch noch einmal warnen!

Eurystheus: Verschone mich mit deinem Pessimismus.

Tairesias: Ich kenne ihn gut, er hat sich verändert.
Sich auf ihn zu verlassen ist Irrsinn. Ich glaube fest, dass er ganz
Mykene in den Abgrund stürzen wird, wenn wir nicht auf ihn achten.


Eurystheus: Ich dachte er ist dein Freund

Tairsias: Das ist der Grund, warum ich mich so Sorge!

Eurysteus: Mach dir keine Gedanken, ich kenne ihn gut.
Ich habe ihn im Griff. Er mag schwierig sein, aber berechenbar. Er wird
helfen, immerhin ist er ein Held oder nicht?

Tairesias: zu sich Ich wünschte ihr würdet einmal auf mich hören

Eurystheus: Hast du was gesagt?

Tairesias: Nein, Herr

Eurystheus: Dann schick die Botschafterin rein und such mir den Hohen Prister. Ich muss mit ihm sprechen.

Theiresias: Wie ihr wünscht, Herr

Tairesias ab
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

5

Sunday, November 8th 2009, 2:11pm

Auftritt Botrafterin Ta Mit

Eurystheus: Ah, meine liebe Ta-Mit, du bist, wie immer, eine Augenweide. Wie war die Überfahrt? Keine Piraten hoffe ich.

Ta- Mit: Nein wir hatten Glück, aber eines deiner Handelsschiffe, das nach Troja wollte,
soll überfallen worden sein, habe ich gehört. Wirklich schrecklich, du solltest dir das nicht gefallen lassen. Der Pharao versichert dir sein Mitgefühl.

Eurystheus: Tut er das, ja? Wie tröstlich. Das vierte Schiff in zwei Monaten. Seltsam,
dass jene Schiffe die mit Ägypten handeln nie angegriffen werden.

Ta Mit: So seltsam kann ich das gar nicht finden. Unsere Gewässer sind sicher, die Piraten
trauen sich nicht, sich gegen den göttlichen Pharao zu erheben

Eurystheus: Der Hund beißt die Hand nicht, die ihn füttert.

Ta Mit: Was willst du damit andeuten.

Eurystheus: Nichts.

Ta- Mit: Das ist schön. Kommen wir zum Grund meines Besuches. Der Pharao hat beschlossen,
die nichtswürdigen Perser, ein für alle mal von der Erde zu tilgen

Eurytheus: Das heißt Krieg?

Ta_Mit: Sehr richtig. Diese Emporkömmlinge haben sich lange genug am Euphrat
herum getrieben. Es wird Zeit ihnen zu lehren, wer der wahre Herrscher der Welt ist. Allerdings, auch wenn wir diesen niederträchtigen Tagedieben hundertfach überlegen sind, ihre pure Anzahl ist doch alarmierend. Wir dürfen sie nicht unterschätzen.

Eurytheus: Nein das sollte man nie, wer weiß was diese Hunde so alles in der Hinterhand haben.
Ta-Mit: Genau und deshalb ruft der göttliche Herrscher nun all seine Freunde und
Verbündeten zusammen.

Eurystheus: Ach... ich kann keine Soldaten erübrigen, wenn es darum geht. Die sind
damit beschäftigt Piraten zu bekämpfen.

Ta-Mit: Keine Sorge an deinen Palastwächtern ist der Pharao nicht interessiert, auch wenn
ein Kämpfer wie Herkules natürlich etwas ganz Anderes wäre.

Eurystheus: Vergiss es, der ist beschäftigt.

Ta-Mit: War auch nur so eine Idee, er würde sowieso nicht in unsere Schlachtenordnung
passen. Nein was der Pharao will, ist das Getreide, dass du exportierst.

Eurytheus: Er bekommt doch schon 50 Prozent meiner Exportwaren und dass, wenn ich es
sagen darf, für einen Spottpreis.

Ta-Mit: Für einen fairen Preis im Sinne der Freundschaft, mein Lieber. Aber jetzt will er
100 Prozent.

Eurystheus: Alles? Kommt nicht in Frage, ich habe Verträge mit den Trojanern einzuhalten.

Ta-Mit: Ägypten braucht dich Eurystheus, deine treuen Verbündeten bitten um deine Hilfe.
Unsere Soldaten brauchen Brot und du kannst es ihnen geben. Deine kleinen Nebengeschäfte mit Troja sollten da hinten anstehen. Nebenbei, wenn der Göttliche mit den Persern fertig ist, wird es nicht lange dauern, bis er sich den Trojanern zuwendet und wer weiß, welche undankbaren Stadtstaaten er danach ins Auge fasst.

Eurystheus: Drohst du mir?

Ta Mit: Warum sollte ich, das ist kaum notwendig.

Eurystheus: Du verdammtes Luder, ich lasse mich nicht im meinem eigenen Palast
bedrohen. Ich weiß das es ägyptische Piraten sind, die meine Schiffe karpern, damit ich aufhöre, mit euren Konkurrenten zu handeln.Ich weiß, dass du meine Handelsrouten ausspionierst und ich weiß, dass dein verdammter Pharao nichts lieber täte, als mein Land zu annektieren.

Ta Mit: Beruhige dich. Du kriegst noch den Schlag.

Eurystheus: Du leugnest nicht einmal. Sag mir, warum ich dich nicht einfach vierteilen lasse und
alle Beziehungen mit deinem verräterischen Pharao abbreche.

Ta- Mit: Weil du nicht dumm bist, zumindest nicht völlig. Du weißt er würde dich und dein
kleines Land ohne jede Mühe zerquetschen.

Eurystheus: Ach ja? Er will Krieg mit den Persern führen, einen Feind im Rücken kann er
sich nicht leisten.

Ta Mit: Du brauchst das Geld aus unseren Kassen, um deinen Palast zu bezahlen und deine
Feste, mit denen du vor deinen griechischen Königsfreunden so gerne angibst.

Eurtheus: Um von dir und deinem Natternherrscher fort zu kommen, schnalle ich gerne den
Gürtel enger.

Ta Mit: Ja dann bleibt wohl nur ein letzter Grund. Küsst ihn. Ich glaube kaum, dass du auf
mich verzichten kannst

Eurystheus: Dann sperre ich dich eben ein und nehme dich mit Gewalt.

Ta- Mit: lacht Dieses Spiel nun wieder

Eurystheus nimmt sie auf den Arm und trägt sie ins Off, in seine Gemächer.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

6

Monday, December 14th 2009, 5:50pm

Anmerkung: So, ich habe mich hingesetzt ub den Anfnag überarbeitet. Gewisse nervensägen haben so lange gepöagt bis ich entschieden habe den tairesias zu verändern un die Strucktur des ertsen Aktes ein wneig interessanter zu modelieren.
Für euch vielleicht auch mal ganz interessant zu sehen wie sich so ein stück von rohfassung zu Hauptfassung noch verändert.


Herkules


1.Akt

1. 1 Eurystheus, Homer Thairesias

Homer:
Sieh nieder Zeus oh Herr der Weltenscheibe
Auf deines Sohnes Taten, dir zu Füßen
Bezwang er nicht die Schlangen schon als Knabe?
Und säugte ihn nicht Hera selbst, die Welten Mutter?
Oh welche Pracht bringt er Mykenes Kindern!
Uns stolzen Bürgern der geweihten Stadt.
Und er der alle Größe vierfach übertrifft
Ist noch Eurystheus Diener, unsres Herren.

Eurystheus: Halt! Was meinst du mit Noch?

Homer: Bitte?

Eurystheus: „Ist noch Eurystheus Diener“. Was meinst du damit? Willst du andeutet, dass er
sich über mich erheben könnte ?

Homer: Was? Nein, es betont den Umstand, das er euer Diener ist. Wie etwa „und sogar über diesem großen Helden steht noch eine Größerer nämlich Eurystheus“.

Eurytheus: Aber das werden die Bauern nicht verstehen. Umschreibe es
anders. Weiter!

Tairasis: Donnerwetter, hier steht das die Welt im Jahre 2012 nach Christus untergehen wird. Scheinbar geht dies auf einen Mayakalender zurück der in 1500 Jahren angefertigt werden wird und der im Jahr 2012 einfach endet. Dann schiebt die Sonne ins Zentrum der Galaxis. Naja, kein Wunder, man weiß ja was mit Leuten passiert, die zu lange im Mittelpunkt stehen.

Homer: Unterbrich meinen Vortrag nicht.

Eurytheus: Sei Still Tairesias zu Homer Ignoriere ihn, Weiter!

Homer:
Als Knabe schon so stark wie hundert Männer
Erschlug er aus gerechten Zorn den Linos
Erlernte Bogen, Speer und Schildes höchste Künste,
bezwang den Löwen dessen Fell ihn schmückt
Und zeugte 50 Söhne nur in fünfzig Tagen

Eurytheus: Na ja ob das so stimmt, ist auch nicht bewiesen. Da treiben sich eine
Menge einsame Bauern auf dem Kitharon herum, die genauso gut Vater des ein oder anderen diese Bälger sein könnten.

Homer: Ja Herr, sicher, die Zeile sollte nur die Fruchtbarkeit des großen
Helden untermauern.

Eurytheus: Willst du sagen, wer keine Söhne zeugt, ist kein wahrer Krieger?

Homer: Was? Nein, in keinem Fall, ich...

Eurytheus: Streich die Stelle! Weiter!

Tairesias: Hm und dieser Wissenschaftsteil ist auch nicht von schlechten Eltern. Hier steht dass sich Aale, nach denen man ihnen den Kopf und Schwanz abgeschlagen hat noch geraume Zeit hin und her winden. Wenn da statt dem Kopf nicht ein Blutiger Stumpf wäre, wüsste man gar nicht das sie tot sind.

Eurystheus: Halt die Klappe es ist schon schwer genug dem Gestammel dieses Pfuschers zu folgen. Ich habe jetzt keinen Sinn für deinen Unfug

Tairesias: Bedauerlich, du solltest wirklich öffter die Zeitung von morgen lesen, dann wüsstest du was heute los ist.

Eurystheus: Da steht überhaupt nichts, du saugst dir die Neuigkeiten aus den Fingern.

Tairesias: Unfug, du musst nur richtig hinschauen die Zukunft steht hier schwarz auf weiß. Anders als das Geschreibsel dieses Dummkopfes, das ist in gelb, mit Pisse geschrieben.

Homer: Das muss ich mir nicht gefallen lassen. Ich habe Wochen an dem perfekten Metrum gearbeitet, so wie es der König wollte.

Tairesias: Und dabei hast du bedauerlicher Weise völlig vergessen, keinen Quatch zu verzapfen. Ich hab noch nie einen Vortag gehört, der weniger mit Herkules zu tun hat.

Eurystheus: Naja, da hat er nicht ganz unrecht. Ein wenig unpersönlich ist das schon. Egal weiter

Homer: Ich bitte um Verzeihung. Herr, weiter bin ich nicht!

Eurytheus: Das ist alles? Ich zahle dir ein monatliche Gehalt, lasse dich in den Quatieren schlafen, verpflege dich mit meinem Brot und du bringst in drei Monaten nicht mehr zustande, als diese mickrigen Zeilen? Wo ist der Kampf um den Olymp, wo die Sage um den Scheideweg? Willst du gevierteilt werden?

Homer: Es ist nicht so, dass ich es nicht versucht hätte, aber
den olympischen Krieg und die Sage kann ich ohne Herkules nicht schreiben! Ich muss erst mit ihm selbst sprechen, seine Beschreibung hören! Deshalb ist es ja auch so unpersönlich, ich bin ihm noch nie begegnet

Tairesias: Du Glückspilz..

Eurystheus: Dann befrage Herkules und verschwende nicht meine Zeit!

Homer: Ja, aber genau das ist das Problem, er ist nicht hier! Schon seit Monaten nicht.
Seit der Schlacht um den Olymp ist er nicht wieder aufgetaucht.

Eurystheus: Schluss mit dem Ausreden! Warst du schon bei seiner Frau?

Homer: Bei seiner Frau? Nein wieso?

Eurystheus: Du Schwachkopf. Sie weiß mehr über Herkules, als er selbst, ich glaube
manchmal, sie denkt sogar für ihn. Mach dich fort, befrage Megara, bis er selbst zurück kommt und wage es nicht, mir noch einmal ohne den kompletten Epos vor Augen zu treten.

Homer: Jawohl Herr.

Tairesias: Hey Homer, warum schreibst du nicht schonmal das Ende?

Homer: Welches Ende?

Tairesias: Auch du solltest mehr Zeitung lesen. Steht alles hier drin. Sogar auf der Titelseite, in dicken Lettern:
Held in Haft! König auf der Fluch.
Nach seiner fürchterlichen Gräultat, von der wir die vergangenen Wochen berichteten, wurde der einstige Nationalheld und Bezwinger der Titanen Herkules nun für schuldig im Sinne der Anklage befunden und zu lebenslänglicher Zwangsarbeit in den Ställen des Augeas verurteilt. Sein entsetzliches Verbrechen hat die ganze Nation in einen Zustand des Chaos versetzt. König Eurystheus dessen politisches und menschliches Versagen als eine der Hauptursachen für den Ausbruch der Gewalt gesehen wird, ist von seinem Amt in Schande zurückgetreten und aus dem Land geflohen, nach dem ein wütender Mob den Palast angezündet hatte.

Eurystheus: Schluss damit, was soll das sein? Die Zukunft? Das ist nichts als Blödsinn.

Tairesias: Genau weil du das denkst, ist es ja die Zukunft.

Homer: Ich dachte ein zukünftiges Unheil tritt ein, weil man verzweifelt versucht es zu verhindern.

Tairesias: Nur in den dummen Geschichten dummer Schreiberlinge wie dir. In der echten Welt tritt ein Unheil ein weil man zu blöd oder zu faul ist es abzuwenden!

Homer: Ich höre mir diese Beleidigungen nicht länger an. Es ist nicht so das ich diesen Text hier freiwillig schreibe.

Homer eilt davon

Tairesias: Was für ein Blödian. Hat nur auf einen Grund gewartet weg zu rennen.
Warum hast du ihn überhaupt eingestellt.

Eurystheus: Er ist der Beste den es gibt. Traurig aber war. Aber jetzt sag schon, was willst du hier. Wenn ich sonst deinen Rat brauche, muss ich dich aus den Tavernen schleifen lassen.

Tairesias: Ich bin hier um dich vor deinem Untergang zu warnen.

Eurystheus: Mein Untergang? Da ist lächerlich, ich saß noch nie so fest im Sattel wie jetzt. Ich habe alle Feinde besiegt und meine treusten Verbündeten sind die Ägypter, das mächtigste Reich der Welt. Was sollte mich jetzt noch bedrohen.

Tairesias: Das ist der Grund warum du so ein halbgarer Herrscher bist, du denkst immer nur nach Außen, die Schrecken, die im Innern lauern siehst du gar nicht.

Eurystheus: Hör auf zu faseln und sag mir was passieren wird.

Tairesias: Ich hab dir den Zeitungsartikel vorgelesen.

Eurystheus: Lass mich mit deiner imaginären Zeitung zufrieden und sag mir in klaren Worten was geschehen wird.

Tairesias: Für was? Du hörst doch sowieso nicht auf mich. Jetzt weiß ich wie sich Kassandra fühlen wird.

Eurystheus: Wie bitte?

Tairesias: Nichts weiter, nur eine anderer Seherin, nach unserer Zeit. Auch so eine arme Sau wie ich. Du willst wirklich die Wahrheit wissen?

Eurystheus: Natürlich, deshalb dulde ich deine Unverschämtheiten ja überhaupt.

Tairesias: Nun gut: Wegen diesem Piratenproblem hast du fasst alle deine Männer als Begleitschutz für die Handelsflotte abkommandiert. Da dir die Männer fehlen verlässt du dich mal wieder auf Herkules, der die Monster alle töten soll. Der ist aber so fertig mit der Welt dass er sich weigert die Aufgabe anzunehmen und aus Stolz und Druck von außen beschließt du deinerseits den Druck auf Herkules zu erhören. Es kommt zu einem Machtkampf und was folgt ist nichts als Mord und Totschlag und am Ende verlieren wir alle.

Eurystheus: Momentmal, was für Monster?

Tairesias: Nicht einmal das weißt du? Hast du heute schonmal aus dem Fenster geschaut?

Eurystheus: Ich habe viel zu tun, rede schon?

Tairesias: Die Zeitung von Morgen titelt: „Monster zerstören Grenzdorf. Zahl der Tote schon über Hundert. Bauern machen Misswirtschaft des Königs verantwortlich.“
Die Bauern flüchten in Strömen vom Grenzland in die Stadt, hunderte Tummeln sich schon in den Gassen. Noch ein Grund warum ich hier bin, da draußen ist es einfach zu voll

Eurystheus: Schwachsinn, die Monster kommen beinahe nie aus dem Wald. Sie greifen mal ein Kleinkind an oder eine alte Frau, aber Ansonsten sind sie froh wenn wir sie zufrieden lassen.

Tairesias: Moment da war doch ein interessanter Artikel zu diesem Thema... Genau: „Wald abgeholzt, Monster heimatlos!“

Eurystheus: Spätestens jetzt weiß ich das du wieder nichts als Unsinn redest. Den Wald gibt es seit Anbeginn der Zeit , er ist endlos.

Tairesias: Naja deine Handelsflotte ist niegalnagel neu, aber endlos ist die auch. Genau wie der Paketboden im ganzen Palast und die Freudenfeuer zu ehren Herkules jedes Wochenende.
Es tut mir ja wirklich Leid es dir zu sagen großer König, aber du hast den ganzen Wald vermöbelt und jetzt fressen die Monster die Bauern auf.
Moment da war irgendwo ein interessanter Leitartikel zur Umwelt....
Oh die Nutte ist eine getroffen.

Eurystheus: Was für eine Nutte?
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

7

Tuesday, May 25th 2010, 11:13am

So machen wir hie rmal weiter, zunächst nochmal 1.3 was jetzt ja 1.2 ist und dann weiter

1.2
Auftritt Botrafterin Ta Mit

Eurystheus: Ah, meine liebe Ta-Mit, du bist, wie immer, eine Augenweide. Wie war die Überfahrt? Keine Piraten hoffe ich.

Ta- Mit: Nein wir hatten Glück, aber eines deiner Handelsschiffe, das nach Troja wollte,
soll überfallen worden sein, habe ich gehört. Wirklich schrecklich, du solltest dir das nicht gefallen lassen. Der Pharao versichert dir sein Mitgefühl.

Eurystheus: Tut er das, ja? Wie tröstlich. Das vierte Schiff in zwei Monaten. Seltsam,
dass jene Schiffe die mit Ägypten handeln nie angegriffen werden.

Ta Mit: So seltsam kann ich das gar nicht finden. Unsere Gewässer sind sicher, die Piraten
trauen sich nicht, sich gegen den göttlichen Pharao zu erheben

Eurystheus: Der Hund beißt die Hand nicht, die ihn füttert.

Ta Mit: Was willst du damit andeuten.

Eurystheus: Nichts.

Ta- Mit: Das ist schön. Kommen wir zum Grund meines Besuches. Der Pharao hat beschlossen,
die nichtswürdigen Perser, ein für alle mal von der Erde zu tilgen

Eurytheus: Das heißt Krieg?

Ta_Mit: Sehr richtig. Diese Emporkömmlinge haben sich lange genug am Euphrat
herum getrieben. Es wird Zeit ihnen zu lehren, wer der wahre Herrscher der Welt ist. Allerdings, auch wenn wir diesen niederträchtigen Tagedieben hundertfach überlegen sind, ihre pure Anzahl ist doch alarmierend. Wir dürfen sie nicht unterschätzen.

Eurytheus: Nein das sollte man nie, wer weiß was diese Hunde so alles in der Hinterhand haben.
Ta-Mit: Genau und deshalb ruft der göttliche Herrscher nun all seine Freunde und
Verbündeten zusammen.

Eurystheus: Ach... ich kann keine Soldaten erübrigen, wenn es darum geht. Die sind
damit beschäftigt Piraten zu bekämpfen.

Ta-Mit: Keine Sorge an deinen Palastwächtern ist der Pharao nicht interessiert, auch wenn
ein Kämpfer wie Herkules natürlich etwas ganz Anderes wäre.

Eurystheus: Vergiss es, der ist beschäftigt.

Ta-Mit: War auch nur so eine Idee, er würde sowieso nicht in unsere Schlachtenordnung
passen. Nein was der Pharao will, ist das Getreide, dass du exportierst.

Eurytheus: Er bekommt doch schon 50 Prozent meiner Exportwaren und dass, wenn ich es
sagen darf, für einen Spottpreis.

Ta-Mit: Für einen fairen Preis im Sinne der Freundschaft, mein Lieber. Aber jetzt will er
100 Prozent.

Eurystheus: Alles? Kommt nicht in Frage, ich habe Verträge mit den Trojanern einzuhalten.

Ta-Mit: Ägypten braucht dich Eurystheus, deine treuen Verbündeten bitten um deine Hilfe.
Unsere Soldaten brauchen Brot und du kannst es ihnen geben. Deine kleinen Nebengeschäfte mit Troja sollten da hinten anstehen. Nebenbei, wenn der Göttliche mit den Persern fertig ist, wird es nicht lange dauern, bis er sich den Trojanern zuwendet und wer weiß, welche undankbaren Stadtstaaten er danach ins Auge fasst.

Eurystheus: Drohst du mir?

Ta Mit: Warum sollte ich, das ist kaum notwendig.

Eurystheus: Du verdammtes Luder, ich lasse mich nicht im meinem eigenen Palast
bedrohen. Ich weiß das es ägyptische Piraten sind, die meine Schiffe karpern, damit ich aufhöre, mit euren Konkurrenten zu handeln.Ich weiß, dass du meine Handelsrouten ausspionierst und ich weiß, dass dein verdammter Pharao nichts lieber täte, als mein Land zu annektieren.

Ta Mit: Beruhige dich. Du kriegst noch den Schlag.

Eurystheus: Du leugnest nicht einmal. Sag mir, warum ich dich nicht einfach vierteilen lasse und
alle Beziehungen mit deinem verräterischen Pharao abbreche.

Ta- Mit: Weil du nicht dumm bist, zumindest nicht völlig. Du weißt er würde dich und dein
kleines Land ohne jede Mühe zerquetschen.

Eurystheus: Ach ja? Er will Krieg mit den Persern führen, einen Feind im Rücken kann er
sich nicht leisten.

Ta Mit: Du brauchst das Geld aus unseren Kassen, um deinen Palast zu bezahlen und deine
Feste, mit denen du vor deinen griechischen Königsfreunden so gerne angibst.

Eurtheus: Um von dir und deinem Natternherrscher fort zu kommen, schnalle ich gerne den
Gürtel enger.

Ta Mit: Ja dann bleibt wohl nur ein letzter Grund. Küsst ihn. Ich glaube kaum, dass du auf
mich verzichten kannst

Eurystheus: Dann sperre ich dich eben ein und nehme dich mit Gewalt.

Ta- Mit: lacht Dieses Spiel nun wieder

Eurystheus nimmt sie auf den Arm und trägt sie ins Off, in seine Gemächer.


1.3



Tairesias: „Julius Cesar ist tot. Sohn beteuert Unschuld.
Gestern morgen mit dem ersten Hahnenschrei wurde Julius Ceasar Imperator von Rom tot in seinen Gemächern im Palast aufgefunden. Wie die Wache berichtet konnten sieben Stichwunden von sieben verschiedenen Messern im Rücken des Opfers festgestellt werden. Die Heiler sind der Ansicht, das der göttliche Herrscher nicht sofort starb sondern langsam verblutete. Hauftverdächtiger ist Cesars Sohn Brutus, der beim Versuch die Stadt zu verlassen aufgegriffen wurde und sich momentan in Untersuchungshaft befindet. Das Motiv der Tat ist vollkommen unklar doch Experten vermuten, das Neid und politische Intrigen eine Rolle gespielt haben können.“
Da Brat mir doch einer einen Storch, damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ah der Große Held kommt zurück.

Auftritt Herkules


Herkules: Eurystheus! Eurystheus.! Komm raus. Ich bin zurück. Dein Großer Held hat den
Palast betreten. Wo bleiben die Fanfaren. Ich will mein Geld.
Eurytheus, was treibst du? Komm her und bezahle deinen Cousin. Ich will saufen gehen. Hast du eine Ahnung wie Teuer die Huren in Athen sind? Ich wette du weißt es ganz genau.
Ich bin müde. Ich will schlafen, meine Frau habe ich auch schon Monate nicht gesehen. Ich frage mich warum ich diese Wanderei auf mich nehme, wenn ich am Ende nicht mal bezahlt werde. Eurystheus du Schwesternficker, komm raus. Ich weiß das du Geld hast, ich habe diese Statue auf dem Markt gesehen. Hättest das Geld lieber mir geben sollen, satt es für so einen Quatsch auszugeben. Warum ist in diesem riesigen Palast eigentlich kein Schwein?. Ich bin so müde. All die Löwen, Riesen und Götter, dieser ganze Schwachsinn der kein Ende nimmt und nichts einbringt außer Lieder und Statuen. Lieder kann ich nicht saufen und Statuen nicht ficken, hörst du Eurystheus? Verdammt!
Ah, Tairiesias, es tut so gut dich zu sehen

Tairesias: Voll wie eine Strandhaubitze

Herkules: Was ist eine Strandhaubitze

Tairessias: Deine Ablösung aber erst in 3000 Jahren. Wie war es auf dem Olymp?

Herkules: Ich dachte, du weißt alles.

Tairesias: Schon, aber es ist lustiger, es aus deinem Mund zu hören.

Herkules: Warum nimmst du eigentlich nichts ernst?

Tairesias: Damit ich so ein Jammerlappen werde wie du?
Aber zumindest hast du danach die richtige Entscheidung getroffen. Du warst die letzten sechs Monate im Hafenvitel von Athen nicht war?

Herkules: Woher weißt du das jetzt schon wieder?

Tairesias: Wie gesagt ich weiß alles, außerdem war Theseus hier. Er meinte du hättest nichts anderes gemacht als zu saufen und zu huren.

Herkules: Dieser Heuchler, er war die ganze Zeit bei mir. Ist er noch hier? Der Penner schuldet mir noch Geld für Huren.

Thairesias: Er ist vor einer Woche nach Sparta abgreist. meinte die Weiber dort wären so schön drahtig.

Herkules: Tairesias, ich verliere die Kontrolle.

Tairesias: Die hattest du nie, keiner von uns hat die.

Herkules: Alles ist so sinnlos. Ich habe auf meinem Weg zum Olymp bestimmt 30 Dörfer gerettet. Vor Monstern, Räubern, Erdbeben und was weiß ich noch alles. Aber als ich zurück kam, waren die die Monster wieder da, neue Räuber lungerten auf den wegen und statt eines Bebens hatte eine Flutwelle das Dorf vernichtet

Tairesias: Also genau genommen doch ein Beben, ein Seebeben nur.

Herkules: Das ist mir vollkommen Wurst. Ich dachte wenn ich den Göttern helfe dann...was für eine Zeitverschwendung! Wo ist Eurystheus?

Tairesias: Beschäftigt.

Herkules: Ich wette, er fickt irgend eine Hure.

Tairesias: Du solltest Hellseher werden.

Herkules: Nein danke so verkorkst bin ich noch nicht. Ich geh schlafen. Sage Eurytheus dass ich hier war, er soll mir mein Geld bringen lassen.

Herkules ab

Tairesias: Nicht zu fassen: „Griecheland wird Europameister, Rehakles triumphiert.“
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

8

Saturday, May 29th 2010, 7:37am

Auftritt Eurytheus und Ta-Mit

Eyrystheus: Ja das war überzeugend. Du treibst mich noch in den Wahnsinn.

Ta-Mit: So lange es dem König gefällt

Eyrytheus: Und dem Pharao, nicht war.

Ta- Mit: Ich wüsste nicht was der große Pharao mit den Liebeleien des kleinen Königs Eurystheus zu tun haben sollte.

Eyrystheus: Willst du mich schon wieder porvozieren?

Ta- Mit: Ich möchte nur deutlich machen, dass meine Liebe und mein Dienst am Pharao zwei voll kommen verschiedene Dinge sind.

Eurytheus: Deine Liebe, du erwartest doch wohl nicht, dass ich glaube, dass du mich liebst.

Ta-Mit: Warum sollte ich mich dir sonst hingeben ?

Eurystheus: Du willst, dass ich den Vertrag unterschreibe und nur noch mit Ägypten handele.

Ta- Mit: Was fällt dir ein. Hältst du mich für eine Hure?

Tairesias: „Studenten auf dem Strich. Immer mehr Studenten, prostituieren sich, weil sie sich die
Studiengenbühren nicht leisten können.“ Na ist doch super, dann kann man sich über Platon unterhalten, während man drin steckt.

Ta- Mit: Dich hat keiner gefragt . Warum lungert er hier überhaupt rum, schicke ihn fort.

Eurystheus: Ignoriere ihn, er brabbelt nur Unsinn, aber es ist nie schlecht ihn um sich zu haben. Man weiß ja nie.

Ta-Mit: Warum denkst du so schlecht von mir?

Eurystheus: Ist es nicht war? Du willst den Vertrag nicht?

Ta- Mit: Natürlich will ich ihn, aber das heißt nicht das ich dich nicht liebe. Ich habe pflichten meinen Onkel gegenüber, aber mein Herz gehört dir.

Eurystheus: Dann heirate mich!

Ta-Mit: Was?

Eurystheus: Heirate mich, wenn du mich liebst. Werde die Königin von Mykene und lass Ägypten hinter dir.

Ta-Mit: Ist das dein Ernst?

Eurytheus: Natürlich.

Ta-Mit: Oh mein Lieber, du Süßer... ich kann nicht.

Eurystheus: Warum nicht? Du liebst mich sagst du und ich liebe dich und wir passen zueinander. Außerdem, ich bin ein König, was gibt es da denn noch zu überlegen?

Ta-Mit: Ich habe es dir doch gesagt ich habe Pflichten, der Pharao würde das niemals zulassen.

Eurytheus: Was schert mich der Pharao, ich brauche seine Erlaubnis nicht!

Ta-Mit: Dann kommt er und brennt hier alles nieder. Es wäre natürlich alles völlig anders, wenn du sein treuer Verbündeter wärest.

Eurystheus: Ach? Ist das so? Und lass mich raten, das werde ich indem ich diesen verdammten Handelsvertrag unterschreibe nicht war?

Ta- Mit: Es würde sicher helfen.

Eurystheus: Genug der Scharade. Karten auf den Tisch. Ich unterschreibe das Ding und du heiratest mich! Einverstanden?

Ta- Mit: Das klingt so kalt, so geschäftlich. Ich kann doch nichts dafür. Der Pharao hat mich in der Hand. Wenn es nach mir ginge, der Vertrag wäre mir egal.

Eurystheus: Also heiratest du mich, wenn ich unterschreibe?

Ta-Mit: Ja

Eurystheus: Dann soll es sein. Aber eines sage ich dir, ich spiele dein Spiel mit, doch sobald wir verheiratet sind, gehörst du nur noch mir? Verstanden.

Ta-Mit: Verstanden, mein Gebieter.

Eurytheus: Wo willst du hin?

Ta-Mit: Ich schreibe einen Brief und setzte einen Vertrag auf.

Eurystheus: Geschäft hat Vorrang, ich verstehe.

Ta-Mit: Schau nicht so Missmutig, du heiratest bald, mein süßer Bräutigam.

Tamit ab.

Tairesias: „Riesiges hölzernes Pferd am Strand von Troja entdeckt. Von den Griechen keine Spur:
Gestern Morgen entdeckte eine Patrolie ein hölzernes Pferd im Lager des Griechenheeres. Die Armee selbst hat den Strand verlassen und ist, wie es den Anschein hat, mit der kompletten Flotte geflohen.
Die Heerfürer Trojas werteten dies als das Eingeständnis der unausweichlichen griechischen Niederlage und haben den uneingeschränkten Sieg verkündet.
Nur wenige Zweifler wollen sich dem allgemeinen Jubel nicht anschließen.
Ein geistig stark verwirrter Helleseher namens Lakoon meint: „Seid ihr blind, das ist eine Falle, dieses Pferd wird den Untergang Trojas bedeutet. Verbrennt es und verstreut die Asche in den Fluten oder das Pferd wird uns unter seinen hölzernen Hufen zermalmen.“
Der König von Mysien, Telephos, Sohn des Herkules, hingegen sieht keine Gefahr sondern eine Chance: „Dieses Pferd ist eine Geste der Ehrerbietung. Die Griechen reichen uns nach so langer Zeit des Blutvergießens die Hand und würdigen unsere ihnen überlegene Hochkultur, wie unsere militärische Übermacht. Das Pferd ist ein Symbol für eine neue Zeit in der Griechen und Troja nicht mehr kämpfen müssen, sondern friedlichen co-existieren können“.
Naja , das verwundert ja nicht, dass der Sohn ein genau so großer Trottel wie der Vater ist.

Eurystheus: Wenn du mir was zu sagen hast, tue es direkt!

Tairesias: Was kann ich dir schon sagen, du weißt was du tust. Das macht alles ja nur noch trauriger.
Ah, seine Hochwürden ist im Anmarsch.

Auftritt Priester

Priester: Oh König, es ist fürchterlich. Habt ihr von dem Dorf an der Grenze gehört? Wie es scheint sind drei weitere betroffen, weiter im Innland diesmal. Die Flüchtlinge pilgern in Strömen zu unseren Tempeln
Es sind Heerscharen. Sie belagern die Tempel, und bitten um Asyl . Viele haben sich schon in den Tempelhöfen eingenistet. Es sind hunderte Flüchtlinge und wir wissen schon nicht mehr wie wir sie unterbringen und verpflegen sollen.

Eurystheus: Hast du mir nicht noch vor ein paar Tagen in den Ohren gelegen, das Volk wäre nicht fromm genug und ich müsse Erlasse erwirken, die sie in die Tempel zwingen? Sei glücklich, die Erlasse waren gar nicht notwendig.

Priester: In der Not ist jeder fromm und wir nehmen jede verlorene Seele mit Dankbarkeit auf, aber Notleidende haben kein Geld und daher haben die Tempel auch keines.

Eurystheus: Verstehe und jetzt soll ich dir welches geben. Ich muss dich enttäuschen, wenn die Bauern fliehen, heißt das, dass die Ernte verloren geht, und wenn das geschieht habe ich genau so viel wie die flüchtenden Bauern. Einen schlechteren Zeitpunkt hätte es nicht geben können. Verdammt!
Aber keine Sorge, wir werden die Felder retten und ich weiß auch schon wie. Dafür aber muss ich sicher stellen, dass die Bauern bis dahin nicht durchdrehen, ein Aufstand ist das letzte was ich gebrauchen kann. Ich möchte, dass du die Leute unter Kontrolle hältst. Erzähle ihnen was du willst, dass die Götter uns prüfen wollen und wir ruhig und geduldig sein müssen oder ähnliches.

Priester: Das könnte in der Tat der Wahrheit entsprechen.

Eursytheus: Ja, wie auch immer, tue deine Pflicht.

Priester: Herr, da gibt es noch eine Angelegenheit, die ich besprechen wollte.

Eurytheus: Ich habe viel zu tun, mach schnell.

Priester: Wir haben schon die Opferung eines Ochsen, den ein Bauer von den Feldern gerettet hat, veranlasst und Tauben und Weizen brennen lichterloh in den Opferständen!

Eurytheus: Wie Bitte? Ihr verbrennt die wenige gerettete Nahrung ?

Priester: Sie geben es mit Freuden, um die Götter zu versöhnen. Es beruhigt sie und spendet ihnen Trost.

Eurystheus: Wie du meinst, genug davon.

Priester: Eins noch, diese Opferungen trösten die Menschen, aber ich bin nicht sicher, ob
sie die Götter überhaupt erreichen. In solch schwarzen Zeiten könnte es nötig sein, ein weit größeres Opfer zu bringen, als nur einen Ochsen, um das Schreckliche abzuwenden.

Eurystheus: Wir gefällt die Richtung dieses Gespräches nicht.

Priester: Ich weiß das Herr, aber wenn ihr es euch wenigstens überlegen wolltet, die Praxis der alten Kulte anzuwenden.

Eurytheus: Raus jetzt.

Priester: Nur für denn Fall, dass sich eure eigenen Bemühungen als fruchtlos
erweisen sollten.

Eurystheus: Raus habe ich gesagt. Geht mir aus den Augen.

Priester: Wir führen es nicht durch, es geht ja nur um die Option! Es würde den Gläubigen so viel Trost spenden, wenn sie wüssten, dass wir noch ein mächtiges Mittel zur verfügen haben, im Falle eines Scheiterns der Soldaten

Eurystheus: Raus oder ich schwöre, dass ich dich vor dem ganzen Volk vierteilen werde!

Prietser ab.

Eurytheus: Kindesopferung! Diese Wahnsinnigen! Gibt man ihnen den kleinen Finger, wollen sie gleich den ganzen Kerl. Diesen abartigen Kult abzuschaffen, war Perseus wichtigstes Anliegen und auf keine seiner Heldentat bin ich stolzer.

Tairesias: Ach, das hat er doch nur gemacht um Andromeda zu beeindrucken. Sieh den Tatsachen ins Auge, Kindsopfer sind so tief in unserer Kultur verwurzelt wie Zaziki und Schulden und daran können weder Perseus noch du dauerhaft etwas ändern.

Eurystheus: Ach sei still, ich lasse mir das moralische Erbe meine Großvaters nicht von ängstlichen Bauern und machtgeilen Priestern zerstören.
Ich lass nicht zu, dass mein Reich in Barbarei verfällt, nur weil eine kleine Krise am Horizont aufkommt. Es gibt andere Methoden, effektivere. Schickt Wachen zum Olymp, sie sollen mir Herkules endlich zurückholen.

Tairesias: Oh, das habe ich ganz vergessen. Er war hier, völlig besoffen, schwatzte etwas von Geld.

Eurystheus: Tatsächlich? Um so besser. Ich will ein Fest zu seinen Ehren ausrichten. Wenn es was umsonst gibt kommt er sicher.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

9

Sunday, May 30th 2010, 8:03am

2. Akt

Megara, Kind

Kind: liest stockend vor Ein letzter Streich, der Kopf des Fisches fiel und Persues wandte sich zur ihr, der Schönsten aller Schönen. Sein Blick verweilte lange auf dem weißen Opfertuch, dass nur spärlich ihre Schönheit verbarg, dann ging er lächelnd auf sie zu.
„Im ersten Augenblick da ich dich sah, Andromeda, wusste ich, dass du mein Leben bist“ flüsterte er heißer in das Ohr der Angeketteten „Wer bisst du“ wisperte sie scheu zurück. „Ich bin Perseus, dein Geliebter“. Mit einem kurzen Ruck sprengte er die Ketten, fing die Fallende und trug sie sanft zu einer nahen Wiese. Der feuchte Tau perlte auf ihren Schenkeln, als sie...

Megara: Ja gut, dass überspringen wir.

Kind: Können wir nicht ganz aufhören? Das ist langweilig.

Megara: Langweilig? Er war dein Urgroßvater? Wo bleibt dein Familienstolz.

Kind: Die Geschichte ist doof.

Megara: Wie der Vater so die Tochter, nicht war? Aber ob langweilig oder nicht sie eignet sich zum laut Lesen üben.

Kind: Ich will ein Märchen lesen.

Megara: Diese Geschichte ist viel spannender und lehrreicher. Mach weiter auf Seite 150.

Auftritt Homer unbemerkt

Kind: Und Persues erhob seine Stimme über das Gekeife des Rates. „Zu Ehren Andromedas, die zu unrecht beinahe in den Opfertot gegangen wäre, verfüge ich, dass niemals wieder in meinem Königreich ein Mensch als Opfer missbraucht werden darf...

Homer: ...denn da wo ich schreite soll immerfort Gerechtigkeit walten und dort wo meine Kinder schreiten, soll nichts als Liebe und Glückseligkeit sein. Wer bereit ist eines anderen Opfer zu bringen, ist selbst nicht als ein Opfer der eigenen Gier. Und so sage ich, was gut und recht ist, soll gut und recht bleiben.

Megara: Wer sind sie? Was soll das?

Dichter: Oh, Verzeihung, ich habe mich gehen lassen. Wie Eitel von mir. Ich bin der Hofdichter Homer, ich suche das Haus des Helden Herkules und habe beim Vorbeigehen ihrer Tochter gelauscht.

Megara: Homer? Sie sind Homer?

Dichter: In aller Bescheidenheit.

Megara: Mein Gott. Sie sind hier richtig, ich bin Herkules Frau. Zum Kind. Geh spielen ich habe hier etwas zu besprechen.

Kind ab.

Megara: Homer, Leibhaftig, oh wie aufregend, bitte.... bitte, wollen sie das Buch signieren, ich habe mir schon immer gewünscht sie zu treffen. Es ist eine solche Ehre

Homer: Nein mir ist es eine Ehre, ich wusste ja nicht, dass es Leute gibt die mich so zu schätzen wissen. Signiert das Buch im stehen.

Megara: Oh wie unhöflich von mir. Setzen sie sich doch, warte sie, ich hole Wein. Holt wein und setzt sich zu ihm
Ich liebe ihre Werke, ich habe alle gelesen und kann gar nicht genug davon bekommen. Meine Tochter muss ihre Bücher laut lesen, weil ich gar keine anderen Dichter mehr hören will, seit ich ihre Schriften kenne.

Homer: Zu viel des Guten, viel zu viel. Ich bin nur ein kleines Licht. Aber es freut mich, dass ist eines meiner liebsten Werke, das sie da lesen. Ich fürchte nur, sie sind die einzige, der es gefällt.

Megara: Nein, nein, sie täuschen sich, gerade „Im Bann der Andromeda“ ist unter den Hausfrauen der Stadt sehr beliebt. Am Brunnen und auf dem Markt reden sie von nichts anderem. Keiner kann die Liebe so erfassen wie sie. Keine versteht die weibliche Seele besser. Nicht wie diese schrecklichen Heldenepen im steifen Versmaß, mit denen uns die Anderen Dichter langweilen. Kein Vergleich mit zu ihren Erzählungen, die so voller Leben und Kraft sind. Ich fühle mich immer so lebendig, wenn ich sie lese.

Homer: Sie sind so liebenswürdig. Sie haben keine Ahnung, wie gut dass tut, einmal Bestätigung zu bekommen. Ich sollte wirklich öfter aus dem Palast raus. Eurystheus hasst meine moderne Werke und weigerte sich sie zu kaufen. Ich musste sogar eine zweite Perseusgeschichte im Versmaß schreiben und die Liebensgeschichte mit Andromeda auf vier Verse kürzen.

Megara: Ja er ist ein roher Mann, sie sollten wirklich nicht ihr Talent an ihn verschwenden.

Homer: Oh, was ist das für ein Bild? Wunderschön. Diese Farben. Sind sie das?

Megara: Ein Selbstbildnis.

Homer: Sie haben das gemalt? Phantastisch. Ich meine, ich verstehe ja nicht viel von der bildenden Kunst, aber ich erkenne Leidenschaft, wenn ich sie sehe.

Megara: Zu viel, zu viel des Guten.

Homer: Nein, keines Wegs. Haben sie noch mehr Bilder?

Megara: Nein, die sind kaputt gegangen

Homer: Kaputt? Wie das?

Megarga: Ein Unfall, nicht so wichtig.

Homer: Was für eine Schande, sie sind so begabt. Sie müssen Neue malen, sie dürfen ihr Talent nicht verkommen lassen.

Megara: Genug von mir, das ist langweilig. Reden wir von ihnen, was schreiben sie zu Zeit? Wieder eine Liebesgeschichte?

Homer: Leider nein. Eurystheus hat mich ganz und gar eingenommen. Aber dass wird sie freuen, Ich schreibe über Herkules.

Megara: Wie bitte?

Homer: Leider einen Epos. Jetzt wo ich weiß, wie Liebreizend die berühmte Megara ist, schmerzt das noch viel mehr. Man muss einfach Lieder über ihre Schönheit singen

Megara: Zu viel, viel zu viel

Auftritt Herkules.

Herkules: Was ist hier los? Ich will schlafen.

Megara: Nichts, gar nichts, nur ein Gast.

Herkules: Und was soll dieses Gejauchze

Homer: Ich habe nur das Bild ihrer Frau bewundert. Es ist wundervoll.

Herkules: Ist es das?

Homer: Aber sicher. Ich habe selten ein schöneres gesehen

Herkules: Wie auch immer. Du kannst es dir morgen anschauen. Heute will ich meine Ruhe. Da ist die Tür.

Homer: Ich bin Homer der Hofdichter, ich möchte einen Epos über sie schreiben

Herkules: In dem Fall komm gar nicht wider.

Homer: Ich habe den direkten Befehl von Eurystheus und der sagt es wäre eilig.

Herkules: Der soll mir lieber mein Geld geben.

Homer: Davon weiß ich nichts, aber ich habe einen Abgabetermin und die Szenen auf dem Olymp wie die Legende vom Scheideweg kann ich nicht schreiben, ohne ihre Version der Ereignisse gehört zu haben. Es wäre wirklich sehr freundlich, wenn ich sie für eine halbe Stunde interviewen könnte

Herkules: Hör zu Humer...

Homer: Homer

Herkules: Ist mir egal. Dein Epos interessiert mich nicht und auch nicht ob du meine Sicht der Ereignisse richtig wiedergibst. Schreib was du willst, erfinde etwas, wenn du nicht weiter kommst.

Homer: Das ist gegen meine Berufsehre. Ich will keiner dieser Lügendichter sein. Ich will die Wahrheit schreiben. Ich will von Herkules erzählen, wie er wirklich ist.

Herkueles: Herkules wie er wirklich ist? Bei Zeus, du bist ein Kracher. Niemand will Herkules kennen lernen, so wie er wirklich ist. Frage Megara, die singt dir ein Lied davon. Ist es nicht so Geliebte?

Megara: Hör auf damit, du erschreckst den Mann. Mach dich nicht schlechter als du bist.

Herkules: Ich sag dir jetzt mal etwas im Vertrauen Humer. Ich habe dein Buch gelesen, diesen Quatsch über Perseus. Das ist eine einzige Lügengeschichte und damit meine ich nicht einmal das Geseier über Liebe und Erotik und das Wesen der Frau. Nein, was mich wirklich wütend gemacht hat war das Heldenbild. Perseus der Übermensch. Der Medusenbezwinger, Seemonsterschlächter und Gutmensch in einer Person. Diese Ausgeburt an edler Tugend, die keine Fehler hat, ist nichts weiter als ein gigantischer Witz. Die Menschen haben Fehler, schreckliche . Sie sind selbstsüchtig und gierig und arrogant und niemand, selbst der edelste Mensch rührt auch nur einen Finger ohne eine Gegenleistung. Schreibe was du willst, aber tue nicht so, als würdest du die Wahrheit suchen, denn die willst du gar nicht hören.

Homer: Sie haben recht was Perseus angeht. Ich gebe zu das mein Bild von ihm einseitig ist, aber das liegt daran, dass ich ihn niemals kennen lernen durfte. Er ist eine Gestalt aus grauer Vorzeit, ein Übermensch, den ich nicht greifen kann. Das trifft auf sie aber nicht zu. Sie kann ich anfassen, mit ihnen kann ich sprechen. Ich kann ihre Fehler kennen lernen und ich kann den Menschen ein wahrhaftiges Bild von ihnen bieten. Ich kann ihnen einen zeigen, der alle überragt und doch ein Mensch ist. Was für eine einmalige Chance, was für ein Ziel. Schauen sie sich doch einmal in den Straßen um und sehen sie die armen Leute, die auf der Flucht sind. Haben sie die Menschenmassen vor den Tempeln gesehen? Ich weiß nicht, wo vor sie Flüchten, aber sie sind arm und hoffnungslos. Sie kennen nur einen winzigen Teil der Welt, nur ihren armen verkümmerten Kosmos, der sich um Arbeit und Essen dreht, aber sie schauen zu ihnen auf. Sie sind ihr Held, ihre Hoffnung. Sie wollen von ihren Abenteuern in der großen Welt hören, von ihren Heldentaten und von ihren Ängsten.

Herkules: Gut, du hast es nicht anders gewollt. Du willst etwas über die Legende vom Scheideweg schreiben? Du willst die Wahrheit hören?
Vor einigen Jahren ich wahr noch halb ein Knabe, trieb ich mich in irgend einer Stadt herum. Es war nach einem Besäufnis, ich hatte im Rausch einen Mann erschlagen, da kam eine Nutte auf mich zu und fragte mich ob ich mitkommen wolle. Ich wollte wirklich, aber ich hatte alles Geld versoffen und ich wahr so voll, dass ich kaum gerade ausschauen konnte. Da sprach mich plötzlich eine Priesterin an und fragte mich, ob ich mit ihr kommen wolle, es gäbe etwas zu Essen und ein Bett. Ich dachte sie sei auch eine Hure und ging mit. Am nächsten Morgen fand ich mich dann in diesem Tempel voller Frauen wieder. Sie sagten ich solle bleiben und dem Weg der Tugend folgen. Da ich noch halb betrunken wahr verstand ich sie falsch willigte ein und zog den Lendenschurz aus. Die Weiber hättest du kreischen hören müssen. Nur weil ich Kopfweh bekam rannte ich zur Tür hinaus, sonst hätte ich sie allesamt vergewaltigt. So viel zu deiner Legende vom Scheideweg und von der wundervollen Moral die sich aus ihr ziehen lässt. Und jetzt raus hier ich bin müde.!

Homer: Sie sind ein armer Mensch.

Herkules: Wie du meinst. Raus!

Homer: Megara, es war mir ein Vergnügen, ich hoffe wir sehen uns wieder.

Homer ab.

Herkules: Diese Traumtänzer, ich frage mich, wo Eurystheus die immer auftreibt.

Megara: Ich mag ihn, er schreibt wundervoll.

Herkules: Du bist auch so eine Traumtänzerin. Lass es dir gesagt sein von einem der es wissen muss. Heldentum ist entweder Torheit oder Selbstbeweihräucherung. Wo ist die Kleine?

Megara: Spielen. Ruh dich aus trink einen Schluck Wein

Herkules: Ja, so etwas willst du nicht hören. Dir gefällt das Märchen vom Großen Herkules genau so gut wie diesem Schreiberling. Was war das eigentlich mit dem Bild? Wollte er dir Honig ums Maul schmieren?

Megara: Ihm hat es eben gefallen.

Herkules: Blödsinn! Anmachen wollte er dich.

Megara: Ist es für dich so schwer zu glauben, dass jemand meine Bilder mögen könnte

Hekules: Jetzt dreh es nicht rum, ich habe doch gesehen wie er dich angeschaut hat.

Megara: Hier, dein Wein.

Herkules: Was hat er noch gesagt?

Megara: Jetzt lass es gut sein!

Herkules: Wollte er sich mit dir treffen, zusammen Bilder malen oder dichten am Ende noch. Wahrscheinlich einen Kurs im kreativen Schreiben geben, oder mit dir über die Schwere des Weltenschicksals und die Leichtigkeit der Liebe plaudern. So etwas?

Megara: Manche haben eben mehr im Kopf, als Saufen und Frauen

Herkules: Eben nicht! Pah, Künstler! Stellen sich hin, reden von Freiheit, Selbstbestimmung und was weiß ich für einen Blödsinn und haben es im Eigentlichen auch nur auf die Weiber abgesehen. Ich kenne diese Typen, gibt man ihnen den kleinen Finger wollen sie gleich die ganze Frau.

Megara: Noch etwas Wein?

Hekules: Ja, wann gibt es essen?

Megara: Ich kann dir was machen.

Herkules: Und wehe ich sehe dich noch mal mit diesem Schmierer. Du weißt ja...

Megara: Wenn ich dich betrüge, bringst du mich um.

Herkules: Genau!

Megara ab

Auftritt Kind


Kind: Papa!

Herkules: Komm her mein Schatz. Hast du schön gespielt?

Kind: Seil springen. Ich schaffe 100 Sprünge. Ich bin die Beste.

Herkules: Ist das so?

Kind: Ja ich übe, damit ich dir keine Schande mache.

Herkules: Wo hast du dass denn her?

Kind: Von Onkel Eurystheus

Herkules: Hätte ich mir denken können. Hör mir zu. Das ist Blödsinn. Du musst nicht die Beste sein. Du kannst sogar die Allerschlechteste sein, wenn du willst. Du sollst Seilspringen, weil es dir Spaß macht.. Geh wieder Seilspringen und lass die Anderen auch mal gewinnen, so findet man Freunde.

Kind ab.

Herkules: Süße Göre. Ich muss sie von Eurystheus fern halten, der vergiftet mir das Mädchen noch mit seinem Ehrgeiz.


Tairesias auftritt

Tairesias: Und du machst aus ihr eine verzogene Göre, die sich für ein Prinzesschen hält und die Männer an der Nase herum führt. Ach nein stimmt ja, so weit kommt es ja gar nicht.

Herkules: Was willst du denn hier?

Tairesias: Eurystheus schickt mich. Mensch, das ist aber ein schönes Bild, hast du das gemalt Herkules.

Herkules: Nein.

Tairesias: Dachte ich mir. Willst du mir nichts zu trinken anbieten

Herkules: Megara, wir haben einen... Gast oder so ähnlich.

Auftritt Megara

Megara: Ah, Tairesias du warst lange nicht mehr hier. Du solltest uns öfter besuchen.

Herkules: Ermuntere ihn nicht auch noch.

Megara: Wein?

Tairesias: Gerne, meine Schöne. Weißt du es ist wirklich eine Schande, dass du deine Talente an diesen Dummkopf verschwendest. Eine solch schöne, kluge und talentierte Frau sollte sich nicht so billig verkaufen.

Herkules: Willst du Streit?

Tairesias: Ich mit dir? Als ob sich das lohnen würde, du bekommst früh genug dein Fett weg.

Herkules: Du hast vor gar nichts Angst oder?

Tairesias: Wenn man weiß, wie alles Endet gibt es keinen Grund mehr Angst zu haben. Man kann nur hoffen, dass man sich irrt.

Megara: Wenn du alles weißt, wie sieht zum Beispiel meine Zukunft aus?

Tairesias: Habe ich dir doch schon hundert Mal gesagt, meine Schöne, ich habe keinen Schimmer.

Megara: Wie kann das sein?

Tairesias: Du stehst nicht in der Zeitung, so einfach ist dass. Seine Visage prangt hingegen auf allen Titelseiten und er will nicht Mal die Überschrift hören.

Herkules: Was habe ich davon, wenn ich weiß, wie ich den Bach runter gehe? Schluss jetzt, sag weshalb du gekommen bist und verschwinde dann.

Tairesias: Dieses Bild ist wirklich wundervoll Megara, du solltest mehr malen.

Megara: Du nicht auch noch. Es ist nur ein Hobby

Tairesias: Du solltest dich wirklich mal mit Alis Schwarzer unterhalten.

Megara: Mit wem?

Tairesias: Vergiss es.

Herkules: Also los jetzt, was will Eurystheus, hat er dir mein Geld mitgebracht?

Tairesias: Selbstverständlich nicht. Er richtet ein Fest zu deinen Ehren aus und er will das du kommst.

Herkules: Ein Fest?

Tairesias: Zur Feier deines glorreichen Sieges gegen die Titanen. Hat er dir schon davon erzählt Megara?

Megara: Er weigert sich.

Tairesias: Soll ich dir von diesem atemberaubenden Abenteuer erzählen?

Herkules: Raus jetzt, du hast uns genug gestört.

Tairesias: Bei was? Beim Saufen und Trübsal blasen?

Herkules: Raus!

Tairesias: Kann ich ihm sagen, dass du kommst?

Herkules: Raus hab ich gesagt.

Tairesias ab.

Megara: Lass uns hingehen wir wahren so lange nicht mehr aus.

Herkules: Ach da wimmelt es nur so von Speichelleckern und Dummschwätzern.

Megara: Es gibt Wein und Essen umsonst...

Herkules: Ach was soll es, zwei, drei Stunden tun ja keinem weh.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

10

Tuesday, June 1st 2010, 8:24am

3. Akt
Eurystheus, Herkules, Megara, Ta-Mit, Homer, Tairesias, Priester,

Homer: Nun kam der Held an eine Wegesgabel,
Vom eignen Mute wie im Rausche noch
Und sah zwei Frauen dort in holder Pracht.
Die eine glicht der Nacht mit ihren Schatten.
Die andre glühte weiß, der Sonne gleich.
Und als er dort stand, zwischen diesen Schönen,
umgarnte gleich die Mohrin seine Brust:
„ Komm mit mir Recke, in die Welt der Lüste,
dir sollen Glück und Wonne ewig sein“
Die andre aber sprach aus frommer Ferne
„Mein Weg ist schwierig und von wenig Freude,
er ist dir noch zu Lebzeit kaum von Nutzen
und führt durch Qual und stete Plackerei.
Doch gehst du ihn auch tapfer bis zum Ende,
dann Herkules bist du von Herzen frei“

Eurystheus: Bravo! Bravo!
Allgemeiner Applaus

Eurystheus: Ich bin begeistert Homer, das hast du eben gerade hingeschrieben?

Homer: Nur ein kleiner Einfall, den ich dem inspirierenden Gespräch mit Herkules
zu verdanken habe.

Ta – Mit: Wirklich wundervoll, Griechenland hat phantastische Dichter. Du wirst einmal ein großer werden, das fühle ich.

Homer: Zu viel, zu viel.

Ta-Mit: Aber wie entscheidet sich Herkules? Wie geht es weiter? Wählt er die Lust oder
die Tugend?

Eurystheus: Gute Frage! Wie ist denn das Herkules, was wählst du? Weiber oder Kneckebrot?

Herkules:
Natürlich die Tugend, immer die Tugend, das weißt du doch

Eurystheus: lacht Meine Freunde, ich will diese Gelegenheit nutzen und unser wundervolles Fest offiziell eröffnen. Wir feiern heute vielerlei Glück. Herkules ist zurück gekehrt, unser von ganz Griechenland bewunderte Held. Er war auf dem Olymp, wo sonst kein Sterblicher Zugang hat, und besiegte dort, zusammen mit den Göttern, das scheußliche Heer der Titanen. Ich hoffe, dass er uns allen gleich noch davon erzählen wird, ich brenne geradezu darauf diese Heldentaten zu hören.
Wir sind ein kleines Land und nicht immer sind wir frei von Sorgen gewesen. Nicht immer konnten wir Feste feiern, wie dieses hier, nicht immer ist es uns möglich gewesen alle Mäuler zu stopfen. Als ich die Krone übernahm, bestand unser Reich aus ein paar kargen Dörfern im Wald und bis auf etwas Viehzucht gab es praktisch nichts, wovon wir leben konnten. Heute sind wir das reichste Land Griechenland und das haben wir zum Einen den großen Taten des Herkules zu verdanken, zum Anderen aber auch der treuen Partnerschaft Ägyptens. Als ich vor Jahren diese Bündnis einging, ahnte ich aber noch nicht, welch großer Segen dadurch über uns kommen würde. Wir haben unsere Freunde mit Brot und Holz versorgt und sie uns dafür mit Reichtum und Sicherheit. Und wenn ich heute die Botschafterin Ta-Mit an unserer Tafel sitzen sehe, dann sehe ich keine Fremde mehr, sondern eine von uns. Ich will euch nicht langweilen mit einer endlosen Rede, ich mache es kurz, ich lasse die Katze aus dem Sack: Ich, Eurystheus, König von Mykene habe beschlossen das wertvolle Bündnis mit Ägypten auf eine innigste Ebene zu heben. Ich nehme Botschafterin Ta-Mit, die Nichte des Pharaos, zur Frau!

Allgemeine Begeisterung

Megara: Nein wie schön, das ist ja wundervoll!

Herkules: Glückwunsch Cousin, die ist ein Feger.

Priester: Fabelhaft, die Götter werden entzückt sein, von dieser Vereinigung der Völker.

Homer: Erlaubt mir darüber eine Ode zu dichten

Eurystheus: Danke euch allen, in diesem Sinne: Das Fest ist hiermit eröffnet! Feiert, schmaust, und stoßt auf Herkules und Ta-Mit an, euren Helden und eure zukünftige Königin

Jubel, alle stoßen an, eventuell Tänze, einzelne Gruppen bidlen sich.

Tairesias: Ich gratuliere Homer, du hast dich diesmal wirklich selbst übertroffen. Mit welcher Kunstfertigkeit du hier das wahre Wesen des Herkules eingefangen hast, wirklich atemberaubend. Wenn man deine Beschreibung und den echten Kerl nebeneinander stellen würde, ich wüsste nicht was das Original ist und was das Imitat.

Homer: Mach dich nur lustig du Schandmaul, du weißt genau, dass ich keine Wahl habe. Würde ich hier meine wahre Meinung über Herkules vortragen, könnte ich mir die zwei Geldstücke auch gleich selbst auf die Augen legen.

Tairesias: Deswegen sage ich dir ja die ganze Zeit du solltest diesen unsinnigen Beruf lieber sein lassen, außer du bist damit zufrieden ein Instrument der öffentlichen Meinung zu sein. Es gibt keine Wahrheit außer der Zukunft und die ist so finster und hässlich, dass es sich nicht lohnt, über sie zu schreiben.

Homer: Ich weiß nicht, wer der widerlichere Zyniker ist, du oder Herkules.

Tairesias: Jetzt beleidigst du mich aber. Ich natürlich, ich habe Jahrzehnte lange Übung. Außerdem täuschst du dich in Herkules. Er ist gerade kein Zyniker, das ist ja sein Problem. Er sieht die Dummheit und Sinnlosigkeit unseres Treibens und geht daran zugrunde. Er tut so, als wäre es ihm egal, aber wäre dies der Fall, würde er einfach Spuren und sich nicht weiter darum kümmern, statt sich kindisch zu sträuben und alles noch schlimmer zu machen. Lass dir das gesagt sein, mein lieber Schreiberling: Wer in dieser Welt zwanghaft nach etwas Gutem sucht, verliert letztlich auch noch sich selbst.

Homer: Und da genau irrst du dich gewaltig, du Kaffesatzleser. Der Kern jedes Menschen und damit jeder Geschichte ist gut und schön. Es mag nicht immer so aussehen und wenn man Leuten wie dir und Herkules begegnen, zweifelt man daran, aber letztlich gibt es nichts, was von Grund auf schlecht oder böse ist. Der Antrieb der Menschen ist immer ein positiver, ist stets der Versuch voran zu kommen und etwas zu verbessern. Wenn sie dabei scheitern und Schlimmes geschehen lassen, dann ist das Tragik, aber nicht böse. Nur wenn man von vornherein alles für Übel und Schlecht erklärt und die Menschen aufgibt, bevor sie versuchen konnten etwas zu ändern, ist das schlecht. Menschen wie du sind es, die die Welt so hoffnungslos erscheinen lassen. Aber weißt du was, es ist euch nicht mal übel zu nehmen, ihr seid nur zu bedauern, denn in Wahrheit beweist ihr nur, dass ich recht habe. Das ihr aufgebt und das Leben als sinnlos abtut, zeigt letztlich nur eure Enttäuschung und eure verborgene Erwartung, dass die Welt gut sein sollte. Jeder Mensch, so verloren er auch scheint, trägt Hoffnung in sich und so lange das so ist, gibt es auch Hoffnung.
Nimm Megara beispielsweise. Diese arme, liebenswürdige Frau, die sich klein und unscheinbar macht und sich erniedrigt, damit ihr idiotische Mann nicht wütend auf sie wird und ja nicht denkt, sie könne glücklich sein, wo er es nicht ist. Sie lässt sogar ihre Talente und ihr Schönheit verkommen, damit sie nicht über ihn und seine Armseligkeit hinausragt. Sie tut das, weil sie den festen Glauben daran hat, dass tief in Herkules ein guter Kern steckt, ein echter Held, der sich kümmert und der etwas verändern kann. Sie gibt sich vollkommen auf, in der Hoffnung ihn dadurch besser zu machen und vielleicht wäre das sogar möglich, wäre er nicht so vollkommen verbohrt und selbstgerecht.
Weißt du, es findet sich in allem die Schönheit der menschlichen Güte, selbst in euren bösen zynischen Abgesängen.

Tairesias: Du hast die Frau kaum fünf Minuten gesprochen und glaubst schon all das über sie sagen zu können?

Homer: Das würdest du nicht verstehen. Zwischen manchen Menschen gibt es eben eine besondere Verbindung. Solche Menschen verstehen und erkennen sich in dem Moment, da sie sich begegnen.

Tairesias: Du bist nicht nur ein Dummschwätzer sondern auch noch ein liebestoll. Na gut, dann wollen wir mal sehen, wo du die Schönheit der menschlichen Güte in der Geschichte findest, die jetzt gleich folgt. Hey Herkules, erzähl uns doch von deinen Abenteuern auf dem Olymp.

Eurystheus: Gute Idee Tairesias, wir warten begierig darauf, deine Heldentaten zu hören, Herkules.

Herkules: Da gibt es nichts zu sagen. Lasst uns von etwas anderem Reden.

Eurystheus: Nein, so kommst du uns nicht davon. Ta-Mit freut sich so darauf von deinem Heldenmut aus erster Hand zu hören.

Ta-Mit: Ja erzähle von euren Götter, ich bin so gespannt.

Priester: Preise die Götter, berichte von ihrem Glanz

Herkules: Bedrängt mich nicht

Eurystheus: Nun stell dich nicht an, erzähl! Ich befehle es!

Herkules: Du befiehlst? Nun gut, dann höre. Leer sind die Hallen des Olymp, verweißt und grau. Da ist keine Spur von Zeus, bis auf den Donner, keine Zeichen von Apollo bis auf Sonne. Das gigantische Monument auf dem Olymp, ist nicht als Stein und Staub.

Priester: Lüge! Die Götter wachen auf dem Olymp über uns, sie halten das Heer der Titanen ab, sie schützen uns vor dem Chaos!

Herkules: Es gibt keine Titanen und auch die Götter gibt es nicht. Da ist kein Recht, keine Ordnung die es zu verteidigen gäbe. Wir sind alleine Priester, ganz alleine!

Priester: Lüge! Blasphemie! Ich verlange, dass er zum Schweigen gebracht wird.

Eurystheus: Herkules...

Herkules: Jetzt soll ich schweigen? Ihr wolltet doch unbedingt, dass ich berichte.
Hört weiter: Als ich vor diesen leeren Hallen stand, sah ich in einem Winkel einen Höhleneingang. Dort war ein winziger Tempel verborgen und ich trat ein. Ein einziger Mönch saß dort auf einer Kuhhaut und betete. Ich fragte ihn, wo die Götter seien und er antwortete mit trauriger Miene: Die seien fort gegangen. Als ich fragte wohin, wusste er nichts zu sagen. Warum sie fort gegangen waren, wusste er aber. Sie hatten auf Opfer gewartet, aber schon seit Jahrhunderten keine erhalten. Sie hatten gewartet auf ihrem Berg und den Priestern befohlen für sie die Gaben der Menschen einzutreiben und die hatten genickt und beteuert, sich redlich Mühe zu geben, den Menschen aber ginge es schlecht und sie könnten nichts erübrigen. Die Götter verstanden das und wollten den Menschen nichts nehmen, was sie zum Leben brauchten. Doch während sie warteten, hungerten sie opferlos in ihrer Festung. So wurden sie schwächer und schwächer, bis sie es nicht mehr ertrugen und hinab blickten auf die Welt. Als sie erkannten, dass die Menschen in Saus und Braus lebten und die Priester alle Opfer und Schätze, die für die Götter bestimmt waren, für sich behalten hatten, wurden sie so zornig, dass sie beschlossen, das Menschengeschlecht zu vernichten. Aber die Götter hatten Jahrhunderte gehungert, sie waren zu schwach, sich jetzt noch zu wehren. Ohnmächtig, flohen sie und waren nicht wieder gesehen. Du hast mich losgeschickt, Priester, um den Göttern zu helfen die Titanen zu besiegen, aber die Titanen, das sind wir!

Priester: Das ist unerhört, Verleumdung, Verrat. Das wird ein Nachspiel haben!

Herkules: Sei nicht beleidigt, bleibe noch. Lass und noch etwas Plaudern. Zum Beispiel darüber, was mit den Ganzen Opfergaben passiert ist, die ihr einbehalten habt.

Priester ab

Eurystheus: Das hast du mal wieder prima hin bekommen. Ich gratuliere.

Herkules: Jetzt habe ich Durst.

Eurystheus: Nun gut, alle raus. Ihr könnt draußen weiter feiern. Nur Herkules bleibt.

Alle ab bis auf Herkules und Eurystheus

Eurystheus: Du bringst mich noch ins Grab

Herkules: Prost!

Eurystheus: Warum tust du so etwas? Die Feier war so schön.

Herkules: Ihr wolltet doch unbedingt wissen, was sich zugetragen hat.

Eurystheus: Ja, aber doch nicht die Wahrheit.

Herkules: Du bist noch viel zynischer als ich.

Eurystheus: Was sagst du zu meiner Hochzeit?

Herkules: Die Frau nutzt dich aus und das weißt du.

Eurystehus: Ja, das tut sie wohl, aber nicht mehr als ich sie!

Herkules: Ach?

Eurystheus: Mit Ägypten an unserer Seite sind wir unbesiegbar in Griechenland. Ich gebe vor, ich wolle die Freiheit bewahren und lasse mich von ihr verführen. Dadurch bekomme ich die Frau und das denkbar engste Bündnis mit der größten Macht der Welt. Ich muss nur still liegen und mich dumm stellen.

Herkules: Du bist schon ein grandioser Stratege und was machst du, wenn die Ägypter unser Reich einfach schlucken. Vielleicht fühlt sich die süße Ta-Mit ja zur Königin berufen und denkt sich, ohne deine breiten Schultern ließe es sich freier Atmen.

Eurystheus: Sie brauchen mich, ich bin der einzige legitime Herrscher.

Herkules: So lange du ihr keinen Sohn schenkst!

Eurystheus: Und du nennst mich zynisch! Aber du vergisst etwas entscheidendes. Dich selbst. So lange du über mich wachst, traut sich niemand an mich heran. Selbst der Pharao fürchtet sich vor dir.

Herkules: Du verlässt dich zu sehr auf mich. Du und alle anderen.

Eurystheus: Manche sind eben geboren, um Probleme zu lösen.

Herkules: Du schuldest mir im übrigen noch Geld

Eurystheus: Für was?

Herkules: Für den Kampf gegen die Titanen.

Eurystheus: Ich dachte es gab keinen Kampf. Die Titanen, dass sind wir, schon vergessen?

Herkules: Verdammt noch mal, ich will mein Geld.

Eurystheus: Ich habe es schon für das Fest und deine Staue ausgegeben.

Herkules: Ich wollte beides nicht

Eurystheus: Was brauchst du überhaupt Geld, ich zahle all deine Rechnungen.

Herkules: Gewisse Vergnügungen sind teuer.

Eurystheus: Gut, ich bezahle dich für einen neuen Job. Ich leg sogar eine Prämie drauf, wenn du deine Arbeit gut machst.

Herkules: Was für ein Job?

Eurystheus: Nichts besonderes, nur ein paar Monster erschlagen.

Herkules: Was für Monster?

Eurystheus: Sie treiben sich auf den Feldern herum und stören die Bauern bei der Aussaht. Eine Lappalie, aber jemand muss das eben in die Hand nehmen.

Herkules: Du würdest nicht mich schicken, wenn es eine Lappalie wäre. Wie viele Monster?

Eurystheus: Was weiß ich, ein paar.

Herkules: Ich kenne diesen Gesichtsausdruck! Wie viele?

Eurystheus: Wahrscheinlich alle.

Herkules: Wie alle?

Eurystheus: Na, alle Monster eben. Der Wald wurde versehentlich abgeholzt und nun scheint es als tummelten sich die Kreaturen eben auf den Feldern. Sie fressen die Bauern und zerstören das ganze Land. Die Menschen flüchten in die Stadt.

Herkules: Deswegen war es so voll auf den Straßen. Und wie stellst du dir das vor? Was soll ich alleine ausrichten?

Eurystheus: Du bist Herkules, dir fällt schon was ein!

Herkules: Das ist deine Antwort auf alles, oder?

Eurystheus: Du bist der Held und Helden retten den Tag.

Herkules: Nein, ich mache es nicht!

Eurystheus: Nicht schon wieder. Dann bezahle ich dich eben auch für den letzten Auftrag. Wenn der Neue erledigt ist.

Herkules: Das ist mir egal. Ich helfe dir nicht mehr.

Eurystheus: Was soll das heißen?

Herkules: Seid du König bist scheuchst du mich herum, von Aufgabe zu Aufgabe, von Kreatur zu Kreatur. Ich habe schon mehr erschlagen, als ich zählen kann und dabei macht es nicht einmal Spaß.

Eurystheus: Spaß? Wer hat gesagt, dass es Spaß machen soll? Es ist deine Pflicht!

Herkules: Meine Pflicht? Ich habe mehr für dich getan als irgend wer sonst, ohne mich wärst du längst kein König mehr, ohne mich hätten die Ägypter dich längst überrollt. Ich habe meine Pflichten zu genüge erfüllt.

Eurystheus: Ich meinte die Pflicht dem Volk gegenüber. Sie schauen zu dir herauf, die hoffen auf deine Hilfe. Du hast die verzweifelten Menschen in den Straßen gesehen. Mittellos, heimatlos. Sie stehen vor den Toren des Palastes und der Tempel und beten um Rettung, aber sie sind nicht ganz und gar Hoffnungslos, denn sie wissen es gibt Herkules, ihren Helden, der sie von den Monstern befreien wird. Du bis es den Menschen schuldig!

Herkules: Ich erzähle dir mal etwas von den Menschen! Kennst du Ödipus?

Eurystheus: Der König von Theben, natürlich.

Herkules: Das war, bevor er sich die Augen ausstieß! Er ist der Sohn des Lajos, des vorigen Königs. Als Ödipus noch ein Säugling war Weihsagte das Orakel, er werde einst den eigenen Vater töten und seine Mutter heiraten. Aus Angst und Aberglaube, lies Lajos seinem eigenen Sohn die Versen durchbohren und ihn in der tiefsten Wildnis aussetzten, zwischen all den Kreaturen, die jetzt dein geliebtes Mykene bedrohen. Er tat es einfach so, ohne mit der Wimper zu zucken, ohne sich auch nur zu schämen.
Durch pures Glück überlebte der Kleine und wurde von einem Bauern aufgezogen. Jahre später dann, traf der Herangewachsene auf einem Waldweg einen Reisenden, dem er den Weg nicht frei geben wollte. Im Streit erschlug er den Mann, seinen eigenen Vater, König Lajos, reiste weiter nach Theben, überlistete dort die Sphinx, wurde König und nahm die Witwe des Lajos zur Frau. Die eigene Mutter. Als er den Frevel erkannte, stieß er sich die Augen aus, als ob das noch irgendjemandem nützen würde.

Eurystheus: Das kann nicht sein, du musst dich irren.

Herkules: Ich sprach ihn auf dem Weg hier her, den alten verkrüppelten Irren. Wahnsinnig ist er geworden, plappert von Blutschande und blickt blind und dumm aufs Meer hinaus. Was die Menschen auch tun, es endet stets in einer Tragödie. Wir sind für das gute Ende nicht gemacht und deshalb lohnt es sich auch nicht dafür zu kämpfen. Ein Geschlecht, dass die eigenen Kinder dem Verderben überantwortet, hat eine Rettung nicht verdient

Eurystheus: Aber wir sind nicht so wie die, Herkules. Unser Großvater hat das Kindsopfer abgeschafft.

Herkules: Wogegen die Priester und das Volk seit Jahrzehnten protestieren. Wach auf Eurystheus, die Ernten sind schlecht, deine Monster bedrohen die Bauern. Bald werden die Massen schon wieder nach Opfern schreien.

Eurystheus: Du kannst das stoppen. Es liegt in deiner Macht, jeglichen Schaden von uns abzuwenden. Du musst nur hingehen und die Monster erschlagen und alle sind glücklich.

Herkules: Ich mach es nicht!

Eurystheus: Hast du eigentlich eine Vorstellung, was auf dem Spiel steht?

Herkules: Nicht die Geringste

Eurystheus: Ganz genau. Wenn die Bauern nicht auf die Felder können, geht die Ernte verloren. Dann hungern die Menschen und die Lieferungen nach Ägypten müssen ausgesetzt werden. Ich habe das Getreide höchstpersönlich versprochen. Ich habe Ta-Mit mein Ehrenwort gegeben.
Wenn ich es breche beleidige ich den Pharao, Ta-Mit heiratet mich nicht und das wiederum heißt, dass wir unsere Günstlingstellung verlieren.
Dann hältst auch du die Ägypter nicht mehr von Griechenland ab und dann wird es hier weder Monster noch Menschen geben!

Herkules: Womit all Probleme beseitigt wären! Bis auf die Ägypter natürlich, aber die werden es auch noch schaffen, sich zu ruinieren.

Eurystheus: Wie kann man so zynisch sein?

Herkkules: Wie kann man es nicht sein, mit so einen Cousin? Schau dich doch um in deinem wunderbaren Königreich! Du hast den Karren doch selbst in den Dreck gefahren. Ich zieh ihn dir nicht heraus. Mir reicht es. Erschlag deine Monster selbst. Sei einmal ein Mann. Aber das kannst du ja nicht, weil du ein Feigling bist.

Eurystheus: Sag das noch mal, sage das zu deinem König

Herkuels: Du bist ein erbärmlicher Feigling. Du bist nur König, weil ich dir immer geholfen habe. Weil ich deine Gegner besiegt und die Zweifler zum Schweigen gebracht habe. Frag doch dein Volk, die hätten mich viel lieber zum Herrscher.

Eurystheus: Ach daher weht der Wind. Das alte Thema, dass ich der Ältere bin. Du kannst es nicht verwinden jemandem zu dienen und siehst lieber zu wie alles zu Bruch geht. Aber ich sage dir jetzt mal was! Es gibt kein größeres Glück auf der Welt, als das du zu spät gekommen bist. Du sagt ich bin ein schlechter König, du sagst ich bin selbst Schuld an der Misere, aber schau dich doch mal an. Du bist doch zu dumm zum gerade ausschauen. Du schaffst es ja nicht einmal in deinem eigenen Haus Ordnung zu schaffen. Ich habe gesehen wie deine Frau den Dichter angeifert. Wahrscheinlich fickt sie mit ihm und ich kann es ihr nicht verdenken. Die halbe Zeit bist du bei den Huren, die andere Hälfte besoffen. Ja, die Leute wollen dich als König, aber nur, weil sie nicht wissen, was für ein Ungeheuer du bist.

Herkules: Halts Maul oder ich...

Eurystheus: Oder was? Da haben wir es wieder. Wie sollst du den herrschen, du, der für jedes Problem immer nur zwei Antworten kennt. Es ignorieren oder kaputt schlagen. Mir reicht es langsam dich immer hofieren zu müssen, immer betteln zu müssen, dass du deine Arbeit tust. Du bist der Held, es ist deine Aufgabe uns zu helfen.

Herkules: Niemand hat mich je gefragt, was ich sein will. Ich habe nicht darum gebeten.

Eurystheus: Ich habe auch nicht darum gebeten König zu werden, aber ich bin es, weil es eben keinen Anderen gibt, der es machen könnte. Ja ich bin kein guter Herrscher, ich verstehe die halbe Zeit kaum was ich mache, aber ich versuche es wenigstens. Dir hingegen ist immer alles leicht gefallen. Du hast eine Gabe, die Leute bewundern dich dafür. Es ist dir bestimmt der größte aller Helden zu sein, aber du machst nichts daraus.

Herkules: Vielleicht will ich ja Bauer sein, oder Dichter. Vielleicht habe ich ja gar keine Ziele und will einfach nur meine Ruhe. Ich brauch keine Statuen und ich will keine Bewunderung. Ich will auch deine Krone nicht. Ich will kein Herrscher sein und kein Held. Ihr könnt mich nicht zwingen etwas zu tun, was ich für vollkommen unnötig halte, weil es eh keine Hoffnung gibt. Die Welt ist ein riesige Kloake, die irgend ein Ungetüm in den Kosmos gekotzt hat und wir müssen uns darauf herum plagen, bis wir sterben. Ich will dabei wenigstens meinen Spaß. Ich habe nichts mit dir und deinem Königreich zu tun. Erschlag deine Monster selbst. Aber ich sage dir, dass es sinnlos ist. Schlage den Kopf eines Monsters ab und es wachsen ihm gleich drei neue. So lange es Menschen auf der Welt gibt, wird es auch Ungeheuer geben
Will abgehen.

Eurystheus: Halt! Wenn du jetzt gehst sind wir geschiedene Leute.

Herkules hört nicht.

Eurystheus: Das wirst du bereuen! Ich schwöre dir, das wirst du bereuen!

Herkules ab.

Auftritt Ta-Mit


Ta-Mit: Ein angenehmer Zeitgenosse, dein Cousin.

Eurystehus: Du hast uns belauscht?

Ta-Mit: Es ist unfassbar wie er mit dir spricht. In Ägypten würde eine Untergebener, der sich dem Pharao gegenüber so respektlos verhält, ohne Umschweife den Krokodilen zum Fraß vorgeworfen werden.

Eurystheus: Ja, wir Griechen sind Barbaren.

Ta-Mit: Du darfst dir das nicht gefallen lassen, sonst tanzt dir bald der letzte Bauer auf der Nase herum.

Eurystheus: Ich bin das gewohnt, so macht er es mir schon seit unser Kindheit. „Ich will nicht, ich kann nicht, gib mir den Kuchen, sonst mach ich es nicht.“ Um jede Kleinigkeit macht er ein riesiges Theater.

Ta- Mit: Ich glaube, er meint es ernst

Eurystheus: Unsinn. Er braucht die Aufmerksamkeit, sonst nichts. In zwei Stunden steht er reumütig auf der Matte.

Ta-Mit: Und wenn nicht?

Eurystehus: Die Frage stellt sich nicht.

Ta-Mit: Aber die Frage deiner Autorität stellt sich sehr wohl. Kein Wunder, dass in Griechenland jeder macht, was er will, wenn die Herrscher nicht einmal ihre Verwandtschaft in den Griff bekommen. Der Pharao wird nicht erfreut sein, wenn er hört das sein Schwager eine Marionette ist.

Eurystheus: Du meinst, wenn er hört, dass er nicht seine Marionette ist. Im übrigens bin ich dem Pharao keine Rechenschaft schuldig.

Ta- Mit: Aber mir, deiner besorgen Verlobten, die sich bald schon in deine Obhut begeben möchte.

Eurystehus: Was soll das jetzt schon wieder heißen?

Ta-Mit: Ich habe zugestimmt die Frau des Königs von Mykene zu werden, nicht die des Dienstboten des Herkules.

Eurystheus: Du verstehst die Lage nicht. Herkules und ich kennen einander. Es ist nicht das erste Mal, dass er mir eine solche Szene macht. Er braucht das für sein Ego und ich lasse ihn gewähren, weil er sich jedes Mal besinnt. Wenn ich Druck mache, stemmt er sich nur dagegen und alles wird nur noch schlimmer.

Ta-Mit: Er ist dein Untertan, es ist seine Pflicht zu helfen. Du musst ihn zwingen, schon des Exempels wegen! Das Land ist offensichtlich in einer Notlage, die Menschen sind verzweifelt und schreien nach Rettung. Herkules hat sich über deine Herrschaft lustig gemacht und er hat recht. Was für ein König lässt sich in Zeiten der Not von seinem Vasallen schikanieren? Willst du, dass die Leute denken ihr Schicksal läge nicht in den Händen ihres legitimen Führers, sondern in denen, eines selbstgefälligen Säufers?

Eurystheus: Es ist mir egal was das Volk denkt. Sie fordern seit Jahren Herkules als Führer, aber es nutzt ihnen nichts. Der König bin ich.

Ta-Mit: Bis Herkules sich entschließt dich ab zusetzten. Schwache Herrscher halten sich nicht lange auf dem Thron.

Eurystheus: Herkules hat gar kein Interesse zu herrschen.

Ta-Mit: Das hörte sich aber anders an. Und sein Blick erst. So sieht einer aus, der sich zu Höherem berufen fühlt. Ich wette darauf, es ist ihm langweilig geworden, einfach nur der Held zu sein. Er möchte neben der Bewunderung auch noch die Macht kosten, deshalb testet er aus, wie weit er gehen kann.

Eurystheus: Er ist viel zu dumm zum Herrschen.

Ta_Mit: Weiß er das auch?

Euryetheus: Rede mir nichts ein.

Ta-Mit: Das muss sich gar nicht, du bist so dumm nämlich nicht.

Eurystheus: Schluss jetzt, lass uns schlafen gehen.

Ta-Mit: Ich muss Briefe schreiben.

Eurystheus: Schon wieder?

Ta-Mit: Der Pharao muss wissen, dass sich die Lieferung verzögert, das wird ihn nicht freuen. Außerdem muss ich ihn von der Möglichkeit in Kenntnis setzten, dass sie niemals kommen könnte. Für diesen Fall, muss natürlich für meine Rückkehr nach Ägypten gesorgt werden.

Eurystheus: Ich dachte, du liebst mich?

Ta-Mit: Ich liebe den König von Mykene. Wenn du das bist, beweise es!

Ta-mit ab.

Eurystheus: Schlampe!

Ta-Mit kommt zurück

Ta-Mit: Das habe ich gehört. Und eins noch: Wenn du Herkules dazu bringen willst, zu tun was du von ihm verlangst, musst du ihm einfach nur das nehmen was ihm am wichtigsten ist. Dann wird er spuren.

Eurystheus: Und wie soll ich bitte schön den ganzen Wein Griechenlands entsorgen?

Ta-Mit ab


Auftritt Priester

Priester: Mein König, ihr müsst mich anhören

Eurystheus: Jetzt nicht, ich bin Müde.

Priester: Die Sache duldet keinen Aufschub. Das Volk ist aufgebracht und kurz vor der Revolte.

Eurystheus: Wie bitte?

Priester: Sie haben von Herkules blasphemischen Reden gehört und drängen nun zum Palast. Einige haben Fackeln dabei.

Eurystheus: Wie haben sie denn davon erfahren?

Priester: So etwas spricht sich herum.

Eurystheus: Ja, dafür hast du gesorgt, nicht war?

Priester: Ich bin ein Diener der Götter und der Menschen.

Eurystheus: Genau. Dann sag mir doch du frommer Diener was die Bauern wollen.

Priester: Sie fordern das Herkules bestraft wird! Sie glauben, er ist schuld am Erscheinen der
Monster!

Eurystheus: Herkules? Wie kommt ihr den darauf?

Priester: Sie glauben, es ist eine Strafe, weil Herkules die Götter herausgefordert hat.


Eurystehus: Da fragt man sich, wie sie auf diese Idee kommen

Priester: Nun es ist nur nahe liegend. Die Götter strafen uns für seine Eitelkeit.

Eurystheus: So ein Unsinn, sie strafen uns für unser aller Eitelkeit, vorausgesetzt sie haben irgendetwas damit zu tun! Wie auch immer, was erwarten sie jetzt von mir?

Priester: Ein Opfer!

Eurystheus: Ach?

Priester: Anderen falls werden die Götter nicht ruhen und immer mehr Monster schicken und die Bauern werden das nicht mehr dulden. Sie holen sich das Opfer, wenn es sein muss mit Gewalt.

Eurystehus: Zum Priester Das hast du dir sauber ausgedacht. Du verfluchte Natter, ist dein Hass auf Herkules so groß, dass du eine Revolte dafür riskierst.

Priester: Ich schütze nur den Glauben.

Eurystheus: Ich weiß wo hin das führen soll, aber du kannst es gleich vergessen. In meinem Königreich wird niemand geopfert und ein nützlicher Krieger schon gar nicht!

Priester: Bei den Göttern, ihr habt das falsch verstanden. Ich will ihn gar nicht tot sehen. Ich will ihm nur eine Lektion erteilen. Er soll Demut lernen

Eurystehus: Was meinst du damit.

Priester: Seine Tochter...

Eurystheus: Hast du vollkommen den Verstand verloren? Wenn du glaubt ich erlaube, dass meiner Großnichte auch nur ein Haar gekrümmt wird, hast du absolut nichts verstanden. Niemand wird geopfert, so lange ich hier Herrscher bin und du kannst froh sein, dass dies auch auf dich zutrifft, denn sonst würde ich dich auf der Stelle aufspießen, alleine dafür, dass du es wagst, so eine Forderung zu stellen.

Prietser: So hört doch zu, ihr missversteht...

Eurystheus: Raus! Und zwar schnell!

Priester: Niemand will das Kind wirklich opfern. Wir tun nur so, um Herkules in Angst und Schrecken zu versetzten.

Eurystheus: Was soll das heißen?

Priester: Herkules ist ein zynischer Menschenfeind ohne jeglichen Respekt vor den Göttern und ihren Priestern. Selbst für euch hat er nur Spott übrig. Er hat in den Menschen Zweifel an der Ordnung der Welt gesät.!

Eurystheus: Komm zu Sache.

Prietser: Wir kündigen an, seine Tochter zu opfern, wenn er seinen Frevel den Göttern gegenüber nicht öffentlich bereut und sich demutsvoll vor uns Priestern und natürlich vor euch beugt. Das wird den Bauern die Machtverhältnisse verdeutlichen und ihren Glauben an eine positive Zukunft stärken.

Eurystheus: Du bist ein Genie!

Priester: Zu viel der Ehre, es war nur ein bescheidener Einfall. So bekommen wir den Respekt zurück, den wir verdienen.

Eurystheus: Unsinn, dein Plan ist Quatsch, aber ich weiß jetzt wie ich ihn kriege. Jetzt habe ich ein Mittel! Aber es ist riskant! Ich muss mich beeilen. Um diese Zeit ist er noch in der Kneipe und Megara schläft sicher schon tief und fest. Wachen!

Eurystheus ab Priester ab

Auftritt Tairesias


Tairesias: Hm? „Das hat er nicht vorausgesehen: Gestern, am frühen Morgen, wurde der Seher Tairesias, von der Magd S. (25) aus M. tot in seiner Palastkammer aufgefunden. Nach Aussage der Gerichtsmediziner handelte es sich um einen Selbstmord durch Erhängen. Seine Motive sind unklar, ein Abschiedsbrief wurde auch nicht gefunden. Man vermutet diese fatale Verschlimmerung seiner bekannten Depression geht auf die tragischen Vorfällen im Zusammenhang mit der königlichen Familie zurück. Ein guter Freund meint: „Tairesias hat die Machtlosigkeit seines Allwissens letztlich Zugrunde gerichtet.“
Ganz Griechenland trauert nun um seinen berühmten und verdienten Hellseher. Wie soll das Land diese schweren Zeiten ohne seine Führung nur überstehen?“
Was für ein Drecksblatt!

Zerreißt die Zeitung und geht ab.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Babac

Master

Date of registration: Feb 5th 2007

Posts: 809 wcf.user.activityPoints: 5,365

Location: Saarbrücken

11

Wednesday, June 2nd 2010, 1:39pm

Hallo Marot,

ich habe dein stück gelesen, und finde es bemerkenswert, dass wenn auch niemand bisher was dazu geschrieben hat, du es trotzdem weiter fortgesetzt hast. ja, ich denke, die meisten leute schreiben aus der laune heraus, doch wenige sehen in der schriftaufsetzung die tatsächliche arbeit, die dahinter steckt. kann man aus dem gefühl der laune darüber hinaus arbeiten, dann kann aus den werken was werden. die eiserne disziplin ist, glaub' ich, die höchste errungenschaft, die der dichter auf seinem wege zu erreichen hat. ohne diese nämlich zu besitzen, wird's immer nur etwas halb gares, was der jenige aufs papier verfasst. ich perönlich hasse es mich wieder an die eigenen werke dran zu setzen, und nach verbesserungen zu suchen. aber es ist hier die frage zu stellen, wie ernst meint es der jenige mit der poesie und der schrifstellerei? aus einem spielchen mit der sprache, was die meisten leute mit ihr treiben, ist zweitverschwendung für die jenigen, es ist eine falsche einbildung, der sie nachgehen. aber ich erkenne über deine werke hinaus, dass es dir ernst damit ist; es ist mir also immer ein vergnügen von dir was zu lesen, wenn's mir auch nicht immer gefällt, was ich lesen muss.
zu dem werk selbst ist die ganz große frage, wie es aussehen möge, wenn man das schauspiel auf der bühe sehen würde? außerdem schwankt die sprache zwischen erhabener sprache, den zeitgenössischen floskeln und plattheit. ich werde dir später posten wo ich genau da den unterschied gelesen habe. an einigen stellen redet der herkules, wie ein gemeiner dieb, oder ein mafioso,; die szene mit dem geld, wo der könig, herkuls geld schuldet, liest sich wie ein nüchternes kumpelgespäch in der kneipe, wo der eine dem anderen ein bier schuldet, und der andere es nun zurückzahlen sollte. ich denke, da versteifst du dich in solchen stellen, selbst in deine eigenen gedanken, statt, in die gedanken, welche die personen, deine figuren in der tat denken würden. das ist das schwierigste an den bühnenstücken überhaupt, diese beiden gedankenarten trennen zu können.

mfg, babac

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

12

Wednesday, June 2nd 2010, 3:09pm

Hallo babac, ich danke dir sehr für deine antwort.
ersteinmal will ich sagen, dass das Stück noch nicht ganz zuende gepostet ist. Ich habe es fertig aber noch nicht ganz gepostet. zwei weitere Akte sind noch zu veröffentlichen :)

Zu deinen Überlegungen. Ja ich denke auch, dass das Entscheidenste Willensstärke und Durchhaltevermögen ist, genauso wie Erfahrung, womit ich gleich auch zu deienr Kritik komme.
Von den vier Theaterstücken, die ich im letzten dreivirtel Jahr geschrieben habe, war dieses hier das erste und hatte erst eine andere Rohfassung, die ich jetzt im nachhinein stark verändert habe.
Der Rüde Monolog des Herkules am Anfang zum Beispiel ist aus dieser ersten Variante undd ich bin auch nicht ganz zufrieden. Ich weiß, dass die Sprache des Herkules stark schwankt und bis zu einem gewissen Grad ist es Absicht. Herkules passt sich mit seiner Sprache an die Situation an, so wie das manchen Menschen ja zum tun pflegen. Wenn man mit einem Freunden redet spricht man anders als mit dem Boss. Bei Herkules schwankt es vom pathetischen Heldenton, den er immer dann anscheidet, wenn er eine Geschichte erzählt, zum rüden Kneipenton den du bemängelt hast. Dabei ist der pathetische Ton ironisch gemeint. Herkules macht sich lustig undd der Kneipenton ist der Gegenpol dazu. Hier soll sich sich das Vertecken in zwei masken zeigen. In der des ironsichen zynikers und in der des wilden Babaren dem alles scheiß egal ist. Ich expeimentiere da natürlich und vieleicht ist die Bandbrreite wirklich zu weit, aber es ging mir darum zu versuchen in der Sprache einer Figur ihre Unstehtigkeit zu zeigen.
Wie gesagt Erfahrung ist alles. Mein eigenen Gefühle sind da natürlich auch drinn aber eigentlich wenige rim herkules. Tairesias und Homer sind da schon mehr die gestallten, die meine Meiunug und Seelenlage personifizieren würden und man könnte mir vieleicht vorwerfen in ihrem Gespräch im dritten akt zu weit als Autor ins Rampenlicht zu treten.
Es feut mich auf jedenfall das du , trotz manchmaliger Unzufriedenheit mit meinen texten, dich stehts wieder mit ihnen befasst. Die beiden fehelenden Akte poste ich bald.
Liebe Grüße Marot
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

13

Thursday, June 3rd 2010, 7:17am

4. Akt

Megara, Homer
Megara liest in einem Buch als Homer eintrifft.


Homer: Wo ist das Bild?

Megara:Erschrecken sie mich doch nicht so.

Homer: War es wieder ein Unfall?.

Megara: Was? Ach so, ja, es ist runter gefallen und zerrissen.

Homer: Was ein Zufall, nicht wahr?

Megara: Ja, was soll man machen? Was wollen sie überhaupt hier?

Homer: Sie und nichts anderes.

Megara: Oh je.

Homer: Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen, denn die Erinnerung an sie hielt mich wach. Selbst in den kurzen, halbwachen Träumen erschienen sie mir, schön und wundervoll und ganz und gar perfekt. Ich musste sie einfach wiedersehen, mich vergewissern, dass ich nicht geträumt hatte, als ich sie traf.

Megara: Und jetzt sind sie enttäuscht!

Homer: Nein, im Gegenteil! In Wahrheit sind sie viel schöner als jede Phantasie.

Megara: Das ist jetzt wirklich zu viel. Sie sollten gehen.

Homer: Ich kann nicht! Mein Herz ist an sie gebunden. Niemals zuvor habe ich zu einem Menschen eine solche Vertrautheit gespürt, niemals zuvor war ich mir so sicher, jemanden wirklich und wahrhaftig zu lieben!

Megara: Sie kennen mich gerade einen Tag und sagen schon solche Sachen. Das ist albern.

Homer: Ja, das ist es, aber ich kann nicht anderes. Wenn ich mich zum größten Narren machen, dann nur wegen ihnen. Ich möchte, dass sie mit mir gehen!

Megara: Wo hin?

Homer: Irgendwo hin, nur weg von hier. Ich trage mich schon lange mit dem Gedanken. Ich sollte nicht in einem Palast verrotten, ich sollte die Welt sehen, über die ich schreiben will. Und sie sollten nicht hier sein, wo man sie beengt und nicht zu würdigen weiß.

Megara: Ich bin verheiratet, das wissen sie genau!

Homer: Mit einem unverschämten Zyniker, der nichts liebt außer sich selbst. Wie kann der ihnen Freude bringen?

Megara: Woher wollen sie denn wissen, was mir Freude bringt?

Homer: Aber er ist ein Säufer und Dummkopf. Eine fauler Tunichtgut, der es nicht einmal zustande bringt, seine ihm aufgetragene Arbeit zu erledigen. Im Palast reden alle davon, wie er den König beleidigt und sich geweigert hat, seine Pflicht zu erfüllen. Überall rennen die Monster umher und töten wahllos die Bauern, aber er hockt in einer Kneipe und säuft sich besinnungslos.

Megara: Er hat es nicht leicht.

Homer: Was soll das heißen, er ist Herkules, alles fällt ihm leicht.

Megara: Das ist das Problem.

Homer: Und wie er sie behandelt. Wie eine Dienstmarkt. Er hat keinerlei Respekt vor ihnen, hurt wie es ihm gerade gefällt und kümmert sich einen Dreck um ihre Wünsche. Er ist ein dummer versoffener Egomane, der nur an sich denkt und sie vollkommen vernachlässigt. Wollen sie keinen Mann, dem wichtig ist was Megara möchte?

Megara: Ich weiß selbst was ich möchte, ich brauche niemanden, der mir das sagt.

Homer: Und die Bilder, was ist mit den Bildern? Er hat sie kaputt geschlagen und das Neue auch, oder nicht? Er war eifersüchtig auf ihr Talent, eifersüchtig, dass Andere sie loben, weil er es nicht ertragen kann, nicht in allem der Beste zu sein. Wie lange wollen sie sich denn noch so schikanieren lassen. Sie sind so klug und schön und talentiert. das ist eine solche Verschwendung.

Megara: Das hat Tairesias auch gesagt.

Homer: Und ausnahmsweise hat er mal recht

Megara: Sie haben ein völlig verqueres Bild von mir. Sie wissen überhaupt nicht was sie da reden. Sie kennen mich einen Tag und glauben zu wissen, wie ich bin, aber sie irren sich völlig. Sie sehen die Oberfläche und fällen ein Urteil, aber sie fragen sich nicht warum.

Homer: Warum?

Megara: Warum ich mich von ihm schikanieren lasse, warum ich tatenlos zuschaue wie er huren und saufen geht und sich unmöglich aufführt vor dem König.

Homer: Das ist doch eindeutig, sie haben sich einmal in ihn verliebt und hängen dem Bild nach, das sie von ihm haben. So ist das eben mit der Liebe, aber ich bin hier, um sie von diesem Fluch zu befreien.

Megara: Sie sind ein guter Mensch, aber sie sind auch ein Dummkopf. Ich werfe es ihnen nicht vor, sie sind eben ein Schriftsteller. Aber denken sie wirklich so gering von mir, dass sie mir so wenig eigenen Willen zusprechen?

Homer: Megara, ich...

Megara: Was soll ich ihrer Meinung nach tun? Ihn für sie verlassen und mit ihnen durchbrennen? Die arme, unterdrückte Hausfrau sprengt die Ketten des Patriarchats und erfüllt sich selbst in der Liebe zu einem romantischen, netten und freiheitsliebenden Künstler, reist mit ihm um die Welt und findet dabei ihr Glück und ihre Talente? Am Ende soll ich dann einen große Malerin werden und zusammen werden wir berühmt in der ganzen Welt. Ich mag ihr Geschichten, weil sie so schön kitschig sind. Sie entführen mich in eine Welt, in der alles einfach und gerade ist. Aber glauben sie wirklich, ich hätte Lust mein Leben in einem Traum zu führen?

Homer: Aber, hier plagen sie sich ab, ohne jegliche Selbsterfüllung. Sie haben doch was Besseres verdient.

Megara: Und wenn ich nun mit ihnen komme um die Welt, ist das dann meine Selbsterfüllung?
Was ist, wenn es mir gefällt, wie er mich behandelt?
Gehen sie in die Welt hinaus, schreiben sie ihr Geschichten. Es ist nur Schade um unsere Affäre.

Homer: Unsere was?

Megara: Wir könnten eine haben, wenn sie mögen.

Homer: Ich... was?

Megara: Ich muss nach dem Kind sehen, bei diesem Theater hier ist sie sicher aufgewacht . Ach und noch eines bevor sie gehen. Die Bilder, die habe ich zerschlagen.

Megara ab.

Homer: Was war das? Ich verstehe kein Wort. Affäre? Das ist nicht was ich will. Oder vielleicht... Kitschig hat sie gesagt. Ich wollte echt sein. Ich geh wohl besser, diese Stadt ist doch verrückt. Ein versoffener Held, ein feiger König, eine Frau, die sich willfährig unterdrücken lässt und eine zukünftige Königin, die ganz offensichtlich eine Spionin ist. Was für eine Geschichte kann man darüber schon schreiben? Da draußen ist es anders, da draußen, ich fühle es, sind die echten Geschichten, die großen Geschichten, die zeigen, wie die Welt wirklich ist.
Ach Megara, ich hätte dich lieben können. Adieu Mykene, Welt der der Abenteuer, ich komme...

Megara stürmt schreiend auf die Bühne.

Megara: Sie ist weg, sie ist weg! Ich kann sie nirgends finden.

Homer: Wer ist weg? Was ist den los?

Megara: Sie ist weg. Ich habe sie doch gestern ins Bett gebracht... Ich verstehe das nicht. Sie würde doch nicht alleine so früh am Morgen aus dem Haus gehen, sie weiß doch, dass sie das nicht darf.

Homer: Das Mädchen?

Auftritt Herkules.

Herkules: Was ist hier los, was soll das Geschrei? Was machst du denn schon wieder hier?

Megara: Das Kind ist verschwunden!

Herkules: Hast du im Hof nachgesehen?

Megara: Natürlich.

Hekules: Und auf dem Klo?

Megara: Sie ist nicht hier! Vielleicht ist sie auf die Straße gelaufen.

Herkules: Um diese Zeit? Außerdem habe ich sie nicht gesehen.

Megara: Aber wo ist sie dann?

Auftritt Eurystheus

Eurystheus: Ich denke ich kann helfen. Ich weiß wo das Kind ist.

Herkules: Woher?

Eurytheus: Von der Wache, die ich beauftragt habe das Mädchen zu entführen.

Megaras: Was? Warum...?

Eurytheus: Oh, es ist wirklich eine tragische Geschichte, weißt du Megara, wie es scheint zürnen uns die Götter, weil Herkules sie herausgefordert hat. Um uns für seinen Hochmut zu betrafen, haben sie die Monster des Waldes auf unser kleines Königreich gehetzt. Die Bauern sind wirklich verzweifelt. Sie wissen nicht mehr ein noch aus. Die Arroganz deines Mannes hat ihnen alles genommen, was sie hatten. Sie wissen sich nicht anders mehr zu helfen, als die Götter zu besänftigen. Mit einem Blutopfer. Aber warum, so fragen sie sich völlig zurecht, sollten sie noch mehr leiden und noch mehr verlieren, wo es doch nicht ihre, sondern Herkules Schuld ist. Ich bin ein fairer König und ich ziehe Konsequenzen, wo ich sie ziehen muss. Wenn die einzige Hoffnung auf Rettung das Opfer eines Kindes ist, so wie mir alle Priester versichern, dann sollte es schon das Kind des Schuldigen sein.

Megara: Nein.... das kannst du nicht machen, sie ist deine Großnichte, wie kannst du deine eigene Nichte opfern.

Eurytheus: Ich tue was ich muss, das ist die Bürde des Königs. Findest du nicht Herkules ?

Herkules: Ich glaube dir kein Wort. Du bist ein Trottel und ein miserabler Herrscher, aber du bist kein Mörder. Keine Kindsopfer in Mykene, so lange Eurystheus König ist. Du vergisst das ich dich besser kenne als irgendwer sonst. Du würdest dich eher selbst Opfern, als ein kleines, unschuldiges Mädchen.

Eurytheus: Du unterschätzt den Ernst der Lage. Ich habe es dir schon einmal gesagt. Wenn diese Monster nicht beseitigt werden, gehen wir alle vor die Hunde. Das kleine unschuldige Mädchen stirbt so oder so!

Herkules: Egal was du sagst, ich kaufe es dir nicht ab. Selbst wenn du gar keine Wahl hättest, du könntest es nicht. Du hast gar nicht den Mumm, deine eigne Nichte töten zu lassen. Das macht dich ja zu so einem fürchterlichen König. Du bist ein netter Kerl, der niemandem böse will und es versucht richtig zumachen. Du hast die Eier nicht, für eine solche Entscheidung.
Du willst mich zwingen die Monster zu erschlagen, dann denkt dir eine Drohung aus, die du auch einhalten kannst.

Eurystheus: Du hast recht. Ich kann es nicht. Ich kann dieses Kind nicht töten oder es von einem meiner Männer töten lassen, selbst wenn du dich weiterhin weigerst, uns zu helfen. Ich bringe es nicht über das Herz und mehr noch, es widerspricht allem, an was ich glaube. Aber du hast mich in eine Situation gebracht, in der ich das, an was ich glaube, über Bord werfen muss, um zu überleben: Warum hast du die Monster nicht einfach erschlagen? Warum lässt du es so weit kommen, warum demütigst du mich vor meinem Volk und meinen Verbündeten, wo es so wichtig gewesen wäre, dass ich als König stark erscheine. Was hast du davon, sie nicht zu erschlagen? Was bringt es dir?

Herkules: Nichts, genau so, wie wenn ich sie erschlage.

Eurytheus: Gut, das ist jetzt anders. Ich kann das Kind nicht opfern, aber ich kann es auch nicht retten.

Herkules: Was soll das heißen?

Eurytheus: Meine Männer haben das Mädchen auf die Felder gebracht, wo die Monster lauern und sie dort an einen Pfahl gebunden. Noch warten die Wachen und beschützen sie, doch bald werden es zu viele Monster sein und die Männer werden flüchten. Ich dachte mir, wir spielen die Rettung der Andromeda nach und du Herkules, bist der einzige, der den Perseus miemen kann.
Wenn du jetzt losgehst und dich beeilst, kommst du noch rechtzeitig, bevor die Monster das Kind getötet haben. Erschlage sie alle und befreie deine Tochter. Es muss hier heute kein Kindsopfer geben.

Megara: Bist du wahnsinnig Eurystheus? Weißt du eigentlich was du tust?

Eurystheus: Nein meine Liebe, über dieses Stadium sind wir hinaus, seit dein Mann sein eigenes Ego über die Interessen der Gesellschaft gestellt hat.

Megara: Und was tust du hier gerade?

Eurystheus: Was notwendig ist, um diese Bestien zu beseitigen

Megara: Du bist wirklich ein Dummkopf. Herkules, steh hier nicht rum. Du hast kaum Zeit.

Herkules: Das du so weit gehen würdest Eurystheus. Ist es dir so wichtig zu gewinnen?

Eurystheus: Deine Frau hat recht, du verschwendest Zeit.

Herkules: Nein! Ich kaufe es dir einfach nicht ab! Das bist nicht du Eurystheus. Das passt überhaupt nicht zu dir. Du hast einen Plan in der Hinterhand. Wachen haben sich irgendwo versteckt und retten das Kind, wenn ich nicht komme. Dieser Preis ist zu hoch, du bist nicht bereit ihn zu bezahlen.

Eurystheus: Du überschätzt mich, ich habe das alles sehr kurzfristig planen müssen, es gab keine Zeit für eine Rettungsstrategie. Wachen gibt es auch nicht genügend, um sie auf Dauer zu beschützen. Und Außerdem ist es nicht notwendig, weil du gehen und sie retten wirst. Du machst mir auch nichts vor. Du spielst den Zyniker, dem alles egal ist, aber dein eigenes Kind lässt du nicht einfach sterben.

Megara: Herkules, geh schon, ich bitte dich. Wir haben keine Zeit für Stolz.

Herkules: Er wird selbst gehen und sie retten, ich muss es gar nicht , vertraue mir Megara, das hier ist nichts als eine Farce, mit der er sich ins Unrecht setzt!

Megara: Muss dich dich anflehen, bis du verstehst, was hier auf dem Spiel steht? Dein Kind stirbt verdammt noch mal. Es ist völlig egal, wer recht und wer unrecht hat und ob dies alles ein Spiel von ihm ist oder nicht. Du muss los und sie retten! Sie ist deine Tochter, kein Wetteinsatz!

Herkules: Sei ruhig Frau, das verstehst du nicht.

Megara lacht und macht Anstalten ab zu gehen.

Herkules: Wo willst du hin?

Megara: Was denkst du wohl? Ich geh meine Tochter holen.

Herkules: Nein, du bleibst hier! Wir gebe ihm nicht so einfach nach.

Megara: Ist das das einzige, was dich besorgt?

Hekules: Du bleibst hier!

Megara: Wenn du das glaubst, dann kennst du mich genau so gut wie der Dichter. Selbsterfüllung, Ehre, Stolz, diese Dinge bedeuten mir nichts.

Herkules: Ich verbiete dir zu gehen.

Megara: Seit wann kannst du mir irgend etwas verbieten?

Megara ab

Herkules: Störrisches Weib

Eurystheus: Ja, so sind sie wohl. Ein feiner Held bist du.

Herkules: Ich wollte nie einer sein! Ein feiner König bist du.

Eurystheus: Ich habe eben kein Talent.

Homer: Seit ihr beide wahnsinnig, während ihr hier plaudert, stirbt eine Frau und ein Kind. Jetzt ist keine Zeit für eure Selbstgerechtigkeit. Ihr müsst sie retten, ihr beide! So darf die Geschichte nicht enden. Nicht so, nicht wenn ihr es verhindern könntet.

Herkules: Das hier ist keine deiner dummen Geschichten.

Eurystheus: Geh und schreib eine Ode über die Tragik des Stolzes und lass die echten Leute zufrieden.

Homer: Ihr seid wahnsinnig, vollkommen wahnsinnig und dumm.

Homer ab.

Herkules: Willst du das wirklich durchziehen?

Eurystheus: Und du?
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

14

Saturday, June 5th 2010, 3:52am

5.Akt

Auftritt Homer

Homer: Ich habe alles gesehen! Da steht der Pfahl in mitten des zertretenen Korns und das
Mädchen hängt, an den Handgelenken baumelnd, daran. Es heult so entsetzlich, dass es die Raben aufschreckt. Ich höre ihr ängstliches Krächzen, das vom kommenden Unheil kündet. Zwischen den verdorrten Weizenhalmen, kann man Schatten näher schleichen sehen und irgendwo, ist ein Grollen zu hören. Ob es ein Gewitter oder ein Ungetüm ist, das weiß ich nicht! Als Megara das Kind sieht, stößt sie einen Schrei aus und rennt, ohne zu zögern, über das Feld. Ich warne sie noch, ich rufe ihr hinterher, aber sie hört mich nicht. Ich hätte sie festhalten sollen. Ihr wehendes Haar, glänzt in der Sonne, ihre weiße Haut blendet mich. Jetzt hat sie die Hälfte der Strecke, geschafft und das Kind erblickt sie. Herzzerreißend ruft es nach der Mutter. Ich höre es: „Mama, Mama, mach mich los, es tut so weh!“ Die Mutter heult auf und beschleunigt ihren Schritt. Ich sehe wie sie läuft, sie ist fast da, es sind nur noch Meter. Das Kind biegt seinen Körper der Frau entgegen und schreit voll Hoffnung nach ihr. Die Angst ist aus der Stimme gewichen, der Blick ist frei von Verzweiflung. Die Mutter ruft den Namen des Kindes, streckt die Arme aus und will zur Fessel greifen, da packt ein gewaltiger Schatten sie im Genick und reist sie zu Boden. Das Ungetüm ist über sie gebeugt, ich sehe nichts mehr als schwarzes Fell. Alles ist still, selbst die Raben schweigen. Man hört nur die Bewegung eines Kiefers und das Mahlen der Zähne. Selbst das Kind kann nicht mehr schreien. Es starrt nur entsetzt zu Boden, wo die Mutter liegt.
Das Monstrum verschlingt den Frauenleib, langsam und gründlich, dann hebt es den Kopf und erblickt das Kind. Noch ist sein Hunger nicht gestillt. Das gewaltige Tier macht einen Schritt und ist schon bei dem Mädchen. Auge in Auge. Schon öffnet das Monster das blutverschmierte Maul und will nach der Kehle schnappen, da erschallt ein zweifacher Schrei und lässt es inne halten. Von Westen und von Osten erscheinen zwei Männer. Es sind Herkules und Eurystheus, sie sind doch noch zur Rettung gekommen. Der eine mit Schwert, der andere mit Keule, rennen sie nun brüllend über das Feld. Das Monster ist unschlüssig, ob es fliehen oder kämpfen soll. Dann plötzlich, die Männer sind fast heran, dreht es sich wieder zum Kind, packt es mit dem Maul in die Schulter und reist es gewaltsam vom Pfahl. Ein fürchterliches Knacken hallt über die Ebene, die Seile reisen und das Ungetüm flüchtet mir entgegen, das Kind im Maul. Eurystheus ist näher an dem Tier, wirft sich nach vorne und schlägt ihm in die Flanke. Es strauchelt, stürzt aber nicht und kann einem zweiten Streich entrinnen. Nun aber kommt Herkules, schnell wie ein Panter, direkt von hinten und schwingt die gewaltige Keule. Das Monster hat mich fast erreicht, ich weiß nicht was tun, verharre, gelähmt vor Angst. Da kommt der rettende Schlagt in das Rückrad des Biestes. Es knackt erneut, die Wirbelsäule ist durchgebrochen, das Wesen erschlafft, das Kind fällt ihm aus dem Maul und mir zu Füßen, dahinter sinkt Herkules zu Boden. Er ist weiß vor Schrecken.
Langsam kriecht er vorwärts, vorbei an dem Berg aus Fell und Klauen, zu seinem Kind. Sein Blick ist starr und leblos. Er fühlt den Puls des Mädchens, noch lebt es ein wenig, doch wir wissen, um die giftigen Fänge der Kreatur. Einmal gebissen, ist der Tod gewiss. Minuten vergehen, niemand rührt sich. Eurystheus steht hinter Herkules, ich vor ihm. Das Kind auf seinem Schoß winselt qualvoll und windet sich. Dann, ganz unvermittelt, schnellt Herkules Hand zum Genick der Tochter und drückt mit geübtem Griff zu. Wieder ein Knacken, nur leise diesmal und es ist vorbei.
Ich fliehe und lasse die Drei hinter mir.

Auftritt Eurystheus

Eurystheus: Wolltest du nicht in die Welt hinaus.

Homer: Zuerst muss ich der Welt diese Geschichte erzählen.

Eurystheus: Solche Geschichten will keiner hören. Helden die gegen ihr Schicksal ankämpfen, dem Orakel zu trotzen versuchen, um dann am Ende dennoch, aber als Held, zu scheitern. Das sind die Geschichten, die in Mode kommen. Von Idioten die selbst Schuld sind, will keiner was wissen.

Homer: Wenn du das weißt, warum dann?

Eurystheus: So ist das eben manchmal. Hast du Ta-Mit gesehen?

Homer: Ich sah sie mit einem großen Koffer Richtung Hafen gehen.

Eurystheus: Das dachte ich mir. Ich sollte meinen wohl auch packen, bevor der Mob hier eintrifft.

Homer: Aber du bist gekommen, um sie zu retten, obwohl du keine Chance gegen diese Bestien hattest.

Eurystheus: Natürlich. Ich bin der König. Lebwohl Homer, ich wünsche dir Glück.

Auftritt Ta- Mit

Ta-Mit: Gibst du mich so schnell auf?

Eurystheus: Was machst du denn hier?

Ta-Mit: Eine Dummheit.

Eurystheus: Ich höre alle ägyptischen Schiffe verlassen das Land, das Großreich ist entsetzt von der Barberei im Königreich Mykene und bricht alle diplomatischen Beziehungen ab.

Ta-Mit: Eine riesige Dummheit.

Eurystheus: Was willst du denn jetzt noch von mir? Ich verliere alles. Ohne Ägypten und ohne Herkules ist Mykene dem Untergang geweiht. Die Bauern sind aufgebracht, sie sagen ein Herrscher, der so etwas Schreckliches zulässt, ist der wahre Grund dafür, dass die Götter zürnen.
Verdammter Priester, ich hätte mit den Leuten reden sollen.

Ta-Mit: Das hätte auch nichts genutzt, die Drehen ihre Nase nach dem Wind. Es ist mir egal was passiert, ich habe entschieden, was ich will.

Eurystheus: Und das wäre?

Ta-Mit küsst ihn

Eurystheus: Das ist verrückt. Du wolltest das Königreich und die Gunst deines Onkels.

Ta- Mit: Du hast so wirklich gar keinen Schimmer was Frauen wollen, oder? Und außerdem hab ich das letzte Schiff verpasst.

Eurystheus: Ist das so?

Ta-Mit: Der Koffer war so schwer.

Beide sind im Begriff abzugehen

Homer: Seit ihr verrückt, jetzt ist keine Zeit für Turteleien, ihr müsst fliehen.

Eurystheus: Wohin denn? Sag den Bauern, ich bin im Schlafgemach. Sie sollen bitte anklopfen.

Ta -Mit kichert

Beide ab.

Homer: Völlig verrückt.

Auftritt tairesias.

Tairesias: Wo ist Eurystheus?

Homer: Im Schlafgemach, was ist denn los?

Tairesias: Ich habe sensationelle Neuigkeiten.

Homer: Hier wissen schon alle Bescheid, ich hab es gesehen. Du kannst dir deinen Triumpfzug sparen. Du hattest recht! Alles geht den Bach runter. Ich hoffe, du bist zufrieden.

Tairesias: Ich kann dich nicht leiden Homer, aber du bist kein schlechter Kerl. Weißt du, es ist ganz schön einfach alles zu verneinen. Man kann dabei nichts verlieren, weil man nichts investiert.
Wenn man sagt, dass alles schlecht ausgeht und man sich irrt, nimmt einem das keiner übel. Wenn man aber sagt, das alles gut ausgeht und dann am Ende geht doch alles in die Binsen, ist man der Blödmann der die Wahrheit nicht erkennen wollte. Deswegen bist du, wenn auch ein Idiot, doch der Mutigere von uns, das muss man dir lassen.

Homer: Was ist denn in dich gefahren? Jetzt wo alles vorbei und verloren ist kommst du mir mit Optimismus?

Tairesias: Die Dummheit fürchte ich. Ich glaub deine Rede von Gestern und die Sinnlosigkeit des Ganzen hier hat mich irgend wie berührt. Ich kann es auch kaum glauben. Was machst du eigentlich noch hier?

Homer: Ich sagte doch, ich will die wahren Geschichten finden. Was anderes habe ich ja nicht mehr, jetzt wo Megara...

Tairesias: Und das hier ist eine? Wo findet sich hier denn die Schönheit der menschlichen Güte?

Homer: Im Schlafzimmer denke ich mal.

Tairesias: Gut, dann sollst du der Erste sein der es erfährt. Irgend wie ist das nur folgerichtig.

Homer: Der was erfährt?

Tairesias: Die Wahrheit: Herkules rettet den Tag!
Nach dem der Tyrann Eurystheus am Morgen des gestrigen Tages die Tochter des stadtbekannten Helden Herkules entführt und den Monstern zum Fraß vorgeworfen hatte, sah es lange so aus, als sei das Kind verloren. Nach dem die Frau des Helden, Megara bei einer ersten Rettungsmission auf tragische Weise ums Leben kam, erreichte Herkules den Ort des Geschehens und fand seine Tochter in den Fängen der Ungeheuer. Entschlossen trat er den Monstern entgegen, erschlug sie und befreite das Kind. Ein Augenzeuge, der Dichter Homer will gesehen haben, dass das Kind von einem giftigen Dorn gestochen wurde und daher dem Tot überantwortet war, doch Herkules, der nicht nur ein herausragender Held sondern ebenso ein begabter Heiler ist, schaffte es das Kind im letzten Moment wiederzubeleben und das Gift auszusaugen. Darauf hin machte er sich daran, sämtliche Monster Griechenlands zu erschlagen und bei dieser Gelegenheit noch den Stall des Augeas auszumisten. Wir sagen dazu: Bravo! Herkules, dass ist einer, an dem wir uns alle ein Beispiel nehmen sollten.“

Homer: Was soll denn das sein?

Taiesias: Das sind die Nachrichten.

Homer: Ist das dein Ernst?

Tairesias: Freust du dich gar nicht?

Homer: Du erwartest von mir, dass ich das glaube?

Tairesias: Es steht doch in der Zeitung.

Homer: Hattest du früher nicht eine andere?

Tairesias: Ja, die Alte gefiel mir nicht mehr.

Homer: Warum nicht?

Tairesias: Die Art der Berichterstattung.

Ende.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Babac

Master

Date of registration: Feb 5th 2007

Posts: 809 wcf.user.activityPoints: 5,365

Location: Saarbrücken

15

Saturday, June 5th 2010, 11:34pm

hi marot,

als erstes möchte ich sagen, gut, das stück ist vollendet, was die 5 akte betrifft. selbstverstänlich ist auch alles verständlich. aber trotzdem hinterlassen manche sätze einen schlechten geschmack beim lesen, wenn man zuvor wirklich besonders gut zu lesen bekam. im fünften akt, sehr schön, wie der homer da anfängt, und sich lange auslässt, gefällt mir gut; aber dann, das gespräch zwischen ta-mit und eurystheus ist so ganz anders aufeinmal, sei es die sprache, der stil, das gespräch fällt drastisch herunter, auf nur schwache äußerungen; hier ein beispiel, das ich gefunden habe:

"Du hast so wirklich gar keinen Schimmer was Frauen wollen, oder? Und außerdem hab ich das letzte Schiff verpasst"

"Im Schlafgemach, was ist denn los"

in stücken ist mir alles lieb, nur nicht, wenn ich zuvor in gedanken eines homers schwebe, dann aufeimal erweckt werde durch einige zeitgenössische sätze, wie wir sie alle heute schwärtzen. wenn man uns zuruft, antworten wir; was ist denn los? oder wenn man über ein thema spricht, und man dem einen, der nicht so viel ahnung davon hat, zuruft; du hast doch gar keinen schimmer davon! das ist mir alles zu gegenwärtig, als dass ich woanders bin, als dass ich bei dem stück bin, bei den figuren.

ich hoffe, dass du mich verstehen kannst, worauf ich hin will. kurz: das ganze stück ist wie ein bild, viele farben harmonieren miteinander, wobei eine farbe, die mit dabei ist, die sich unter den anderen gemischt hat, und nicht dazu passt, erzeugt einen kontrast, der weder schön noch einheitlich ist, sondern es verzerrt das bild, es verunstaltet es.



lg, babac

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

16

Sunday, June 6th 2010, 4:30am

Hallo babac, ich danke dir erneut für deine Einschätzung.
Es stimmt schon, die größte Problematik des Textes ist die unklarer Linie in der Sprache. Das ist mir auch bewusst. Es hängt zu einem mit einen Unklaren Position des Autors zur Sparchfrage in Theatertexten zusammen und zum anderen mit dem Versuch die Grenzen dessen auszuloten.
Man könnte und müsste hier genau diskutieren was und warum in diesem Text sprachlich differiert und ob es sinnvoll oder störend ist.
Das Problem für uns zwei ist hier aber erstmal, denke ich, ein anderes. Es klingt in deiner Kritik an und deine eigenen Texte bestätigen diese Vermutung, dass du mit Umgangssprache und zeitgenössischer Sprache auf der Bühne, generell ein Problem hast.
Das sei dir gelassen, aber da kann ich dann in einer Diskussion nicht mehr mitgehen, weil ich vollkommen anderer Auffassung bin. Ich empfinde gehobene Sprache als künstlich und damit als künstlerlisches Mittel, das bewusst und gezielt eingesetzt werden kann aber sich heutzutage nicht als Grundlage für ein Theaterstück eignet. Diese Grundlage muss die heutige Alltagssprache sein um eine Natürlichkeit zu erzeugen aus der heraus man dann eine Geschichte erzählen kann.
Mir ist klar, dass es dich beißt die Heldengesallten wie Herkules alltägliche Sätze oder gar rüde Kneipenparolen aufsagen zuhören, aber ich teile diese Idealisierung von Dramengestallten nicht. Ich halte sie für Unsinnig.
Das Herkulesstück ist eine Parabel die einen Stoff aus derAantike in Moderne Zusammenhänge setzt und genau dass will ich sprachlich zeigen.
Ziel war es eine zeitgenössische, fast schon alltägliche Grundsprache mit einer heroischen Tragödiensprache zu vermischen, die immer dann einsetzt, wenn damit etwas bestimmtes erreicht werden soll.
Wenn Herkules diese Sprache verwendet ist das Ironie, wenn Homer sie verwendet Zwang und wenn der die moderne Hochsprache wie in seinen Prosatexten verwendet ode rins einen Diskussionen ist es sein ästhetisches Ideal, was er dem Publikum sprachlich zeigt. Das trifft vorallem auf den letzten Text zu.
Du sagt es passt nicht zusammen und unabhängig von deiner ideologischen Abneigung magst doch dennoch nicht unrecht haben.
Die Schwäche meiner Sprachstruktur liegt noch bei der Unexaktheit. Die Übergänge sind nicht klar und manche Redewendungen und Sätze sind dann für eine bestimmte Person doch zu salopp. Da muss ich Stück für Stück nachbessern und über Hinweise bin ich dankbar.
Die Grundstruktur aber ist gewollt und ich denke das sie den Schauspielern eine große Bandbreite an Möglichkeiten gibt die Figuren vielfälliger werden zu lassen. Ta-Mit ist da ein gutes Beispiel. Du sagt, die Art wie die beiden Liebenden am Ende miteinander sprechen passt nicht zum Anfang, aber bedenke doch mal die Situation. Sie haben beide alles verloren was sie hatten, bis auf ihre Liebe und am Anfang der letzten Szene sind sie sich nichteinmal dessen sicher. Sie stehen völlig ungeschützt und zum ersten Mal ohne Maske voreinander. Da ist kein Platz für Selbstsicherheit oder gekünstelte Phrasenhaftigkeit wie in den Szenen davor. Es ist echt es ist roh und ohne Schnörkel. Diesen Unterschied wollte ich zeigen und es ist die große Herausforderung für den Schauspieler daraus einen eigenen Charakterfaden zu erschaffen.
Ich glaube nicht daran das Menschen immer gleich sprechen, sie verändern ihre Sprache von Situation zu Situation und im Theater das ja keine Wirklichkeit simulieren muss, denke ich ist es durchaus inordnung, das etwas zu überspitzen.
Das mir das noch nicht exakt gelungen ist ist klar und da ist noch Luft nach oben, aber das ist ok. So lange noch Luft oben ist, kann ich weiter hinauf :D

Es freut mich aber das dir die Geschichte und ihre Struktur ansonsten zu gefallen scheint, eine Tragödie zu schreiben war für mich eine wichtige Übung und ich habe lange und mühselig daran herum gedoktort. Ich mach das auch sicher nie wieder :D Zu starr zu festgelegt, da dreht man durch.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Similar threads

wcf.user.socialbookmarks.titel