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Tinus

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Occupation: rausfinden, wer ich bin

1

Tuesday, September 2nd 2008, 12:03am

Oh weh, der Hertz!

Oh weh, der Hertz, mit dunklem Sinn!
Oh Heinrich, oh mein Schmerz!
Ich langte an die Quelle hin,
die Welle strömte durch das Erz,
im Innersten sie mich umfing.
Ich mach wie ihr jetzt Terz!

Schneeflocke

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2

Tuesday, September 2nd 2008, 1:37am

Hallo Tinus,
dein Gedicht spricht mich sehr an ... :D
vor allem die Form ist sehr, sehr gut ausgedacht. Nicht aus dem Feder eines Anfängers.
das Wort Hertz ist ganz klar: damit meinst du natürlich die bekannte Autovermietungsfirma ...? 8o
Der Rudolf dagegen ist einer, der für mich ein Rätsel ist.
Und Terz kann man hier nicht eindeutig auslegen.
Meine Frage lautet: was meinst du mit TERZ? Ich nehme an, es handelt sich nicht um Stadtzeitung (wie u.a Wiki behauptet).
Also geht es dir um das Gebet, um Fechten oder um musikalisches Register? Oder um was anderes?
Ich finde die letzte Zeile sehr wichtig in dem Gedicht, deswegen frage ich nach.

mit interessierten und amüsierten Grüßen
Schneeflocke

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"Der Unterschied zwischen mir und einem Verrückten besteht darin, dass ich nicht verrückt bin."
Salvador Dalí

georg999

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3

Tuesday, September 2nd 2008, 1:51am

hallo Tinus,
es ist ja verlockend, Heinrich Hertz (oder sollte es einen Grund haben, "Rudolf" den praktisch nie zitierten zweiten Vornamen des Genies zu verwenden?) im Zusammenhang mit Herzschmerzpoesie zu exhumieren. Für mich wäre das Bewusstsein, einen großen Physker posthum zu belästigen, schwerwiegender als die Verlockung.
Mit "Quelle" meinst du offenbar einen Hertz-schen Dipol ... als Elektrisiermaschine kaum geeignet.
Wieso strömen Wellen durch das Erz? Sollte das Lyrego eine Ritterrüstung tragen? Außerdem kann man bei Wellen nicht von "strömen" sprechen. Wellen breiten sich in einem Medium aus ... Strömung hingegen gibt es zB als laminare, turbulente, zirkulare und noch so ein paar. Wer glaubt, aus einem wissenschaftlichen Fachvokabular entnommene Begriffe verwenden zu sollen, tut gut daran, sich entsprechend zu informieren oder naja sagen wir halt, Vorsicht walten zu lassen.
Was "Terz machen" betrifft, so muss ich allerdings passen. Bezieht sich das auf den akustischen oder den aus der Fechtkunst stammenden Begriff? In beiden Fällen entgeht mir derzeit noch der Sinn ... es sei denn, er liegt außerhalb des autarken Bereichs deines Konvoluts.

gruß georg

Tinus

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4

Tuesday, September 2nd 2008, 11:04am

Hi Georg und Flocke,

Zu Rudolf/Heinrich: Danke für den Hinweis Georg! Ich fand Rudolf klanglich etwas besser als Heinrich, aber vielleicht ist Heinrich doch besser, vor allem, weil dieser Vorname auch noch lyrische Assoziationen wachruft. Quelle kann viel bedeuten, in diesem Zusammenhang ist aber die Stromquelle gemeint. Von einer Stromquelle, wenn ich da hinlange, fließen Elektronen zunächst durch den metallischen Leiter, (etwas ungenau mit Erz bezeichnet), in das Innerste meines Körpers, wo sie mir einen nicht unbeträchtlichen Schmerz zufügen können. Heinrich Rudolf Hertz hätte nie akzeptiert, dass die Elektronen sich wellenförmig ausbreiten, aber er ahnte ja nichts von der quantenmechanischen Wellen/Teilchen Dualität der Elektronen, das kann man Rudolf aber nun wirklich nicht vorwerfen. Tatsächlich strömen Elektronen wellenförmig durch das Erz und durch meinen Körper (wenn ich hinlange). Erwin Schrödinger (der sinnigerweise auch Rudolf als zweiten Vornamen hat), könnte Dir das vorrechnen, Georg.

Einen Terz machen heißt, sich aufzuregen, meist über nichts und wieder nichts.

Liebe Grüße,

Tinus

Schneeflocke

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5

Tuesday, September 2nd 2008, 11:51am

Hallo Tinus,
danke für deine Erklärung! Jo, das hast du wirklich auf den Punkt gebracht.
So wie ich es verstehen möchte ... :D
Und ich verstehe aber auch, dass auf den Tisch zu hauen, gehört einfach zu den menschlichen Schwächen ...
Und die Schwächen muss mann natürlich verständnisvoll, aber nachdrücklich und konsequent behandeln.

Jetzt verstehe ich dein Gedicht schon etwas besser. Danke dafür.

LG Schneeflocke

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Salvador Dalí

georg999

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6

Tuesday, September 2nd 2008, 12:27pm

Lieber Tinus,
du verwechselst da was. Die von Schrödinger postulierten MATERIEWELLEN, in denen sich Elektronen manifestieren, sobald sie einen stationären Zustand einnehmen, haben so gut wie nichts mit der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen zu tun, die Heinrich Hertz ein halbes Jahrhundert vorher entdeckt hat. Dass mir der nobelpreisgekrönte Schrödinger was vorrechnen könnte ... da hast du schon recht ... meine Hauptbetätigungen in der mathematischen Physik lagen in anderen Bereichen.
Hertz dafür zu bemühen, dass von einer Spannungsquelle ausgehend Elektronen durch irgendwelche metallischen Leiter wandern (wobei von Wellen keine Rede ist ... meinetwegen an den Haaren herbeigezogen von Schwingungen) ... ja, das ist ungefähr so, wie Mendelejew erstehen zu lassen, dass er uns die Synthese von Schwefel und Eisen zu Schwefeleisen vorführt. Da genügt auch ein zehnjähriger mit seinem Chemieexperimentierkasten.
Also, bei aller Nachsicht, du solltest zurückhaltend sein, was deiner Meinung nach "tatsächlich" sei, und erkenne den großen Physiker Hertz als einen, der deutlich fortgeschrittener war als der alte Andre Marie Ampere ... dem, noch dazu lange vor Maxwell, wären elektromagnetischeWellen wirklich spanisch vorgekommen.
Aber Ampere reimt sich ja nicht auf "Schmerz" oder "Erz" ... bestenfalls auf rien ne va plus (es geht nichts MEHR)
lg georg

Tinus

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7

Tuesday, September 2nd 2008, 2:20pm

Lieber Georg,

oha, da bin ich ja an einen Experten geraten...

Streng genommen hat sich Herr Hertz seine Lorbeeren mit elektromagnetischen Schwingungen verdient, also hast Du schon Recht, dass es besser wäre, wenn die Schmerzen nicht durch Leitungsstrom, sondern z.B. durch Mikrowellenstrahlung, Handystrahlung, Radarstrahlung, Laserstrahlung oder gar Gammastrahlung (Stichwort: Atom!) zugefügt würden.

Leitungsstrom wird ja durch das Ohmsche Gesetz beschrieben, aber irgendwie wollte ich mein Gedicht nicht betiteln: "Oh weh, der Ohm!". Und nur wenn ich ein Korinthenkacker wäre, würde ich anfügen, dass auch das Elektron im elektrischen Leiter sich zwischen den Stößen an den Störstellen durchaus auch als de Broglie Welle verhalten könnte, und an den Störstellen Streuungen stattfinden, die mit dem Wellencharakter des Elektrons beschrieben würden...

Und ich möchte nur zaghaft anfügen, dass die Wellen in meinem Körper auch Schmerzwellen oder auch Scherzwellen sein könnten, die mich durchfluten...

Liebe Grüße, Tinus

georg999

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8

Tuesday, September 2nd 2008, 4:17pm

lieber Tinus,
danke für deine freundliche Antwort. Sorry, wenn meine Hinweise von oben herab geklungen haben ...
muss noch 1x betonen, dass die Idee, Schmerzen durch Einwirkung im Sinne von H.Hertz hervorzurufen, nett und auch gut durchdacht ist, soweit man eben Hertz allgemein als "Elektriker" ins Spiel bringen will. Vorhin habe ich Ampere gewählt ... hab ja auch zuerst an den Ohm gedacht ... was soll man machen, er gehört zu den engsten Verwandten, was ihn ungerechterweise der Lächerlichkeit preisgibt. OBWOHL ER SICH SO SCHÖN AUF STROM REIMT ... Oerstedt oder gar Galvani könnten reimtechnisch unlösbar sein, Alessandro Volta hingegen mittels "sollt' er" oder ähnl. bezwingbar.
Aber, so ungern ich es sage, die Materiewellen und deBroglie-Wellen, von denen du ja einiges weißt, sind schon ok, aber sie transportieren nichts. Sie beschreiben einen stationären Zustand bzw ordnen einem Teilchen abstrakt eine Wellenlänge zu.
lg georg

Tinus

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9

Tuesday, September 2nd 2008, 7:31pm

hi georg,

huii, die Materiewellen haben es uns aber jetzt angetan, ich fühle mich schon fast von schäumenden und brausenden Materiewellen umzingelt, wie das arme New Orleans mitten im Hurrikan!

Alle Quantenteilchen, egal ob ein Elektron in der Leiterbahn (bei Ohm) oder ein Photon im Vakuum (bei Hertz), egal ob Photon, Elektron, Phonon, Proton oder Neutron (übrigens eine herrliche Alliteration, die sich sicher lyrisch versaften lässt), haben neben dem Teilchencharakter eben auch inhärent einen Wellencharakter, und dies wird durch die menschliche Anschauung durch den Welle/Teilchen Dualismus etwas unzureichend beschrieben. Also auch Elektronen in der ohmschen Leiterbahn, die (wie in meinem Gedicht) Strom transportieren, haben neben dem Teilchencharakter auch Wellencharakter (dieser Wellencharakter führt übrigens bei Halbleiterkristallen zu den Leitungsbändern der Elektronen).

Aber ansonsten kann ich Dir Recht geben, der Leitungsstrom passt nicht nur poetisch besser zu Ohm als zu Hertz, sondern auch pysikalisch.

Mit poetischen Grußwellen,

Tinus

Schnuffel

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10

Tuesday, September 2nd 2008, 8:45pm

Hallöchen,

da melde ich mich auch mal zu Wort,
also mich hats irgendwie angesprochen. Ich fand' den Titel interissant und wollt'
mal gucken was dahinter steckt.
Wie gesagt. Liest sich flüssig...&so...

Schnuffel
Wer anderen hilft
sich selbst du finden,
hat sich schon gefunden.


http://lub-lyrik.spacequadrat.de/news.php

georg999

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11

Tuesday, September 2nd 2008, 10:27pm

hast recht schnuffel,
back to the roots,
return to the woods,
physics doesn't provide us with fruits
for decision.
waves and particles playing like flutes...
Tinus and george gave a strange
exhibition.
Now its time for a change.

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