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Date of registration: Dec 15th 2004

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1

Friday, August 19th 2005, 4:29pm

Verklappende Momente

Ein älteres Werk, welches ich in diesem Forum noch nicht gepostet habe. Ich denke, es muss auch in diesem Forum verewigt sein. ;)

Verklappende Momente

Die Zeit tropft, tropft, tropft, tropft
Auf meine schöne zarte Haut
Da verbrennt sie, da verbraucht sie Elixier
Schwach schon, schlaff schon, schlaf schön.

Tief sind die Schluchten, Feuer, Feuer, Brand.
Und die Zeit spinnt im Zirkel
Dreht sich schneller, auf, davon, hinweg
Wart’, ich hab noch gar nicht geendet.

Sag, mein Jahr fällt ach so tief.
Es scheint schon zur Sucht zerflossen.
Hörst du den Schrei, hörst du meine Zeit?
Die Falten sprießen ungezügelt.

So weile ich, so flüstre ich
Langsam, träge sind die Schritte
Ich muss nicht mehr, ich bleibe trotzig
Verklappende Momente, hauchen mir Krankheiten ein.

levampyre

Intermediate

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2

Friday, August 19th 2005, 8:07pm

Dieser Text belegt mal wieder das Phänomen des starken Anfangs gefolgt von einem zunehmend nachlassenden Schluss. Die erste Strophe ist grandios, besonders durch die lautliche Variation und der sich daraus ergebenden inhaltlichen Umdeutung im letzten Vers.

Zum Wohle der Kunst hätte ich nun wohl die Strophen 2-4 gestrichen. Sie können weder im Bau, noch im Stil mit der ersten mithalten. Sie schlagen plötzlich einen dialektischen Ton an, wo sich vorher Sinn aus Assoziation ergeben hat, sie spielen weniger mit der Sprache und wirken neben der kräftigen ersten Strophe blass und langweilig.

Dadurch tragen die übrigen Strophen weder zur weiteren Erläuterung des in S1 schon treffend dargestellten Bildes bei, noch bauen sie die Stimmung aus, die in S1 fast einen exzentrisch, zynistischen Ton anschlägt und durch das Verkopfte in den Folgestrophen wieder zerstört wird.

S1 gefällt mir richtig gut. Die übrigen Strophen erscheinen mir hinfällig.
-- LeV

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3

Saturday, August 20th 2005, 12:44am

Cool, sie fand die erste Strophe grandios, darf ich mir das einrahmen? ;) Es ist das erste Mal, dass ich positive Klänge von dir über ein Gedicht von mir höre. Naja, es ist ja auch erst das dritte Mal, dass du ein Gedicht von mir kritisierst. :D Noch ist Hopfen und Malz nicht verloren.

Zugegeben ich hatte in dieses Gedicht nicht besonders viel Zeit investiert. Ich hatte diese Idee in der ersten Strophe und habe es dann eben noch ein paar Strophen weitergesponnen. Es ist wahrlich ein plakatives Thema und es war recht schwierig, einigermaßen originelle Gedanken zu finden.

Des Weiteren verstehe ich nicht, warum ich das Bild aus der ersten Strophe erläutern soll. Wozu denn das? Ich glaube, es ist doch eindeutig, was ich meine. Durch die Adjektive schön und zart wird impliziert, dass das lyrische Ich noch unbelastet ist, psychisch und physich jung und sich nicht darum schert, dass es eben nicht mehr alles erreichen kann, da die Zeit langsam vergeht. Blabla, ich will's nicht zu weit ausführen, der Leser soll sich noch selbst ein Bild machen können. In der zweiten, dritten und vierten Strophe findet man keine Erläuterung der ersten Strophe, aber wie ich finde, doch durchaus eine Weiterführung der Gedanken.
Erst verbrennt die Zeit die Haut, dann dreht sie sich weg (2. Strophe) und lässt das lyrische Ich schließlich im Stich. Bis es dann soweit kommt, dass das lyrische Ich daran erkrankt.

Dass die drei letzten Strophen einen dialektischen Ton anschlagen, erscheint mir passend, da dieses Gedicht nicht durch lautmalerische Aspekte, sondern eben durch Auseinandersetzung überzeugen soll. Es tut mir leid, dass ich den Stil der ersten Strophe nicht gehalten habe. Ich hätte es wohl konsequenter durchziehen sollen. Entweder den Stil aus der ersten Strophe komplett durchhalten, oder es ganz lassen, um keine falschen Erwartungen im Leser zu wecken, die ich in den folgenden Strophen nicht bestätigen kann.
Es war mal wieder eine hiflreiche Kritik und werde wohl in Zukunft mehr die eventuellen Erwartungshaltungen des Lesers berücksichtigen. Die Wirkung des Gedichts geht dann nicht in mehrere Richtungen. Oh Gott, jetzt ist meine Rückmeldung länger als deine Kritik geworden. :rolleyes:

Vielen Dank und viele Grüße

Hojaro

GerateWohl

Intermediate

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4

Saturday, August 20th 2005, 1:23pm

... and the tab drips, drip, drip, drip, drip, drip... (10:15 saturday night, The Cure)

Hallo Horajo,

das ist ja nicht der einzige anglizistische Bezug, den ich zu Deinem Gedicht habe. "Und die Zeit spinnt im Zirkel". ?( Ich bitte dich. Da geht ordentlich was durcheinander. Es sei denn, Du sagst mir, dass das wörtlich gemeint ist und nichts mit der englischen Redewendung "spinning the circle" zu tun hat, die aber mit der Übersetzung "spinnt im Zirkel" nichts zu tun hat. Das klingt auf deutsch, als wenn die Zeit gerade beim Fitness-Zirkeltraining ist und ganz doll aus der Reihe tanzt oder so. ;) Ansonsten ist das so wie "Liebe machen" so eine anglizistischer, neudeutscher Murks. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Was mir sehr gut gefällt ist die Mutation in der letzten Zeile der ersten Strophe von "schwach schon" bis "schlaf schön". Davon hätte ich mir mehr gewünscht, wenigstens eins am Ende jeder Strophe. :)

Die 3. und 4. Strophe gefallen mir von den Metaphern her auch ganz gut, aber die erste ist schopn am besten. Die zweite würde ich schnell löschen. :)

Liebe Grüße
GerateWohl

This post has been edited 2 times, last edit by "GerateWohl" (Aug 20th 2005, 1:25pm)


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5

Saturday, August 20th 2005, 1:53pm

Hi GerateWohl,

mit der Zeit, die im Zirkel spinnt, hatten schon früher Leute damit Probleme, weil sie es ebenfalss wie du gleich mit dem Englischen "spinning in circle" verbunden hatten. Und ich sage wieder erstaunt, dass ich da wirklich nicht nicht dran gedacht hatte. Ich sehe den Zirkel hier als Kreis. Die Zeit spinnt im Kreis, da sie scheinbar nicht normal voran schreitet. Eben schneller als normal.

Die zweite Strophe bleibt, ich persönlich finde da die dritte Strophe schlimmer. Aber da das Gedicht nun mittlerweile 9 Monate als ist, traue ich mich da auch nicht so recht, etwas daran zu ändern. ;)
Trotzdem Danke für deine Kritik.

Viele Grüße

Hojaro

levampyre

Intermediate

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6

Sunday, August 21st 2005, 12:23pm

Quoted

Naja, es ist ja auch erst das dritte Mal, dass du ein Gedicht von mir kritisierst.

Wow, führst du da Strichlisten?

Dass du die erste Strophe nciht weiter erklären mußt, darin stimme ich vollkommen mit dir über ein. Daher meine ich ja, das Gedicht würde gewinnen, indem du einfach die letzten drei Strophen streichst. Diese wiederholen nämlich, und da widerspreche ich dir, was bereits in der erste Strophe ausgeführt wurde.

S1: Die Zeit tropft, tropft, tropft, tropft
S2: Und die Zeit spinnt im Zirkel
S3: Sag, mein Jahr fällt ach so tief.
S4: Langsam, träge sind die Schritte

Im Grunde genommen führst du immer wieder denselben Grundgedanken an und das ist langweilig. Der dialektische Stil, den du für nötig hältst, ist ein Stil. Der eher "dadaistische" Stil der ersten Strophe, ist ein anderer Stil. Entscheide dich für einen, sonst gibt es einen Stilbruch, so wie hier. Entweder du schreibst ein dialektisches Gedicht oder eben eines, das auf die Assoziationsfähigkeit des Lesers setzt. Beides zusammen wirkt inkonsequent, ist inkonsequent.
-- LeV

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7

Sunday, August 21st 2005, 1:06pm

Quoted

Wow, führst du da Strichlisten?


Nee, aber ich hab ein gutes Gedächtnis.

Ich werd schauen, ob ich noch etwas an dem Gedicht ändere. Denn, wie ich schon im oberen Antwortthread zugegeben habe, ist es verwirrend. Danke nochmal für deine Erläuterungen.

levampyre

Intermediate

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8

Sunday, August 21st 2005, 5:33pm

Du mußt ja nichts an dem ändern. Ich weiß wie das mit "fertigen" Texten so ist. Der Sache wäre schon geholfen, wenn du beim nächsten Schreiben die Worte "stilistische Einheit" im Hinterkopf behältst. :D
-- LeV

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9

Sunday, August 21st 2005, 8:47pm

Ok ;) , ich werd's beachten.

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