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findefuchs

Intermediate

Date of registration: Dec 14th 2010

Posts: 109 wcf.user.activityPoints: 580

1

Tuesday, January 24th 2012, 8:47pm

Espresso

Sitting in that street café
for hours, I kept on staring
into my sea of cold coffee,
where the dragon is still hiding
beyond the surface,
in a million times used cup,
when I felt, like
there was some handsome guy
walking on by -
oh dude, you should have seen him -
and me, falling to pieces -
so the monster could easily
swallow me right away.
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

Babac

Master

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Location: Saarbrücken

2

Tuesday, January 24th 2012, 10:30pm

auch schön! das gedicht hat was realistisch-wahres, wie geradeheraus gesagt, und eine solche sprache gefällt immer.

shuya

Trainee

Date of registration: Dec 23rd 2011

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3

Wednesday, January 25th 2012, 3:08pm

bist du an einer näheren Arbeit mit dem englischen interessiert?
während englisch im alltäglichen eine der einfachsten Sprachen ist,
das poetische English ist - auch für die meisten Briten - ein ziemlicher Krieg.
Die Briten nutzen weitaus weniger potential ihrer Sprache aus, als wir - prozentual gesehen
und die Menge an möglichen Kunstgriffen in der englischen Lyrik kommen
denen der deutschen gleich. (mir fällt nur das portugiesische ein, dass dem nahe kommt)

ich sage das, um zu verdeutlichen warum es für leute wie uns kaum lohnt
sich ans englische zu wagen - einfach weil nur wenige da weiter kommen.

trotzdem ein paar formulierungstips und mögliche anhängsel für den fluß:

Quoted

Sitting in that street café
for hours, I kept on staring
into my sea of cold coffee,
For hours,
I kept sitting
in that café, near my place
staring blank and
lost in thought
into my coffee
(les es in dem fluß - immer das laute vorlesen im kopf haben, selber ausprobieren.. FOR hours I kept sitting.. in that cafÉ near my place.. staring blank and lost in thought.. into. my coffee. )

Quoted

where the dragon is still hiding
beyond the surface,
in a million times used cup,
when I felt, like
......

For hours,
I kept sitting
in that café, near my place
staring blank and
lost in thought
into my coffee

the cup used
countless times
bears a monster
deep inside
leaves me feeling,
leaves me scared,

as suddenly - oh dear
some handsome passer-by
is walking to my side
oh my, you should have seen him!
beautiful and yet,
as I let my guard down
distracted by that man

I felt as if the monster's rising
from down the cup
to swallow me.

-----------------------
das wäre jetzt eine etwas korrekter - und durch änderungen in den fluß gepasste - ausformulierung deiner idee.
vielleicht möchtest du das als basis nutzen um das englisch in deinem text noch zu überarbeiten?

liebe Grüße

findefuchs

Intermediate

Date of registration: Dec 14th 2010

Posts: 109 wcf.user.activityPoints: 580

4

Wednesday, January 25th 2012, 6:52pm

Hallo shuya,

zunächst aufrichtigen, großen Dank an Dich, für die Auseinandersetzung mit meinem Text.

Das poetische Englisch ist eine hohe Kunst, das stimmt und ich liebe englische Literatur, nur: Ich werde sie niemals schreiben können und strebe das auch nicht an. Britisches Englisch benutze ich für wissenschaftliche Texte, private Literatur, Konversation, dort, wo sich mir dazu Gelegenheit bietet. Versuchte eine Hobby-Schreiberin wie ich allerdings, Gedichte in britischem Englisch zu verfassen, gefiele mir das nicht. Es gehört nicht zu dem, was ich mit meiner Schreiberei ausdrücken will. Es klingt dann zu verkopft, zu sperrig, gewollt, überkorrekt und zu gebastelt literarisch. Deine Neuversion ist sprachlich sensationell perfekt. Sie ist jedoch voller Selbstmitleid und entbehrt der Leidenschaft, der Trauer, die ich bewusst mit diesem - ja, ich weiß - ein wenig schnodderig wirkenden Text in amerikanischer Umgangssprache einfangen wollte. Ich glaube, ein Mensch sitzt in einer solchen Stimmung nicht in einem Straßencafé und liefert sich die kopflastige Interpretation der eigenen Situation und sagt sich :"and yet...it leaves me scared...", oder ähnliche Dinge. Was ich ausdrücken wollte, war nur ein momentanes Gefühl, so ursprünglich und ungeschliffen, so banal und fast lächerlich, wie es eben entsteht, in solchen Momenten - und ebenso ungeschliffen sollte es ausgedrückt werden. Für mich hat der Text genau die bittere Melodie eben dieser Situation, in der sich das LyrI. befindet. Deine Version wertet den Inhalt zu sehr auf, gibt ihm eine überdimensionale Beachtung, Bedeutung, durch das Eingießen in eine fast klassische, literarische Sprache, die den Inhalt kunstvoll verarbeitet und damit transzendiert. Ich wollte eine "down-to-earth-version" ohne verklärten Blick, ohne Flucht in Worte, die in ihrer Korrektheit, dem LyrI - gewissermaßen - diese Emotion formal verzeihen, die Abstand und Erklärung schaffen, Distanz zu seiner Situation, die damit eben diese Situation einordnen - zurück dahin, wohin sie gehört, in eine unangemessene Gefühlswallung und nicht zur Realität des LyrI, welches sie erlebt. Desweitern birgt das Ende Deiner Version große Angst. Angst wollte ich keinesfalls ausdrücken. Sie zerstört das Lapidare, was ich darstellen wollte, das "einfach so"...right away. Das hat überhaupt nichts mit Angst gemeinsam, wobei "the rising of the monster" furchterregend klingt. Deshalb möchte ich den Text so lassen, wie ich ihn geschrieben habe. Dennoch habe ich große Hochachtung vor Deiner Auseinandersetzung damit und es ist wunderbar, dass wir in der Form darüber diskutieren können. Danke dafür.

Arbeit mit und an Sprache ist immer interessant - und

Quoted




"I hold the world but as the world, Gratiano,


The
Merchant of Venice (I, i, 77-79)







Take care.

finde
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

shuya

Trainee

Date of registration: Dec 23rd 2011

Posts: 32 wcf.user.activityPoints: 205

5

Thursday, January 26th 2012, 12:36am

summar sumare
und dein zitat bringt es ja auch auf den punkt mein/e liebe/r:
in dem fall, lass es auf jedenfall so wie es ist.

ich bin trotzdem froh, dass dir meine 8 minuten umformulierung - auch wenn sie an deiner intention vorbeischlittert - sprachlich gefällt (:
mein english ist schon ganz angerostet und ich freue mich über jede gelegenheit in dem ich es mal auspacken kann
um mich seiner zu erinnern
auch ich wäre gänzlich unfähig gescheite englischsprachige lyrik zu verfassen,
habe mich oft daran - kläglich scheiternd - versucht und bin zurück ins deutsche gekrochen.
(eines werde ich en direct mal posten, der ist sowas von hochstilisiert, man möchte kotzen.)

auf jedenfall, die freude ist ganz meinerseits
und viele grüße!

hier der text: sculpt

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