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candy

Trainee

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1

Thursday, May 6th 2010, 10:00am

Karussell

Wir beide kennen diese Oper nicht. Wir beobachten Gondeln auf sich kräuselnden Wellen und hören zwar die Gesänge, verstehen jedoch den Text nicht. Das Orchester auf der Bühne neben uns lässt sich aus diesem Winkel nur schlecht fotografieren.

Mattes Licht quetscht sich durch Wolkenrisse. Wir stehen auf und folgen ausgetretenen Wegen. Ein weißer Pantomime maschiniert mit Seifenblasen, und still kommuniziere ich mit ihm, während du am wahren Lebensstand den Rotwein bestellst.

Glaskörper wandern weiter, und es drängt mich in dieses Karussel dort vor uns. Ob ein Zusteigen noch möglich ist, frage ich, ernte ein Nicken des Chauffeurs und setze mich an den Tisch zu der Toten. Du setzt dich neben mich, Glas an Glas sitzen wir, und das Personal reicht uns einen Becher mit Apfelessig, Ginever und fremden Kräutern gegen den Schwindel. "Weil die Fahrt links herum geht und es den Chakren wohl bekommt. Apfelessig ist auch linksdrehend", krächzt der Vogel.

An der Decke hängen noch anderen Leichen, ihre Nervenkostüme baumeln uns entgegen, dazwischen sehe ich einige nackte Putten im Flug. "Die Fahrt dauert sechs Monde", erklärt uns der Rabe, und bläht sein purpurnes Samtkleid kurz auf. Er lacht dich geräuschvoll und mit verzerrtem Gesicht an oder aus, das kann ich nicht sehen. Ich lege derweil meine Hand in die offene, versteifte Hand der Frau bei mir, streichle ihr langes, strohiges, graublondes Haar, richte es und drappiere es über ihre Schultern. Schön ist sie, schön.

Der Rabe bringt das Karussel in Schwung und grinst verschmitzt. Auch Kinder sitzen hier, sie entlächeln etwas tröstlich Frisches, und ich nehme ihre Frische auf wie dieses linksdrehende geheimnisvolle Elexir.

In voller Fahrt, die Fahrt in den Tod währt ein Leben, gerate ich in Kontakt mit dem Widersinnlichen. Für eineinhalb Stunden verfliegen wir; in Erwartung auf den Empfang. Ein Mann spielt das Banjo, dazu singt eine Frau das Lied ewiger Liebe. Einige der Rondellgäste klatschen, konsumieren amüsiert.

Als wir aussteigen, sehe ich gerade noch deine hellen Beine, dein dunkles Hemd ist von der Nacht verschluckt. Bald hat die Dunkelheit dich aufgesogen.

Du bist der Grashüpfer und ich der Nachtfalter.
Ich laufe allein durchs stille Schwarz und fühle mich geborgen.
Du wähntest dich in meiner Begleitung, zusammen waren wir nicht.
Nichts ist weniger ergründbar als die Komplexität und der Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen, und seien es Liebesbeziehungen.

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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2

Thursday, May 6th 2010, 10:19am

Hallo Candy;

Ich muß dir ganz offen und ehrlich sagen daß ich dieses Stück Prosa nicht für den großen Wurf halte;
Die einzelnen Teile und Sätze zerfallen während des Lesens und hinterlassen so den Nachgeschmack eines unfertigen Gerüsts einer Geschichte. Auch wenn sich einzelne Bilder ganz interessant anlassen. Dieser Effekt wird nicht durch den Inhalt erzeugt, sondern eher durch die Technik. Die Einschübe kleiner Nebensätze und Satzteile, ebenso wie der Beginn der einzelnen Absätze mit gleichklingenden Satzlängen, nehmen immer wieder das Karusell-Tempo heraus, den Wirbel an Jahrmaktsbildern, den zu erzeugen es hier, unter Umständen, gegolten hätte.

Soweit meine Meinung dazu. Vielleicht war ja was zum darüber nachdenken dabei.

mfg
Erik
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candy

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3

Wednesday, May 19th 2010, 4:41pm

Hi Erik,
ich hab ja Deinen Kommentar sträflich vernachlässigt - sorry ^^
Dankeschön erst mal für's Lesen und Kommentieren. Eine Jahrmarktsstimmung sollte hier eigentlich weniger aufkommen, von daher vermisst Du auch sicher ein 'Karussell-Tempo'. Es ist auch keine stringent erzählte Geschichte in dem Sinne, eher die Aneinanderreihung von Einzelsituationen/Stimmungsbildern. Es hatte nicht den Anspruch auf 'zeitabläufige' Erzählung, wobei hier Zeitablauf zwar stattfindet, aber auf anderer Ebene. Weswegen ich Deinen Kommentar sehr schätze. Denn vielleicht sollte die erste Ebene einfach besser herausgearbeitet sein, um Raum für die zweite deutlicher zu gewähren. Es fällt mir schwer, das gebe ich zu, weil ... tja ... *schulterzuck* ... ich mich darum ängstigen würde, den Text als das, was er sein sollte, kaputt zu machen. Aber was weiß ich schon? Letztlich ist der Leser der, der das bestimmt. Ich werd mich bei Muße noch mal daransetzen und gucken, was ich an erster Ebene einbringen kann, was einen Einstieg in die zweite erleichtert; vielleicht schaff' ich das ja. *uff*, in der Vorstellung scheint mir das eine mühsame ANgelegenheit. Danke also.

Gruß
candy.
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Alexa

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4

Thursday, May 20th 2010, 10:42am

Ich denke, diesen Text darf man nicht lesen wie er geschrieben steht. Er muss wahrscheinlich auf anderer Ebene verstanden werden und dafür muss man über das physisch gebundene Denken hinausgehen. Hier geht’s m.E. eher um ein inneres Karusell- das Bewusstsein. Von den Wurzeln bis zur Krone- die Vollkommenheit. Die sieben Chakren (Chakra wörtlich= Rad oder Kreis) Im ersten Absatz wird das schon deutlich, denn die Schamanen, die, wie viele andere auch, das Chakren lesen als Heilmittel einsetzen, würden hier sagen: Du kannst nicht hören, nicht sehen- du hältst dich selbst davon ab, zu hören, zu sehen.
Mir gefällt die Idee, die Umsetzung dergleichen kann mich aber noch nicht völlig überzeugen. Schön ist, dass sich hier alles nahtlos aneinanderreiht- es fließt- sogesehen, doch ich hätte wahrscheinlich überhaupt keinen Zugang zum Text, wenn ich nicht mal irgendwann was von den Chakren gehört hätte. Ein 'gelungener' Text sollte aber möglichst jedem ein Türchen öffnen, selbst wenn sich diese Türen nicht alle in die gleiche Richtung öffnen, aber klemmen sollten sie nicht. Das wiederrum stört nämlich den Fluss … ;(
Im gesamten mag ich deine Ideen, deine Texte, deine auf mich etwas überheblich wirkende Art in manchen Kommentaren mag ich dagegen nicht, spricht auch verdammt gegen einen ausgeglichenen Fluss.
Aber vll. sind das auch nur kleine Startschwierigkeiten. Ich warte einfach mal ab, denn es soll hier ja um Textarbeit und nicht ums Kuscheln gehen, ne. Verzeih meine Offenheit, aber ich mag klares Wasser :)

L.G. Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

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candy

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5

Thursday, May 20th 2010, 1:30pm

Hi Alexa,
und auch Dir ein Dankeschön für Dein Lesen und Kommentieren des Textes.
:) Auch mit Schamanismus habe ich nichts zu tun, aber habe mich gefreut, dass Du geschrieben hast

Quoted

Ich denke, diesen Text darf man nicht lesen wie er geschrieben steht. Er muss wahrscheinlich auf anderer Ebene verstanden werden und dafür muss man über das physisch gebundene Denken hinausgehen. Hier geht’s m.E. eher um ein inneres Karusell- das Bewusstsein. Von den Wurzeln bis zur Krone- die Vollkommenheit.
denn das ist auf jeden Fall so. Es ist ein surrealer Text, jedenfalls einer mit sehr stark surrealen Einflüssen. Ich hab allerdings keine Ahnung von Schamanismus. Der Text schwingt auf der Gefühlsebene, das ist alles, was ich dazu sagen kann, auf zwischenmenschlicher Gefühlsebene.
Zu Deiner Resteinschätzung - was meine Person betrifft - schreibe ich Dir eine PN, und ich hätte mir dazu auch eher eine PN von Dir gewünscht
Grüße
Candy
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Erik R. Andara

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6

Thursday, May 20th 2010, 5:26pm

hallo candy;

dem geübten leser kann man ruhig zutrauen, die eine oder andere metaebene von selbst zu erfassen!
Mit den Jahrmarktbildern hast du eigentlich im text selber begonnen zu jonglieren, vielleicht liegt hier das missverständnis aber auch nur in unserem unterschieldichen verständnis von jahrmärkten;
wenn ich jahrmarkt schreibe und denke, sehe ich weniger hiesige kirmes - veranstaltungen, als amerikanische sideshows aus den jahren der großen depression (also durchaus mit bildern mit denen du hier würfelst; auch das linksdrehende elixier indiziert drogen-gebrauch; karussel-effekt, drehwurm, egal ob nun im shamanismus und/oder chakrenuniversum beheimatet; karussel steht im titel, karussel sollte demnach auch drinnen sein; und da gibt es halt fixe spielregeln, weil das durchaus ein kultur-geprägter begriff ist, um dir meinen kommentar etwas näher zu bringen)

Quoted

Letztlich ist der Leser der, der das bestimmt.

richtig, denn der autor, der nicht für leser schreibt, ist tasächlich lediglich der autor von tagebüchern oder gedächtnisunterstützenden notitzen, sonst fällt mir auch schon nocht mehr viel ein;
ob du es schaffst, dich nochmal an den text zu setzen, ob es dir überhaupt die mühe wert ist, nun *schulterzuck* das liegt bei dir;
soweit war das mein verständis und meine meinung zu diesem text;

mfg
erik
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Alexa

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7

Friday, May 21st 2010, 7:49pm

Hallo

Ich habe mich wahrscheinlich etwas unklar ausgedrückt denn

Quoted

Auch mit Schamanismus habe ich nichts zu tun

Das will ich auch nicht gesagt haben und

Quoted

Ich hab allerdings keine Ahnung von Schamanismus

auch das spielt keine Rolle- ich hatte ja geschrieben:

Quoted

denn die Schamanen, die, wie viele andere auch,
.

Chakren sind ja nichts anderes als Energiebahnen, die jeder Mensch besitzt. Sie haben ja nicht nur bei den Schamanen sondern auch in verschiedenen spirituellen Bereichen wie dem Yoga, Meditation, Tantra, Reiki ihren Stellenwert. Also du solltest hier jetzt nichts an den Schamanen festmachen. Chakren kann man sich als Energiewirbel vorstellen- deshalb passt für mich das Karussell hier schon gut. Der Rabe ist sogar, soweit ich weiß, ein Symbol des Kronenchakras. Wenn alle Energiebahnen harmonisch zusammenspielen, hat man seine Mitte gefunden- sagt man. Manche sagen auch, die Vollkommenheit erreicht oder so.

Quoted

Der Text schwingt auf der Gefühlsebene
auf zwischenmenschlicher Gefühlsebene.

Ja, das ist schon klar:

Quoted

Wir beide kennen diese Oper nicht. Wir beobachten


Der Text erzählt für mich von einem Lyrischen Ich, dass eine Beziehung (egal zu wem oder was- könnte sogar die eigene Beziehung zum Leben sein, ich vermute aber, da der Anfang von Gondeln und Musik erzählt, dass es sich um eine zwischenmenschliche Beziehung handelt) aus einer anderen Ebene, als die der Sichtbaren, betrachtet. Eine Änderung der Wahrnehmung, des Bewusstseins. Du hattest wahrscheinlich vor, diese Beziehung in Form eines Jahrmarktbesuches zu beschreiben- allerdings darf man den Jahrmarkt jetzt nicht wörtlich nehmen, denn wahrscheinlich soll diese Geschichte auch eine wesentlich längere Zeitspanne umfassen.
Die Oper, bei der die Musik nicht verstanden wird, das Orchester nicht gesehen, steht für mich schon für ein unharmonisches Beisammensein- die ausgetretenen Wege- sind deutlich, der Pantomime als Symbol für das Schweigen, dass wiederrum verdeutlicht wo man steht- ist wahrscheinlich der Anstoß zur Umkehr, zur Suche dahin. Usw.usf
Zum Schluss gewinnt L.I. die Einsicht, dass es nicht passt, nie gepasst hat. Möglich ist auch, dass der Schluss auch schon von einem Dasein nach dem Tod erzählt.

Quoted

Du bist der Grashüpfer und ich der Nachtfalter.

Aber das spielt für mich nur eine nebengeordnete Rolle.

Ich lese deinen Text so, muss aber dazu sagen, dass ich erst einige Ecken umlaufen musste, bevor ich bei meiner jetzigen Interpretation ankam und so oft ich den Text auch lese, dieses Ah Ja! Stellt sich nicht ein. Der Text ist m.E. viel zu verwirrend geschrieben.
Mir fehlt hier einfach die Eigenständigkeit, die jeder Text haben sollte- egal in welche Richtung. Anders gesagt: Jeder sollte in einem Text etwas erkennen können. Und selbst wenn der Leser hier nur einen stinknormalen Jahrmarktbesuch mit Geisterbahnfahrt lesen würde, aber selbst das ist nicht möglich, weil man dann spätestens bei dem letzten Absatz gedanklich stecken bleibt.
So, genug davon. Ich hoffe, ich konnte dir meine Lesart und das Problem, das ich mit deinem Text habe, jetzt etwas deutlicher machen.

Gruß Alexa
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candy

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8

Tuesday, May 25th 2010, 10:09am

Hi Alexa,
tja - das ist ja irritierend. Denn das, was Du schreibst, trifft genau das, was ich meinte. Von daher weiß ich gar nicht, warum Du im letzten Absatz Dein Unverständnis oder was auch immer zum Ausdruck bringst. Ich schreibe keine leichte Kost, das gefällt mir nicht. Und sicher kann nicht jeder was anfangen mit dem, was oder wie ich schreibe. Ich bin kein Fastfoodler und will nicht im eigentlichen Sinne 'unterhalten', schon gar keine breite Masse.
(ganz speziell für Dich, Alexa: Da darf man jetzt auch gern drüber nachdenken und auch denken: 'Was'n mit der?' ).
Grüße
C.
Nichts ist weniger ergründbar als die Komplexität und der Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen, und seien es Liebesbeziehungen.

Jule

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9

Tuesday, May 25th 2010, 12:08pm

Ich lese deinen Text so, muss aber dazu sagen, dass ich erst einige Ecken umlaufen musste, bevor ich bei meiner jetzigen Interpretation ankam und so oft ich den Text auch lese, dieses Ah Ja! Stellt sich nicht ein. Der Text ist m.E. viel zu verwirrend geschrieben.
Mir fehlt hier einfach die Eigenständigkeit, die jeder Text haben sollte- egal in welche Richtung. Anders gesagt: Jeder sollte in einem Text etwas erkennen können. Und selbst wenn der Leser hier nur einen stinknormalen Jahrmarktbesuch mit Geisterbahnfahrt lesen würde, aber selbst das ist nicht möglich, weil man dann spätestens bei dem letzten Absatz gedanklich stecken bleibt.


Du kannst aber nicht sagen, Alexa, wenn du den Text liest, ob jeder oder keiner oder nur ein paar etwas in dem Text lesen können. Aus so einer allgemeinen Sicht zu urteilen, wäre etwas weit hergeholt.
Ich pers. finde schon auch, dass man an einen Text ruhig einmal etwas arbeiten kann, einige Ecken umlaufen, bis man zu einer stimmigen Interpretation kommt. Darüber hinaus, wer sagt eigentlich, dass eine Interpretation für einen selbst immer stimmig sein muss?

Alexa

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10

Tuesday, May 25th 2010, 12:30pm

Quoted

Du kannst aber nicht sagen, Alexa, wenn du den Text liest, ob jeder oder keiner oder nur ein paar etwas in dem Text lesen können. Aus so einer allgemeinen Sicht zu urteilen, wäre etwas weit hergeholt.

Da hast du Recht, Jule, das könnte ich nicht. Hab ich aber auch nicht. Was ich hier schrieb

Quoted

Zitat von »Alexa«
Ich lese deinen Text so, muss aber dazu sagen, dass ich erst einige Ecken umlaufen musste, bevor ich bei meiner jetzigen Interpretation ankam und so oft ich den Text auch lese, dieses Ah Ja! Stellt sich nicht ein. Der Text ist m.E. viel zu verwirrend geschrieben.
Mir fehlt hier einfach die Eigenständigkeit, die jeder Text haben sollte- egal in welche Richtung. Anders gesagt: Jeder sollte in einem Text etwas erkennen können. Und selbst wenn der Leser hier nur einen stinknormalen Jahrmarktbesuch mit Geisterbahnfahrt lesen würde, aber selbst das ist nicht möglich, weil man dann spätestens bei dem letzten Absatz gedanklich stecken bleibt.

war meine ganz persönliche Meinung.
dieser Text hat mir zu viel Kopfzerbrechen bereitet, so dass ich zu dem Schluss kam, er ist einfach zu verwirrend geschrieben.
Eine Interpretation von dir hätte das vll. verdeutlicht. Aber egal jetzt.
Ich bin immer noch der Meinung er ist zu kompliziert geschrieben, was ich sehr schade finde, da er den Leser m.E. so nicht erreicht.

Gruß Alexa
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Erik R. Andara

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11

Tuesday, May 25th 2010, 1:13pm

hallo candy

Quoted

Ich schreibe keine leichte Kost, das gefällt mir nicht.
auch, wenn ich von dir in diese diskussion anscheinend nicht mehr miteinbezogen werde dann halte ich diesen sager doch schon ein bißchen überspitzt;

kann man hier genauer formulieren, was leichte kost ist und was nicht und wer was rezipiert und wieviel grips man braucht um "keine leichte kost" zu verstehen?

das, liebe candy, ist eine sehr gefährliche aussage, die eigene schreibe betreffend, sie könnte von einer gewissen geisteshaltung erzählen, die einem fortkommen in der arbeit, die einem tasächlich am herzen leigt, nicht unbedingt erleichtert;

Quoted

Ich bin kein Fastfoodler und will nicht im eigentlichen Sinne 'unterhalten'

ich habe mich eine ganze zeitlang mit joyce und beckett beschäftigt/beschäftigen müssen und von den herren, die dies mit recht und fug behaupten könnten, kam derlei niemals; sehrwohl aber von leuten, die sich MIT ihnen beschäftigt haben und behaupteten sie haben begriffen, wo des pudels kern läge, man merke!


vielleicht kehren wir also hier zur eigentlichen texarbeit zurück mit der wir begonnen haben:

Quoted

Dieser Effekt wird nicht durch den Inhalt erzeugt, sondern eher durch die Technik. Die Einschübe kleiner Nebensätze und Satzteile, ebenso wie der Beginn der einzelnen Absätze mit gleichklingenden Satzlängen, nehmen immer wieder das Karusell-Tempo heraus, den Wirbel an Jahrmaktsbildern, den zu erzeugen es hier, unter Umständen, gegolten hätte
ich sprach von schreibtechniken und du ganz plötzlich von verständnisebenen; laß uns also nochmal über den meißel sprechen und dann erst über die granitplatte, die es zu behauen gelten würde;


zurück zum kochen und weg von der menükarte würde ich meinen...



mfg

erik
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Jule

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12

Tuesday, May 25th 2010, 1:29pm

Mir fehlt hier einfach die Eigenständigkeit, die jeder Text haben sollte- egal in welche Richtung. Anders gesagt: Jeder sollte in einem Text etwas erkennen können.


Das fasste ich aus einer allgemeinen Sicht auf, Alexa, und zwar in dem Sinne, dass du an dem Text bemängelst, dass jeder etwas darin lesen können sollte. Das ist aus der Sicht aber einfach ein nicht zu verifizierender Satz, wenn man so will. Selbst, wenn du den Text verstehen würdest, würdest du damit nicht vorausnehmen können, ob ihn auch "jeder andere" versteht.
Entschuldige jedoch, wenn ich dich falsch verstanden haben sollte und du das persönlich meinst, dann kann ich deine Sicht nachvollziehen.

Alexa

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13

Tuesday, May 25th 2010, 1:42pm

Quoted

Jeder sollte in einem Text etwas erkennen können.


Quoted

Zitat Jule
dass du an dem Text bemängelst, dass jeder etwas darin lesen können sollte.


@Jule, ich sag da jetzt nichts mehr zu, denn dass driftet hier doch zu weit vom eigentlichen Text. Ich denke, wenn du noch weitere Textstellen meines Kommentares untersuchst und sie so verstehst, wie du sie verstehen möchtest, dann sind wir noch Wochen hier beschäftigt.
Setz doch deine Interpretation hier ein, dann kann auch Candy sehen, wie weit ihr Text aufgenommen wird- ich denke, das hilft dann auch weiter.

L.G. Alexa
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candy

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14

Tuesday, May 25th 2010, 2:00pm

Hi *smile* und sorry, E.R.A.,
dass ich Dich augenscheinlich übergangen habe. Aber ich wusste nicht recht, was ich antworten sollte, wo ich ansetzen sollte, und danach habe ich es einfach vergessen, übersehen, überlesen, mich an die Antwort auf den nächsten Kommentar gemacht. Das tut mir leid!
Ich wollte allerdings gar keine Kirmes-Kutschen-Beschreibung oder auch keinen solchen Rhythmus oder Rotierendes oder Zirkulierendes im dem Sinne.
Schon ein ewiges sich-Wiederholen von Vorgängen und deren Fragwürdigkeit - schon wegen des Todes, eines Endes, das mal kommt und der Alternative, das ewig sich wiederholende Einerlei nämlich zu unterbrechen, den eigenen Weg zu gehen, ob hell oder dunkel, aber eigen ...
Sorry für die verspätete Antwort.
Gruß
C.
PS: Und - nein, ich bin kein Fastfoodler und stehe dazu trotz Beckett, Joyce und *hastenichgesehn*
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Jule

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15

Tuesday, May 25th 2010, 2:34pm

Quoted

Jeder sollte in einem Text etwas erkennen können.


Quoted

Zitat Jule
dass du an dem Text bemängelst, dass jeder etwas darin lesen können sollte.


@Jule, ich sag da jetzt nichts mehr zu, denn dass driftet hier doch zu weit vom eigentlichen Text. Ich denke, wenn du noch weitere Textstellen meines Kommentares untersuchst und sie so verstehst, wie du sie verstehen möchtest, dann sind wir noch Wochen hier beschäftigt.
Setz doch deine Interpretation hier ein, dann kann auch Candy sehen, wie weit ihr Text aufgenommen wird- ich denke, das hilft dann auch weiter.

L.G. Alexa


So, nochmal.
Ich meinte lediglich, dass der Satz, jeder sollte in einem Text etwas lesen können, so nicht anzunehmen ist. Wenn man sagt, jeder Text sollte von jedem verstanden werden, sagt man ja wohl automatisch: dann ist es auch ein guter Text.
Du kannst zwar freilich sagen, dir gefällt nicht, dass ihn nicht jeder versteht, wenn du ihn nicht verstehst, denn damit hast du ja den Satz "Nicht jeder versteht diesen Text" verifiziert. Das funktioniert aber nur in die eine Richtung. Andersherum geht das nicht. Denn, wie schon gesagt: selbst, wenn du jetzt den Text verstehen würdest, könntest du ja nicht sagen, jawoll, der Text ist gut, denn jeder versteht ihn. Insofern ist "Jeder sollte den Text verstehen" m.E. kein angemessenes Bewertungskriterium.

Warum ich das jetzt mit einer Interpretation verdeutlichen soll, ist mir schleierhaft, denn wie du schon gesagt hast, hat das nichts mit dem Text an sich zu tun.
Warum du "einem" fettgedruckt hast, erschließt sich mir auch nicht.

Das zweite von dir angeführte Zitat beinhaltet einen Satz, den ich so nicht sagen hätte sollen, ich habe mich dort falsch ausgedrückt, entschuldige.

Marot

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16

Tuesday, May 25th 2010, 3:17pm

So dann offiziell:

@Jule und alexa: Die Diskussion zwischen euch, so interessant sie auch sein mag, ist wie ihr beide ja erkannt habt, mitlerweile völlig textfremd und beschäftigt sich mehr mit der Frage: Kann man einem text mit dem kritierium "Jeder sollte den Text verstehen" . Das Thema dieses Fadens ist aber die Textarbeit am Text " Karussell " von candy und daher bitte ich euch Beide eure Unterhaltung entweder per Pm oder in einem entsprechenden Faden, den ihr in eine Diskussionskategorie gerne eröffnet könnt weiter zu führen. Im Faden Karussell möchte ich jetzt bitte nur noch Textbesprechungen lesen.

Mit freundliche Grüßen
Marot / Moderator
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Erik R. Andara

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17

Wednesday, May 26th 2010, 5:21pm

und hallo zurück;



das mit dem kirmes-teil überlese ich mal geflissentlich, dazu habe ich mich ja bereits geäussert

Quoted

Ich wollte allerdings gar keine Kirmes-Kutschen-Beschreibung oder auch keinen solchen Rhythmus oder Rotierendes oder Zirkulierendes im dem Sinne.

warum steht es denn dann im titel?

was ist denn ein karussell anderes, als sinnbild für ein "um kreis drehen", welche begrifflichkeit man auch immer darunter verstehen mag?

und du komunizierst doch auch den ganzen text durch buden-bilder; durch einschlägige beschreibungen; mir jetzt zu erlären das wolltest du gar nicht.....naja, ist etwas halbherzig oder inkonsequent;



beispiele (nur ein paar)



während du am wahren Lebensstand den Rotwein bestellst

es drängt mich in dieses Karussel dort vor uns

"Die Fahrt dauert sechs Monde", erklärt uns der Rabe

In voller Fahrt, die Fahrt in den Tod

Einige der Rondellgäste klatschen

Als wir aussteigen, sehe ich gerade noch

....



es ist ja nicht so, als hätte ich mir das aus dem finger gesaugt ich bin hier lediglich auf deinen text eingegangen; mir jetzt zu erklären, es gäbe eine ebene darüber (nicht das ich mir das nicht dachte) und diese ganze bildarbeit als ein "Ich wollte doch gar nicht" zu titulieren läßt mich in meinem textverständnis hier etwas straucheln (noch maehr als ich es bisher bereits tat);



erinnert mich ein bißchen an den teppichweber aus einer arabischen geschichte (ich weiß nicht mehr welche) der zum touristen meinte, er hätte die ganzen maschen mit absicht fallen lasssen, um sich durch die anderen löchern von den übrigen webern abzuheben...



und du hast das drehen immer wieder als fixpunkt du erlkärst es mir sogar als absicht, gleichzeitig meinst du aber es wäre nicht dein ziel, es sprachlich zu unterstützen...?



ich weiß nicht, was ich hier noch darauf erwidern soll; vielleicht bringt dir dieser kommentar ja die vielbesprochene "meta"eben unserer beider kommunikation etwas näher; irgendwo hängts da, textlich gesprochen...



mfg

erik
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