So fern, so nah
Bei seinen Worten fühle ich mich, als läge ich auf seinem Schoß zusammengerollt, klein und vertrauensselig, den Daumen im Mund und würde gestreichelt.
Sätze wie Tränen aus nie versiegender Quelle der Liebe bieten mir Trost und Zuversicht. Ich kann sein Lachen nicht hören, nur sehen. Seine Güte frisst sich in meine Wunden und löst dort Chaos aus.
Ist Liebe ein Virus, vor dem ich mich schützen muss? Oder streut sie heilsames Salz in die Löcher der Sehnsucht, die sie aufreißt?
Ich hatte gehofft, es wäre vorbei. Nie wieder wollte ich ängstlich überwachend auf jene schauen, die mir etwas bedeuten, Gefühle in Frage stellen, indem ich Verhalten interpretierte und auf mich bezöge, als sei ich der schmutzige Nabel der Welt – Ekel erregend und abstoßend.
Wenn ich zu den Orten gehe, an denen ich ihn treffe, schleiche ich gehetzt, folge ihm, schaue darauf, wem seine Blicke gelten, sein Dank, sein Enthusiasmus, sein Lob und sein Flirt. Er kann mich nicht sehen, solange ich hinter ihm bleibe. Anschauen soll er mich, ohne mich zu entdecken. Umarmen, ohne mir nah zu kommen, mich streicheln mit seinen Sätzen, während ich bei ihm Kind sein darf.
Es ist nur ein Name.
Es ist ein Mensch dahinter.
Ein Mensch, den du nicht kennst.
Aber ein Mensch, der mich hoffen lässt.
Es ist nur ein Name. Eine Illusion, um die du weinst.
Der Rost, den meine Augen angesetzt haben, färbt sich unter den frischen Tränen, die ich weine, wenn er mir schreibt. Und die ich weine, wenn er mir nicht schreibt.
Ich klebe gebannt wartend am Monitor und verpasse den Tag.
Texte einer multiplen Persönlichkeit
I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)