Friday, May 25th 2012, 3:53pm UTC+3

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

1

Thursday, May 5th 2005, 8:34pm

Evas Frucht

Es ranken sich Ranken
Der kostbarsten Weine
Um Brüste und Beine
Wie göttliche Schranken

Die Haut zwischen Ästen
Sie glüht zischend leise
Auf weißliche Weise
Die Sinne zu mästen

Sie gleicht deinen Taten
Den zärtlichen Wilden
Den sündigen Milden
Den beißenden Zarten

Sie einmal zu schmecken
Ward Fluch meiner Lenden
Ich kann mich nicht wenden
vom süchtigen Lecken

Oh Eva du Liebe
Was hast du geboren
Ein Früchtchen erkoren
Zum sinnlichen Triebe
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Sonnentau

Trainee

Date of registration: Apr 29th 2005

Posts: 76 wcf.user.activityPoints: 415

Occupation: Student

2

Friday, May 6th 2005, 8:09pm

Hallo Marot !

ich finde das gedicht sehr schön. versuchsweise hab ich mal das metrum herausgelesen.
auf http://de.wikipedia.org/wiki/Versfu%C3%9F hab ich mir die einzelnen versfüße angeschaut, ergo müsste dein gedicht größtenteils einem Amphibrachys gleichen !?!.





Es ranken sich Ranken
x X x x X x
Der kostbarsten Weine
x X x x X x
Um Brüste und Beine
x X x x X x
Wie göttliche Schranken
x X x x X x

Die Haut zwischen Ästen
x X x x X x
Sie glüht zischend leise
x X x x X x
Auf weißliche Weise
x X x x X x
Die Sinne zu mästen
x X x x X x

Sie gleicht deinen Taten
x X X x X x
Den zärtlichen Wilden
x X x x X x
Den sündigen Milden
x X x x X x
Den beißenden Zarten
x X x x X x

Sie einmal zu schmecken
x X x x X x
Ward Fluch meiner Lenden
X x X x X x
Ich kann mich nicht wenden
X x X x X x
vom süchtigen Lecken
x X x x X x

Oh Eva du Liebe
x X x x X x
Was hast du geboren
x X x x X x
Ein Früchtchen erkoren
x X x x X x
Zum sinnlichen Triebe
x X x x X x


>Sie gleicht deinen Taten x X X x X x würde ich so betonen, ist aber vllt im kontext zu sehen ??

>Ward Fluch meiner Lenden X x X x X x ist ebenfalls meiner meinung nach so zu betonen.

>Ich kann mich nicht wenden X x X x X x hier wieder, also trochäus.


trotz dieser schönheitsfehler finde ich das gedicht überaus sinnlich.


ich kann mir die leidenschaftliche begierde lebhaft vorstellen. :]


diese frau muss wahrlich vom baum der erkenntnis gegessen haben ;)
MFG

Sonnentau

Ahsil

Professional

Date of registration: Jun 20th 2004

Posts: 247 wcf.user.activityPoints: 1,240

3

Friday, May 6th 2005, 8:22pm

wie funktioniert das mit dem langen und kurzen Lesen? Ihc kannte nur die oberen vier, die anderen sehen aus, als wären es MIschformen, bzw. sind es ja andere Beschreibungen, eben statt betont unbetont, lang und kurz...Ich verstehe das nicht ganz
-

"meum auditorium",
in deinem Geist kein Geiste lebt!
Mir serviles Publikum,
dem Klotho keinen Faden webt!
(aus dem Refrain der Trilogie "Götterwahrnehmung - eine Zeichnung")

-

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

4

Friday, May 6th 2005, 8:51pm

Sonnestau: naja da können wir jetzt einen metrik streit anfangen: Für mich ist es klar ein anapäst da ich ihn anfangsvorgebe und die weiteren betohnung dadurch sich einschleifen. metrik ist immer Kontextsache, gerade nicht substantivische Wörter können im Kontext zu einer starken silbe auch mal Unbetohnt sein, genau wie einsilbige Wörter, vor allem Kunkuktionen Sititutionen und so weiter.

Den Trochäus den du liest lehne ich aus semantischen Gründen ab.
Ich kann maich nicht wenden. Für mich ist der Akzent klar auf dem Können. es ist zentrales Wort im Kontext zu ich und mzuss daher betont werden.
Hier haben wir eigentlich schond en schlüssel Für metrik probleme: Im zweifelfalle erklärt uns die Bedeutung den warscheinlicheren Sachverhalt.Allerdings würde ich deine variante anerkennen wenn nicht vorher der Anapäst vorgegeben wäre. Dann wäre deine möglichkeit eventuell denkbar. da er haber klar vorherdominiert ist die sache für mich eindeutig.

So nochmal kurz allgemein: metruik ist keine Naturgegebene sondern eine dichterische angelegen heit. Folglich muss sie auch nicht immer dem Genauen Sprachfluss der alltagssprache entsprechen. Oft werden wlörter oder ganze zeilen ( wenn es der Dichter gut macht ) Metrisch gebeugt und dem gsammt rythmus unterworfen.

In dem falle meiens Gedichtes halte ich die sache für eindeutig weil ich ihn klar vorgebe und keine harte Stammsilben beuge. beugen muss man aber wenn man anapäst schreiben will weil anturgemäß das meiste Jambus oder trochäus wäre.

So ich hoffe aufklärerisch gewirkt zu haben.

Ahsil: Lang und kurze Silbe bezieht sich auf die länge des VOkals. Wie dir ja eventuell bekannt ist hat jede Silbe als Kern einen Vokal. Con jedem deutschen Vokal gibt e nun eine lange und eine Kurzgesprochene version. Die einteilung in lang ud Kurz bezieht sich also darauf.

Allerdings kanne s auch sein, das es in diesem falle ( weil ja aus dem grichischen kommend nichts weiter als eine fach eine andere bezeichnung für betont ode runbetont ist..... In der sprachwissenschaft würde aber für lang und kurz in jedem falle meine erklärung stimmen.

Wie auch immer für die Deutsche dichtung ist es eh nicht relevant da gänzlich veraltet
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

5

Friday, May 6th 2005, 8:57pm

ach ja wichtig:

"Ward Fluch meiner Lenden

Hier gild meienr ansicht nach wieder die semantische entscheidung. Fluch ist stärker Zentraler, muss betohnt werden




Edit: Hinweiß an die Kollegen: ich lasse den Link von Sonnenstau stehen, da er in die Diskusion integriert ist.

@ Sonnen stau: Normalerweise sehen wir externe Links nicht so gerne, abe rich denke hier ist er tollerierbar.

Edit nocmal: Zu Ahsil:
ja meine These stimmte.

Amphibrachys: -X- also kurz lang kurz
Im Namen der Wiege macht Frieden
- X - - x -
Hier sieht man es sehr schön. das a in Namen wird lang gesprochen, die Vokale darum herum kurz.

Wichtig: Hier Überschneiden sich zwei Metrische systheme es wäre nämlich gleichzeitig ein ´Daktylus mit Auftakt oder ein Anapäst mit Jambus anfang, allerdings sind es wie gesagt zwei unterschiedliche sachen, welche sich aber oft ähneln.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

therzi

Professional

Date of registration: Mar 1st 2005

Posts: 354 wcf.user.activityPoints: 2,075

Location: niedersachsen

6

Friday, May 6th 2005, 10:22pm

RE: Evas Frucht

Hallo Marot,


ich habe die Verse sehr genossen. Ein Werk das so wunderbar fließt und wirklich eindringliche Bilder vermittelt ("zischende Haut" ist mein Favorit, so sinnlich!). Das Versmaß ist für mich Laien ein Daktylus mit Auftakt. Ich werde aber den link da oben wohl mal besuchen ;) .

Nur S1V1 gab mir ein wenig zu denken. An und für sich mag ich das Wortspiel, es ist auch ein gelungener Auftakt für das Gedicht. Nur finde ich es nicht bestätigt durch weitere der Art. Die weißliche Weise ist keine Wiederaufnahme des Spiels. Oder habe ich etwas übersehen? Mir würde etwas wie "Umranken doch Ranken", also eine etwas indirekteres Konstrukt, besser gefallen. das wäre es dann aber auch schon. :)


Wunderbar und zum Wiederlesen :)


Liebe Grüße
Anke
therzi - the painter

Die Malerei ist stumme Poesie, die Poesie blinde Malerei. (Leonardo da Vinci)

Ahsil

Professional

Date of registration: Jun 20th 2004

Posts: 247 wcf.user.activityPoints: 1,240

7

Friday, May 6th 2005, 10:49pm

ich danke dir MArot, es ergibt schon Sinn, nur überschneiden sich die bieden Metriksysteme, bzw. schließt das eine das andere mit ein.
-

"meum auditorium",
in deinem Geist kein Geiste lebt!
Mir serviles Publikum,
dem Klotho keinen Faden webt!
(aus dem Refrain der Trilogie "Götterwahrnehmung - eine Zeichnung")

-

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

8

Friday, May 6th 2005, 11:51pm

Therzi: ganz so leihenhaft bist du Metrisch gar nicht. Man kann es tatsächlich als Datylus mit auftakt Lesen, wa sabe rnur Zufällig so ist weil ich keinen wert auf den auftakt legte. ich wollte mit einem Jambus beginnen und dann Anapäst durchzihen. Da ich aber in jeder zeile die erste Silbe als einen einsilberschieb kann man es nun auch als Daktylus lesen. Gut erkannt und mal wieder beweiß für die interpretierbarkeit der metrik die ja eben auch nichts anderes ist als Ansichtsache.

Der anfang mit den ranken ist ein Aufhänger den ich gar nicht mal so dringend durchziehen wollte. Es ging mir mwehr um den Apetitmacher und der Erotischen aspekt des Wortspieles.
Deine version überlege ich mir aber, da sie die Metrikfrage klären würde.... Danke fürs aufmerksame lesen und fürs gefallen natürlich auch.


Ahsil: Wie gesagt das alte grichische ( ich kannte es vorher übrigens auch nicht) scheint einfach nur ein vorläufer zu sein. Also einfach eine andere metrikeinheit die änlich ist abe rnicht gleich. betont und lang sind nicht immer das selbe.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

9

Saturday, May 7th 2005, 12:57am

ok derzeiteige Forschungen meinerseits über das Kurz lang , betont unbetont weisen auf eine definitionsveränderung hin. Soll heißen Lang ist heute betont. kurz unbetont. NUn achtung:
heute allerdings nach sptrachwissenschaftlichem verständniss ist eine lange silbe eher eine SIlbe mit langen VOkal also was ganz anderes. daher bleibt beim betont unbetont, welches aktuell und zeitgemäß ist.
( Wenn ich blödsinn rede dringend korregieren! )
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Sonnentau

Trainee

Date of registration: Apr 29th 2005

Posts: 76 wcf.user.activityPoints: 415

Occupation: Student

10

Saturday, May 7th 2005, 2:25am

Hallo Marot

Also ersteinmal bitte ich doch um die korrekte schreibweise meines namens, soviel zeit muss sein.

zweitens habe ich mir die regeln durchgelesen, aber wenn links hilfestellung geben, kann man sie ja posten. und die wikipedia dürfte wohl auch den meisten bekannt sein, ist ja auch nur eine enzyklopädie.

drittens habe ich ja extra versuchsweise geschrieben, da ich wie ich in meinem eigenem thread auch schon erwähnt habe, absolutes neuland im herausfinden des metrums betrete. ich wollte dir damit wirklich nicht auf den schlips treten, habe dein gedicht ja auch ausdrücklich gelobt. das missverständnis muss daher kommen, dass wir uns hier nur schreiben können und so die wirkung immer leicht verfälscht werden kann. also ich sag es nocheinmal mein posting sollte keine umumstößliche tatsache sein, sondern ein versuch darstellen.
aber ich werde in zukunft solche postings dann in die werkstatt setzten, wenn dort nocheinmal eine übung oder der gleichen starten sollte.
MFG

Sonnentau

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

11

Saturday, May 7th 2005, 3:02am

herr je quatsch das hast du völlig falsch verstanden. ich habe mich sehr über deinen post gefreut und da ich was die metrische analyse angeht einfach anderer meinung war postete ich diese.
Metrik ist zwar gewissen regeln unterworfen aber in vielen dinge ist sie fragwürdig und verschieden interpretierbar. Einige deiner zeileninterpretationen können auch genauso gelesen werden im Gesammtzusammen hang erscheint meine Version denke ich nur wahrscheinlicher. metrik ist keine unumstößliche Wahrheit und ich bin nicht der Papst. ich habe in meinem Beitrag zum besiepiel selbst Blödsinn geschrieben denn ich vorhin noch schnell rauseditierte.:D
Du braucht dich also in keiner weise rechtfertigen, im gegenteil ich freue mich sehr wenn sich jemand so bemüht, weswegen ich mir ja so viel Zeit zur Antwort nahm :)

Was die übung angeht die wird es geben, allerdings werde ich mich vorher noch mal neu vorbereiten müssen. Habe doch gemert das mir das ein oder andere entfallen ist.

Gruß Marot
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

goosie

Master

Date of registration: Feb 20th 2005

Posts: 689 wcf.user.activityPoints: 3,550

Location: Italien - Wien

Occupation: Studentin

12

Saturday, May 7th 2005, 12:11pm

hallo marot, nettes gedicht, gut geschrieben. das süchtige lecken stört mich jedoch ein wenig. erinnert mich an einen hund.
außerdem passt der rhythmus des gedichtes nicht so ganz zu deinem inhalt. es liest sich viel zu schnell, einige reime sind ziemlich einfallslos à la "reim-dich-oder-ich-fress-dich" :D ein schweifreim oder abab reim würde besser zum inhalt passen und die leidenschaft besser hervorheben.

lg goosie
Die Wirklichkeit ist nicht die Wahrheit. Die Wirklichkeit ist nur ein Teil. (Márai)

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

13

Saturday, May 7th 2005, 12:21pm

wie genaju und weshalb?
der Rythmus, ist auf grund der Begierte welche pochend drängt aber auch stockt auf grund des zögerlichen SÜndenfalles so gewählt.
DIe geschwindigkeit ich betone es immer wieder genre hat niochts mit dem metrum zu tun sondern mit der lese art. Der text ist drängend Rythmisch, deswegen liest man ihn eventuell etwas zu schnell, wofür ich abe rnichts kann.Ich empfele von zeile zu zeile eine kurze pause zu machen, dann verändert sich auch der Rythmus.

Die reime sind ein paar etwas erzuwingen das stimmt, aber ich war nie ein freund üpbertruiben ausgefallener reime. dennoch wwerde ich das in zukunft mal ein wenig trainieren.
das Reimschema allerdings geplant udn kann ich auch nicht ändern.
Kreutzreim wäre unmöglich gewesen aufgrund der christlichen Symbolik die ich umbedingt vermeiden wollte,.
( ist ja auch eine Jüdische lLegende :D)
schweifreim Hätte mir nicht in die Strophenschematik gepasst und wäre auch zu ausufernd geworden.
Form ist hier wie man ja sieht nur mittel zu zweck und will sich nicht selbst profelieren ( die Bilder und die Erotik sollen Hauptträger der Stimmung sein)

Nein der umarmende Reim ist mir hierklar der liebste, da er für mich schon immer der anzüglichste unter den reimen war :D

Aber ich akzeptiere deine kritik, da Formanlyse imemr abhängig von der interpretation ist. Durchaus möglich, dass du etwas ganz anderes hinein liest als ich.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

goosie

Master

Date of registration: Feb 20th 2005

Posts: 689 wcf.user.activityPoints: 3,550

Location: Italien - Wien

Occupation: Studentin

14

Saturday, May 7th 2005, 12:35pm

das darfst du immer wieder gerne betonen, doch das ist mir schon klar. vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt. naja dies ist meine meinung und du bist nicht gezwungen dein gedicht zu verändern.
bei romantischen und leidenschaftlichen gedichten finde ich diese art nicht passend, denn dort erwarte ich mir eine langsam sinnliche art. wahrscheinlich auch bedingt von dem, dass jeder etwas anderes unter leidenschaft versteht.
kreutzreim hat in der heutigen zeit aber wenig mit christlicher symbolik zu tun.
Die Wirklichkeit ist nicht die Wahrheit. Die Wirklichkeit ist nur ein Teil. (Márai)

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

15

Saturday, May 7th 2005, 1:02pm

Dann nicht wenn das Thama unreligiös ist. In einem falle wie bei diesem gedicht aber ist die verkettung doch reichlich auffällig.
Naja aber wie gesagt es nutzt hier nichts über reimschemen zu streiten da das Interpretationssache ist. Lassen wir die unterschiedlichen ansichten nebeneinander stehen.
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Date of registration: Oct 2nd 2004

Posts: 1,189 wcf.user.activityPoints: 6,320

Location: Meckenheim

Occupation: Physiotherapeutin

16

Saturday, May 7th 2005, 1:08pm

RE: Evas Frucht

Na dann will ich mich doch auch mal an eine Interpretation wagen. Die anderen habe ich noch nicht gelesen (nur falls ich irgendwas wiederhole, was jemand schon sagte).

Erstmal das Metrikschema:

Es ranken sich Ranken
Der kostbarsten Weine
Um Brüste und Beine
Wie göttliche Schranken

xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx

Die Haut zwischen Ästen
Sie glüht zischend leise
Auf weißliche Weise
Die Sinne zu mästen

xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx

Sie gleicht deinen Taten
Den zärtlichen Wilden
Den sündigen Milden
Den beißenden Zarten

xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx

Sie einmal zu schmecken
Ward Fluch meiner Lenden
Ich kann mich nicht wenden
vom süchtigen Lecken

xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx

Oh Eva du Liebe
Was hast du geboren
Ein Früchtchen erkoren
Zum sinnlichen Triebe

xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx
xXxxXx

Du verwendest durchgehend einen Daktylus mit Auftakt und weiblichen Kadenzen. Durch die kurzen Zeilen liest sich das Gedicht schnell und flüssig - fast etwas rasant. Durch die aufeinanderfolgenden unbetonten Silben bleibt der Eindruck jedoch weich und es liest sich angenehm flüssig.


Inhalt

Ich werde das Gedicht ersteinmal Srophe für Strophe aufschlüsseln und analysieren.

Quoted

Es ranken sich Ranken
Der kostbarsten Weine
Um Brüste und Beine
Wie göttliche Schranken


Die Wiederholung der Ranken finde ich hier keinesfalls langweilig, sondern direkt eher interessant und eindringlich. Vielleicht, weil es direkt am Anfang steht.
Die Ranken sind metaphorisch die Gliedmaßen des Liebhabers, die die geliebte Person (die ich jetzt einfach mal als lyr. Ich tituliere, obwohl es dieses erst später gibt) streichelt. Die Hänse streichen über die Brüste und ungreifen sie, die Beine umschlingen die Beine des lyr. Ich. Sie halten das lyr. Ich fest - vielleicht nur metaphorisch in der Spannung, vielleicht auch direkt - allerdings nicht unangenehm, sondern göttlich schön. Dennoch kann sich das lyr. Ich nicht ganz entfalten.

Quoted

Die Haut zwischen Ästen
Sie glüht zischend leise
Auf weißliche Weise
Die Sinne zu mästen


In der Erregung glüht die Haut zwischen den Berührungen auf. Scheint bei jeder Berührung zu zischen vor Hitze. Die "weißliche Weise" weisst daraufhin, dass das lyr. Ich adelig ist, da adelige ja bekannterweise weiße Haut haben. Deshalb fällt es auch besonders auf, dass die Haut an den berührten Stellen glüht. In ihrer Erregung wünschen sich lyr. Ich und Liebhaber nur mehr davon - wollen ihre Sinne mästen.

Quoted

Sie gleicht deinen Taten
Den zärtlichen Wilden
Den sündigen Milden
Den beißenden Zarten


Die Haut gleicht den Taten, des Liebhabers. Also reagiert sie und damit das lyr. Ich auf bestimmte Art und Weise auf die Berührungen des Liebhabers. Hier spielst du sehr interessant mit den gegenteiligen Aussagen (zarte Wilde; sündige Milde; beißende Zarte), zeigst den Gegensatz, der irgendwie doch immer da ist und verdeutlichst damit das Verlangen nach allem, was man geben kann. Jede Aufmerksamkeit ist recht - und somit jede positiv. Ob wild, sündig oder beißend.
An dem unreinen Reim sehe ich jetzt mal großzügig hier vorbei, zumal er mich beim ersten Lesen nicht gestört hat.

Quoted

Sie einmal zu schmecken
Ward Fluch meiner Lenden
Ich kann mich nicht wenden
vom süchtigen Lecken


Das lyrische Ich, welches hier erstmals auftaucht ist völlig verrückt nach dem lyr. Du, seit es einmal ein Liebesspiel mit selbigem erlebt hat. Es kann sich nbciht mehr von den Gedanken abwenden und kann nciht aufhören, alles des lyr. Du`s aufzusaugen, was es kriegen kann.

Quoted

Oh Eva du Liebe
Was hast du geboren
Ein Früchtchen erkoren
Zum sinnlichen Triebe


Eva (das lyr. Du) hat das lyr. Ich durch ihre Liebe erst neu geboren und das "Früchtchen" zum lebenden Trieb werden lassen.


Zusammenspiel Metrum und Inhalt

Das zügige Metrum spiegelt m.E. das Verlangen des lyr. Ich wunderbar wieder. Man liest immer zügiger, um zum Ende zu kommen und fühlt förmlich mit.


Fazit

Ein Gedicht, dass ich außerordentlich gerne gelesen habe. Es hat Spass gemacht, es aufzuschlüsseln und zu interpretieren. Du hast mal wieder bewiesen, was du kannst :)

Danke,
Littleshine
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
(Wise Guys)

Sonnentau

Trainee

Date of registration: Apr 29th 2005

Posts: 76 wcf.user.activityPoints: 415

Occupation: Student

17

Saturday, May 7th 2005, 8:25pm

Hallo Marot

da bin ich ja froh, dass wir das geklärt haben und jetzt begreife ich auch mehr, wie analysen zu verstehen sind. es gefällt mir umso besser, dass man eine gewisse freihiet besitzt, was interpretation angeht.
MFG

Sonnentau

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

18

Saturday, May 7th 2005, 11:53pm

@ Little:
Erstmal vielen Dank für deine sehr gut durchdachte Interpretation. Ich habe wie ich es imme rmache, das gedicht gleich darauf aus deiner Sicht noch mal gelesen u d selbt ganz neue Seiten entdeckt. Wenn man hier nur zwei personen sieht wird das ganze noch mal viel erotische und weniger mythisch. Sehr spannend Vielen dank.
Um die eine meiner beiden Euigenen interpretationen aufzuschlüsseln muss man die Biebel Wörtlich nehmen aber ein wenig femenistisch betrachten.
Für die andere Interpretation muss man wissen wie die Mutter meiner BLume heißt :D

@ Sonnentau :

Ja wie du siehst haben wir hier jetzt schon drei Interpretationen eine aussfomulierte die nicht vom Autor ist und dennoch sehr viel sinnn macht. Genau das ist das schöne an Gedichten die metaphorik Nutzen. Sie haben imme rmehr als eine wahrheit, warscheinlich genau so viele wie es leser gibt. Das einzige was zählt ist das man die Interpretationen am Text belegen kann. Was der Autor wirklich sagen wollte ist dann irrelevant, und meist wollte er sowie so mehrere dinge sagen ( oder wenn er schlecht ist gar nichts :D)
Freut mich das du gefallen an diesem Pusselspiel zu finden scheinst :)
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Date of registration: Oct 2nd 2004

Posts: 1,189 wcf.user.activityPoints: 6,320

Location: Meckenheim

Occupation: Physiotherapeutin

19

Saturday, May 7th 2005, 11:57pm

Quoted

Für die andere Interpretation muss man wissen wie die Mutter meiner BLume heißt großes Grinsen

Was mich jetzt natürlich überhaupt nicht interessiert...
Aber Vorschlag: Wenn du mir deine Intention erläuterst, schicke ich dir per ICQ die Antwort zu dem anderen Rätsel, falls du das jetzt verstanden hast... ;)
Und ich frage mich: ist ein Bleistiftstrich den man ausradiert nicht total frustriert?
(Wise Guys)

Marot

Administrator

Date of registration: May 19th 2003

Posts: 3,570 wcf.user.activityPoints: 19,405

Location: bei dir zuhause, wenn du willst, weiblich bist und Sommersprossen hast

Occupation: Bademütze

20

Sunday, May 8th 2005, 12:09am

hehe das andere Rätsel ist längst gelüftet, Steffi war geschwätzig :D

Hm ich weiß nicht als autor sollte man nicht zu viel sagen...
NUn gut ein paar ansätze ausnamsweise:

1. Die Mutter meiner Freundin heißt Eva:D
- demnach könnte man hier drei personen Lesen.
Eva; welche angesprochen wird
Das Lyrische ich
Die Frucht Evas ( das geboren könnte ein hinweis darauf sein das die Fruchjt ein mensch ist.

Hier nach könnten die ganzen vergleiche zwischen Eva und der fRucht zu sehen sein.
Gleichzeitig ist Eva aber und das kann unmöglich zufall sein die Zweite Frau Adams des ersten menschen, die <Mutter Figur die aus Liebe und füürsorge abner auch aus sünde besteht. Sie ist es ja nach der Biebel die Die frucht der erkenntniss ist.
Eva ist also Sinnbikld dfür Zwispalt wie in strophe drei deutlich wird.

Aber eva ist in dieser Version des Schöpfungsberichtets nicht den Apfel, sondern das lyrishce ich, welches zum einend er erzähle rist und vieleicht sogar der autor selbst, zum anderen aber auch Adam der erste mensch. Er kostet die Sünde, den Trieb, die Leidenschaft. Die ASünde wird hier representiert von der Frucht oder und das ist wieder ein hinweis darauf das es ein mensch ist, von dem Früchtchen ( hehe bin ich sehr stoz drauf) EIn Früchtchen ist umgangssprachlich Eine Süße person die es aber faustdick hinter den Ohren hatt.

Ok wenn ichs chon schreibe dann zwei faszits:
1. Hie rgeht es um eine Korrektur des schöpfungsberichtes, in welches Adam die Sünde auf sein Haupt legt und gleichzeitig seine Sexuellen Gelüste aufführt. Das Früchtrchen wäre hier entweder Eva ode rienfach ein Sybol für Trieb an sich.

2. Dieses Gedicht ist ein bekenntniss des Autors gerichtet an die Mutter seiner gelibten in welchem er duurch Bilblische Metaphorik der mutter den sexakt mit der Tochter schildetrt :D
beides ist möglich genau wie deiner version. Am ende ist es ein wenig von allem denke ich :)
So das war ne einmalige ausnahme wqeil dus bist Little :)

( Die einzelnen Metaphern kann nun jede rfür sich erklären
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

wcf.user.socialbookmarks.titel