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kosti

Trainee

Date of registration: Jun 26th 2004

Posts: 4 wcf.user.activityPoints: 30

1

Saturday, June 26th 2004, 12:33pm

2010

2010

2010 - ein Jahr voller Ereignisse
Die Welt spricht davon
Ob sie weiss, dass sie schon vorher gestorben war ?

2010 - ein Ziel, welches wir niemals erreichen
Rote Sümpfe aus Blut ziehen ihre
Feuer durch ein totes Land

2010 - der Bettler ist König
Krankheit ist das Ziel - vernichte mich !
Hunger grinst in ein bleiches Gesicht

2010 - einst warst du schön doch jetzt strahlst du
Ein Lächeln schenkst Du mir aber keines
Bleib so wie du bist

2010 - totes Fleisch in den Straßen
für Triebe sei der Weg geebnet
Ich bin krank

2010 - Verzweiflung macht Spaß
Mord ist ein Sport
Bin ich nicht schön als Gott eines Universums ?



© Kosti

Kamelot

Unregistered

2

Thursday, July 1st 2004, 7:58pm

2010 wird Österreich Fussballweltmeister. Das ist etwas, dass ich vorhersagen werde. Jedoch ist diese Angabe ganz ohne Gewähr. *lol*

Wenden wir uns also deinem Stück zu. Ich denke, es hat eine ordentliche Analyse verdient und ich werde versuchen, dies so gut wie möglich zu machen. Sofern ich verstehe, worum es eigentlich geht.

Ich möchte gerne mit der Form beginnen:
Auf den ersten Blick sehe ich hier sechs Terzette, die kein Reimschema aufweisen, weshalb ich auf freie Verse tippen würde, was mir definitiv eine Menge formaler Arbeit abnimmt. Auffallend ist hier besonders die uneinheitliche Zeilenlänge und die teilweise frei gesetzten Zeilenumbrüche.

Sprache: Mich persönlich stört die ständige Wiederholung der Jahreszahl. Ich denke, einmal hätte es auch gereicht, da ohnehin jeder weiß, um was es geht. Das 2010 ein schlechtes Jahr sein wird. Das Ganze ist ausgeschmückt mit den klassischen toten Metaphern, wie z.B. totes Land. Auch erinnert mich das ganze Stück ein wenig an Rammstein. Die Befehlsform, die du plötzlich verwendest, die Rhetorische Frage am Schluss. Alles schöne Hilfsmittel. Jedoch in dieser Form bereits mehrmals gelesen und nicht wirklich innovativ. Aber das soll nicht heißen, dass mir dein Werk nicht gefällt.

Das Werk selbst kommt mir etwas komisch vor.

Du beschreibst eine Gesellschaft, die zweifelsohne krank ist und von der wir sicher nicht weit entfernt sind. Morden wird Volkssport. Überall Blut, es beschreibt irgendwie den dritten Weltkrieg. Was mich bei dieser These aber etwas stutzig macht ist der Schlusssatz, die rhetorische Frage. Das lyrische Ich bezeichnet sich selbst als Gott, als Schöpfer eines Universums. Ein Aspekt, der dem ganzen noch etwas Negativeres gibt, da das ganze an Diktatur erinnert. Eine Horrordiktatur bzw. ein Gewaltregiem. Es erinnert mich, aus dieser Sicht auch an einen Bürgerkrieg, niedriges Volk gegen Herrscher.

Irgendwie so muss der Denkansatz dann wohl korrekt sein. Das Werk ist zwar gut gemacht, mir aber etwas zu negativ.

Lg Kamelot

kosti

Trainee

Date of registration: Jun 26th 2004

Posts: 4 wcf.user.activityPoints: 30

3

Thursday, July 1st 2004, 8:56pm

Sic !

Dem mein Lieber ist nichts mehr hinzuzufügen - nur so viel :

Du hast in Deinen Zeilen das geschafft, was mein Psychiater in 2 Jahren nicht geschafft hat - ein Profiler hätte es nicht besser machen können ....

Kennen wir uns ;)) ????

Wir leben und lesen uns !!

Viele liebe Grüsse

Kosti

Kamelot

Unregistered

4

Friday, July 2nd 2004, 8:39am

Wahnsinn. Das erste Mal seit geraumer Zeit, dass eine Interpretation voll ins Schwarze trifft. Ich kan es also doch noch ;)

Hab wirklich lange darüber gegrübelt. Freut mich wirklich.

lg Kam

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