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Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

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Location: von draußen vom Walde...

1

Friday, January 22nd 2010, 11:16am

man sieht nur ...

Sag mir, Blinder, was du fühlst,
wenn dein Blick den Himmel greift
und sag, warum du traurig bist,
wenn deine Hand die meine streift.

Sag mir doch, warum die Zeit
für dich nur noch ein Ticken ist,
__________________________
__________________________

Denn glaub mir, Blinder, was du siehst,
was deine Hände spüren,
das wird niemals ein Augenlicht
so tief, so zart berühren.


1 Version

Quoted

.
Sag mir, Blinder, was du fühlst,
wenn dein Blick zum Himmel greift
und sag, warum du traurig bist,
wenn deine Hand die meine streift.

Sag mir doch, warum die Zeit
für dich nur noch ein Ticken ist,
warum du nur in Einsamkeit,
die Narben deiner Haut vergisst.

Denn glaub mir, Blinder, was du siehst,
was deine Hände spüren,
das wird niemals ein Augenlicht
so tief, so zart berühren.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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2

Friday, January 22nd 2010, 5:35pm

Denn glaub mir, Blinder, was du siehst,
was deine Hände spüren,
das wird niemals ein Augenlicht
so tief, so zart berühren.

hallo alexa;

das gefällt mir ausgesprochen gut!!

angefangen vom zeit, die nur noch ticken ist (womit du gleichzeitig das vergehn selbiger durch monotonie implizierst)
bis hin zum blinden, dem, erfahrung in einer qualität zu machen, angelastet wird, wie sie ein sehender niemals wahrnehmen könnte, ein sehr gefühlvolles bild, daß du heir verfaßt hast;

der schwächere teil (schade eigentlich) sind die zeilen mit den narben, sie wirken seltsam oberflächlich unter den restlichen feststellungen, wenn man die narben in falten ändern würde vielleicht, in runzeln oder ähnliches, für dich passendes, aber nicht ganz so oft, pathetischerweise, bemühtes detail von haut; (vielleicht sogar etwas, daß man sehen aber nicht fühlen kann ?)

sehr gerne gelesen;

lg
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Alexa

Blickdicht(erin)

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3

Saturday, January 23rd 2010, 12:19pm

Hi Erik

und vielen Dank für deine Kritik,
mir bedeutet deine Meinung sehr viel.
Ich möchte jetzt nicht auf die Schnelle etwas ändern, weil ich mir deinen Vorschlag erst noch in Ruhe durch den Kopf gehen lassen möchte. Aber du hast auf jeden Fall Recht; Narben als Erlebtes, als Wunden der Vergangenheit sozusagen, sind wirklich nicht gerade einfallsreich und schon etwas zu abgedroschen.
Falten würden aber nicht das ausdrücken, was ich sagen wollte. Es sollte schon klar werden, dass es negativ erlebtes ist. :S Ich werde etwas anderes finden müssen. Momentan fehlt mir allerdings etwas Ruhe und Zeit, um intensiv darüber nachzudenken.

Quoted

das wird niemals ein Augenlicht

ja, auch hier hatte ich bereits zig Mal umgestellt, mir gefällts auch noch nicht so wirklich. Das - ein- rausnehmen würde allerdings das Metrum zerdeppern. Aber auch hier werde ich was anderes suchen. Ich melde mich noch bei dir.

Vielen Dank für

Quoted

das gefällt mir ausgesporchen gut!!

:)
L.G. Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

franz

einfach nur franz

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4

Sunday, January 24th 2010, 1:19pm

Hey Alexa,

ich schließe mich Erik an wenn er sagt, dass dein Gedicht nicht von schlechten Eltern ist.
Ebenso wie er finde ich aber auch, dass dein Text in der ersten Strophe noch stärker kommt als zum Schluss hin,
wo sich dies kaum die Waage hält. Die Narben haben es mir auch angetan. Und das auch in dem Punkt, in dem sie
beinahe zu oberflächlich daher kommen. Ich habe mich an diesem Punkt gefragt, woher denn dein lyrIch seine
Narben haben könnte und fand die Antwort weder im Text noch in mir selber. Narben finde ich zu sehr auf
das Physische hin gerichtet, wobei das Psychische hier auch zur Sprache kommen sollte, wenn nicht sogar muss.
Naja, das mal eben zum Geschehen um die Narben herum...
in der ersten Strophe finde ich das >>zum Himmel<< etwas zu salopp.- mit Augenmerk auf das zum als Kurzform von zu dem.
Es gibt dem Ganzen beinahe etws naives, was in deinem Text nun nicht sein muss wie ich finde. Auch das greift kommt m.E.
zu flach rüber. HIer würde ich versuchen ein geschicktes begreift einzubauen, denn ich denke, das kommt recht gut
in Wort und Bild. Das Ticken in der zweiten Strophe deckt sich dann auch mit dem schon angesprochenen negativ-Vergleich
zum Gedichtanfang, wie er auch schon von Erik kam.
Nicht übereinstimmen tue ich mit Erik in dem Punkt in dem er meint, das >>ein<< vor dem Augenlicht zu streichen.
Die Version rein um das 'blanke' Augenlicht würde ich zu allgemeingültig finden. Das >>ein<< finde ich aus dem Grund gut,
weil es die Sache in gewisser Hinsicht dramatisiert, denn...
"das wird niemals auch nur ein Augenlicht begreifen!" verweist m.E.n. auf den hier 'kleinsten gemeinsamen
Nenner' und deutet mir so das Bild, dass wirklich niemand, aber auch niemand dies so tief und zart berühren wird usw.!-
ich hoffe du weist was ich meine, denn ich finde nicht die rechten Worte wie sie hier stehen sollten.

Soweit bis hier hin mit Gruß, vom TImo

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Alexa

Blickdicht(erin)

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5

Sunday, January 24th 2010, 8:09pm

Hallo Franz,

das zum Himmel hab ich jetzt mal in den Himmel geändert- vll. wird so dieses greifen etwas deutlicher. Oder hat dich jetzt nicht nur die Präposition sondern auch der Himmel gestört? Ich hatte da zuerst Ferne stehen, allerdings fand ich das nicht so wirklich passend, weil die Ferne m.e. nicht so viele Assoziationsmöglichkeiten bietet wie der Himmel.
Das, was ihr beide mit den Narben angemerkt habt, kann ich jetzt sehr gut nachvollziehen. Klar, da fehlt ein Bezug. Ich sehe jetzt auch selbst, dass ich hier einen Fehler gemacht habe. Ich hatte den Menschen, um den es hier geht, vor Augen, habe ihn so gesehen direkt angesprochen. Er würde diesen Text wunderbar verstehen, ein Außenstehender aber leider nicht.
Da muss ich jetzt erst mal wieder rausfinden, denn für ihn sind es Narben- zwar keine äußerlich sichtbaren, wozu jetzt nämlich auch die Haut gar nicht passt, :huh: aber psychisch sind es schon sehr tiefe Wunden.
Jetzt ist guter Rat teuer. Entweder muss ich noch irgendwo näher auf diese "inneren“ Verletzungen eingehen, oder aber ich muss das komplett raus lassen, wozu ich jetzt auch schon eher tendiere, denn mehr als drei Strophen fänd ich zu lang. Aber jetzt die mittlere Strophe auf zwei Zeilen reduzieren? Ne, gefällt mir auch nicht, da fehlt mir dann was.

Ich frier den Originaltext mal ein und stell die Zweite Version nur mit den beiden Mittelzeilen ein, bis ich da zwei weitere gefunden hab

Vielen Dank vorerst mal für deine Kritik, Franz, mal sehn was ich noch machen kann, damit dieser Text etwas runder wird.
L.G. Alexa

Ich denke, dieser Text ist in der Werkstatt erst mal gut aufgehoben, da bekomme ich eventuell noch einige Anregungen. Vielleicht wird’s dann ja noch was.
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(Winston Churchill)

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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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6

Sunday, January 24th 2010, 8:49pm

Auf Wunsch der Autorin in die Werkstatt verschoben.

Erik R. Andara / Moderator
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franz

einfach nur franz

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7

Monday, January 25th 2010, 7:31am

Quoted

Oder hat dich jetzt nicht nur die Präposition sondern auch der Himmel gestört?


nein, um den Himmel ging es mir nicht. Rein die Präposition habe ich gemeint. So wie du diese jetzt editiert hast, finde ich es
schon viel besser! Nur die Kurzform von zu dem war mir zu salopp. Nichts gegen Kurzformen / Kürzungen, aber ich deinem
Fall hat es der Rest und auch das Bild an sich nicht hergegeben dies zu legitimieren.

Quoted

Ich hatte da zuerst Ferne stehen


die Ferne käme nun wirklich - mit Verlaub - völlig bekloppt. Der Griff zum Himmel war schon viel wert. Nun nicht unbedingt Gold,
aber zumindest etwas ähnliches.

zu den Narben:

Quoted

denn für ihn sind es Narben- zwar keine äußerlich sichtbaren


gut, aber sie können ja äußerlich als auch innerlich vorhanden sein. Ich denke die Lösung liegt hier rein im Editieren von S2 V3/4.
Eine weitere Strophe mehr, die du ja nicht möchtest hat es hier auch nicht nötig.
Alles bis auf nicht rot markiertes könnte man m.E.n. austauschen um die Fronten zu klären:

warum du nur in Einsamkeit,
die Narben deiner Haut vergisst

die Einsamkeit würde ich stehen lassen, denn sie ist zwar ausgelutscht, aber trotzdem ein Evergreen! Außerdem passt es einfach
in den Rest. Schlicht , doch aussagekräftig!
Seit eben und nochmaligem Durchlesen finde ich, dass man die Narben verallgemeinern sollte und sie in
das Narben ändert. Das Bild geht nicht verloren, aber der Bezug erweitert sich so und geht schon ein Stück
vom Physischen weg. Einen Ersatz für die Haut bräuchte es hier.- 'mehr auch nicht' *hüstel*

Frage anbei:

Quoted

vom franz:
HIer würde ich versuchen ein geschicktes begreift einzubauen


was hältst du von begreifst? Im ersten Augenblick eher psychisch und eindimensional, aber ich glaube
mitein wenig Pfiff bekommt man sehr leicht die zweite und physische Dimension hinzu.

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Alexa

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8

Tuesday, January 26th 2010, 8:42am

Hallo Franz,

Quoted

dass man die Narben verallgemeinern sollte und sie in
das Narben ändert.


hey, das Narben ist echt stark. Aussagekräftig und mehrfach deutbar. Klasse, das gefällt mir. :thumbup: Danke dafür.

warum du nur in Einsamkeit
das Narben deiner Haut vergisst


ich lasse das vorerst mal so stehen.
für die Haut muss ich dann noch was suchen.

Quoted

was hältst du von begreifst? Im ersten Augenblick eher psychisch und eindimensional

eindimensional find ich das gar nicht und du hast schon Recht, es gibt mehr als ein einfaches greift, aber der Rhythmus ginge damit flöten. :S

L.G. Alexa
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franz

einfach nur franz

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9

Tuesday, January 26th 2010, 9:01am

Quoted

es gibt mehr als ein einfaches greift, aber der Rhythmus ginge damit flöten


quatsch, warum geht dann der Rhythmus flöten? Den rest der jeweiligen verse minimal geändert und schon
passt das Ganze wieder von vorn bis hinten:


Sag mir, Blinder, was du fühlst,
wenn dein Blick zum Himmel greift
/ - - - / - -
und sag, warum du traurig bist,
wenn deine Hand die meine streift.
- / - - - / - -

Sag mir, Blinder, was du fühlst,
wenn den Himmel du begreifst
und auch, warum du traurig bist,
wenn du mir meine Hände streifst.

hm, Mist. Ich sehe gerade das es wohl die unterschiedlich verteilten Silben sind,
die den Rhythmus hier nicht 1:1 widerspiegeln. Im ersten Vers ginge es noch, aber im vierten Vers
kommt man mit dem wohl echt nicht überein.
...zweites Hm,: jetzt habe ich in den vierten Vers ein Füllwort reingeballert (mir) und schon passt das Ganze!
Nebenher sei erwähnt, dass es sich hier lediglich um illegitimes Anschauungsmaterial handelt, das keinen Sinn
für sich beanspruchen soll y) ...auch wenn man es so bald stehen lassen könnte *?*

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Alexa

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10

Tuesday, January 26th 2010, 9:35am

wenn dein Blick zum Himmel greift

wenn den Himmel du begreifst

Das sind zwar äußerlich nur minimale Änderungen, aber inhaltlich sehe ich hier schon einen gewaltigen Unterschied. Der Blick eines Blinden, der den Himmel greift, ist ja doch ganz anders als wenn ein Blinder den Himmel begreift, womit ich nicht sagen will, dass deine Variante nicht auch eine starke Aussage beinhaltet. Nur passt sie momentan noch nicht in meine Vorstellung. Da sträubt sich etwas in mir :(

wenn deine Hand die meine streift.

wenn du mir meine Hände streifst.

Auch hier sehe ich das ähnlich, wobei mir hier zusätzlich noch irgendwie die Nähe abhanden kommt.

Ich lass das mal gedanklich sacken, mal sehn

Danke
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franz

einfach nur franz

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11

Tuesday, January 26th 2010, 9:50am

wobei mir hier zusätzlich noch irgendwie die Nähe abhanden kommt.


zugegeben, ein gutes Argument, das auch stimmt! :rolleyes:
Naja, ich lass dich dann mal in Ruhe mit deinem Text sinnieren, aber werde mich sicher wieder melden
wenn ich den aha-Effekt auf den Synapsen klickern höre :P

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


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