Hallo, Franzi.
Ich frage mich ein wenig, warum Du es in diese Kategorie gepostet hast. Satire scheint es mir nicht, bestenfalls etwas "Rätselhaftes"
Insgesamt gefällt mir das Gedicht nicht so gut, zwar ist die erste Strophe noch ok, die zweite aber verfällt inhaltlich zu sehr in Selbstmitleid, und zwar in einer schlecht durchdachten, wenig reflektierten und daher schon viel zu oft gesehenen Art und Weise. Vor allem das Motiv von der ganzen Welt, die gemein zu jemandem ist, das ist schon altverbraucht und auch sehr salopp und banal formuliert. Und auch der Schlussvers weiß nicht zu überzeugen.
In der ersten Strophe tanzt der dritte Vers metrisch aus der Reihe, so dass man beim Lesen hier ins Stocken gerät:
"ich empfinde kaum Freud": XxXxxX
Du könntest den Fehler abschwächen, wenn Du "kaum" durch
wenig ersetzt. Metrisch korrekt wäre es, wenn Du zusätzlich noch das "ich" am Anfang streichst (der Vers bliebe verständlich).
Der letzte Vers der ersten Strophe gefällt mir überhaupt nicht, denn einerseits ist er zu lang, andererseits ist "Depris" als Kurzform von
Depressionen Umgangssprache. Es klingt schon in der gesprochenen Sprache unschön, und im Schriftlichen wirkt es noch schlimmer.
Mein Fazit: Du hättest hier den Begriff Deiner Überschrift, nämlich "Optimismus", mehr ausarbeiten sollen. Vor allem beschränke Dich nicht nur auf einfaches Selbstmitleid, sondern reflektiere Deine Probleme besser und lege sie dem Leser besser dar, vielleicht in metaphorischer Form. So jedoch erreichst Du den Leser nur schwer, da er in den meisten Fällen genau solche Gedichte schon zu Hauf gelesen hat und auch hier wenig Innovatives findet.
Liebe Grüße
Nitro