Vom Füchslein und dem alten Wolf
Ein Füchslein durch den Walde strich,
sieht den Wolf, doch riecht ihn nicht.
Was ist das für ein absonderliches Ding mit Fell ?
Fragt sich `s und versteck sich schnell.
Der Wolf fast blind, jedoch mit guter Nase
denkt: Riecht ganz anders als ein schmackhaft Hase.
Würd gern wissen was es ist,
doch was ist wenn es mich dann frisst ?
Denkt `s zu laut, so dass es das Füchslein hört,
das nun ganz fürchterlich knurrt, bellt und röhrt.
Dem blinden Grauen fährt `s in alle Glieder
und voller Demut legt er sich nieder.
“Verschon mich !”, bettelt er nun kläglich.
“Bin alt und blind und schmecke eklig”.
Noch einmal brüllt das Füchslein voller Übermut.
Die Angst gefriert dem Wolf das Blut.
Das Füchslein leise juxt und lacht,
fragt sich was es nun mit seinem Opfer macht.
“Hol mir ein Huhn vom Bauer Schmidt,
ach bring mir noch ein Zweites mit !”.
Da eilt der Graue hin zum Bauer,
schlägt in sechs Hühner seine Hauer.
Vier verliert er auf der Flucht,
bis hin zum Füchslein das er sucht.
Der alte Graue außer Atem,
kann die Erlösung kaum erwarten.
Das Füchslein freut sich, lässt ihn trollen -
Hätt `s lieber bleiben lassen sollen.
Denn Bauer Schmidt, das Gewehr voll Schrot,
wünscht sich nur des Diebes Tod.
Die Spur gelegt durch das tote Federvieh,
findet der Bauer den vermeintlich Dieb.
Armes Füchslein nun ist es aus
und der alte Graue eilt nach Haus.
Doch auf dem Weg nimmt er vom Schmidt
noch die vier toten Hühner mit.