Wenn ich nun felsenfest behaupten würde,
Alles ist eine Illusion und existiert gar nicht, ist deine Argumentation null und nichtig.
Du kannst mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.
Diese Aussage erscheint mir albern. Es gibt ja mehrer Arten des Zweifelns. Aber kein ernsthafter Philosoph ist dieser Meinung. Dann bin ich doch lieber Determinierd und schreibe nur des Schreibenswillen hier gerade diesen Beitrag. Aber zum Glück fühle ich mich nicht so.
Martin Buber hat für mich eine interessante - für mich neue Theorie - aufgestellt. Die des Ichs. Bzw. die der Ich-Beziehung. Er unterscheidet ganz klar Ich-Es und Ich-Du. Desweiteren sagt er, dass wenn man von Ich redet immer Ich-Es oder Ich-Du meine. Er geht von einer verpflichtenden Beziehungstheorie aus.
So bedeutet Ich-Es nicht viel mehr, als eine Beziehungslosigkeit. Die Beziehung reicht gerade mal bis zum "Es!". Jedem Es folgt ein Es. Eine Verkettung von Tatsachen und Dingen, die einem im Alltag unterschwellig begegnen. Das sind also Dinge, wie zum Beispiel Bäume beim Waldspaziergang oder Menschen beim Einkaufen, die einfach da sind, die einen aber erstmal nicht interessieren - zu denen man keinerlei Beziehung hat. Ebenso sind Erfahrungen für ihn eine Ich-Es Beziehung. Denn die Welt hat nichts von deinen Erfahrung. Sie erscheint ihm statisch. Du lernst - okay! Du handelst - okay! Aber die Welt hat nichts von alle dem.
Der erste Schritt seiner Ich-Du Argumentation ist eine Aufteilung davon, die zwar ein wenig widersprüchlich mit dem letzt Genannten einher geht, aber verstehbar ist.
1. Ich-Du -> Die Welt der Natur. Das können einfache Gegenstände sein, die einem etwas bedeutet. Zu denen man eine konkret definierte Beziehung hast.
2. Ich-Du -> Die Welt der Menschen. Das sind Lebensgefährten, Freunde etc etc. Diese Ebene ist wohl am einfachsten zu verstehen
3. Ich-Du -> Die Welt der geistigen Wesenheiten. Das sind zumindest soweit personifizierte "Götter" (in seinem Fall ein Gott), die man beispielsweise durch ein Gebet erreicht. Die Ich-Gott-Beziehung ist zu weilen eine deutlich innigere als die zu einem Menschen, besonders da ein Gebet (im Grundgedanken) der Anfang einer Erkenntnisreihe ist. Ergo du baust eine Beziehung zu dem Gott auf in dem du mit ihm sprichst und erhälst dafür eine Erkenntnis.
Das ist alles ein wenig pragmatisch erklärt. Zu diesem Thema empfehle ich auch ein Gedicht von Ernst Jandl "Ich und Du".
Mir scheint es manchmal in solchen Threads das theoritischen Hintergrundwissen nur bedingt bis gar nicht vorliegt. Und ebenso fundamental Gegenargumente gesucht werden, wie man seiner sich selbst zu gestellten Opposition vorwirft zu argumentieren.
Ich empfehle an dieser Stelle weiterhin sich ein wenig mit den Anfängen des Mittelalters genauer außeinander zu setzen und ein wenig Thomas von Aquin zu behandeln. Achja und ein kleiner Gegenpol zu diesem Feuerbachs Theorien.
Es gibt desweiteren ja immer so Spezialisten, die sich ganz gerne mal auf die Bibel berufen. Einer der ersten Dinge, die man im Umgang mit der Bibel lernt ist die Tatsache, dass sie kein Geschichtsbuch - allerhöchstens ein Geschichtenbuch ist. Was aber durchaus in einem Forum für lyrischem Interesse vorausgesetzt werden kann

PS: Nichts gegen das Spaghetti-Monster!
PPS: Gegen einen Gottesdeterminismus spricht anbei eine Stelle in der Bibel ganz konkret. Ich find sie nur nicht mehr. Da steht sinngebend: "Sützte dich nicht auf deinen Glauben, denn dieser ist zu schwach um dich zu tragen." Irgendwas im AT mit Spinnennetz im Zusammenhang mit der Mensch-Gott-Vertrauenssache.