hi rude66,
also gleich vornweg, mir gefällt der atem, der durch diese zeilen trägt und der titel "belastungsgrenze" hat mich sofort angelockt und angedockt.
vorgedanken:
wer kennt diesen begriff nicht u. wer hat das nicht schon viele male erlebt, an belastungsgrenzen gehen zu müssen oder vielleicht sogar darüber hinaus oder auch die eine oder andere anforderung nicht zu schaffen oder andere an belastungen heranführen zu müssen, die grenznah waren oder für die betroffenen zuviel durchhaltevermögen forderten, dass sie nur daran scheitern konnten? belastungen an der grenze des aushaltbaren können ein individuum beschädigen. ein vielfaches an unvorstellbaren belastungen mit totalen grenzüberschreitungen können es zerstören.
die belastungsgrenze ist für jedefrau/jedermann ein sehr persönliches maß.
zum text:
beschleunigt das angegraute (abend?)rot das vergessen, die schnelligkeit der tage? aber ein vielleicht verheißt in der zweiten strophe den blick zurück, den möglichen anblick mit einem eventuellen herzschlag. doch kämpfen die zeit/der menschliche verstand selbst für das vergessen, indem sie "furchteinflößend" das angegraute einschmiegen wie ein versprechen u. symbiotisch überziehen in die teilnahmlosigkeit einer ganzen menschenstadt, dass der blick zurück nicht an grenzen führt, die belasten könnten? ja, noch mehr, sie verwäscht ohne herzschläge, aufgeregtheiten die bedrohlichkeiten von realitäten u. verführt sie bis an die grenzen des belastbaren, so dass sie unentbehrlich werden u. sogar viel zu oft so in anspruch genommen werden, dass auch ein unverstellter blick nach vorn nicht mehr voll glücken kann und uns leser nur noch der so real-surreale blick für das fragmentarische u. gelogene urbane netzwerk der menschen belastet. doch sollten wir, die urbanen, postmodernen menschen mitspieler im tarnen, täuschen, verschweigen verbleiben, dann kann eigentlich ein wirkliches menschliches netzwerk mit rückblendmöglichkeiten, korrekturen u. miteinanderstrukturen nicht funktionieren u. somit verharren wir städter in einer belastungsgrenze, die wir nicht mehr wahrnehmen, aber auch größtenteils nicht wahrhaben wollen. noch scheinen wir belastbar zu sein! aber wohin führen uns abgestumpftheit, sinnenverlust u. die zwänge des nicht rückblickensollens?
gerne gelesen
lg, rivus