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Date of registration: Oct 2nd 2004

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1

Friday, August 19th 2005, 12:32am

Inferno

Sanft umfasst du wortlos meine Seele,
schweigend streichst du Widerstand beiseite.
Feuerst meinen Geist, dass dieser schwele
und bald schon brennt wie knochentrock`ne Scheite.

Dunst erklimmt die Höhen uns`rer Stimme,
rauchig schlägt er sich in Küssen nieder.
Nimmt mir Atem, Sicht und alle Sinne.
Jetzt taubheitstrunken fühl ich deine Glieder.

Kaltschweißschwanger lösche ich die Brände:
jene, die ich ungewollt entfachte.
Schüchtern steu`re ich die neue Wende
und liebe dich aus Ferne sanft und sachte.


gewidmet
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
(Wise Guys)

venyaluna

Intermediate

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2

Friday, August 19th 2005, 7:00pm

Hi Littleshine,
Deine Wortwahl ist beeindruckend, ebenso wie die Stimmung, die du mit deinem Gedicht erzeugst.
Du verwendest durchgehend folgendes Metrikschema:
XxXxXxXxXx
XxXxXxXxXx
XxXxXxXxXx
xXxXxXxXxXx

Dabei bringst du mich am Anfang der letzten Zeile regelmäßig ins Holpern...
Die Reime sind großenteils originell und gut gewählt, lediglich "Stimme - Sinne" stößt mir etwas sauer auf, da ein derart unreiner Reim in dieses Gedicht nicht so recht passen will...

Die Interpretation spar ich mir erstmal auf, die verfass ich, wenn ich mehr Zeit hab. :)

Liebe Grüße
Venyaluna
Wer mit sich selber in Frieden lebt, kommt nicht in Versuchung, anderen den Krieg zu erklären. Ernst Ferstl

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3

Saturday, August 20th 2005, 1:32pm

Dann bin ich ja mnal gespannt auf die Interpretation... ;)
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
(Wise Guys)

Biggy

Schlafende Lärmerin

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4

Saturday, August 20th 2005, 5:34pm

Hört sich für mich an wie ein Spiel mit dem Feuer, das noch rechtzeitig gestoppt wurde, um die Freundschaft nicht zu gefährden.

Manchmal ist der Abstand nicht zu halten, weil man sich leicht in einen Freund verlieben kann (mit ihm auf einer Wellenlänge ist) und weil wahre Freundschaft so kostbar und rar ist.
Mitunter ist man auch zu blöd und lässt die Gefühle nicht zu, ärgert sich noch jahrelang im Nachhinein, den Schritt näher, auf den anderen zu, nicht getan zu haben.

Vielleicht hattest du ähnliche Assoziationen?

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5

Saturday, August 20th 2005, 9:30pm

Hallo Biggy,

eine interessante Interpretation, die ich so aber nicht unterschreiben würde, denn schließlich schlägt sich der Rauch schon in den Küssen nieder: Also muss da auch schon was laufen.
Und wenn man das Bild des Feuers jetzt nimmt, so ist erst ein Schwelbrand entstanden, vielleicht aus den Zärtlichkeiten des lyr. Du, der sich ausgebreitet hat: Dies deutet auch darauf hin, dass sich über die Zeit etwas entwickelt hat.

Ferner sagt das lyr. Ich in S3 etwas von ungewollt entfachten Bränden: Wieder etwas, was beweisst, dass etwas eingetreten ist, was vieleicht nicht hätte eintreten sollen.

Natürlich möchte ich deine Interpretation nicht untergraben und wäre gespannt auf diene Begründungen, wie du auf deine Interpretation kommst :)

Erstmal vielen Dank für den kommentar,
Littleshine
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
(Wise Guys)

virus.13

Intermediate

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6

Saturday, August 20th 2005, 10:29pm

Hi Littleshine,

Interpretieren klappt bei mir noch nich so recht, deswegen hab ich zwei etwas unausgereifte Vorschläge:

I

Die erste wäre ähnlich der Biggys, nur dass das Spiel mit dem Feuer nicht mehr gestoppt werden konnte. In S1 die Annäherung oder Anmache durch das Lyr. Du, die sich dann als Flächenbrand Feuer/Rauch in S2 in Lust/Küssen entlädt.
In S3 dann die Reue des Lyr. Ich, der sich von dieser Nähe distanziert, wodurch auch immer (Schüchternheit, sein Unvermögen, Freundschaft).

II

Die zweite Möglichkeit wäre, dass S1 ein Traum der Begierde ist, der in S2 ebenfalls seinen Höhepunkt findet, von dem sich das Lyr. Ich schamvoll durch seine Scheu distanziert, da es sein Bild vom Lyr. Du eventuell gefährdet.


Soviel zu meinen Anfängerversuchen. Ich hoffe, ich liege nicht all zu weit daneben.

Gern gelesen, gerne wieder.
LG virus

Biggy

Schlafende Lärmerin

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7

Saturday, August 20th 2005, 10:53pm

:D Neuer Versuch, dank deines Hinweises auf Strophe 2:

In Strophe 1 hat das lyrische Ich noch Bedenken, den letzten Schritt zu tun, sich vollends dem Partner hinzugeben. Aber es vertraut ihm und lässt sich schließlich fallen.
Es beruht auf gegenseitigem Einvernehmen, es ist keine Vergewaltigung. ("sanft")
Das ganze passiert aber nicht auf körperlicher sondern auf geistiger Ebene. Man könnte sich hier auch noch ein Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler denken. Das lyrische Ich schaut bewundernd zu jemandem auf, dessen Ideen ihm sehr gefallen.

Aber der Partner ist mit seinen Gefühlen schon einen Schritt dem lyrischen Ich voraus. Vielleicht ist er erfahrener, älter.

In Strophe 2 hat das lyrische Ich den Abstand zwischen sich und dem Partner /Lehrmeister verringert, die Seelen haben sich berührt, vielleicht kam zur geistigen Nähe körperliche Anziehung hinzu. :D Und es muss ein Schritt zu weit gewesen sein (Glieder fühlen, aller Sinne beraubt werden). Es passierte vielleicht auf einer Fete (Rauch, Dunst, taubheitstrunken) mit Rauschmitteln (Alc)?

In Strophe 3 könnte man jetzt eigentlich Reue darüber erwarten, eine Grenze überschritten zu haben- aber nichts dergleichen passiert- die geistige Bande hält weiterhin, dem Partner wird keine Schuld gegeben. Im Gegenteil: "liebe dich aus Ferne sanft und sachte", die Beziehung fährt auf die sachliche Ebene zurück, Freundschaft oder etwas ähnliches bleibt.

Nur schade, dass man nichts über diesen imaginären Partner erfährt- wie geht er mit dieser Situation um?

Wenn das lyrische Ich sich auf einen erfahrenen und älteren Partner eingelassen hat, möglicherweise noch nicht volljährig, will es ihn damit vielleicht schützen.

Oder ist das alles nun wieder zu speziell?

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8

Saturday, August 20th 2005, 11:26pm

Hallo Biggy,

oha, jemand, der nicht lockerlässt. Das freut doch :)
So wie du es sagst, könnte es gewesen sein. Du hast zwar meine Intention nicht getroffen, aber wer sagt, dass nur die INtention des Autors zutreffend sein muss?
Freut mich, dass du dich nochmal hingesetzt hast. Jetzt passt es jedenfalls :)

Hallo virus,

Zu I: Nun, wenn aber die Reue kommen würde und das lyr. Ich sich zurückziehen würde, wäre es keine neue Wende (neue Wende im Sinne von in neue Richtung), sondern eine alte Wende.

Zu II: Hmm... mit dieser Interpretation kann ich mcih nicht ganz anfreunden, weil ich den Weg dorthin nicht ganz finden kann: Ich kann im ganzen Gedicht keinen hinweis entdecken, dass das lyr. Ich enttäuscht ist. Im Gegenteil: Es liebt das lyr. Ich nach wie vor.

Natürlich sind beide Interpretationen möglich und ich möchte sie dir nicht absprechen. Allerdings hätte ich nciht gedacht, dass meine eigene Intention tatsächlich so fern liegt ;)


Danke für eure Zeit, ich finde es immer wieder interessant, Interpretationen anderer zu lesen.

Alles Liebe,
Littleshine
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(Wise Guys)

Biggy

Schlafende Lärmerin

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9

Saturday, August 20th 2005, 11:35pm

Du hast es aber auch spannend gemacht! :D

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10

Saturday, August 20th 2005, 11:37pm

Was habe ich spannend gemacht? ich habe doch gar keine Lösung preisgegeben :D
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
(Wise Guys)

Biggy

Schlafende Lärmerin

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11

Sunday, August 21st 2005, 12:06am

Drum eben- ich rätsle wegen deines spannenend verschlüsselten Lösungsansatzes.
Vielleicht fällt mir ja morgen noch etwas dazu ein. ;)

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12

Sunday, August 21st 2005, 12:13am

Da bin ich wirklich gespannt auf die nächste Interpretation. Es macht mir wirklich Spass, deine Denkansätze bzu lesen, Biggy. Danke dafür :)
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
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virus.13

Intermediate

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13

Sunday, August 21st 2005, 12:18am

Hi Littleshine,

Enttäuschung meinte ich auch nicht. Eher das Unvermögen des Lyr. Ichs mit der Situation zurechtzukommen. Es himmelt das Lyr. Du an, kann sich durch seine Scheu aber evt. nicht nähern, sondern liebt nur aus der Ferne, im Traume.


LG virus

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14

Sunday, August 21st 2005, 12:27am

Hm, theoretisch sollte man davon ausgehen, dass ein lyr. Ich, welches nschon einmal die Schwelle übertreten hat, auch dann weiterhin auf der anderen Seite der Schwelle bleiben kann. Aber grundsätzlich ist es natürlich möglich, wie du es gesagt hast :)

Nachtrag @Biggy: So spannend verschlüsselt ist es eigentlich gar nicht ;) Wenn du meine Intention rausfinden willst, dann denk ein bisschen an Internet-Liebe und was für Wege sie manchmal mit sich bringt ,)

Gute Nacht euch beiden,
Littleshine
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Biggy

Schlafende Lärmerin

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15

Sunday, August 21st 2005, 12:28am

Irgendwie beiße ich mich hier fest- v.a. an Strophe 2. ;)

Es würde auch passen, dass es um 2 Sänger geht, die im Duett ein Liebeslied singen, sich aus Gründen der Show küssen und umarmen (müssen/ wollen), weil es der Liedinhalt so hergibt.
...oder 2 Schauspieler auf der Bühne, die aufeinander erst gespielt und dann plötzlich mit echten, vorher unbemerkten, Gefühlen aufeinander reagieren.

Dann bemerkt das lyrische Ich, dass der Partner nicht nur auf den Kuss anspringt, sondern mit dem untereren Körperteil (mit *Zensur*) reagiert...*fg*...

Kurzerhand nimmt es schnell etwas mehr Abstand und freut sich über die kommende, aussichtsreiche Entwicklung. ;)


Gefällt mir immer mehr, dein Gedicht. :P

Nachtrag, weil ihr schon weiter geschrieben habt:

Bei Internetliebe...jo, da kenn ich mich auch aus...*g*...so etwas geht ziemlich schnell und kann auch heftig werden. Das lyrische Ich hat erst ein wenig mit dem Chatpartner geflirtet, zum Scherz, und dann hat es denjenigen erwischt...war keine beidseitige Geschichte, aber mit Happy End- denn die beiden bleiben gute Freunde, die sich sehr mögen. :)

This post has been edited 1 times, last edit by "Biggy" (Aug 21st 2005, 12:32am)


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16

Sunday, August 21st 2005, 12:31am

*fg* reagieren nicht Männer fast immer auch mit der unteren Extremität? ;)
Auch ein interessanter Ansatz, aber immer noch nicht meine Intention ;)

Nachtrag: Freut mcih sehr, dass es diur zu gefallen beginnt ;)
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Biggy

Schlafende Lärmerin

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17

Sunday, August 21st 2005, 12:40am

Ich denke, wenn dein Gedicht eine Vielzahl von Assoziationen auslöst, hat es schon gewonnen...bei mir jedenfalls. Ich freue mich über vieldeutige Werke.
Nun hab ich für morgen immer noch etwas zum Grübeln...ich hoffe nicht, dass es eine schlaflose Nacht wird. :D

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18

Sunday, August 21st 2005, 12:44am

Wenn du magst kann ich dich dann auch einfach erlösen - ausnahmsweise. Normalerweise tue ich sowas nicht, aber ich bin wirkjlich beeindruckt, wie hartnäckig du bist :)

Liebe Grüße
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Biggy

Schlafende Lärmerin

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19

Sunday, August 21st 2005, 1:41pm

RE: Inferno

Quoted

Original von Littleshine
Dunst erklimmt die Höhen uns`rer Stimme,
rauchig schlägt er sich in Küssen nieder.
Nimmt mir Atem, Sicht und alle Sinne.
Jetzt taubheitstrunken fühl ich deine Glieder.
gewidmet


Die Strophe hat es in sich- sie ist etwas widersprüchlich.

"unsrer Stimme"- heißt:
- das lyrische Ich hat die gleiche Sprache, gleiche Tonlage mit dem Partner gefunden
- es gibt so viel Übereinstimmung, dass es sich wie ein einziger Ton anhört
- aber was bedeutet "Dunst" im Zusammenhang mit Stimme - die Laute und die Hitze während des Liebesaktes?

"rauchig schlägt er sich in Küssen nieder:
- ist damit der Dunst von zuvor gemeint, dass jetzt zur körperlichen Vereinigung das Küssen hinzu kommt?

Und nach dem Akt kommt das lyrische Ich wieder zur Besinnung und dreht sich zur Seite, um ein Nickerchen zu machen...dabei den Liebsten nicht vergessend?

Aber dann würde "Brände löschen"- die Dusche danach bedeuten? und "Wende" nur das Nickerchen?

Ich bin jetzt komplett am Ende und bitte um Auflösung, Littleshine. :( ?( ;)

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20

Sunday, August 21st 2005, 2:14pm

- editiert -
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
(Wise Guys)

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