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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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Location: Wien

1

Monday, September 28th 2009, 9:12pm

halb immergrün

kiesweg
fahrradspeichen sirren
richtung nordwind treiben
blätterschiffchen
platanen werfen laub
nach haubenträgern
inmitten kahler seitentriebe
fliegt ein stieglitz auf
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

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2

Monday, September 28th 2009, 9:23pm

.

Hallo Erik.

"trillernd" würde mir nicht fehlen, ansonsten gefällt mir Dein
Gedicht richtig gut. Meinen kurzen Kommentar bitte ich zu
entschuldigen.

sprachlosen, lieben Gruß
Katerchen

.
Dämmerungskrallen
Versonnen
Im Schilf
die Kätzchen
Eines Nußbaumes

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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3

Monday, September 28th 2009, 9:48pm

hallo katerchen;

schön, daß es dir gefallen hat;

das trillernd nehm ich raus, da hast du recht, es macht den ausstieg leichter und stimmiger;
ich hab mich da anscheinend etwas in der länge der letzten zeile vertan, vor allem weil ich mir mit dem bild nicht sicher war und dem vogel, den ich nehmen sollte, eigentlich wäre ja der buchfink mein favorit gewesen, aber die idee (dass ein teil zuhause bleibt der zweite wegzieht) schien mir das ganze zu überladen;

oder meinst du, daß man die letzte zeile auch auf: "fliegt ein buchfinkweibchen auf" ändern könnte? (rythmisch würde es ja jetzt gehen, wenn ich richtig lese das war auch einer der gründe, warum ich den buchfinken nicht untergebracht habe))

lg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

Perry

Lyrisches Licht

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4

Monday, September 28th 2009, 11:36pm

Hallo Erik,

ein irgendwie beschaulicher Herbsttext, der so ganz beiläufig daherkommt.
Ich frage mich, welche Haubenträger gemeint sind. Schulkinder, Klosterschwestern, Frauen, warum keine Männer?
Egal, ich würde als Schlusshighlight das "Buchfinkweibchen" nehmen, der Stiglitz ist zu kalt.
Vorschlag für die letzte Zeile:
sitzt ein Buchfinkweibchen.
LG
Perry

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5

Tuesday, September 29th 2009, 8:25am

.

Quoted

oder meinst du, daß man die letzte zeile auch auf: "fliegt ein buchfinkweibchen auf"
ändern könnte? (rythmisch würde es ja jetzt gehen, wenn ich richtig lese das war
auch einer der gründe, warum ich den buchfinken nicht untergebracht habe))


Für mich, Erik, ist die jetzige Einfassung Deines Gedichtes inhaltlich sehr fein und
rhythmisch gut. Ich schreibe Dir in nächsten Tagen noch ausführlicher.

Lieben Gruß
Katerchen
.
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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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6

Tuesday, September 29th 2009, 6:08pm

hallo perry;

ich stelle mal die frage so zurück: warum geschlechterunterschied? (ich selber trage auch hauben im winter)

Quoted

Vorschlag für die letzte Zeile:
sitzt ein Buchfinkweibchen


warum ich den buchfink favorisiert habe, findet sich in der tasache, daß er zu den teilzugvögeln gehört, das männchen bleibt, das weibchen zieht in wärmere gefilde;
das sitzenbleibende weibchen wäre also eine falsche auslegung; vor allem, auch wenn es das männchen wäre, würde es mir zu statisch enden;
ich habe mich schlußendlich gegen den buchfinken entschieden aus zwei gründen:
wegen des u´s das mir lauttechnisch und rythmisch nich reinpassen wollte
und weil ich im halbimmergün, dem laubwerfend bereits zwei bilder hatte, die ich mit dem buchfinken eventuell noch mal wiederholt fände (auch wenn hier die trennung auf zeit konkreter beinhaltet wäre trotzdem eine wiedrholung und für den leser evtl. ein unnachvollziehbarer gedanke, der noch weiterrer ausführung bedurft hätte, die den text unnötig in die länge und unter umständen eine andere richtung gezogen haben würde)

der stieglitz ist eigentlch bewußt kühl gewählt (ich nehme mal an, du meinst die lautsprache) weil das u, wie oben bereits erwähnt einen unnötig dumpfen laut zum schluß eingebracht hätte; (?)

trotz alldem denke ich nach wie vor über das auffliegdene buchfinkenweibchen nach;

danke für deinen beitrag
mfg
erik

--------------------------------------------------------------------------------


hallo katerchen
danke für deine meinung (ich werds wahrscheinlich auch so lassen), wie oben gesagt, beschäftigt mich das buchfinkenweibchen nach wie vor, auch wenn ich nicht wüßte wie ich es unterbringe, ohne den text auf die eine der andere weise zu stören;
lg
erik
under the sea, is where I'll be
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7

Wednesday, September 30th 2009, 7:54pm

.

Danke, Erik und liebe Grüße!

Quoted

halb immergrün

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inmitten kahler seitentriebe
fliegt ein stieglitz auf



Ich stehe am Fenster und betrachte das wuselnde Herbstlaub.
Es erinnert mich an aufgeplusterte Küken. O ja, ich erinnere mich gut.

Ich setzte die Küken vorsichtig in meinen Fahrradkorb, in den ich zuvor
eine rote Wolldecke legte, damit sich die Plüsterchen während der
geplanten Reise in die Freiheit nicht unterkühlen. Eigentlich wußte ich
noch nicht wohin, hauptsächlich weg, einfach nur weg. Das Kindermädchen,
Frau Breitmaul, hatte mir nämlich erklärt, daß die sieben Plüsterchen spätestens
im Winter ihr Leben lassen. Mein heroischer Plan ging bereits am Ortsausgang
zunichte. Der Feldschütz griff mich auf und verriet mich sogleich an Frau Breitmaul.
Das üppige Dekolletee der Breitmaul war überhaupt die Ursache, warum sich der
Feldschütz regelmäßig zu Fehlentscheidungen verleiten ließ.

Miralda, Urs, Nese, Antonie, Mundes, Cesar und Loki standen also am Vortag
des 24. Dezember in feines Porzellan verbracht, in Calvados mit Erbsenpüree
vor mir. "Probier doch wenigstens Kind," hielt mich Frau Breitmaul händeringend
an, während dem Feldschütz, der mir gegenüber saß, Erbsenpüree am Kinn und Soße
in den Mundwinkeln hing.

Ich probierte nicht. Stattdessen kotzte ich zuerst auf den Rock der Breitmaul,
danach auf meinen Teller und schließlich auf deine Hose: Seither kennen wir uns.
Am darauffolgenden Tag aßen wir gemeinsam warmen Pudding, du schenktest
mir deinen Lieblingskiesel und erzähltest mir grinsend, daß die Breitmaul demnächst
unter die Haube kommt. Unter die Haube wollten wir nie.

Heute, am Vortag des 24. Dezember höre ich einen Evergreen: O ja,
ich erinnere mich gut, halte dein Geschenk in der Hand und setze zwei
Waffelschiffchen auf den warmen Pudding. Inmitten kahler Seitentriebe fliegt ein
Stieglitz auf: "Die Gartentür müßte geölt werden Kleine," flüsterst du mir bei unserer
Umarmung ins Ohr - du bist noch immer ein guter Zuhörer.

-für Erik-

.
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Erik R. Andara

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8

Friday, October 2nd 2009, 8:49pm

hallo katerchen;

vielen danke nochmal für deine geschichte; sie vermittelt mir wie du meinen text gesehen hast und was er bei dir bewirken konnte;
ich habe sie sehr gerne gelesen;

lg
erik
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