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Date of registration: Dec 15th 2004

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Occupation: Student

1

Thursday, January 4th 2007, 8:49pm

Augentränke

Augentränke

Still, ganz still zerfällt der Glanz zu Asche
Als Ruhe mir die Herzensstarre aus den
Tränen goss, ertrug ich deine Worte.
Nun schweig, nur schweig dich blutig aus den Sinnen.

Lagst du nicht und sprachst du nicht vom Sterben?
Doch weiter schwingt dein Atem um die rauen
Stunden. Unterm Meeresgrund zerbrichst du,
zerbrichst du einsam, klanglos in der Ferne.

Still, ganz still verfängt sich meine Bitte,
dass ich die tauben Hände, die ich spüre;
neben deinem Kopf in Sehnsucht falte;
nur deine Seele spüren lassen möchte

… im windlosen, Dunst verhangenem Dickicht.

Sonntag

Trainee

Date of registration: Jan 2nd 2007

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2

Friday, January 5th 2007, 7:16pm

RE: Augentränke

Ja, hab' ich mit Interesse gelesen.
Kann ich nachvollziehen, obwohl ich
meine, dass die Darstellung der 7.
und der letzten Zeile etwas irritiert.
L.G.Sonntag

Alexa

Blickdicht(erin)

Date of registration: Dec 15th 2006

Posts: 1,534 wcf.user.activityPoints: 8,395

Location: von draußen vom Walde...

3

Friday, January 5th 2007, 9:45pm

RE: Augentränke

Hallo Hojaro




Augentränke

Still, ganz still zerfällt der Glanz zu Asche XxXxXxXxXx
Als Ruhe mir die Herzensstarre aus den xXxXxXxXxXx
Tränen goss, ertrug ich deine Worte. XxXxXxXxXx
Nun schweig, nur schweig dich blutig aus den Sinnen.xXxXxXxXxXx

Lagst du nicht und sprachst du nicht vom Sterben? XxXxXxXxXx
Doch weiter schwingt dein Atem um die rauen xXxXxXxXxXx
Stunden. Unterm Meeresgrund zerbrichst du, XxXxXxXxXx
zerbrichst du einsam, klanglos in der Ferne. xXxXxXxXxXx

Still, ganz still verfängt sich meine Bitte, XxXxXxXxXx
dass ich die tauben Hände, die ich spüre; xXxXxXxXxXx
neben deinem Kopf in Sehnsucht falte XxXxXxXxXx
nur deine Seele spüren lassen möchte xXxXxXxXxXx

… im windlosen, Dunst verhangenem Dickicht. xXxxXxXxxXx



Hier stirbt etwas; still= langsam, fast unbemerkt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute die Liebe? Es würde sich auch gut auf einen Menschen der stirbt, gestorben ist, schliessen lassen, das muss ich jetzt erst einmal offen lassen.

Zu Anfang dachte ich auch an eine Jahreszeit, wegen der Augenltränke. Tränke kenne ich nur als etwas woraus Tiere trinken. Augentränke kann ich demnach irgend etwas schönes zuordnen, etwas woran sich das Auge labt. Finde aber dazu in dem Gedicht keine Zusammenhänge mehr. Also assoziiere ich die Augentränke jetzt als ein weinendes Auge.
Sehe aber wieder einen eventuellen Bezug zum Friedhof. Stehen da nicht auch Vogeltränken?

Das Lyr. Ich ist zuerst wie erstarrt ( womöglich ist es plötzlich, unerwartet verlassen worden?), begreift dann aber und kann weinen und so den Schmerz verarbeiten.
Es will aber nun endgültig die Gedanken daran loswerden( blutig schweigen)

Eigentlich dachte es, dass dieses Gefühl, Gedanke an jemanden schon gestorben sei, aber die Erinnerung an die harte ( raue) Zeit lässt ihm keine Ruhe.
Raue Zeit wieder im eventl. Bezug zum Tod= harte Zeit einer Krankheit.( In Bezug zur Liebe sehe ich raue Stunden als einen Vorwurf den sich das Lyr. Ich macht.Oder Streit der, der Trennung voran ging))
Unterm Meeresgrund zerbrichst du- assoziiere ich mit Tiefe. Entweder zerbricht hier der tote Mensch ( er zerfällt) einsam, klanglos in die Ferne= er ist für immer fort.
Wieder auf die Liebe bezogen;
Ganz tief in ihm? zerbricht sie. Zerbricht und verschwindet und lässt nur ein Gefühl der Einsamkeit, der inneren Leere zurück. ( Das lyr. Ich denkt daran dass es Liebe für ihn nicht mehr geben wird)
Das Lyr. Ich wünscht sich, dass, das oder der gestorbene/ weggegangene diese, seine Machtlosigkeit ( taube Hände deine Seele spüren lassen) Unfähigkeit zu handeln,diese Verzweiflung / Ausweglosigkeit ( windloser Dunst verhangener Dickicht) spüren möge.

Ein unheimlich schönes Stück das du hier verzapft hast. Lässt mir viel Interpretationsspielraum und lässt mich nachdenklich zurück.
Auch schön das du metrisch die letzte Zeile aus der "auf und ab Form" der Gefühle nimmst.

Gern gelesen und drüber nachgedacht

Gruß
Alexa
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)

Ich hier

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Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

4

Tuesday, January 23rd 2007, 5:43pm

Augentränke

hallo Hojaro,
ich wünschte, der Titel wäre mir zugeflogen.
"Augentränke" - kaum kann ich mir ein dichteres Wort vorstellen - einfach grandios - er macht mich lesedurstig !

In diesen Versen vernehme ich eine zärtlich-trauernde Melodie,
die mich in einem langsamen, tragenden Fluss mitnimmt,
und eine Stimmung wiedergibt, die tief berührt, ohne mich zu beschweren. Schon lange nicht mehr habe ich ein so wunderbares Gedicht vom Loslassen gelesen. Es ist bezaubernd schön in seiner stillen Traurigkeit.

mit liebem Gruss

Kali
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

Date of registration: Dec 15th 2004

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Occupation: Student

5

Friday, February 9th 2007, 1:17am

Hallo,

ich will es nicht ungedankt belassen haben, dass ihr euch mit meinem Gedicht auseinandergesetzt habt.

@Alexa:

Quoted

Ursprünglich eingetragen von Alexa
Zerbricht und verschwindet und lässt nur ein Gefühl der Einsamkeit, der inneren Leere zurück. ( Das lyr. Ich denkt daran dass es Liebe für ihn nicht mehr geben wird)
Das Lyr. Ich wünscht sich, dass, das oder der gestorbene/ weggegangene diese, seine Machtlosigkeit ( taube Hände deine Seele spüren lassen) Unfähigkeit zu handeln,diese Verzweiflung / Ausweglosigkeit ( windloser Dunst verhangener Dickicht) spüren möge.


Ich glaube, dass du mit diesen Deutungsansätzen meiner Intention auf die Füße schaust. :) Du hast die Stimmung gut aufgefasst und ich freue mich sehr, dass du eine kleine Interpretation abgegeben hast, welche für mich möglich ist. Es ging mir vor allem um Starre, Unbeweglichkeit und die Gefangenheit im Vergänglichen, aber auch die Sucht nach der Flucht davor, die ich auszudrücken gewusst haben wollte. Dabei muss ich gestehen, dass ich das Gedicht ziemlich subjektiv sehe und ich nicht einschätzen konnte, ob etwas Nachvollziehbares und die Grundstimmung darin gelesen werden konnte. Deshalb freut es mich umso mehr, dass es dir
gefällt. :) Ich fand es vor allem gut, dass du den metrischen Wechsel gesehen hast, der mir relativ wichtig ist.

Quoted

Ursprünglich eingetragen von Alexa
Ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute die Liebe?


Doch, damit liegst du schon richtig. :)

Was den Titel angeht: Augentränke ist für mich die Erinnerung an das lyr. Du, der sich das lyr. Ich hingibt und an der es sich erfreut. Sozusagen liegst du mit dem "Laben" schon richtig. Man kann die Augentränke auch als weinendes Auge sehen. Dann wäre das Wort negativ konnotiert, was nicht in meiner Absicht lag, aber möglich ist es natürlich, das es beweisbar ist.
Ich danke dir sehr, dass du dich mit dem Gedicht beschäftigt hast, Alexa.

@Kaleidoskop:
Augentränke, ja, das Wort lasse ich mir patentieren. :D Im Ernst: Freut mich, dass dir dieser Neologismus zusagt, obwohl ich mittlerweile finde, dass er etwas Kitschiges in sich trägt, was ich ihm nicht mehr austreiben kann.
Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich aus tieftstem Herzen gefreut habe, dass dich das Gedicht berührt hat. Ich weiß, dass du hohe Ansprüche an die Metaphorik stellst und weiß dein Lob sehr zu schätzen, auch, weil du Aspekte aufgegriffen hast, die mir wichtig waren: Das "Loslassen" und die "zärtlich-trauernde Melodie".
Danke fürs Lesen und Kommentieren, Kali. Vielleicht liest man sich mal wieder häufiger.

Liebe Grüße,

Hojaro

Date of registration: Feb 7th 2006

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Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

6

Wednesday, February 14th 2007, 4:58pm

Kitsch ?

hmm, Hojaro,
du meinst ja, dass du mittlerweile findest,
der Titel würde etwas Kitschiges in sich tragen -
vor dieser Weile ist es aber doch genau der selbige gewesen,
also scheint sich wohl an deinem Standpunkt irgendetwas verändert zu haben (?)
Mir geht es mit manchen Werken, Worten oder Titeln auch hin und wieder so - meisst liegt es dann daran, dass die Stimmung, der diese Begriffe entsprungen sind, für mich nicht mehr zugänglich ist. Doch es kann auch passieren, dass dir die Symphathie von aussen wieder zugetragen wird - wie auch immer: der Titel ist ausgezeichnet und hiermit als Patent registriert. Basta ! :]

Und, ja: wir lesen uns bald wieder ´häufiger´ (auf Realzeit bezogen...)

herzliche Grüsse

aus der Wäschekammer
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

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