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Stigma

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1

Monday, April 18th 2005, 6:13pm

Taizé, Ostern 2005

Taizé, Ostern 2005

Du kleines Licht meiner Kerze,
Wie leuchtest du mir so schön.
Geleitest mich zu dem Gotte
Auf welchen ich fest vertrau'.

Wie soll ich den Gott denn finden,
Wenn zu tausend Leute hier
Zwar auch beten, doch auch flüstern,
Sich bewegen, unruhig?

Du weises Lich, wie du flackerst,
So ruhig, beständig, leis'.
Begleitest mich hin zum Frieden,
Ja, welchen ich in mir trag'.

Wie denn soll ich Frieden finden,
Wenn die Dame vor mir tuschelt,
Und mit ihrem Partner turtelt,
Anstatt besinnlich-still zu beten?

Du warmes Licht meiner Kerze,
Wie hellst du mein Blickfeld auf.
Geleitest mich hin zur Ruhe
Nach der meine Seele strebt.

Wie denn soll ich Ruhe finden,
Wenn die Dame vor mir kreischt,
Weil ihre Haare friedlich brennen?
Meiner Kerze sei gedankt.

für die Nina ;-)
Ganz neu:
Geisterstunde


die besten "Ergüsse" erarbeitet man fast nie ...die überfluten einen einfach wie das Leben...es ist wie beim Sex ...wenn man nicht mal dran denkt, beamt es einen einfach weg.

DerWortspieler, 29-07-07

This post has been edited 3 times, last edit by "Stigma" (Apr 25th 2005, 3:51pm)


Nitrogenium

Lyrisches Licht

Date of registration: Dec 18th 2004

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2

Saturday, April 30th 2005, 11:18am

Hallo, Marilou.

Ich kann mich erinnern, einmal einen Text gelesen zu haben, dem ebenfalls dieses Thema zugrunde lag, weiß aber nicht mehr genau, was es war.
Jedenfalls gibt die Geschiche über quatschende und tratschende Gottesdienstbesucher einiges her.

Was mir besonders gelungen scheint an Deinem Gedicht, ist, dass Du das "Licht" immer wieder einbringst und dieses sich von Strophe zu Strophe ein wenig verändert. Es "geleitet" das lyr. Ich durch den Gottesdienst, auf dem Weg zu Gott, und durch den Wust der eigenen Gedanken. Dadurch erzeugst Du einen schönen Ressonanz-Effekt.

Was mir weniger gefällt, ist das Zusammenspiel von Form und Inhalt. Wenn ich jetzt nicht völlig verkehrt liege, dann ist Dein Gedicht ganz klar ein satirischer Text. Bei einer Satire kommt es jedoch in der Regel sehr darauf an, dass sie leicht verständlich ist und das die Sprache zwar nicht primitiv, aber einfach gehalten wird. Daher reimen sich die meisten satirischen Gedichte auch (man muss nur einmal eine Karnevalsitzung schauen :) ), und der Reim ist ein mächtiges Mittel, um Komik zu erzeugen. In Deinem Gedicht verzichtest Du auf dieses Mittel; ok, kann man machen und ist ein interessanter Ansatz.
Allerdings auch das Metrum passt nicht so recht zu einem satirischen Text: Du verwendest ein Mischmetrum, welches kombiniert mit dem Inhalt Eindringlichkeit erzeugt, aber für einen satirischen Text fast schon zu hoch ist, über den man eher lachen möchte als zu grübeln (auch wenn Tiefsinnigkeit einer Satire noch nie geschadet hat).

Unzufrieden bin ich auch mit dem Ende. Das "friedlich brennen" scheint mir zu sehr auf die Komik verkrampft, auch sind die Bilder von durch Kerzenlicht in Brand geratenen Haaren nicht unbedingt neu. Aber wenn Du das "friedlich" durch ein passenderes Adjektiv ersetzt, sollte die Schlusspointe gelingen.

Liebe Grüße
Nitro
"Ich wollte das schönste aller Leben führen, und jetzt hab ich sowas!"
Albert Weber

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Stigma

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Date of registration: Mar 23rd 2004

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3

Saturday, April 30th 2005, 1:55pm

Danke, Nitro!

Welches Adjektiv könntest du dir denn anstellen von "friedlich" vorstellen? Mir fällt da gerade gar nichts ein... ?(

Gruß,
Sonja
Ganz neu:
Geisterstunde


die besten "Ergüsse" erarbeitet man fast nie ...die überfluten einen einfach wie das Leben...es ist wie beim Sex ...wenn man nicht mal dran denkt, beamt es einen einfach weg.

DerWortspieler, 29-07-07

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