Friday, September 10th 2010, 10:00pm UTC+3

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Babac

Master

Date of registration: Feb 5th 2007

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Location: Saarbrücken

Occupation: Student

1

Wednesday, March 3rd 2010, 12:00am

eine eitle Leidenschaft

Palastbote: Husch! Knecht, der Gast kommt! Eil’ hinaus und trag das Gepäck! Willst du nicht hören, was machst du so Fratzen?
Knecht: Bezahltest du mich gerecht, ich eilte schon hinaus.
Palastbote: Soll ich die Peitsche ziehen?
Knecht (leise): Möge Allah dich verschlingen, Grausamer.
(Drei Kamele kommen an, Byron steigt hinab)
Knecht: Mein Herr, ich trage das Gepäck hinein.
Palastbote: Seien sie unser ehrenwerter Gast, Lord Byron. Der Sultan möchte ihre Bekanntschaft machen, wie er von der Ankunft des Adligen, eines englischen Lords gehört, ließ er gleich alles anordnen, sie zu empfangen. Ich, Abdullah El Farrat, stehe zu ihren Diensten. Möchten sie mich begleiten.
Byron: Sie wissen nicht, welch’ Freude das für mich ist. Gehen wir.
Palastbote: Knecht! Sattel die Kamele! Wir wollen fort. Die Knechte sind nicht mehr das, was sie mal waren. Selbst die Peitsche fürchten sie nicht mehr. Soll ich dir Beine machen!?
(Beide ab)
Knecht: Eil’ da, eil’ dort, mach’ das, mach dies, wenn Allah mich zu einem Knecht wollte auserwählen, was soll ich machen?
(Geht ab)

(Im Palast, einem Frauenzimmer, Prinzessin und zwei Schwestern)

Prinz. Ich hörte die Palastwachen plaudern, dass ein englischer Lord kommen wird. Habt ihr ihn gesehen? Wie sieht er aus?
Sarifa: Ich sah ihn nicht, noch hörte ich seine Stimme. Ich kenne ihn ganz und gar nicht. Ich hörte aber Gerüchte, seine Augen seien so dunkelblau wie ein tiefblauer See, und seine Haare, so dunkel wie die Nacht.
Marifa: Und ich hörte aus den Münder der Reisenden, die hier auf dem Markte verkehren, dass des Fremden Haut, so wie die Farbe des Mondes sei.
Prinz. Ich will ihn mir ansehen, diesen Lord. (Geht ab)
Sarifa: So aufgeregt kenn’ ich sie nicht, so voller Neugier, sah ich sie noch nicht. Warten sie Prinzessin! (Beide ab)

(Im Thronsaal, viele Palastwachen, Prinzessin, Sultan, die zwei Schwestern )

Palastbote: Allah sei gepriesen. Mein Gebieter, das ist Lord Byron.
Sultan: Von fernen Landen kommst du her, ich heiße dich willkommen, sei mein Freund. Du stammst von adligem Blut, an deinen kleinen Händen und an den kleinen Ohren erkenn’ ich’s. Im Palast ist ein Zimmer für dich gerichtet. Bleibe so lange du magst.
(Byron überreicht dem Sultan Tabak und eine Pfeife als Geschenk)
Byron: Ist das des Sultans Tochter, die mich da mit glänzenden dunkel brauen Augen blickt?
Sultan (dreht sich zur Prinzessin): Das ist meine Tochter Leihla, die Zierde des Palastes. Die Oase in der Wüste.
Byron: Welch’ Augen! Welch’ Augen! Ist ihr Gesicht auch so schön, wie ihre Augen?
Sultan: Es ist den Frauen verboten, in Anwesenheit der Männer, den Schleier vom Gesicht zu lösen. Keusch und Unschuldig sind unsere Frauen, und bleiben solange, bis ein ehrenwerter Gatte, um deren Hand bittet. Meine Leihla ist der Stern am Himmel. Ein Leuchtfeuer, den ich nur dem Reichsten und dem ehrwürdigsten Manne hergebe.
Byron: Ich verstehe. Ich bitte vielmals um Entschuldigung, ich habe nicht geahnt, was in dem Lande für welche Sitten herrschen.
Sultan: Zeigt meinem Gast sein Zimmer. Kleidet ihn in ein Gewandt, wir wollen bald zu Abend.
Palastbote: Lord Byron, bitte folgen sie mir. Ich zeige ihnen das Zimmer.
(Beide ab)

Byron: E ist gewiss, dass des Sultans Tochter ein Engel sei. Nach den Augen zu urteilen, kann und muss nur ein schönes Gesicht sich hinter dem Schleier verbergen! Ich ahne es, ich fühle es!
Palastbote: Lassen sie von diesen Gedanken ab. Man kann sie dafür hängen! Man hat nicht nur ein Mann deshalb hängen müssen.
Byron: Was sagen sie, sie mussten hängen!
Palastboten: Mein Gebieter verbietet alle Gedanken, die seine Tochter betreffen – einmal, da hat er einem tüchtigen Soldaten, der sich in seine Tochter verliebt gehabt, die Augen mit einem Messer blind gemacht.
Byron: Er hütet sie wohl wie die Henne das Ei.
Palastbote: Was sie da reden, kann ihnen am Ende noch den Kopf kosten. Ich würde sie ungern am Seile hängen sehen.
Byron: Keine Frau der Welt bewegt mir das Herz. Es ist kalt und eisern.
Jene Blicke sind nichts mehr, als erloschene Sterne.
Palastbote: Da ist ihr Zimmer – kleiden sie sich um, und wenn die Sonnen untergegangen, dann ist’s Zeit herunter zukommen, mit dem Sultan zu speisen. Kommen sie pünktlich. Der Sultan sieht es ungern, wenn eingeladene Gäste unpünktlich erscheinen.
Byron: Seien sie versichert, ich bin von blauem Blute. Ich halte mein Wort. Ich komme.
(Gehen ab)

(Byron allein im Zimmer, werft sich gegen das Bett):
O, diese Augen! Ich laufe Gefahr gehängt zu werden! Da, bald, gehe ich mit dem Sultan speisen, und da werde ich sie wieder sehen, sie, deren Schönheit sich hinter einem Schleier versteckt hält! Sind nicht ihre tieffarbigen Augen Beweis genug, welch’ himmlischen Lippen sich noch verbergen müssen, welch’ Spitznäschen unter dem Geheimnisvollen sich noch verbirgt? O noch! noch! denk’ ich nur dran! Was unter dem Seidengewand noch alles blüht – alles reift! Birnen! Süße Birnen! Zwei davon! Der Nabel, der sie von der Mutter trennte, hinein in die Welt, zu mir! – und die Hüften, die zarten Schenkel einer Araberin! Die ich noch nie mit eigenen Augen gesehen. O ich fühle diese Lust, diesen Drang in der Brust, dieses Weib zu verschlingen! O erfühle ich mir nicht den Wunsch, ich gehe zugrunde! Zugrunde, an Lust und wildem Trieb!
Ich verfluche den Mann! Jeden Mann! Mich! Mich! Ist’s ihm doch angeboren, dass er nicht Ruhen kann, da wo die Schönheit vor seinen Augen flaniert! Ihr wollt’ mich deswegen hängen! Dass ich meiner Natur folge! Aber wie soll’ ich’s anstellen – den Tag darauf noch am Leben zu sein? Gott, ich weiß es nicht. Vor ihrem Angesicht dann zu sitzen, unter ihren Augen essen zu müssen, die auf mir ruhen, mich beobachten werden, alle meine Bewegungen folgen werden. Ich weiß es nicht. Und dann, wenn ich einmal meine Augen hebe, in die ihrige blicke, zufälligerweise sie einander sich begegnen – O was dann! Was dann!?
(Sinkt in den Kissen)

(Speisesaal)

Sultan: So hab’ ich’s gern! Sie kommen pünktlich. Setzten sie sich neben mich. Speisen sie was ihr Herz begehrt! Scheuen sie sich nicht! Greifen sie zu!
Byron: Soll’ ich sie bei Wort nehmen?
Sultan: Sie müssen unbedingt die Kamelschenkel nehmen. Gießen sie Skorpionsaft drüber. Es wird ihnen schmecken.
Byron: Verzeiht mir die Frage, die Frauen am Tisch, ist’s ihnen verboten den Schleier beim Essen abzulegen.
Sultan: Die Frauen führen das Essen unter den Schleier zum Mund – das Gesicht bleibt weiterhin bedeckt – oder sie möchten in das Zimmer gehen und dort ihre Speisen zu sich nehmen, wo einem Mann keinen Zutritt erlaubt ist, da sind sie frei und dürfen sich nach belieben bewegen und nach belieben unterhalten.
Byron: So – so –
Leihla: Schmeckt ihnen das Essen Lord Byron?
Byron: Schmatz – schmatz – köstlich! (Leckt sich die Finger)

(Gegen elf Uhr endet das Essen und die Mehrheit geht ab zu den Zimmern, Byron geht in sein Zimmer.)
Byron: Wie sie mich die ganze Zeit angesehen! Wie ich unter dem Spiegel der Seele, ihren Augen, mein Abbild erblickte, mich in ihnen wieder und wieder fand! Können Augen dem Herzen Ketten legen!? Können sanftvolle Blicke die Worte ersetzen, die der Mund sonst redet? O ich bin verloren! In die Seelengrund, ach in den Abgrund meiner Seele sind ihre Blicke hinab gestiegen und haben Licht in das unheimliche Dunkel gebracht. Die Feuerflamme, die da in meinem Innern für sie glüht, so halb geheim, so halb klar! Sie hat gewiss in meinen Augen lesen können, was ich empfinde! Verraten die Augen nicht eines Menschen Absichten? Der Blick, wie er sich stellt, nicht die Seele? O ich bin verloren! Sie hat mich verraten an die Wachen! Sie werden gleich kommen! Ich muss weg, muss fort –

(Byron klettert aus dem Fenster hinauf zum Dach, erblickt die Tochter des Sultan von einem Fenster aus, auf den er geklettert und bleibt davor.)

Byron: Hat mich der Allah in meiner Unruhe fortgetrieben, dies’ Geschenk vor meinen Augen zu empfangen? Sie lässt den Schleier fallen, ich sehe ihr Gesicht. Ach, noch schöner ist es, als in meinen Träumen. O Träume, die zur Wahrheit werden! Was soll ich tun Allah? Führe mich! Führe mich! Tue mit mir was du willst! Ich lege mein Schicksal in deine Hände.
(Byron betritt das Zimmer)

Byron: Beste! Schreie nicht! Ich will dir nichts! Ich bringe ein Geschenk, direkt von Allah.
Leihla: Du hast mein Gesicht gesehen.
Byron: Und ich gäbe alles der Welt, es weiterhin sehen zu dürfen!
Leihla: Du wirst gehängt.
Byron: Ich hänge schon, nicht am harten schroffen Seil, sondern an den Banden der Liebe.
Leihla: Ach, ich werde weich – höre auf – ich muss die Wachen rufen.
Byron: Und dein Geschenk? Sollen mich die Wachen herausprügeln, ohne dass du, mich angehört, was ich für dich habe?
Leihla: Was ist es, nun, nun, ich halte es nicht aus – was sagt dein süßer Mund –
Byron:

Dein Mund ließ hier den heißen Kuß zurück,
Und bleiben soll er dort,
Bis ich ihn einst zu schönrem Glück
Heimtrag' an seinen Ort.

Dein Scheideblick, so liebevoll,
Mag neue Liebe schaun;
Doch deine feuchten Wimpern soll
Nie Gram um mich betaun.

Kein Pfand begehr' ich, das der Schmerz
Mit Tränen einsam tränkt;
Kein Angedenken braucht ein Herz,
Das immer dein gedenkt.

Auch schreiben will ich nicht, - ein Blatt
Faßt all die Liebe nicht;
Ach, Worte sind nur leer und matt,
So lang das Herz nicht spricht.

Bei Tag und Nacht, in Wohl und Weh,
Trag' in dem Herzen ich
Die Liebe, die ich nie gesteh',
Und blute still um dich.
© Byron

Leihla: Was quälen sie mich! So wunderschön ist’s – wie Balsam fühlte es sich an auf meiner Seele.
Byron: Nun kannst du die Wachen rufen!
Leihla: Nicht so laut, mein Liebster, nicht so laut, dass ja dich niemand hört.
Byron: Ist mir die Freiheit der Lohn?
Leihla: Ich gewähre dir den Kuss für deine Freiheit.
Byron: Und nun geht’s mir wie immer, ich Knecht, wo ich mich retten könnt’, stürze ich mich tiefer in Gefahr.



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Babac

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2

Tuesday, March 9th 2010, 7:46pm


2 Akt. 1Szene.
Im Zimmer der Prinzessin. Byron und die Prinzessin gemeinsam im Bett.

Byron: Ach, nun hab ich’s bis zum Ende getrieben! Ich sehe es ein, ich bin ein schlechter Mensch! Da nun alle eitlen Leidenschaften sich abgekühlt, ist mir’s so schrecklich auf einmal im Herzen; von meinem Gewissen werde ich angeklagt! und muss Rechenschaft ablegen! Ich fühl’s! Ich fühl’s! Diese Schuld! Diese Schwäche! Dass nur zu einem Zwecke die Frauen mir lieb sind! Ach und für mehr nicht!
Prinzessin: Was du mir heute Nacht genommen hast, ich sage nicht gestohlen, den ich gab es dir aus freien Stücken her, soll mir auf ewig in der Erinnerung sein, soll dadurch uns ein ewiges festes Band einen. Ich fühle mich so frei – so als wäre ich neu geboren – als wär’ ich eine Möwe, die ihre Flügel geschlagen, über den Wellen nun fliegt und sich zu der Sonne aufschwingt. Ich habe die Wonnen des irdischen Glückes gefühlt, mit dir! durch dich!
Byron: O was hab’ ich getan!? Welch’ Verbrechen!
Prinzessin: Wie oft habe ich dir nicht in die die Augen geschaut! Wie du in dem Schweiß der Perlen dich neben mir ausgeruht, was habe ich nicht alles empfunden, wie viel neue süße Gefühle, an deiner Brust gewonnen! an deinen Lippen erfahren!
Byron: Ich Wahnsinniger! Habe das Heiligtum beschmutzt! Das Pantheon besudelt – dich, dich, unschuldige Leihla, deines Odes beraubt! Und du weißt es nicht! Siehst es nicht!
Leihla: Ich bin immer noch so volltrunken der Liebe, mir ist alles ein Traum – und du, liebster Byron, bist ein schöner Traum – es ruht auf meinem Busen, der Mensch, den meine Sehnsucht gesucht, und endlich gefunden hat. Ich bin – ich bin so glücklich.
Byron: Und ich Unglücklicher – so unglücklich – die Zukunft, die nächsten Tage; du wirst mich nicht mehr sehen. Was ich dir angetan, in meinem fieberhaften Verlangen; auf den Augenblick schwebst du noch auf der Wolke, doch ach – ich weiß wie’s dir wird – wenn ich dich und – ich, ich bete, ich –
(Byron starrt gegen die Decke)
Leihla: Nun sind wir durch den Akt der Liebe vereint! Allah hat’s so vorausgesehen – wir wollen das als ein Zeichen von ihm sehen –
Byron: Ist’s Liebe, wenn ich nur deine Schenkel, deine Lippen deinen Busen liebkosen wollte?
Leihla: Überall bin ich mit dem Herzen dabei!
Byron: Und ich fühle mich so schuldig! Der Teufel hat mich geritten –
Leihla: O du warst nicht aufzuhalten! Ich genoss es!
Byron: Den Genuss leugne ich nicht! Es graust mir vor der Zukunft! Eines Fehlers wegen. (Will aufstehen)
Leihla: Willst du mich so gleich wieder verlassen? Willst du dass ich das meinem Vater erzähle?
Byron: Wärst du dazu fähig? Das in Ketten legen zu lassen was du liebst?
Leihla: Begehren konntest du, so wirst du auch lieben müssen!
Byron: Das entscheiden die Götter! Kein Mensch! Und ich liebe nicht!
Leihla: Und ich – warum liebe ich dann –
Byron: Das die Götter dich strafen –
Leihla: Wenn ich dich gehen lasse. Wachen! Wachen!
(Byron schaut ihr erstaunt in die Augen)
Byron: Man wird mich hängen.
Leihla: Aus Liebe tue ich’s. Ich werde meinen Vater dazu bewegen, dass du die Freiheit erlangst, wenn du mich als deine Frau nimmst.
Byron: Doch bin ich verheiratet –
Leihla: Willst du sterben, närrischer Träumer!?
Byron: verheiratet gewesen und nun geschieden –
Leihla: Und bald wieder verheiratet –
Byron: Ach, ich ging aus um nach Nichts zu suchen, und nun zwingt man mich zu nehmen ein ganzes Reich.


Babac

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3

Wednesday, March 10th 2010, 4:34pm

2 Akt 2 Szene
Byron von den Wachen ins Kerker abgeführt. Im Kerker.

Byron: Dass sich all meine Fähigkeiten, all mein Können, den Frauen hinwenden müssen! Wie weit hat es mich nun gebracht! Das Herz, das weder Treue noch Genügsamkeit kennt, ist es schuldig, wenn’s untreu wird, und nie gesättigt werden kann? Lang’ hab’ ich mich dafür für schuldig gefunden! mich für schuldig gehalten! Aber wenn’s die Natur so vorgesehen hat, das Herz so flatterhaft zu erfinden, all den Gefühlen, die darin geboren werden, Achtung und Aufmerksamkeit zu schenken, ihnen mit Gewalt zu folgen, da man doch immer von ihnen getrieben wird! als wenn man der Natur gehorchen müsste, dem Trieb, der in einem das Verlangen unter hitziger Leidenschaft zusammenbraut, um die Fülle der herauf gedrängten Gefühle, das einen unwiderstehlichen Hunger in der Seele auslöst, alle Sinne zur unfassbaren Lust zusammenschmelzt, das einen Menschen in einen Wahnsinnigen verwandelt; das er nichts anders kann, als mit aller List, irgendwo an einem weiblichen Busen sich zur Ruhe zu bringen sucht. Dann endlich wieder bei Sinnen, wenn der Sturm sich besänftigt hat, all die Fülle der Freiheit zu genießen; als hätte sich die Begierde die die Seele befallen friedlich aufgelöst, wie Regenwolken sich lösen zum klaren Himmel auf; dann unter den neuen herrlichen Empfindungen, die nichts fordern, nach nichts drängen, so in diesen seligsten Stunden eines rastlosen Lebens einen kurzen Augenblick des Friedens zu fühlen.

(Sultans Thronsaal)
Sultan: Ich werde diesen Atheisten hängen! Unverfrorenheit! dass ich als Freund ihn empfange, und schändlich hintergangen werde!
Leihla: Ich hab’ ihn verführt, Vater, er kann dafür nichts! Er war schwach genug, mir nicht widerstehen zu können. Aber auch der größte Held wäre unter meinen Augen schwach geworden.
Sultan: Ich sollte euch beide hängen lassen! Ich sollte dich –
Leihla: Warte! Vater! Hör’ mich an; er soll, nach unserem Brauch, mich zu seiner Frau nehmen. Ich habe ihn erwählt zu meinem Mann, es braucht noch, dass er mich zu seiner Frau nimmt, dann ist auch deine Ehre, Vater, wieder hergestellt.
Sultan: In meinem Herzen ist ein entsetzlicher Zorn, der keinen Frieden findet, in meinem Herzen wütet die Rache, diesen Mann, der dich entehrt, der mich entehrt hat, mit eigenen Händen zu erwürgen!
Leihla: Um somit das Herz deiner einzigen Tochter zu brechen?
Sultan: Ich kann’s nicht – ich kann’s nicht! Ich würde mir ins eigene Fleisch schneiden!
Leihla: Dann gib ihn mir frei! Tue es für mich Vater!
Sultan: Geh’, geh’, geh’ zu ihm, mein Kind, wenn du ihn so liebst, so soll all meine Macht deinem Glück nur dienen.
Leihla: Tausend Dank! Geliebter Vater! Tausend Dank! Dank dem Allah! (Geht ab)
Sultan(allein): Und ich werde mich dieser Liebe beugen, sei auch in meinem Herzen die höllische Qual, dass sie einen Mann auserwählt, der meinen Wünschen nicht entspricht, dass sie keinen unter den Reihen der ehrwürdigen Moslems genommen, sondern einen Ungläubigen, einen Dichter. Ach, was für ein Weh’ in meinem Herzen.

Babac

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4

Thursday, March 11th 2010, 8:15pm

2 Akt 3 Szene

Sultans Thronsaal

Mustafa: Sie haben mich rufen lassen.
Sultan: Gewiss, sie müssen für mich etwas tun. Ich habe sie gerufen, weil ich ihnen ein Geheimnis anvertrauen möchte, und weiß dass sie es für sich behalten werden. Meine geliebte Tochter macht ein Wesen um den neuen Ankömmling. Ich befürchte, sie liebt ihn, und weiß Gott, wie der Schurke das angestellt hat! Aber nun mal müssen wir den Tatsachen in die Augen sehen – dass sie ihn liebt – und ich möchte ihr nicht das Herz brechen, wenn ich ihn vor ihren Augen hänge ließe, daher hab’ ich ihr seine Sicherheit und Freiheit versprochen. Ich liebe meine Tochter, und wünsche ihr das Glück der Welt –
Mustafa: Weshalb habt ihr mich rufen lassen?
Sultan: Eben da ich nichts gegen den Schurken unternehmen kann, und ich’s meine Tochter versprochen, dass ihm nichts geschieht; möchte ich dass sie sich darum kümmern, dass sie eine private Fehde gegen den Mann ausspinnen, und meine Tochter aus den Fängen dieses Halunken befreien. Ich will dass sie einen von unseren ehrbaren Männern erwählt und keinen Ungläubigen, der mich Kopfschmerzen bereitet! Ich möchte die Familienehre durch ihre Hand wieder hergestellt wissen. Wenn sie Erfolg haben sollten, gebe ich ihnen meine Tochter frei.
Mustafa: Soll ich ihn im Dunkeln erstechen?
Sultan: Zu einfach! Zu gefährlich! Die Tat fällt auf mich zurück! Meine Tochter darf keinen Verdacht schöpfen, dass ich im Spiele sei.
Mustafa: Ich könnte in seinen Becher Wein ein tödliches Schlangengift mischen. Binnen weniger Tage wär’ er am Ende. Was halten sie davon?
Sultan: Nein, ich habe kein gutes Gefühl dabei – meine Tochter würde die Leiche untersuchen wollen, dann hätte sie den Beweis gefunden und ich –
Mustafa: Ich werde seinen Stolz verletzen, und er wird mich zu einem Duell herausfordern, ich kenne diese Gemüter, wie die des Byrons – dann werde ich ihm im offenen Kampf entgegentreten und dann töten.
Sultan: Beschimpfen sie diesen Hund, treiben sie’s soweit wie sie es nur können, bis er nichts anderes kann, als sich zur Wehr zu setzen. Wenn er im Gefechte fällt, so war’s eine Sache zwischen zwei Männern – keine Intrige, niemand wird’s je erfahren, was in Wahrheit vor sich ging. Mein Sohn, ich darf dich doch so schon nennen? Erfülle den einzigen Wunsch eines verschmähten Herzens, eines alten Mannes, seine Ehre wieder zurückzugeben, und er wird dich reichlich belohnen.
Mustafa: Ich gehöre fortan ganz dieser Sache an, mein Vater. Mein Leben dreht sich nur um diesen Mann jetzt, bis nicht sein Augenlicht erloschen ist.
Sultan: Niemanden ein Wort hiervon! Das wissen nur du und ich.
Mustafa: Eher sprechen die Toten ein Wort, als dass ich darüber spreche.
Sultan: Dann bereite dich vor, lasse nicht viel Zeit vergehen. Je länger ich diesen Hund um meine Tochter erdulden muss, desto tiefer bohrt sich der Schmerz in meine Brust.
Mustafa: Schon bald, schon bald, kannst du Vater wieder sorgenfrei leben. (Geht ab)

2 Akt 4 Szene
Im Kerker.

Byron: Die Götter haben mich verlassen! O was sehe ich da um mich her!? Wände die mich einengen – gesperrte Fenster und Türen, die mir die Freiheit stehlen! Das harte Bett, auf denen selbst die Bettler nicht schlafen würden! Diese Öde hier die mich ganz irre macht! Den ganzen Tag diese Langeweile zu ertragen ist Folter genug! Und das – ach wie lange noch! und wenn bald keine Veränderung meine Hoffnungen bestätigt, O so möchte ich den düsteren nächtlichen Gedanken folgen und mir das Leben nehmen!
(Leihla erscheint an der Kerkertür)
Leihla: Byron! Byron! (Fällt in Tränen)
Byron: Was ist geschehen? Bedeuten deine Tränen was Gutes?
Leihla: Ja, sie bedeuten, Narre, deine Freiheit! und Ausdruck meines Glückes.
Byron: Den Göttern sei Dank! Jedoch – gehe ich von einem Gefängnisse ins Andere?
Leihla: Nicht so wie du denkst – ich habe meinen Vater angefleht, dass er dein Leben verschonen soll, wenn du mich zu deiner Frau nimmst. Ich werde dir eine gute Frau sein.
Byron: Du weißt nicht, was ein Dichterherz braucht. Ich selbst weiß es nicht. Du kannst mir alle Wünsche erfüllen und doch bleibt dieses Herz unerfüllt, weil es das sucht, was hienieden nicht zu finden ist.
Leihla: Deine Worte verletzten mich! In jener Nacht versprachst du mir mich auf ewig zu lieben!
Byron: Ach, das versprach ich schon vielen Weibern!
Leihla: Welch’ Stoß in mein Herz!
Byron: Doch keine hat mich bisher so geliebt, wie du mich liebst. Und was ich alles zu dir in jener Nacht sagte, war ein himmlischer Schwindel, um das Wertvollste einer Frau zu stehlen. Ich bin ein Dieb, der Mösen statt Geld stiehlt
Leihla: Da fällt die Maske des schönen Scheins! Und eine grauenhafte Erscheinung tretet hinaus!
Byron: Liebst du den wahren Byron oder den verlogenen Byron? Welche Maske soll ich für dich aufziehen?
Leihla: Aufhören. Aufhören. Was nicht alles mein armes, armes Herz ausstehen muss! Du weißt nicht wie viele Hoffnungen du mir zerstört hast! Du fühlst nicht wie ich unter deinen Worten leide; als stünde ich am Schafott, und würde das Feuer, das mich langsam verbrennt, mit allen Nerven fühlen!
Byron: Ich kann dich nicht weinen sehen –
Leihla: Dass ich dich gleichzeitig lieben und hassen kann –
Byron: Es ist das Beste für uns beide – lass’ mich frei. Mit mir wirst du nicht glücklich.
Leihla: Willst du mich sterben lassen? Bin ich dir nicht mehr schön? Willst du mich verlassen?
Byron: Soll ich einen weiteren Fehler begehen?
Leihla: und mich zu deiner Frau nehmen?
Byron: und dich unglücklich machen? Siehst du es den nicht, dass ich nicht der Mensch dafür bin, jemand anders glücklich zu machen?
Leihla: Ich kann nicht ohne dich. Im Innern die Stimme ruft mir zu, dass ich dich brauche.
Byron: Ach, ich kann dich so nicht weinen sehen. Das presst mir selbst die Tränen aus den Augen. Das macht mich so schwach – das macht mich elend, dass ich mich schuldig fühle.
Leihla: Du bist schuldig! schuldig! und willst für deine Taten nicht bezahlen! Aber alles hat auf der Welt seinen Preis! (Werft ihm den Kerkerschlüssel entgegen)
Byron: Willst du mich hassen?
Leihla: Dich hassen! Gibt’s kein anderes Wort – höheres, größeres, dass das Gefühl in mir ausdrückt, wie ich dich hasse!? (geht ab)


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5

Sunday, March 14th 2010, 3:21pm

3 Akt 1 Szene:

Byron in seinem Zimmer und schreibt einen Brief, den er an seinen Freund absenden möchte.

Mein Bester, ich fühle mich sehr unwohl, und habe Verdruss gehabt. Ich weiß nicht, dies könnte der letzte Brief sein, den ich schreibe. Du merkst schon an meinem Stil, dass mir zur der Zeit das Genie fehlt. Zwei Tage saß ich im feuchten Kerker und habe mir dabei eine Beschwerde zugezogen. Das ständige Husten, das irrwitzige Kratzen im Halse! Dieses Fieber, diese Gliederschmerzen, dieser Schwindel im Kopf! Darin erschöpfen sich alle meine Kräfte. Wie ein alles zerstörender Orkan saugt die Krankheit alles Gesunde im Körper auf! Es ist mir so übel – überall! Hör’ zu, ich erzähle dir, wie ich ins Gefängnis kam; und ich weiß, du wirst mich am Ende meines Briefes auslachen, dass ich immer noch die selben Fehler mache, und darüber nicht klüger geworden bin. Ein Sultan empfing mich in seinem Thronsaal, der mich zuvor von seinem Boten abholen ließ. Der Sultan bot mir seine freundliche Hand und ein Zimmer an, wo ich schlafen könnte. Ich nahm das großzügige Angebot an. Er lud mich darauf des Abends gesamt seiner Familie auf ein Essen ein. Ich habe ihm versichert dass ich kommen werde. Ich wäre nie hingegangen, hätte ich nicht den Schatz entdeckt, der in dem Palast verborgen war. Seine Tochter lernte ich dort kennen, und unter dem Schleier blickten mich zwei wunderbare große braune Augen an, dir mir das schönste Wesen von diesem Mädchen erträumen ließen. Ich habe danach keine Ruhe mehr gehabt, als einen Weg zu finden, mich dem Mädchen zu nähern, und sie nackt sehen zu müssen. Durch eine glückliche Zusammenfügung haben wir uns geliebt. Ich dachte dann, ich kann meinen Weg nun wieder fortsetzen – weiter Richtung Süden zu ziehen. Da sagte Sie, dass es hierzulande so sei, dass man das Mädchen, das man genommen, heiraten müsse. Ich achtete wenig darauf, als sie die Wachen rief, die mich ins das feuchte Loch warfen – wo ich mir diesen grässlichen Husten zugezogen habe. Ich habe das Gefühl, nach dem ich aus dem Kerker entlassen worden, dass man mich hier jeder mit Luchsaugen beobachtet. Ich habe dem Mädchen zu verstehen gegeben, dass ich sie nicht liebe, und dass es eine eitle Leidenschaft von mir gewesen sei, die uns zusammenbrachte. Jetzt hat uns der Hass auseinander gebracht, der mehr von ihrer Seite entstanden ist. Ich habe das merkwürdige Gefühl, dass mich seit zwei Tage jemand verfolgt; wenn ich nicht von hier bald weggehe, dann, glaube ich, bin ich bald ein toter Mann. Ich spüre allerlei solches, und liege nicht im Unrecht, ich lese es an den Augen der Leute hier, weil ich hier nur Leid bisher verursacht, dass sie mich weg wünschten.
Ein Arzt wird gleich kommen, den ich bestellt, und mein Übel diagnostizieren. Ich kann nicht einen Schritt machen, ohne dass ich in ein Husten verfalle. Ich hoffe auf Genesung, und drücke dich, mein Freund. Sei munter. Wir werden uns bald wieder sehen, dein Freund,

Byron.

Der Arzt kommt herein auf.

Arzt: Sie sehen gar nicht gut aus. So blass ist ihr Gesicht, so tot blass! Lassen sie sofort mich sie untersuchen! – Hohes Fieber, geschwollener Hals. Habe sie Schwindel? Ja? Können sie schlucken? Lassen sie mich die Augen sehen. Übel, übel – Ich werde Ihnen diese Medizin hier geben. Fühlen sie keine Verbesserung ihres Zustandes in den nächsten Tagen, so muss ich wiederkommen, und ihnen ein anderes Mittel verabreichen. Ich kann nur abwarten, wie die Krankheit sich entwickelt; nach den Symptomen zu urteilen, könnten es viele Krankheiten sein – deshalb habe ich Ihnen eine allgemeine Medizin gegen Fieber zunächst gegeben. Rufen sie nach mir, wenn sich ihr Zustand verschlechtert, ich muss nun weg. (Geht ab)
Byron: Als hätte ich den Schwindel nicht entdeckt! Als könnte ich das Opfer eines tückischen List werden! Als hätte ich die wahren Absichten dieser Medizin nicht entlarvt! Man möchte sich meiner entledigen! Das ist die Wahrheit! Dieses Mittel an meinem Pult, es ist vom Teufel zusammengebraut! Man will es mir als ein Heilmittel verkaufen, dass ich’s nur trinke, im guten Glauben, auf eine Besserung zu hoffen. In Wahrheit wird’s mich umbringen! Zum Teufel mit dieser Medizin! Ich sehe es an euern Augen an, ihr wollt’ mich durch List und Tücke überwinden! Jeder hier an diesem Ort wünscht sich meinen Tot! Doch keiner will es offensichtlich zeigen! keiner offensichtlich tun! Was rief ich auch nach einem Arzt! Ich hätte es wissen müssen! War’s nicht schon vorherzusehen? Welch’ günstige Gelegenheit gab ich Ihnen mich loszuwerden! (Schmeißt das Heilmittel aus dem Fenster)
Das habe ich nun verhindert. Ich sollte niemandem hier trauen. O diese Kopfschmerzen auf einmal! Dieser Schwindel! So düster wird alles vor meinen Augen, was ist das? (Fällt in Ohnmacht)

3 Akt 2 Szene.

Zimmer der Prinzessin. Lädt zwei Pistolen, in dem sie auf einem schönen Teppich sitzt.

Leihla: Ihr seid mir die einzigen Freunde, die meinen Entschluss verstehen können. Ich bin ganz gelassen, blicke ganz ruhig drein, auf das was mich auf der anderen Seite erwartet. Ich habe meinen Vater Schande gebracht – die Knochen meiner im Grab liegenden Mutter entehrt, die Sitten hierzulande, die ein Gott aufgestellt, einer Leidenschaft wegen, als lächerlich empfunden. Mir bleibt keine Wahl als mich zu erschießen. (Will sich erschießen) (Eine Palastbotin in Sorge kommt an)
Palastbotin: Prinzessin! Prinzessin! Auf Leben und Tod! Der englische Lord fechtet um sein Leben! Ein Duell um die Ehre, zwischen zwei Männern!
Leihla: Was! Ist das wahr!? Ich muss das sehen.
Palastbotin: Geht mir nach.

Akt 3 Szene 3.

Mustafa: Na los, komm nur her, Hundesohn! Zeig’ mir was du mit deinem Schwerte kannst!
Byron: Mich zu beleidigen! Mich als einen Nuttensohn zu beschimpfen, das wird dir dein Leben kosten!
Mustafa: Du siehst schon wie tot aus! Was soll das Fieber, was soll die Blässe! Willst du mir vorher entfliehen? Bist du schon auf dem Weg in die Hölle, da es dir bewusst ist, dass du hier und heute sterben wirst?
Byron: Unterschätze mich nicht! Meine Klinge ist schnell! Siehe! Sieh! Und nimm’ das!
Mustafa: Du ausländischer Hund, deine letzte Stunde hat geschlagen! Nimm’ das!
Byron: Eine tote Ratte magst du damit treffen, aber nicht mich!
Mustafa: Wie gut das pariert war! Wollen wir sehen ob du diesen Hieb auch parieren kannst. Nimm’ das! ( Der Hieb verwundet Byron)
Byron: Ach, mein Arm! Ich sehe Blut fließen! Welch’ ein elender Anblick! Der Tod naht! Ich fühle es! Ich bin verdammt! Ich war verdammt, schon als ich das Licht der Sonne erblickte! (Lässt das Schwert fallen)
Mustafa: Gehe ab in die Hölle und grüße den Teufel von mir, Hundesohn! (Will ihm die Schwertspitze in das Herz stoßen) (Ein Schuss fällt)
Mustafa: Prinzessin. (Fällt tot zu Boden) (Das Volk umher flüchtet schreiend fort.)
Prinzessin: Das habe ich nicht gewollt! Ich habe – wie sollte ich auch anders tun! Ich – ich zittere am ganzen Leibe – ich habe einen Menschen umgebracht – ich habe meinen Sünden, noch die größte Sünde aufgelegt. Ich – ich – ich fürchte mich sehr –
Ich habe Unglück in dieses Heim gebracht! Ich weiß nicht wohin! Ich weiß nicht weiter! Ich habe es aus Liebe getan. Aus Liebe! (Hält sich den Lauf der Pistole ans Auge und drückt ab. Sie stirbt)
Byron: So viel Blut um mich her auf dem Boden. Wegen dem kleinen Steinchen dass ich zu Rollen brachte. Verfluchte eitle Begierde, die der Teufel in die Welt setzte! Ach, mir schwinden langsam die Sinne! Wär’ ich doch nie hierher gekommen. Hätte ich nie das Begehren gefühlt – hätte ich – jetzt ist alles zu spät. (Stirbt an seiner Krankheit)

Akt 3 Szene 4.

Der Sultan mit seinem Gefolge steht vor dem Anblick der Toten

Sultan: Tränen! Blut! Meine geliebte Tochter ist tot! Tot! Ich verstehe dieses Wort nicht, tot, tot! Was bedeutet das!? Ach –
(sinkt zu den Knien und beweint die Tote. Bald wieder bei Sinnen.)
Setzt meine Tochter und Mustafa in die Fürstengruft neben meiner Frau. Die andere Leiche, gebt sie den Hunden –

Ende

(c) Babac

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