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Mandra

Trainee

Date of registration: Jun 18th 2005

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Occupation: Schüler, freier Journalist

1

Tuesday, June 21st 2005, 2:34pm

Sommerflucht

Sommerflucht

Ich will mir einen kühlen Tümpel suchen
und mich darin versenken wie ein Stein
Umschwirrt von den hellen
azurnen Libellen
kein Sommerkind - ein Sommerflüchtling sein

Dort kann ich mir die wirren Winde träumen
die mich vertreiben wie ein Lindenblatt
In schattigen Flecken
und grünen Gestecken
mich legen wie ein Kind das Träume hat

Ein Windspiel weißen Lichts tanzt auf den Wellen
und wirbelt strahlend auf dem grünen Grund
Wie klirrende Schellen
zerspringen Libellen
- der Sommer schließt mir meinen Frühlingsmund
"Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein." - Theodor Heuss

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Steffi

Lyrisches Licht

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2

Friday, July 15th 2005, 12:49pm

Hallo Mandra,
mir gefällt der Text ungemein.
Die Form mit dem Reimpaar, dessen Reimwörter zu kurzaufeinander folgen ist eine tolle Sache und gibt dem Gedicht trotz seines erzählerischen Stils richtig Schwund.
Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen, nur das es mir gefällt :).

Liebe Grüße,
Steffi
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Biggy

Schlafende Lärmerin

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3

Friday, July 15th 2005, 1:52pm

Dem schließe ich mich an. ;)
Ich denke gerade auch so wie das lyrische Ich.
Eine Zeile versteh ich in diesem Zusammenhang allerdings nicht: warum müssen
"Wie klirrende Schellen
zerspringen Libellen"?
Weil sie Boten des heißen Sommers sind?

Mandra

Trainee

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4

Friday, July 15th 2005, 2:36pm

Die Libellen müssen nicht, vielmehr scheinen sie zu zerspringen, bedingt durch die Perspektive des lyrischen Ichs. Wasser und Licht, Wellen und Schatten, all das spielt hier ins Bild mit hinein. Eine allzu tiefe Deutung ist hier weniger sinnvoll (Boten), eher die Vorstellung einer Beobachtung und Beschreibung der Natur. Aber natürlich sollte ich hier nicht zuviel verraten, die Interpretation ist ja traditionell eher Leser- als Autorensache ;)
"Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein." - Theodor Heuss

Biggy

Schlafende Lärmerin

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5

Friday, July 15th 2005, 2:42pm

Jo, ist nun nachvollziehbarer. Hatte ich wohl überlesen.

Biggy

Schlafende Lärmerin

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6

Wednesday, July 20th 2005, 12:50pm

RE: Sommerflucht

Quoted

Original von Mandra

Ich will mir einen kühlen Tümpel suchen
und mich darin versenken wie ein Stein
Umschwirrt von den hellen
azuren Libellen
kein Sommerkind - ein Sommerflüchtling sein


@Manrda:
Dein Gedicht ist mir irgendwie in schöner Erinnerung geblieben und ich habe mich mal mit einer Collage an den Zufluchtsort begeben. Leider bin ich noch nicht so photoshopbewandert, dass ich die Libelle ÜBER die Wasseroberfläche setzen konnte.
So habe ich mir den Ort ansonsten vorgestellt. Trifft das in etwa auch deine Bilder?

Mandra

Trainee

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Occupation: Schüler, freier Journalist

7

Thursday, July 21st 2005, 12:51am

Das ist wirklich genial - meine Bewunderung für dein gestalterisches Talent :)

Mir ist übrigens nach dem Schreiben des Gedichtes etwas amüsantes aufgefallen - an allen möglichen Orten, Bächen, Waldseen und Tümpeln begegnen mir seitdem blaue libellenartige Geschöpfe, die mir bis dahin nie aufgefallen waren. Wer weiß, welche schöpferische Kraft in Dichtung steckt ;)
"Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein." - Theodor Heuss

Biggy

Schlafende Lärmerin

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8

Thursday, July 21st 2005, 1:02am

Danke- die Fotovorlagen sind ja leider nicht auf meinem Mist gewachsen.
Und ich habe bei der Recherche zu dieser Collage eine Artenvielfalt an Libellen kennen gelernt, die ich nie vermutet hätte.
Da sage noch einer, Internet mache dumm. *fg*
Um etwas zu gestalten, was über die Oberflächlichkeit hinaus geht, muss man bei der Dichtkunst genau so intensiv beobachten, wie in der bildenden Kunst...und genauer lesen, das ist mir hier im Forum aufgefallen. :P

This post has been edited 1 times, last edit by "Biggy" (Jul 21st 2005, 1:09am)


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9

Thursday, July 21st 2005, 3:17am

Quoted

Ich will mir einen kühlen Tümpel suchen
xXxXxXxXxXx
und mich darin versenken wie ein Stein
xXxXxXxXxX
Umschwirrt von den hellen
xXxxXx
azuren Libellen
xXxxXx
kein Sommerkind - ein Sommerflüchtling sein
xXxXxXxXxX

Dort kann ich mir die wirren Winde träumen
xXxXxXxXxXx
die mich vertreiben wie ein Lindenblatt
xXxXxXxXxX
In schattigen Flecken
xXxxXx
und grünen Gestecken
xXxxXx
mich legen wie ein Kind das Träume hat
xXxXxXxXxXxX

Ein Windspiel weißen Lichts tanzt auf den Wellen
xXxXxXxXxXx
und wirbelt strahlend auf dem grünen Grund
xXxXxXxXxX
Wie klirrende Schellen
xXxxXx
zerspringen Libellen
xXxxXx
- der Sommer schließt mir meinen Frühlingsmund
xXxXxXxXxX


Die Metrik ist konsequent durchgezogen worden und weist meines Erachtens keine Mängel vor. Das originelle Reimschema ist erfrischend und unterstützt die Bildergewalt. Der Inhalt kongruiert in diesem Gedicht auf meisterliche Art und Weise mit der lyrischen Form.
Der Gesamteindruck: Das Opus ist in jeder Hinsicht gelungen, originell und ein lesenswerter Genuss. Ich danke dir für dieses herrliche Gedicht.

Der einzige, kleine Fehler, den ich zu bemängeln habe, ist mir in S1Z4 aufgefallen. Dort sollte es statt “azuren“ - “azurnen“ heißen. Die azurnen Libellen.

Mit freundlichen Grüßen
Zarathustra

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Mandra

Trainee

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10

Friday, July 22nd 2005, 3:26pm

Dankend zur Kenntnis genommen und geändert.
Es ist wirklich schön, so viele Rückmeldungen zu einem Gedicht zu bekommen...
"Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein." - Theodor Heuss

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