Sehr geehrte gedichteforen.de Mitglieder,
es ist so weit, der Lyrik-Wettbewerb 2007 ist beendet und ich habe die Ehre endlich die Sieger bekannt zu geben.
Es waren am Ende doch einige und vor allem sehr vielfältige Texte im rennen, bei denen die Jury es sicher nicht einfach hatte einen Sieger zu ermitteln. Aus diesem Grund sind die drei Sieggedichte auch sehr nah aneinander.
Es gibt vier Preise zu erringen. Platz Eins bis Drei gelten den Drei Gedichten mit der Besten Gesamtbewertung aller fünf Juroren zusammengenommen.
Der vierte Platz aber ist der Sonderpreis. Er wird zwischen den Autoren ermittelt die zu beiden Themen einen Text eingesendet haben. Hier zählt das Gesamtergebnis beider Texte zusammen genommen. Als Einschränkung darf jemand der schon einen der ersten drei Plätze im Einzelwettbewerb errungen hat nicht beim Sonderpreis berücksichtigt werden.
Nun denn liebe Leidensgenossen, kommen wir zu den Ergebnissen.
Trommelwirbel, Trommelwirbel......
Und der Sonderpreis für die Beiden Besten Gedichte außerhalb der Top Drei geht an:
Farion,
Seine Gedichte "Dystopie" und "Lügenmarkt" erreichen das höchste Gesamtergebnis außerhalb der Top Drei.
Wir Gratulieren herzlich und präsentieren hier natürlich seine Gedichte die jetzt auch gerne im Forum gepostet werden können.
Dystopie
Vertraue meinen leeren Worten,
die an kalter Furcht geronnen.
Folge blind der Dunkelheit,
denn deine Augen sind längst mein.
Halte mich noch einmal fest
mit losen Armen, die gebrochen.
Gib mir noch den letzten Kuss,
bevor ich deine Zunge spalte.
Was du riechst ist meine Asche,
die langsam deine Lungen füllt.
Ich schwärze deine süße Seele,
von ihrer blassen Unschuld rein,
schlag sie dann in siedend Scherben,
zerreibe diese mit den Meinen,
bis wir perfekt zum Ganzen werden.
Lügenmarkt
Auf dem Markt der kleinen Lügen
konntest du mich, narrengleich,
um den Traum vom Glück betrügen,
mit Zuckerlächeln watteweich.
Taub trank ich aus deinem Kropf
blank zur Schau gestellte Träume.
Aus meinem manierierten Kopf
schöpftest du Gedankenschäume.
Blind erschoss ich einen Bären,
ließ ihn mir von dir aufbinden,
faules Possenspiel gewähren
und meine Liebe kalt entschwinden
Kommen wir nun zu den Top Drei unseres Wettbewerbs
Platz drei und damit Inhaber der Bronzemedaille und stolzer Gewinner von 15 Euro Buchgutschein ist:
Trommelwirbel noch mal......
Willow
mit dem Gedicht „Gezeiten“
Hier das Bronzewerk in voller Länge :
Gezeiten
Durch ferne Höhen wogen Urgewalten
Zerberstend bricht das Bergbein tief zu Tal;
Zerschmettert Schneisen schlagend Stein und Stahl
Um erst in Schwarzblautiefe einzuhalten.
Durch ferne Schlünde wälzen Wellenschübe
Zermürbend zwingend anders zu bestehn’;
Zerstoßen muss der Fels in Scherben gehn’,
Hinein gespült in der Gezeiten Trübe.
Hinaus geweht, von Unterwasserwinden
Hinauf um Berg und Fluten zu verbinden;
Am Weltenende, weit zum Strand gestaut.
Ich schau dich an, du drehst dich um zu mir
Du lächelst und ein Sandkorn hängt an dir;
Ich streich’ es sacht von deiner zarten Haut.
Herzlichen Glückwunsch
So und nun waren es nur noch zwei:
Platz zwei und damit glorreicher Silbermedaillengewinner und baldiger Inhaber von 25 Euro Buchpreis ist:
Inspira
mit „Kaputtes und Ganzes“
Hier das Werk in ganzer Pracht:
2.Platz
„Kaputtes und Ganzes“
Zerschlagen ist das Puppenhaus aus Kindertagen
In der die kleine Seele sich zerträumt
Und ihre Wünsche an die Wolken säumt
Wie soll sie heute Großes wagen?
Zerbrochen ist der erste Krug voll Herzensblut
Getragen mit dem Übermut der frischen Liebe
Ach, wenn Sie nur im Heute übrig bliebe
Wie füllt er sich erneut mit milder Glut?
Zerronnen sind die hohen Ideale
Die schwindelhoch an nichts sich messen konnten
Und sich zu lang in Illusionen sonnten
Wie rettet man sie durch die Zeitspirale?
Das Heute birgt in sich das alte Leiden
Doch selbst hast du sein Wirken in der Hand
Das Hier webt stetig fein dein Lebensband
Nicht ohne dir den neuen Weg zu zeigen
So sammle alte Scherben nicht mit Reue
Vereine sie erneut mit wachem Blick
Und hol das Mosaik der Einsicht dir zurück
Was deinen Geist mit Vogelflug erfreue
Gratulation Inspira und weiter so.
Und jetzt ist es also so weit. Der Gewinner von 50 Euro Buchpreis, Ruhm und Ehre, der Inhaber der offiziellen Gedichteforen Goldmedaille 2007 ist kein geringerer als:
Willow
Mit „Pandorama“
Und hier das Werk des unverschämten Doppelabstaubers:
Pandorama
Am Boden versinken zerschnitten
Kindfingerkuppen,
Gerissen bei zittrigen Griffen
Nach fauligen Früchten.
Die heile Hand wittert zur Klinge,
Es frisst in den Blicken.
Ein Windstoß, gespalten am Strick,
Zur Seite geweht.
Knöcheltief duckt sich Verlangen
In fahrige Blicke,
Getrieben von stummen Gesängen
In langsamen Nächten.
Jedes Fleisch hat seinen Preis,
Man wühlt in den Taschen.
Ein Dolchstoß bohrt durch die Fasern,
Zur Seite gependelt.
Mutterfleisch träufelt zerbissen
In kreischende Puppen,
Die unstillbar flüssiges Leben
In Tränen verwandeln.
Nur vom Gewissen zerfressen
Verdrängt sich Gewissheit.
Ein Lichtstoß, im Hämmern versickert,
Zur Seite geschwemmt.
Der Morgen, in Gräue durchtrunken,
würfelt die Schatten,
Bitterlicht weinend verwaschen
In offene Stunden.
Das Sensenblatt streift meinen Atem,
Ins Dunkel entlassen.
Herzlichen Glückwunsch!
So das war es auch schon wieder. Es hat mir viel Spaß gemacht und ich bedanke mich bei allen die mit gemacht haben, sei es die Jury die einen tollen Job geleistet hat oder die Teilnehmer mit ihren vielfältigen Beiträgen.
Wen die genauen Ergebnisse der einzelnen Juroren interessieren möge diese bitte separat per pm o.ä. ansprechen.
Ach ja von den Gewinnern erwarte ich natürlich flammende Dankesreden an Mama Papa und den lieben Gott, das ist schon das Mindeste.
Bis zum Nächten mal,
euer Team von gedichteforen.de & die Wettbewerbsleitung
Geld ist teuer!
Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht