kurz vor Mitternacht oder kurz danach
ich tanze auf dem Bretterboden,
den du vor deinem Kopf gezimmert hast.
die Schläge auf den Schädel tun dir weh,
aber ich will nicht stehen bleiben.
es ist so hoch und ich schaue nach unten.
deine Augen sind tiefe Geysire.
sie bedeuten Auftrieb und Verbrennen.
wir gehen uns lieber aus dem Weg.
ich finde kein Wort für das,
was zwischen meinen Füßen und deiner Stirn geschieht.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
Ich bin ich.
Aber weiss ich wirklich
dass und wie
ich ich bin?
Fang
der Wald liegt in gleißendem Nebel.
es sieht so aus, als wäre ich heute nacht nicht hier gewesen.
mir ist nicht kalt. du machst ein Feuer an.
knisternd löst sich, was ich nicht gesehen habe,
und hüllt dich in Rauch.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
therapeutisch
ich bin
kommunikativ
manchmal da
neben mir
nichts, dir
nichts vor
bei.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
Der Sommer verneigt sich.
Der Blättervorhang fällt.
Ich bleibe
barfuß
und baue Burgen
aus Laub.
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
Schadloshaltung
Kommunikation
zurück genommen
und Vergessen.
was du mir sagen wolltest
und was du damit gesagt hast
ist ein verschiedener Satz.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
Weißt du eigentlich noch
wie sich Worte anfühlen?
Dicke,
weiche,
runde Worte?
Worte, die dich halten
wie Wattewolken,
die dich aufsaugen,
wenn du so richtig schrecklich
traurig bist.
Weißt du das noch?
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
Bedeckt, gehalten
Heute ist kein Wort zu finden:
es schneit Buchstaben
die in der Luft hängen,
sich nicht niederlegen;
ein Gedicht wird so nicht
entsetzen, was belagert
und bare Füße im Feuer schürt.
Einen anderen Tag werde ich
suchen, antworten,
versuchen, verantworten
kann ich heute nur
eine Decke aus Schnee.
RPK 111109
Beitrag verschoben in den Faden Eine Idee - Lyrik in der Rubrik Sprüche, Kurzverse, Gedankenfetzen. Threads zur besseren Unterscheidung umbenannt.
Grüße
Strohpuppe / Moderatorin
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
frierende Nasenhörner
Es ist kalt geworden
im Geäst der Zeit
unter müden Blätterhänden
Ein Flügelpaar
im Taumel
vom Wind geteilt
wärmt die Stille
darunter keimt Erinnerung
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
Zeit
zu wecken
die schlafenden Worte
Gelesenes fortzutragen
in Denkräume
verdichten
die Stille
damit sie nackt
nicht friert
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
Manchmal reichen Worte nicht,
die Sprachlosigkeit
zu verschweigen.
Manchmal reichen Lieder nicht,
dem Takt der Zeit
davonzulaufen.
Manchmal reicht nur
die Stille,
weiter zu geh‘n
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
Frühling und Winter
stehen Rücken an Rücken.
Flecken im Himmel.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
Reihung
Eine Welt gefüllt mit Glassplittern und Licht.
Wir sind ohne Alter und Geschichte.
Außer- und innersprachliche Welt sind sich gleich.
Wozu brauchen wir Vermittler?
Unser Augenpaar hängt dort als Mond im Rauch.
Verzerrung im Goldfisch-Glas. Unsere hölzernen Köpfe bersten.
Halbleere Ohren und Hände. Begreifen ohne zu zergraben.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
Rauch
Glas im Rauch
oder
Rauch im Glas?
Man nehme ein Maß,
vermehre
hehren Brauch
und was kommt raus...?
"When the going gets weird the weird gets pro."
plötzlich bleiben die Wolken stehen,
der Himmel zieht weiter und ich
steck die kalten Hände in die Hosentaschen
und ziehe Linien durch den weichen Sand darin.
sonst nichts
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
ich gieße mir den Tee auf in der großen Tasse,
wo schwarz als grau mich nicht mehr reizt.
ich angle mir den Ring vom Rücken,
wo über Nacht ein kleines Loch entstand.
ich fühle mich erschossen von den letzten Tagen.
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
was bleibt ist still und deine hand
ist leer geblieben zwischen zeit
und dem was du noch halten wolltest
beschreibt mir jetzt die einsamkeit
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
Zugzwang
zwischen den Atmungssphären
ich friere wahnsinnig
misstönendes Zeug
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier.
Irgendwann verändert es sich
wie ein Traum sich verändert
am Morgen
treibt nebelgraue Kälte
es fernab vom Ufer
aus Armen in denen es ruhte
vorbei an gebeugtem Gezweig
und bettet es
unterm Ginsterstrauch
zwischen halt und Wind
bewegten Ästen
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
(Winston Churchill)
Ich hier
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