Hallo
Was räkelnd / rekelnd betrifft: Das ist einer der seltenen Fälle, in denen tatsächlich beide Schreibweisen akzeptabel sind (hab es zur Sicherheit noch mal im Duden nachgeschlagen). Wegen des langen Vokals in der ersten Silbe würde ich zwar eher zu der Variante mit 'ä' tendieren, aber im Grunde ist es dir völlig selbst überlassen. Und es gibt ja auch einen Grund, die e-Schreibung beizubehalten, wenn man die Assonanz zwischen streckend und rekelnd auch graphisch hervorheben möchte (mit der Einschränkung eben, dass die Vokalqualität in der jeweils ersten Silbe eine andere ist: streckend: kurzes e; rekelnd: langes e, wenn nicht sogar ä, je nachdem wie man das aussprechen will

).
Ich finde das Gedicht insgesamt sehr stimmig, und es ist vor allem die erste Strophe, und darin besonders der erste Vers, der mich anspricht; an Str. 2 ist evtl. etwas problematisch, dass der Agens, der beispielsweise das "Kupfer entfacht" in der ersten Strophe steht. Strophengrenzen sind deutlich größere Trennungen als Versgrenzen, und das ändert m.E. auch der Strophensprung nicht allzu sehr. Dadurch kann es passieren, dass der Leser - insbesondere im dritten und vierten Vers der zweiten Strophe, die mit einem Enjambement verbunden sind - nicht mehr sicher ist, wer nun eigentlich die handelnde Instanz ist.
MfG. Toby