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Toby

Sage

Date of registration: Oct 2nd 2003

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1

Sunday, May 8th 2005, 12:01pm

Das Märchen von Imraneck

Das Märchen von Imraneck


Ich erzähl euch das Märchen von Imraneck,
das einst meine Mutter erfand,
einem Ort ohne Sünd, ohne Schand, ohne Dreck,
auch der Storch, unser Gast, zog im Winter nicht weg
aus dem reichlich gesegneten Land.

Auf der Burg aß der Herrscher von Imraneck
an seiner getäfelten Wand
und er nahm jeden Bissen ganz ohne Besteck,
denn so ist es wohl Brauch auf der Imraneck,
und er füllte den Krug bis zum Rand.

Eines Tages da ritt auf die Imraneck
ein Fräulein von höherem Stand
und so rauh war der Winter, so knapp war der Speck,
da bot sie dem König zum niedersten Zweck
die zarte Prinzessinnenhand.

Wie er sprühte, der Herrscher von Imraneck!
und glühte vor innerem Brand.
Jetzt lief sie ihm nimmer, ja nimmermehr weg,
bald wollt er sie binden, zu Freude und Schreck
vor Gott mit dem ewigen Band.

Doch wie musste es büßen Herr Imraneck
wie er droben vorm Traualtar stand!
Denn da prangte ganz plötzlich ein riesiger Fleck,
ein hässlicher Spritzer von fettigem Speck,
am seidenen Königsgewand!

"Wer die Hände nicht wäscht, lieber Imraneck",
sprach mahnend die Frau mit Verstand,
"und wer frisst wie ein Tier ohne jedes Besteck,
bleibt besser allein hier im düstern Versteck
und hinter der schützenden Wand".

So verließ sie den König von Imraneck,
zog hungrig ins eigene Land.
Und man hörte nie wieder von König und Fleck,
doch ich glaube die Burg überm Imraneck
ist irgendwann niedergebrannt.
"Ach, aber mit Versen ist so wenig getan, wenn man sie früh schreibt. Man sollte warten damit und Sinn und Süßigkeit sammeln ein ganzes Leben lang und ein langes womöglich, und dann, ganz zum Schluß, vielleicht könnte man dann zehn Zeilen schreiben, die gut sind. Denn Verse sind nicht, wie die Leute meinen, Gefühle (die hat man früh genug), - es sind Erfahrungen."
(Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge)

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Marot

Administrator

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Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

2

Saturday, May 14th 2005, 12:59pm

hm. also ih bin dagegen :D
Nein, die stimmung des Werkes ist klasse, schön Baladenhaft, da kann man nicht meckern. Einige Holperer meine ich zu entdecken, die ich hier aber nicht aufzeige weil ich nicht daran zweifele das sie dir bewusst sind. Es wahr wohl nicht anders arangierbar. dennoch ein wenig schade ist es, weil das gedicht vor allem am Anfang vor allem durch den wunderbaren Rhythmius zu bestechen vermag.

Inhaltlich kann ich mich allerdings weniger begeistert zeigen. der anfang ist vieklversprechend man erwartet eine humorigphantastische Ritetrgeschichte mit Burgfreulein und bekommt eine banale Zote.
Nicht flasch verstehen ich habe nichts gegen Hunor , aber hier wurden perlen zu sauen verarbeitet :D
Die Wende des gedichtes ist nach strophe vier zu sehen. Plötzlichs chlägt die astimmung um und das Baladenhafte weicht dem schwank. Die Sache mit dem Fett halte ich zum einen für äusserst albern und zum anderen für unreichend ausfühlich erzeählt. Alles kommt so plötzlich. Aufeinmal ist der Kerl nicht mehr gut genug wobei er vorher eine tolle partie zu sein schien. Selbst für ein Märchen ist das ungenügend erklärt. Ein zauberer der ihn verflucht oder eine neidische Frau die ihn fett hext wären hier rettungsanker gewesen.
Also was mich hier stört ist zum einen die Albernheit weil ich finde hier hätte man interessanteres erzählen können, aber zum anderen und vor allem die Inkonsequenz der geschichte. Man hat das Gefühl hier hatte es jemand eilig fertig zu werden. Wenn du schon eine balade erzählen willst, dann erzähle sie ausführlich und gründlich, denn sonst wirkt sie schnell blöde.

gruß Marot
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