^Trauer
Es war so weit, ich wollte richten,
bereit die Axt zu schlagen,
ein Lobgesang wollt' ich noch dichten,
noch liegt's mir auf dem Magen.
Ich holte aus und hielte inne,
Ihre Schönheit fiel mir ins Gesicht,
ist dies' alles in meinem Sinne,
stehe ich dafür später vor Gericht?
Schön waren die Erinnerungen,
kenne sie von klein auf an,
zart waren die Berührungen,
nur weiss ich nicht, ab wann.
Ihre Figur, muß nur dran denken,
die Schönste weit und breit,
gab ihr mein Herz, war zum Verschenken,
zwischen uns nur Sittsamkeit.
Wie im Flug verging' die Jahre
es war die beste Zeit
hab' nur noch ein paar Haare,
nun kommt die Nüchternheit.
Ich gab ihr steht's zu trinken,
im Sommer reich und gut
wie konnt' sie so tief sinken,
sie nahm mir meinen Mut.
Ich war fertig und auch platt,
ist mir nie aufgefallen,
sie kam vom Saufen nicht mehr ab,
konnt' meine Faust nur ballen.
Sie bekam die braunen Flecken,
konnte kaum noch g'rade steh'n,
ihr'n Lebensmut konnt' ich nicht wecken
und will sie so nicht seh'n.
Aber nun, die Schnauze hatt' ich voll
und nahm die Axt zur Hand,
die Frage war nicht ob ich soll
sondern ob es wird zur Schand'.
Die Axt, sie sauste nieder,
der Treffer schmerzte sehr,
ich traf sie immer wieder
sie setzt' sich nicht zur Wehr.
Es war wie ein Lebewohl,
als ein Ast berührte meine Wange
innerlich war ich ganz hohl
beim Verlust meiner geliebten Tanne.
Wer Größe besitzt, darf ruhig klein sein!