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Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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Location: Wien

1

Friday, December 30th 2011, 8:47am

lohen

nächte tragen meine schritte
fragen bist du hier
im laternenlicht versagen
meine bitten
                             klagen
stern der nie vergehe
halt sie sanft bis
ich sie wiedersehe
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

franz

einfach nur franz

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2

Saturday, December 31st 2011, 6:46am

Hey Erik,

also ich würde ja an den Umbrüchen schrauben, denn so wie es dort jetzt steht, kommt es mir an a) zu amelodisch rüber und ist mir an b) auch zu husch husch vorbei. Soll heißen, dass die Betonungen beinahe völlig untergehen, da dein Paarreim den Zeilen kaum Zeit zum wirken lässt. Meine Meinung!
Was hältst du z.B. davon, das >>fragen<< aus dem zweiten mit in den dritten Vers zu nehmen? Du hättest so mehr mehr Betonung auf die quasi-Fragestellung im dritten Vers und auch rein der Melodie halber kommt es mir persönlich besser:

nächte tragen
meine schritte
fragen bist du hier
[...]


Zum Rest des textes könnte ich salopp diese Sichtweise anbieten:

[...]
im laternenlicht
versagen meine bitten
klagen

stern der nie vergehe
halt sie sanft bis
ich sie wiedersehe


Ja, ich kann Paarreime nicht ab. Du merkst! :P Was ich hier aber interessant finde ist die Idee, aus dem Text drei Strophen zu machen:

nächte tragen
meine schritte
fragen bist du hier

im laternenlicht
versagen meine bitten
klagen

stern der nie vergehe
halt sie sanft bis
ich sie wiedersehe


Zugegeben, es kommt nicht mehr so der Sinngehalt rüber wie zu Beginn, bzw. wie in der Version der Geschichte, aber ich finde, es ist eine Idee wert.
Watt meinste?

Ein echt guter Text, wenn man sich mit ihm beschäftigt. So wie er jetzt steht nicht so wirklich meiner, aber ich persönlich finde, man kann noch eine Menge dran machen.
Rein die Bilder die du an den Mann bringst sind echt gut! >>nächte tragen / meine schritte<< ... ein Evergreen der nie verebben wird :thumbup:

Das in Kürze, vom franz

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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3

Thursday, January 12th 2012, 4:56pm

hallo franz;

sorry erstmal wegen der späten atwort und danke, dass du dich so mit dem text auseinandergestzt hast;

ich muß zugeben, das der text nach einem radikalen zusammenstreichen eines anderen überblieb, wobei fast nur allgemeingültige bilder (wie du ja festgestellt hast) das überstanden haben und eigentlich von mir als säulen gesehen wurden, um den ich einen erneuerten text stricken wollte;
und darin lag dann auch der reiz für mich, ihn so als fertig einzustellen und mal zu schauen, was er für reaktionen erntet;

nächte tragen meine schritte
fragen bist du hier
im laternenlicht versagen
meine bitten
- klagen -
stern der nie vergehe
halt sie sanft bis
ich sie wiedersehe

ich würde mittlerweile zu so einer version tendieren;
was sagst du?

lg
erik
under the sea, is where I'll be
no talking 'bout the rain no more

franz

einfach nur franz

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4

Friday, January 13th 2012, 12:11pm

Hey Erik & einen schöne guten Tag Dir,

also das der Text aus einem Andren hervorgegangen ist, dass liest sich so nicht wirklich heraus. Glückwunsch! :D Nein, ernsthaft: stellenweise haben solche Kürzungen ja den Manko inne, dass man es dem Text einfach anmerkt, dass irgendwo etwas fehlt. Wenn man es weiß, dann könnte man hier natürlich auch drauf kommen, aber zum Glück ist man ja stets hinterher schlauer! Die von dir aktuelle version, bzw. diese, als wie du sie editiert hast, find ich mal nicht von schlechten Eltern, nein! Was mich stört ist der Bindestrich. Ich kann die Dinger nicht mehr ab. Früher fand ich sie auch witzig, aber jetzt? Nö, lass ma! Soll nun aber auch nicht der Aufhänger sein, dieser olle Bindestrich da vor und hinter dem >>klagen<<.
Meine Version der Geschichte würde hier in etwa so ausschauen:

nächte tragen meine schritte
fragen bist du hier
im laternenlicht versagen
meine bitten /
.......................klagen:
stern der nie vergehe
halt sie sanft bis
ich sie wiedersehe


der Einschub da nach rechts kam mir eben erst in den Sinn, aber ich denke, so stulle solch Zeugs stellenweise anmutet, dem Text hier steht das gut zu Gesicht. Stünde beides simpel in einem Vers käme es zu flach und abrupt. Stünde es in zwei Zeilen verpackt sähe es für mein inneres Auge und Ohr zwar nicht mehr so abrupt aus aber immernoch langweilig. Das Augenmerk, dass durch diese Editierung auf beide Wörter, speziell auf das >>klagen<< gelenkt wird kommt passend und stellt dieses ein Stück weit nach vorne im Ganzen des Bildes.
Den Schrägstrich habe ich nur aus der Not heraus gesetzt, bzw. aus der Einfallslosigkeit heraus, was diese beiden Zeilen betrifft. Ich denke, dass das >>bitten<< und das >>klagen<< hier sehr gut auf einer Ebene funktionieren kann und auch auf einen emotionalen Zustand bezogen werden können.- auf ein Bild also. Komplett ohne Interpunktion wäre mir das zu sehr 'aneinander', ohne hingegen käme mir gerade dieser Punkt zu kurz, nämlich das beide Begrifflichkeieh hier auf eines bezogen werden können und vielleicht von deiner Warte her sogar sollten.
Der Doppelpunkt, welcher nach dem >>klagen<< gesetzt ist stellt für mich den zweiten Abschnitt aus dem Ersten heraus & ich denke, so war das auch in deiner Intention zugegen.
Macht sich doch nicht schlecht, oder!?
Auf die Spitze treiben könnte ma das Ganze jetzt noch, indem man aus dem >>bist du hier<< mittels Fragezeichen eine tatsächliche Fragestellung macht:

nächte tragen meine schritte
fragen bist du hier?
im laternenlicht versagen
meine bitten /
.......................klagen:
stern der nie vergehe
halt sie sanft bis
ich sie wiedersehe


Interessant wie ich finde! Weitere Vergewaltigungen erspare ich mir jetzt mal ...

Joa, du bist am Zug mein Guter =)
ich finde das, was man bisher zu lesen bekommt nicht schlecht. Beinahe gefällt es mir auch richtig gut ;)

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


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5

Thursday, January 19th 2012, 7:51pm

Hey Erik,

an und für sich ein hübsches Stück Lyrik. Aber mich stören die Zeilenumbrüche auch ein wenig.
Daher mein spontaner Vorschlag:

nächte tragen meine schritte
fragen
bist du hier
im laternenlicht versagen
meine bitten /
.......................klagen:
stern der nie vergehe
halt sie sanft
bis ich sie wiedersehe


Das wäre dann die mit dem kitschigen Ende. Vielleicht ein bisschen weniger kitschig:

stern der nie vergehe
halt sie sanft
bis
ich sie wiedersehe


Falls ich damit irgendetwas Beabsichtigtes übersehen habe, entschuldigt bitte die Tatsache, dass ich echt fertig bin und die bisherigen Antworten auch nur überflogen habe.

Gruß
"Ob Sie meine Sachen zu Kunst oder zu Scheiße erklären? - Who cares..."

Helmut Newton

franz

einfach nur franz

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6

Saturday, January 21st 2012, 5:58am

... wäre mir in beiden Versionen dann doch etwas zu entartet und zerstückelt! Ich finde, der Text braucht dieses leicht kitschige und kann es auch sehr gut (ver-) tragen. Wobei >>kitschig<< hier das falsche Wort ist. Auch ein gwisses Maß an Lesefluß würde ich dem Text immernoch innebehalten, da gerade das auch mit seinen Charackter ausmacht.

*

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


findefuchs

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7

Saturday, January 21st 2012, 3:06pm

Hallo,

die ursprüngliche Originalversion halte ich für am gelungensten, weil sie den Inhalt des Textes am überzeugendsten unterstreicht. Ich spüre beim Lesen die lautlose, bange, pochende, lodernde "lohen", sich mit der Melodie steigernde Brennen, die lauter werdende, in Flammen verschlingende Ungewissheit, ihre Stolperpausen, die Zweifel und den letzten Strohhalm Hoffnung. Daher finde ich die veränderten Alternativen zu streng. Sie enthalten das individuelle Nachgefühl der Rezipienten, wohingegen die Melodie des Originals authentisch ist. Besonders die Doppelpunkte in einigen Verbesserungen sind m.E.. besonders fehl am Platz,
viel zu erklärend, zu verkopft.

Gruß finde
Auch wenn die Katz' gerade einen Kanarienvogel gefressen hat, kann sie deshalb dennoch nicht singen.

Erik R. Andara

Glasphasen-Moderator

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8

Saturday, January 21st 2012, 8:16pm

hallo die herren, grüssgott die damen (griass eich de madln, seawas de buam)

kitschig ist wohl ein treffendes attribut für den text und wer meine schreibe ein bisschen verfolgt hat weiß, dass ich eigentlich nix über habe für den scheiß (man verzeihe meine ausdrucksweise); das geht (ging - aber darauf komme ich gleich) soweit, dass ich versuche (versuchte :ecce) texte mit sowenig emotionalvokabeln als möglich auszustatten (geht meistens nicht ganz ohne, aber wenn möglich dann versucht) und auch den erzähler (das lyrich) nüchtern zu halten, uninvolviert; diese versuche und stilmittel stammen wahrscheinlich aus meinem empfinden für ästhetik und meiner (langen/frühen) verehrung (und verwurstung) von schreibern wie hemingway, mailer, houellebecq etc. (ich will da jetzt gar nicht näher drauf eingehen, einige hier wissen ohnehin was ich meine, weil ich es ihnen schon dutzende male um die nase gerieben habe); aber irgendwann bin ich bei der ansicht angelangt (das ist eigentlich noch gar nicht so lange her), dass ich vielleicht doch nicht ganz auf dieser ebene bleiben möchte, vielleicht habe ich mich auch so verändert, dass es einfach als neues kommunikationsmittel zur verfügung stand/steht, mit dem ich plötzlich das gefühl habe, mich ebenfalls audrücken zu können; (vielleicht habe ich oben erwähnte autoren auch nicht immer richtig gesehen oder nur die teile erkannt, die ich erkennen wollte) so, jetzt werde ich aber nicht gleich willfährig und voreilig und ändere mich mit meinen ansichten auch nicht über nacht; aber kitsch ist schon was gutes, in den richtigen dosen und als kontrast, als nuance, als klecks, grobflächig aufgetragen, die fugen damit verputzt; in den richtige naugenblicken halt; und man ist eben auch emotional und hin und wieder möchte man sich auch ein bisschen barock fühlen, etwas dem biederen, nüchternen entkommen; wahrscheinlich (vielleicht) ist dieser text in so einer gemütslage entstanden und ich schäme mich nicht dafür :)) (nicht mehr - ihr kennt ja nicht die ursprungsversion, die ich bis zur unkenntlichkeit zusammengstrichen habe - und die zweite version, die ich dann emailliert und mit nieten beschlagen habe, oder die dritte version, die ich desinfiziert und abgekärchert, geschmiergelt, geschliffen und vivisektiert habe .))) - nein, ihr kennt nur diese, die zensierte - die nüchternere und zugleich ehrlichere - nicht die kürzeste, aber die straffste )

ich habe jetzt die endgültige version eingestellt oben;
riwsengroßest dankeschön für deine wiederholte geduld, franz und deinen arbeitseifer was fremde texte angeht; (sorry, dass es bei mir hin und wieder länger dauert mit dem antworten, ich denke momentan viel über das wie und warum meiner ergüsse nach und verzettel mich dann meistens)
und auch euch, findefuchs und marie ein hallo und danke fürs reinschauen, ich werde den text jetzt so lassen und schauen, was dann als nächstes kommt;

lg
erik
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franz

einfach nur franz

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9

Sunday, January 22nd 2012, 11:27am

aber kitsch ist schon was gutes, in den richtigen dosen und als kontrast, als nuance, als klecks, grobflächig aufgetragen, die fugen damit verputzt; in den richtige naugenblicken halt; und man ist eben auch emotional und hin und wieder möchte man sich auch ein bisschen barock fühlen, etwas dem beideren, nüchternen entkommen; wahrscheinlich (vielleicht) ist dieser text in so einer gemütslage entstanden und ich schäme mich nicht dafür :))


sehr korret, wie du schon sagst "ist in gewissen Dosen und Maßen" etwas Kitsch völlig Ok und keineswegs fehl am Platze. Letztlich macht nicht der Kitsch das Bild, sondern das Bild an sich den Kitsch!
... man, wie erleuchtet ich heut doch wieder bin :thumbsup:

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


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