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Date of registration: Dec 22nd 2011

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1

Thursday, January 26th 2012, 1:13am

einzelle

ich
schick
du

und durch das postfach rauscht musik

ich
bild
du

und um den rahmen fließt musik

ich
maß
du

und klang der zahlen formt musik

ich
ding
du

dong dong dong tönt die musik
dass uns warm ums herz werde
dass uns warm ums herz werde
dass uns warm ums herz werde
ums herz werde







.

findefuchs

Intermediate

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2

Thursday, January 26th 2012, 6:32am

Moin,

was da steht, liest sich wie die letzte sms des letzten überlebenden Einzellers, der somit wieder wenn er am leben bleibt, wieder am Anfang der Hoffnung auf Neubeginn steht, nach dem Untergang der Sprache, Kultur und Zivilisation. In Kleinkindstammelei, wie Cowboy-Indianer-Sprache amerikanischer Western-Schinken anmutend, stammelt dieses Wesen, ringt in seinem Unvermögen um das Essentiellste, was Leben ausmacht, um Dialog, beweist damit, dass das noch so winzigste Wesen ein "zoon politicon" ist auf der Suche nach Antwort. Es will sich ausdrücken, etwas über sich vermitteln. "dong, dong, dong", die sms wird abgeschickt, "damit uns warm ums herz werde", wobei jedoch bei der elektronischen Übermittlung, sogar noch die gratis mitgelieferte "Software-Wärme "auf der Strecke bleibt.

Sehr gerne gelesen.

finde
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

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3

Thursday, January 26th 2012, 10:05am

Ein stammelndes Ringen um Dialog: ist eine interessante Auslegung der Mini-Zeilen. Ich selbst habe diese Dreier-Pakete eher als "Konstellationen" gedacht, inspiriert von der "Konkreten Poesie" und ihrem Spiel mit den Zeichen.
Das "Stammeln" liegt aber nahe, gerade weil die "Konstellationen" ja mit dem unverschwurbelten Text der langen Zeilen kontrastieren, und man daher die "normale" Art des Lesens leicht auf die "Dreierpakete" übertragen mag.

Ein "Ringen um Dialog" gefällt mir als Assoziation aber gut, ich finde, das passt.

Die "SMS"-Assoziation wird vielleicht durch das digitale Medium, hier im Internet, mitverursacht? Ist aber, im Hinblick auf meine (konstellations-artige) Lesart von "schick" bzw. "ding" (Kommunikation/Mode bzw. Dinge/Verdinglichung, die zwischen "ich" und "du" stehen), interessant.
Die "Musik", denk ich mal, hast du dann entweder nicht wahrgenommen oder für unwichtig gehalten...


Beste Grüße,
Oliver Twist

findefuchs

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4

Thursday, January 26th 2012, 3:37pm

Hi nochmal,

die Musik habe ich in dem Fall als Cell-Phone-Melodie empfunden, als einen dieser unsäglichen sogenannten Klingeltöne, die nach bestimmten Funktionen einsetzen: Musik, die sich selbst ad absurdum klimpert, oder? Was würde Stockhausen sagen? Ich hörte die ganze Zeit beim Lesen Fetzen eines Stücks von ihm...Betonung liegt auf Fetzen!


finde
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

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5

Thursday, January 26th 2012, 8:58pm

Voilà, das ist ja wirklich eine schlüssige Mobilfunk-Interpretation die ich mir da auf mein iPhone laden kann. Auch nicht schlecht.
Die Sinnleere und Belanglosigkeit dieser verkitschten C-Dur-Präludien, Contemporary-R'nB-Gestöhne und sonstiger musikalischer Abziehbildchen trifft aber die Kulturkritik, die mir bei dem Gedicht durch den Kopf geht, in der Tat ganz gut.
Ich dachte an Musik als Auslöser für ein diffuses Wohlgefühl, als Trostpflaster für Einsamkeit und Ausgelaugtheit; mit dem lauten Handyklingelton in der Straßenbahn, der die Musik ganz zum Image-Produkt stempelt, ist aber eine andere wichtige Funktion angesprochen, in der sich Musik letztendlich gegen die Menschen richtet. Dieser Anklang findet sich auch im Wörtchen "schick" wieder...
Sehr schön dazu auch: "Einleitung in die Musiksoziologie" von Theodor W.; viel Spaß auch weiterhin mit Karlheinz :)

Grüße -
Oliver

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