gern gelesen.

du zeichnest eine tolle atmosphäre, danke!
danke dir, meine Liebe.
frage: warum ist der letzte satz so lang geschrieben und nicht unterteilt?
Ich arbeite gerne mit diesen sperrigen Sätzen, die den Lesefluß unterbrechen.
Das hat mehrere Gründe
- einmal entspricht es mehr "mir" so zu schreiben
- die Unterbrechung des gewohnten Flusses, verringert die Befriedigung, die ein Leser haben könnte, wenn er es flüssig lesen kann.
Warum ich ein gewisses Maß an Unwohlsein in Texte einbauen will, die sonst Bilder erzeugen, die im Grundsatz gut funktionieren?
Weil ich die Brücke zwischen Intellekt und Gefühl schlagen will, d.h. nicht, dass es mir gelingt. AAAber ich wills versuchen.
Das Gefühl das der Leser entwickeln kann, wenn er einen Text flüssig liest, kann sich nur in konkrete Gedanken verwandeln,
wenn der Zufall es so will und der Text irgendetwas im Leben des Lesers anklingen lässt.
Um dieser Zufälligkeit vorzubeugen, baue ich sperrige und unstimmige Passagen ein.
Der Leser ist fast zwangsläufig kurz vor den Kopf gestoßen - und schaltet zumindest kurz in einen bewussten Modus, der das Gedicht aufgrund seiner störenden Struktur versucht in seinem Aufbau zu analysieren.
Wie funktioniert deine Erinnerung? Wenn du einen alt bekannten Weg gehst und in Gedanken versunken läufst,
erinnerst du dich am Ende wirklich an den Weg oder erinnerst du dich an ein Gefühl?
Der Weg den du erinnerst, ist es der heutige, oder der gestrige, der heutig gemacht wird?
Wenn du gedankenlos über die Straße läufst
und ein Autofahrer macht dank dir eine Vollbremsung
und hupt wütend.
Ein Kind fällt hinter dir hin und weint.
Was braucht es um den alltäglichen Weg zu einem gegenwärtigen Weg zu machen?
auf den monoblock (wie eingelassen, in die zugwand) ich würde die klammer weglassen, dann wirkt es noch bildhafter.
Ja, das ist ein eigentlich unnötiges Stilmittel.
Werde ich ändern.
nun genug genörgelt ..ich mag den text und auch die form.
Das freut mich!
Danke dir (zum wiederholten male jetzt)
bisou,
Pascal
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eine wundervolle Beschreibung zweier unbeschreiblicher Menschen, lese ich hier. Du schreibst von ihrer vertrauten Fremdheit, ihrem Unvermögen, Verharken, Verwirren, irgendwie verknoteten Schicksalen und ihrem doch fast greifbar wirkenden, spröden aneinander Splittern.
Hallo findefuchs,
erst einmal hat es mich sehr gefreut einen so leidenschaftlichen Kommentar unter diesem Text von mir zu finden.
Als ich diesen Text für diese wundervolle Frau geschrieben habe,
hatte ich bereits ein Jahr lang immer wieder versucht den Menschen lyrisch einzufangen - und alle vorherigen Entwürfe gelöscht.
Es freut mich sehr,sehr,sehr,sehr, dass man den Text auf so unterschiedliche Art und Weise interpretieren und lesen kann
und das Jennifer und ich, so unvorteilhaft, so stark verunsichert erscheinen können und dürfen.
In all unserer Unentschlossenheit, in dieser Halbhöhe, die keine Beziehung ist und trotzdem eine
die Liebe ist und trotzdem kein Rausch, mehr das Knacken, die Inkongruenz wenn man im Radio zwischen
zwei Sendern steht und beide aufeinander prasseln, sich negieren, aushebeln
in die Unverständlichkeit
in die Bedeutungslosigkeit
in den "Monoblock"
ich für meinen Teil
ich natürlich
ich habe den Text nie so lesen wollen
und auch wenn er in die Richtung angelegt war, nur mit zärtlichen Gefühlen
und dem milden Lächeln
das man lächelt
wenn man die Macken eines Menschen schätzen lernt
darauf geblickt.
Und man will doch so gerne glauben sich selbst und einen anderen Menschen zu kennen!
Unser Dogma der stringenten Zeit, des roten Fadens, der nicht reißt.
Das Selbstmitleid schlägt um in innerliches Aufgewühltsein,
Ich will es erzählen:
irgendwann wachte ich morgens auf und wusste, Jenny wird mich verlassen.
Ich wusste auch: sie hat mich betrogen, die Nacht davor.
Und ich bin mit folgendem Bild aufgewacht: ich werde im Sessel sitzen, ruhig
und sie wird mir die Geschichte erzählen
und dann wird sie mich verlassen.
Ich würde nur dort sitzen - ganz ruhig - und zuhören, mal nicken, mal lächeln, mal einwenden, mal zustimmen.
Dann würde ich ihr erzählen, dass ich mit diesem Bild aufgewacht bin und ich würde sie zur Tür begleiten.
Und so war es dann auch.
Diese seltsame Situation, die zwischen Machtverhältnissen, Selbstschutzmechanismen
und nackter Angst, vor dem eigenen Leben damals
(ein paar Jährchen ist es her)
so von uns erzeugt wurde,
wie eine Choreographie
dann abgetanzt
abgearbeitet, Schritt für Schritt, ganz fehlerfrei
ist für mein Leben
und für mein Schreiben
bis jetzt von großer Bedeutung.
Wie betrachten wir uns?
Was lesen wir in unsere eigenen Gefühle und Handlungen hinein?
Wie - und das vor allem - beschweren wir uns mit Bedeutungen
in der ständigen Angst uns aufzulösen und zu verschwinden?
Und wer spielt unsere Spiele mit, weil es für ihn/sie das eigene ist?
Diese Gedanken führen so weit!
Mit Schrecken und Interesse, diesem latenten Voyeurismus, blicke ich auf die Vergangenheit
und stelle fest: es gibt sie nicht. Alles passiert jetzt.
Ich stelle ferner fest: es verändert sich im großen und ganzen nichts.
Nur die Rollen tauschen sich.
Wo liegt die Beschreibung dieses Gefühls?
Wie lange, bis ich auf einen Text, ein Bild von mir blicke
und auf die Verknüpfungen die ich und andere damit verbinden
bis es Klick macht
und ein verstehen einsetzt?
(Wie lange, bis ich mir selbst erlaube aufzuhören - um dann endlich anzufangen)
Es gibt viel zu bedenken
lieber fuchs,
in diesem Sinne
mit verschmitztem Dank grüßt,
Pascal