Die Teekur
Ein Mann, gewillt sich zu kurieren,
zum Doktor ging, mit flauen Mut,
da scheinbar etwas mit den Nieren,
weil's da so zieht, nicht stimmen tut.
Der Internist – ein großer Kenner,
entdeckte bald zu seinem Graus
und bringt es kurz auf einen Nenner:
„Da ist ein Steinchen, das muss raus“.
Doch keine Bange – spricht er leise,
der Mann hört schweigend den Appell:
„Wir nehmen erst die sanfte Weise,
doch wenn es sein muss, das Skalpell.
Die Teekur die ihm aufgetragen,
will er befolgen – tugendhaft,
dass im Verlauf von sieben Tagen,
sein Steinchen es nach draußen schafft.
Erst trinkt er ihn wie vorgegeben,
dann leicht gesüßt mit etwas Rum,
dann Rum mit Tee, der Nerven wegen
und schon sind sieben Tage um.
Am achten Tag, zu seinem Glück,
der Doktor lobt des Krautes Kraft,
das Ziehn im Rücken ging zurück,
was eine Teekur alles schafft.
(C) Benjamin Spitz